AG Queer Studies

… jenseits der Geschlechtergrenzen
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Vortragseinladung Semesterstart 2015-04-01: Macht_Begehren: intersektional wider die Heteronorm

31.03.2015 Von: Do. Gerbig Kategorie: Termine, Vortragsreihe

…Eine Einführung in die Queer Studies
von Dr. Antke Engel

Mittwoch, 01.04. 2015, 19.15 Uhr, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Verehrte Freund*innen der AG Queer Studies,
wir starten das neue Semester mit folgendem Vortrag:

Macht_Begehren: intersektional wider die Heteronorm. Eine Einführung in die Queer Studies
Macht ist aus der Sicht der Queer Theory nichts, was „von außen“ über uns herein­bricht und unterdrückt. Vielmehr ist Macht eine Dynamik, die sich in (gesellschaftlichen oder intimen) Beziehungen entfaltet und sich auch als Begehren ausdrücken kann. Im Rahmen dieses Vortrags möchte ich „Begehren“ als einen wichtigen Begriff der Queer Studies vorstellen und fragen, wie er im Verhältnis zum gleichermaßen bedeutsamen Begriff der „Heteronormativität“ steht. Was verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Und inwiefern ermöglichen sie es, Machtverhältnisse in ihrer Vielfalt und Komplexität zu denken? Ich vertrete ein Verständnis der Queer Studies, das aus queerer Kritik an Identität und stabilen Differenzkonstruktionen eine intersektionale Perspektive ableitet. Doch was bedeutet „intersektional“? Und welche Rolle spielen Geschlecht und Sexua­lität für Queer Studies, die in jeglicher Behauptung von „Normalität“ Hierarchien, Aus­schlüsse und Zurichtungen am Werke sehen?

Antke Engel ist promovierte Philosophin, Queer Theoretikerin und freiberuflich in Wissenschaft und Kulturproduktion tätig. Sie leitet das „Institut für Queer Theory“ in Berlin (www.queer-institut.de). Zwischen 2003 und 2005 war sie als Gastprofessorin für Queer Studies an der Universität Hamburg tätig, 2011 als eben solche an der Universität Wien. Neben zahlreichen Aufsätzen hat sie zwei Monographien publiziert Wider die Eindeutigkeit (2002) und Bilder von Sexualität und Ökonomie (2009).

Viel Spaß & erkenntnisreiches Erscheinen wünscht,
Eure AG Queer Studies

Veranstaltungsreihe „Geister der (Haus)Arbeit. Zur Verschränkung von Feminismen und Migration“ in der W3

04.02.2015 Von: Do. Gerbig Kategorie: Termine

Liebe Freund*innen der AG Queer Studies,
unsere Vorlesungsreihe für das Wintersemester ist abgeschlossen.
Wir freuen uns aber sehr, für die Zeit zwischen den Semestern auf folgende Veranstaltungsreihe hinzuweisen:

Was hat es sich seit der „Lohn-für-Hausarbeit“-Debatte in den 70ern verändert? Hat die Lohnarbeit die gewünschte emanzipative Wirkung für Frauen erzielt?
 Die Doppelbelastung durch Erwerbs- und Hausarbeit zwingt viele Frauen zum Verzicht auf Lohnarbeit. Häusliche Arbeit und der ganze Komplex von Tätigkeiten, die unser Leben reproduzieren, genießen nach wie vor geringe gesellschaftliche Wertschätzung. Doch wie sieht die Hausarbeit heute aus? Was bedeutet die Neuordnung der Hausarbeit? Wer steht heute noch und wo am „Spülbecken“ und welcher Küche?

Über diese und andere Fragen zum Thema der Neuordnung der Hausarbeit können Sie in der Veranstaltungsreihe „Geister der (Haus)Arbeit. Zur Verschränkung von Feminismen und Migration“ in der W3 diskutieren:

Mit den Künstler_innen Johanna und Benjamin Wölfing, 2014

Do 12., Do 19., Do 26. Februar / Videoinstallation, vor und nach den Veranstaltungen
frankfurter küche

Mit Filmemacherinnen Lizza May David, Claudia Liebelt
(Dokumentarfilm, D 2011, 40 Min., eng. OF mit Handouts und Flüsterübersetzung)
„Cycles of Care“
Do 12. Februar, 19:30 Uhr / Film / 3,-
Der Film „Cycles of Care“ zeigt fünf Frauen, die nach Jahren der Arbeit als Hausarbeiterinnen und Pflegerinnen alter Menschen in Israel nach Manila zurückgekehrt sind. In Fotoalben blätternd, Hebräisch sprechend und das Leben im Kibbutz oder mit ehemaligen Arbeitgebern erinnernd, sprechen sie vom Durchqueren von Grenzen in einem nicht nur geographischen Sinne. Nach dem Film gibt es die Möglichkeit mit den Filmemacherinnen zu diskutieren.

