AG Queer Studies

… jenseits der Geschlechtergrenzen
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Vortragseinladung 10-05-17: Colors of Feminism

08.05.2017 Von: Do. Gerbig Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, 10.05.2017, 19:15 Uhr,
Von-Melle-Park 5, Raum 0079

Dr. Natasha A. Kelly, Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin, akademi­sche Aktivistin, Berlin

Colors of Feminism

Kurzankündigung zum Vortrag:

Welche „Farbe“ haben Feministinnen? Oder ist Feminismus „farblos“? Wer gilt in feministischen Kreisen als „farbig“? Und wer als „farbenblind“? Diese und ähn­liche Fragen werden in aktivistischen Frauenkreisen immer wieder aufs Neue gestellt und führen auf die falsche Fährte. Denn der angloamerikanische Kampf­begriff Colors lässt sich nicht mit „Farben“ oder „farbig“ übersetzen. Vielmehr ist von Widerstand die Rede: Women of Color sind Frauen des Widerstands! Und widerständige Frauenpositionen gibt es innerhalb der weißen deutschen Mehr­heitsgesellschaft viele. Welche das sind, wird Dr. Natasha A. Kelly in ihrem Vortrag aufzeigen.

Vortragseinladung 02-11-16: Raum einnehmen – Dicke Ermächtigungsstrategien

31.10.2016 Von: Do. Gerbig Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, 02.11.2016, 19:15 Uhr,
Von-Melle-Park 5, Raum 0079

Hengameh Yaghoobifarah ist Medienkulturwissenschaftler_in, Aktivist_in, Autor_in und Redakteur_in beim Missy Magazine.

Raum einnehmen: Dicke Ermächtigungsstrategien

Kurzankündigung zum Vortrag:

Fat-Shaming und Dickenfeindlichkeit sind bestehende Diskriminierungsformen, die sich über viele Bereiche ausdehnen und dennoch kaum benannt werden. Durch neue Ressourcen wie Blogs, Kunstprojekte oder Bücher entstehen Grundlagen für eine Thematisierung, es entstehen Diskurse. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Wie können dicke_fette Personen sich in einer dickenfeindlichen Gesellschaft ermächtigen und wie können normschlanke Kompliz_innen unterstützen?

Vortragseinladung 13-07-16: Queer DisAbility Studies und Crip Theory

11.07.2016 Von: Do. Gerbig Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, 13.07.2016, 19:15 Uhr,
Von-Melle-Park 5, Raum 0079

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Zentrum für Disability Studies (ZeDis) statt und wird schriftgedolmetscht.

Mag.a Elisabeth Magdlener Vorsitzende des Vereins CCC** – Change Cultural Concepts, Lehrende der Queer DisAbility Studies, Aktivistin, Teil der Community-Tanzbewegung DanceAbility und A.D.A.M. (Austrian DanceArt Movement), Wien

Queer DisAbility Studies und Crip Theory

Kurzankündigung zum Vortrag:

In den letzten Jahren entwickelte sich im anglo-amerikanischen Raum ein neuer Forschungszweig von Betroffenen für betroffene Aktivist_innen, Theoretiker_innen und ihre Mitstreiter_innen, die Queer DisAbility Studies. Sie haben sich aus der Verknüpfung von Gender- und Feminist Studies sowie Disability Studies herausgebildet.
In einer kulturwissenschaftlichen Herangehensweise setzen sich die Queer Dis_ability Studies gesellschaftsanalytisch mit Normierungsstrukturen, Macht- und Gewaltverhältnissen auseinander, die in unserem normierenden Gesellschaftssystem verankert sind.
Dieser Vorlesungsbeitrag soll eine erste Annäherung an Queer DisAbility Denkungsweisen sein. Dabei werden unterschiedliche Thematiken des Umgangs mit Normvorstellungen gesellschaftskritisch beleuchtet.

Vortragseinladung 15-06-16: Intersektionen Klasse und Geschlecht

14.06.2016 Von: Do. Gerbig Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, 15.06.2016
19:15 Uhr
Von-Melle-Park 5, Raum 0079

Tanja Abou, Institut für Klassismusforschung, pädagogische Tresenkraft, Sozialarbeiterin, Social-Justice-Trainerin und Kinderbuchautorin, Berlin

Intersektionen Klasse und Geschlecht am Beispiel von Interventionen in den feministischen Mainstream der 80er und 90er – Arbeiter_innentöchter und Prololesben

Kurzankündigung zum Vortrag:

In dem Vortrag werden verschiedene Formen der Selbstorganisation nicht-bürgerlicher Feminist_innen der 1980er und 1990er Jahre vorgestellt und aufgezeigt, wie Mehr­fachzugehörigkeit(en) sich verschränken und Ausschlüsse verstärken können.

