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Maureen Maisha Eggers: Diversität aus einer Critical Race Theory Perspective

26.07.2013 Von: Kathrin Kategorie: Podcast

Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenDas Urteil im Fall der Tötung von Tray­von Martin (Linksammlung) lies mich an den Vortrag von Maureen Maisha Eggers in diesem Semester denken, in dem sie unter anderem Critical Race Theory als theoretische Brille erläuterte. In rassistischen Gesellschaften entfalten, so Eggers, als “neutral konzipierte gesellschaftliche Verfahren, Prozeduren und Instrumente […] ein wirkmächtiges, ungleichheitserhaltendes Gepäck bei ihrer Umsetzung”. Das Zitat stammt aus einem Artikel, denn uns die Referentin freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat: Diversity Matters: Thematisierungen von Gleichheit und Differenz in der rassismuskritischen Bildungsund Soziale Arbeit..

Höchste Zeit also, den den Vortrag “Diversität und intersektionelle Queer Theory aus einer Critical Race Theory Perspective” online zu stellen. Weiterhin empfehlenswert ist der im Vortrag erwähnte Text Rassismus, Postkolonialismus und Recht – Zu einer deutschen Critical Race Theory? von Cengiz Barskanmaz (2008). Und hier noch der Link zum von ihr gezeigten Video: The Unequal Opportunity Race von Kimberle Crenshaw und Luke Harris (AAPF).

Maureen Maisha Eggers ist Professorin für Kindheit und Differenz (Diversity Studies) an der Hochschule Magdeburg Stendal.

[podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/eggers_2013_CC.mp3[/podcast]
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Der Begriff der Intersektionalität geht auf die US-amerikanische Rechtswissenschaftlerin Kimberlé W. Crenshaw zurück. Sie entwickelte den Begriff Ende der 1980er Jahren, um Diskriminierungsmechanismen in der Arbeitsmarktsituation Schwarzer Frauen zu analysieren. Seitdem hat der Begriff innerhalb der Gender Studies einen prominenten Status erreicht. Seine Etablierung geht allerdings mit einer Auslöschung seiner Entstehungszusammenhänge einher. Ausgangspunkt dieses Vortrags ist eine Thematisierung des ‚Intersektionellen Blicks’ im Kontext seiner Entstehungszusammenhänge in der Critical Race Theory-Bewegung. Ich bin daran interessiert nachzuzeichnen, an welchen Punkten die geteilten ‚Intellectual und Political Commitments’ von Race Scholarhip und Gender Scholarship auseinanderklaffen, um eine solche Rezeption der Intersektionalität, wie wir sie in Deutschland erleben, zu verursachen.

CRT Scholarship bezieht sich in erster Linie auf rassismuskritische Analysen von Rechtsmitteln und Rechtsverfahren, da sie ein Produkt der kritischen Interventionen und der Zusammenschlüsse von (P.O.C.) Legal Scholars war. Inzwischen ist das zweitgrößte Feld der Anwendung von CRT das Feld der Bildung (Bildungsinstitutionen und ihre Verfahren). Hierin besteht auch die starke Verbindung zum Begriff der Diversität. Engagierte Legal Scholars of Color strebten eine konkrete Diversifizierung ihrer eigenen Bildungsinstitutionen (Harvard Law School, San Francisco State University) per Student Activism v.a. durch Streiks an. Dabei galt es, gegen die systematisierten rassifizierten Ausschlussmechanismen eigene systematisierte Interventionen aufzustellen. CRT wurde daher nicht nur als eine intellektuelle und politische Bewegung aufgebaut, sondern mit dem Ziel vorangetrieben, ein Aggregat, eine eigene Infrastruktur zu installieren. Mit Texten von Cengiz Barskanmaz, Iyiola Solanke und Jin Haritaworn möchte ich über die Möglichkeit des Aufbaus einer solchen Infrastruktur in Deutschland ins Gespräch kommen.

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