Mit Encarnación Gutiérrez Rodríguez (Professorin für Soziologie, Universität Gießen)

Do 19. Februar, 19:30 Uhr / Vortrag / 3,-
Outsourcing im Haushalt: Erkundungen zum Wert der Arbeit 

Wie gestalten sich die Arbeitsbedingungen im privaten Haushalt? Wer beauftragt wen? Welche regulierenden Maßnahmen der EU-Migrationspolitik wirken dafür begünstigend? In ihrem Vortrag geht Encarnación Gutiérrez Rodríguez auf diese Fragen ein und zeigt, wie in den Beschäftigungsbeziehungen im Bereich der Hausarbeit das koloniale Erbe nachwirkt und rassistische Mechanismen vorherrschen.

Mit Bini Adamczak (u.a. Autorin)

Do 26. Februar, 19:30 Uhr / Lesung / 3,-
Aufstand aus welcher Küche? Reproduktionsarbeit im globalen Kapitalis­mus

Die Debatte über Reproduktionsarbeit (u.a. Haus- und Familienarbeit) ist eine der ältesten in der Geschichte des Feminismus. Heute kommen für Familien neue Problemfelder hinzu: Einerseits sind sie von der Doppelbelastung durch Erwerbs- und Hausarbeit betroffen, andererseits erkämpfen sie oftmals ihre Freiräume auf Kosten der Subalternen und Prekarisierten – also der Menschen, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht organisieren oder ihrer Position eine Stimme verleihen können. Dieses Dilemma beschreibt Silvia Federici als Neuordnung der Hausarbeit und als ein Ausbeutungsmechanismus in ihrem Buch „Aufstand aus der Küche“.
Bini Adamczak, die Mitherausgeberin der deutschen Fassung, liest aus dem Buch. Als Expertin der politischen Ökonomie und Vertreterin der polysexuellen Oekonomie zieht Adamczak zudem die Verbindungslinien zwischen Federicis Thesen und queer-feministischer Positionen.

Alle Veranstaltungen finden im Saal der W3 statt.
W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V.
Nernstweg 32 – 34
22765 Hamburg

Vortragseinladung 2015-01-28: Die opaque Passage des Concreten. Elusiv oder lapidikol?

26.01.2015 Von: Do. Gerbig Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch 28.01.2015, 19:15
Achtung! Diesmal abweichend im Hörsaal C, Phil-Turm

 
Blessless Mahoney, Dekanin der Eberhardt-Anbau-Scheibenschwenkpflug-Universität, Brake an der Weser
&
Didine van der Platenvlotbrug, Pröpstin der Elsa-Sophia-von-Kamphoevener-Fernuniversität, Katzen-Ellenbogen
 
Die opaque Passage des Concreten. Elusiv oder lapidikol?

Das Concrete ist das Gegenteil des Abstracts. In diesem Sinne torkretieren die beiden Professorinnen der Beredsamkeit diesmal alles. Vom megalithischen Hünengrab bis zur megahitischen Ameisenpitta. Lapidare Philosophie ab 30 DEN. „Augen auf und durch!“, sagt das Kind der Freude.

 
Wir wünschen viel Freude und Erkenntnis zum Abschluss des Wintersemesters!

Vortragseinladung 2015-01-14: Care Revolution

13.01.2015 Von: W. Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Kathrin Schrader
Care Revolution – Menschenwürde statt Humankapital
Mittwoch 14.01.2015, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Dr. Kathrin Schrader ist z.Zt. tätig in der Arbeitsgruppe Arbeit-Gender-Technik der TU Hamburg-
Harburg.