Der Begriff Intersektionalität wurde zum ersten Mal von der US-amerikanischen Juristin Kimberlé Crenshaw verwendet. Der Begriff beschreibt die Überschneidung verschie­dener Diskriminierungen in einer Person. Diese Diskriminierungen können nicht einfach zusammen addiert werden, sondern führen zu spezifischen Diskriminierungs­erfahrungen. Crenshaw nutzt das Bild einer Kreuzung (intersection), um die spezifi­sche Diskriminierung von Schwarzen Frauen sichtbar zu machen. Jede Straße steht für eine strukturelle Diskriminierung – bei Crenshaw Rassismus und Sexismus. Für eine Schwarze Frau erhöht sich das Risiko eines Unfalls, weil sie sowohl von Rassismus als auch von Sexismus betroffen sein kann.

Im deutschsprachigen Raum war es Clara Zetkin, die auf den Zusammenhang von Klasse und Geschlecht aufmerksam machte und die bürgerliche Frauenbewegung dafür kritisierte, dass sie sich nur für ihre Interessen einsetze. Die Diskussion wurde von den Arbeiter_innentöchtern und den Prololesben weiter geführt. Sie kritisierten, dass die Bürgerlichen in der damaligen FrauenLesben-Bewegung den Ton angaben.

Die Arbeiter_innentöchter waren organisierte Feminist_innen, die an Universitäten studierten und auf ihre spezifische Situation aufmerksam machten und auch Kollo­quien für Betroffene anboten. Eine Gruppe gab zum Beispiel den Reader “Kommen sie auch aus der Bildungsferne?” heraus. Die Prololesben waren Teil – oder eben nicht-Teil – der autonomen FrauenLesbenbewegung, an der sie kritisierten, dass nicht-Bürgerliche sich anpassen müssten, um nicht unangenehm aufzufallen oder um überhaupt ernst genommen zu werden.

Vortragseinladung 27-04-16: Decolonize Your Veranstaltungsplanung

25.04.2016 Von: Do. Gerbig Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, 27.04.2016
19:15 Uhr
Von-Melle-Park 5, Raum 0079

Noah Sow, Künstlerin, Autorin, Theoretikerin, Aktivistin, Hamburg:
Decolonize Your Veranstaltungsplanung aka Verantwortlich Veranstalten.
Epic Fails und Bessere Praxis für die Planung transformativer Projekte – Eine Einführung

Kurzankündigung zum Vortrag:

Es gibt viele Traditionen, wie in Deutschland kommuniziert und veranstaltet wird. Diese Traditionen – und oft auch unhinterfragten “automatischen” Abläufe, Besetzungs­politiken und Programmpunkte – sind genauso gewachsen wie die gesellschaftlichen Zustände, die wir verändern wollen. Wenn wir herkömmliche Regeln und Traditionen befolgen, ohne sie zu hinterfragen, verlaufen selbst transformativ beabsichtigte Veranstaltungen oft nicht vorteilhaft – und die politische veranstalterische Konzeption und Praxis sabotiert ihre eigenen (vorgeblichen) Absichten.
Auch Aktivist_innen unterlaufen planerische Automatismen, die mit ihren politischen Zielen nicht im Einklang sind. Mit besonderem Augenmerk auf die Meta-Ebenen und unterschiedlichen Interessens-, Macht- und Zumutungslagen, die sich aus unterschied­lichen Positioniertheiten ergeben, gibt der Vortrag eine Einführung in Noah Sows aktuellen gesellschaftswissenschaftlichen und aktivistischen Arbeitsschwerpunkt. Wir betrachten das Gerüst verschiedener klassischer Unhinterfragtheiten aktivistischer/ kultureller/kunst-und kulturpolitischer Veranstaltungsunternehmungen. Durch die Sichtbarmachung werden Vor- und Nachteile identifiziert, analysiert und Raum wird eröffnet für bewusstere und neue kuratorische/veranstalterische Experimente und Freiheiten.

Vortragseinladung: 02-12-2015: Es gibt uns! Asexualitat sichtbar machen

30.11.2015 Von: larissa Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Irina Brüning, Mitglied von AktivistA, Verein zur Sichtbarmachung von Asexualität, Berlin

Mittwoch 02.12.2015, 19:15, Raum 0079, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”)

Hier die Kurzankündigung zum Vortrag:

Asexuelle Menschen fühlen sich von keinem Geschlecht sexuell angezogen. Das größte Problem dieser Gruppe ist wohl die geringe Bekanntheit ihrer seltenen Orientierung; andere begegnen ihr häufig mit Vorurteilen oder ignorieren sie ganz einfach.

