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Sonja Mönkedieck: Auch das nennen wir Arbeit

19.03.2011 Von: Kathrin Kategorie: Podcast

Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenUm die “Performativität der ‘Unternehmerin ihrer Selbst’: Auch das nennen wir Arbeit” ging es in Sonja Mönkediecks Vortrag im Sommersemester 2007. Sonja hat mittlerweile an der Universität Hamburg promoviert und ihre Dissertation ist unter dem Titel “Performativität der ‘Unternehmerin ihrer selbst’. Die Aktionsforschung ‘Monkeydick-Productions'” 2008 bei wvb erschienen. Als CEO des transnationalen Unternehmens Monkeydick Productions produziert Sonja, die mittlerweile nach New York umgesiedelt ist, Ambivalenz.

[podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/moenkedieck_2007_CC.mp3[/podcast]
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Gehören auch Sie zu den Menschen, die bei der wochenendlichen Zeitungslektüre innerlich deren Gehalt auf die Relevanz für ihre Erwerbsarbeit prüfen? Tauschen Sie auf Partys mit Vorliebe Visitenkarten aus? Und ertappen
Sie sich nicht manchmal dabei, wie Sie bei einer Flasche Rotwein mit Ihrer Liebsten dem Verhältnis zu Ihrem Vorgesetzten mehr Intensität beimessen als Ihrer Liebesbeziehung? Wenn Sie nur eine Frage mit „Ja“ beantworten, dann
sind Sie wahrscheinlich auch eine ‚Unternehmerin Ihrer selbst’. Ausgehend von der Annahme, dass in neoliberalen Politiken die Norm des leistungsstarke heterosexuellen Mannes, des „unternehmerischen Selbst“ (Bröckling 2002), zwar dominant bleibt, wird es dennoch für Frauen, Transsexuelle, Schwule, Lesben etc. durch individuelle Leistung möglich, die Norm der Heterosexualität mit ihrer hierarchischen Geschlechterordnung zu flexibilisieren. Als „Norm der Abweichung“ (von Osten 2003) findet diese Flexibilisierung ihren Niederschlag in der Figur der „Unternehmerin ihrer selbst“ (Pühl 2003). In dieser Figur verlieren soziale Markierungen wie Geschlecht und Sexualität scheinbar an Relevanz, da das neoliberale Versprechen gegeben wird, ihnen könnte individuell entgangen werden. Ungeachtet dessen sind sie jedoch Ausgangspunkt und Bedingung subjektiver Handlungsmächtigkeit. Der Vortrag interessiert sich für die Frage, inwiefern die performative Perspektivierung dazu dienen kann, sowohl neue Freiheiten als auch alte und neue Zwänge hinsichtlich
Geschlecht, Sexualität und Leistung zum Ausdruck zu bringen.

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