Care Revolution ist eine politische Aktivität, die konsequent die Verwirklichung menschlicher Lebensbedürfnisse ins Zentrum stellt und den ökonomischen Lehren vom Primat der Wachstumsraten, Profitsicherung und Gewinnmaximierung eine Absage erteilt. Im Mittelpunkt steht ein würdevolles Leben für alle Menschen. Jegliche Formen von Abwertung und Ausbeutung werden abgelehnt. In meinem Vortrag werde ich den Kontext und die Entstehung der Idee Care Revolution herleiten und politische Perspektiven diskutieren

Vortragseinladung 2014-12-17: Sarrazins Correctness

15.12.2014 Von: W. Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Andreas Kemper
Sarrazins Correctness – zur Tradition der Menschenkorrekturen
Mittwoch 17.12.2014, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079
Andreas Kemper ist Soziologe (M.A.), Verein Zabiba, Münster, wiederkehrender Gast unserer Vorlesungsreihe und bekannt u.a. für seine Arbeiten zum Thema Klassismus, Maskulisten und zu “rechtspopulistischen” Bewegungen. Dieses mal referiert er über folgendes:

Aus dem Abstract

Sarrazin will die aktuellen Disziplinierungen/Regulierungen (“Hartz IV” 2005, “Elterngeld” 2007) verschärfen, er steht in der Tradition der Korrektionsanstalten und der Rassenhygiene. Mit seiner Kritik am “Tugendterror” will er die Werte der Französischen Tradition (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) durch die preußischen Sekundärtugenden (Fleiß, Gehorsam, Disziplin) ersetzen. Anti-PC soll von eigenen Korrektionsbestrebungen ablenken und Emanzipation als Spießigkeit darstellen. Sarrazin ist im Entwicklungsprozess von Korrektionsanstalten, -ideologie und Kritik-Abwehr zu verstehen. Nach dem Vortrag wird ausreichend Zeit für Diskussionen sein.

Vortragseinladung 2014-12-10: Frauenkörper neu gesehen

09.12.2014 Von: W. Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Laura Méritt
Frauenkörper neu gesehen – Positionen des sex-positiven Feminismus zu selbstbestimmter Sexualität
Mittwoch 10.12.2014, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Dr. Laura Méritt ist Kommunikationswissenschaftlerin und Sex-Aktivistin, Initiatorin des PorYes-Feminist Porn Awards Europe, Betreiberin von “Sexclusivitäten” in Berlin, sowie wiederkehrender Gast unserer Vorlesungsreihe.

Körperbilder verändern sich im Laufe der Zeit, sind kulturell geprägt und gesellschaftlich normiert. In den 1970er Jahren wiesen die Frauengesundheitszentren darauf hin, wie stark Frauen auch in der rein anatomischen Beschreibung als mangelhafte Wesen dargestellt wurden. In dem Buch “Frauenkörper neu gesehen” geht es darum, individuelles Körper-Selbst bewusstsein zu stärken und Wissen über Zusammenhänge zu vermitteln. Erstmals wurde eine komplette und positive Darstellung des weiblichen Körpers erstellt.

Doch diese Informationen sind nur teilweise ins Allgemeinwissen und ins medizinische Fachwissen eingegangen. Wie konnte es dazu kommen und welche feministischen Aktivitäten können greifen, um ein differenzierteres Bild von “Weiblichkeit” zu vermitteln? Wie kann man der Geschlechtervielfalt gerecht werden? Was kann der sich medial ausbreitenden Schönheitschirurgie entgegen gesetzt werden, deren finanzielles Interesse an Körpernormierungen offensichtlich ist?

Vortragseinladung 2014-12-03: ENTFÄLLT

02.12.2014 Von: W. Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Leider muß dieser Vortrag entfallen,
am Mittwoch findet keine Vorlesung bei uns statt!

trans*geniale f_antifa, Berlin
zurückschlagen, kaputtmachen, wegglizzern
Mittwoch 03.12.2014, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079


Der Vortrag wird von DGS-Dolmetscher*innen übersetzt, weitersagen!

Aus dem Abstract

»Antifa heisst Angriff« ist eine altbekannte Parole der Antifa-Bewegung. Doch wer oder was wird da eigentlich angegriffen? Sexismus, Trans*feindlichkeit und Mackertum? Ausschlüsse innerhalb der Antifa-Szene? Oder am Ende doch ›nur‹ der Nazi von nebenan? Diesen und anderen spannenden Fragen widmen wir uns in einem kurzen Vortrag. Wir erklären, warum wir der Meinung sind, dass »Antifa« mehr bedeuten muss, als Nazis in ihren Handlungsspielräumen einzuschränken. Wir erläutern, warum wir bei uns selbst anfangen müssen, wenn wir Diskriminierung bekämpfen wollen. Und wir betten unsere Arbeit ein in verschiedene historische Kämpfe. Anschließend möchten wir mit Euch unter anderem über folgende Fragen diskutieren: Inwiefern sind Emotionen ein wichtiger Antrieb für unsere Arbeit? Wie können wir uns gegenseitig Mut machen und uns gemeinsam gegen Diskriminierung innerhalb der Antifa-Szene und der Radikalen Linken wehren? Inwiefern können wir aus ›Fehlern‹ und Widersprüchen lernen und diese Erfahrungen produktiv nutzen? Auf all diese Fragen haben wir keine abschließenden Antworten parat. Die kann es unserer Meinung nach auch gar nicht geben. Umso mehr würden wir uns deshalb freuen, mit Euch ins Gespräch zu kommen und Eure Antworten (und Fragen?) dazu zu hören.

 

Vortragseinladung 2014-11-26: “Mehr ist mehr”

25.11.2014 Von: W. Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Robin Bauer
“Mehr ist mehr”: Intensität und Überfluss in (nicht-monogamen) queeren BDSM-Beziehungen
Mittwoch 26.11.2014, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Dr. Robin Bauer ist Dozent an der DHBW, Fakultät Sozialwesen in Stuttgart.

Aus dem Abstract

Sowohl offen verhandelte nicht-monogame Beziehungen als auch BDSM Praktiken sind trotz zunehmender medialer Sichtbarkeit nach wie vor gesellschaftlich marginalisiert und werden vor allem stereotyp, pathologisierend und abwertend dargestellt. Dies ist auch der Fall in wissenschaftlichen Abhandlungen, die häufig tatsächlich gelebte Praxen gar nicht zur Kenntnis nehmen. Dieser Vortrag basiert daher auf einer umfangreichen Interviewstudie zu les-bi-trans-queeren BDSM Praktiken und Beziehungen, um gelebte soziale Realitäten mit ins Spiel zu bringen. Anhand der Analyse meiner Interviews werde ich nachzeichnen, wie sich nicht monogame queere BDSM Beziehungsdynamiken und -geflechte aus der Sicht der Praktizierenden darstellen. Dabei zeigt sich, dass sich diese Praxen u.a. als Erfahrungen von Intensität und Überfluss charakterisieren lassen, ohne jedoch einem „anything goes“ frei schwebendem Hedonismus zu verfallen. Vielmehr handelt es sich um komplexe individuelle und kollektive Aushandlungsprozesse von Momenten der Grenzüberschreitung im Wechselspiel mit Verantwortung.

Vortragseinladung 2014-11-19: Utopien im schwulen Mainstream-Porno

17.11.2014 Von: W. Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Patrick Henze
Die Verschwulung der Welt! – Utopien im schwulen Mainstream-Porno
Mittwoch 19.11.2014, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Patrick Henze – auch bekannt als Patsy l’Amour laLove – promoviert zur Schwulenbewegung der
1970er Jahre in Berlin und versteht sich als Polit-Tunte.

Aus dem Abstract

Schwule Pornofilme schaffen einen utopischen Raum sexueller Freiheit und inszenieren damit die Erfüllung identitätspolitischer Wunschträume – so sagen es die Porn Studies. Nach deren Vorreiterin Linda Williams können die sexuellen Filmsequenzen in unterschiedliche Arten von Utopien eingeteilt werden. Im schwulen Porno spitzt sich dabei der höchste Wert in der Subkultur, die Oberfläche, in geradewegs grotesker Weise zu. Der Vortrag gibt einen kurzen Ein blick in die Grundzüge der Porn Studies und gibt eine schwule politisch-theoretische Perspektive auf die Spannung zwischen Emanzipation und Normierung.

Vortragseinladung 2014-10-29

28.10.2014 Von: W. Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Muriel Aichberger
Progressive Männlichkeiten : von der Hegemonie zur Intersektionalität
Mittwoch 29.10.2014, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Muriel Aichberger, Kunstwissenschaften & Philosophie, freie*r Vortragende*r und queere*r Aktivist*in, München trägt vor zu

Hegemoniale Männlichkeit wird von vielen als Grundlage für Herrschaftsstrukturen gesehen und daher wird Männlichkeit oft generell abgelehnt. Dass Männlich keit aber nicht nur eine Form hat und dass diese Formen wichtige politische Handlungsmöglichkeiten bieten, wird in diesem Vortrag herausgearbeitet. Was ist ein “moderner” Mann und welche Möglichkeiten hat er?