Der Vortrag geht auf Schwierigkeiten ein, mit denen Asexuelle sich auseinandersetzen müssen, und gibt einen Einblick in asexuellen Aktivismus und asexuelle Öffentlichkeitsarbeit.

Vortragseinladung 25-11-2015: Von “What the hell?” zu “Hell, yeah!” – Blacktivism und Empowerment

23.11.2015 Von: Do. Gerbig Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Ginnie Bekoe, queer B(l)acktivist und zukünftige Ziegenbesitzerin, Beiratsmitglied in der Initiative Schwarze Menschen (ISD) Bund e.V., Hamburg

Mittwoch 25.11.2015, 19:15, Raum 0079, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”)

Der Vortrag wird in die Deutsche Gebärdensprache übersetzt

Hier die Kurzankündigung zum Vortrag:

Empowerment ist eine Praxis der Selbstermächtigung. Selbstermächtigung bedeutet, sich frei-machend von gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen (Rassismus, (Hetero-)Se­xismus, Ableismus etc.) den eigenen Stärken und Interessen zuzuwenden.
Es ist also eine Praxis, die all jene nutzen können, die auf Grund von sozialen Kategorien strukturell benachteiligt sind. Es ist eine positive Zuwendung auf das eigene Selbst, weg von sozialer Negativ-Prägung und Fremdbestimmung.

Schwarze Personen sind in dieser Gesellschaft Rassismus und Ressentiments ausge­setzt. Dies kann sehr verschiedene Gefühle auslösen: Von Hilflosigkeit und Ablehnung über Widerwillen, Wertlosigkeit zu Enttäuschung, Trotz und Wut. Das Selbstbild ist ge­meinhin durch die Fremdassoziationen und -erwartungen geprägt, es kann aber auch ver­sucht werden, sich nicht trotz sondern unabhängig davon als Individuum zu begreifen: nicht nur gegen das Fremdbild, sondern für das Selbstbild zu agieren.

In dem Vortrag werden verschiedene Empowermentstrategien und -ebenen anhand von Beispielen beleuchtet und in Verbindung gebracht mit verschiedenen aktivistischen Praxen Schwarzer Menschen.

Ich werde auf individuelle und gruppenbezogene Wirkweisen von Aktivismus eingehen und Geschichten erzählen von Widerstand und Wellness, Sanftheit und Stärke, Kunst, Kultur, Kuchen und albernen Alliterationen.
Und Ziegen.

Vortragseinladung 04-11-2015: Behindert und verrückt feiern

02.11.2015 Von: Do. Gerbig Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Antje Barten, Lea Eckert, Ly* Antwerpen, Tab Bergner aus dem Pride Parade Berlin Bündnis
Behindert und verrückt feiern
Mittwoch 04.11.2015, 19:15, Raum 0079, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”)
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem ZeDiS statt und wird schriftgedolmetscht

Hier die Kurzankündigung zum Vortrag:

Mit der „behindert und verrückt feiern“ – Pride Parade Berlin wollen wir seit drei Jahren einen öffentlichen Raum schaffen, um dem Druck zur Normalisierung von Körper-, Verhaltens-, und Wahrnehmungsweisen etwas entgegenzusetzen und unser So-Sein/uns zu feiern. Ähnlich wie z.B. Geschlecht und Sexualität sind unserem Verständnis nach Behinderung und Verrücktheit auch gesellschaftlich gemacht und wirkmächtig. Wir wollen die damit verbundenen Normen angreifen und trotzdem unsere hergestellten Gruppen feiern, uns verbünden, uns wertschätzen.
Im Bündnis haben sich unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammengefunden, haben eine selbstorganisierte, gesellschaftskritische, verbandsunabhängige Demo auf die Räder gestellt und einige inhaltliche Auseinandersetzungen im/zum Themenfeld angestoßen.
Auch Rückmeldungen von Teilnehmer_innen haben uns gezeigt, dass die Parade und die Veranstaltungen drumherum ein Raum geworden sind, den sich viele Menschen lange gewünscht haben und der auf verschiedenen Ebenen Menschen etwas von der Energie zurückgibt, die uns in unserem Alltag geraubt wird.
Wie die Demo entstanden ist, welche politischen Ideen wir damit transportieren möchten und auf welche Herausforderungen wir dabei gestoßen sind – davon wollen wir euch erzählen.

Robert Kulpa: Con-Temporal Peripheries

18.06.2011 Von: Kathrin Kategorie: Podcast

Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenIm Mai diesen Jahres war Robert Kulpa bei uns zu Gast. Der aus Polen stammende Queer Theoretiker lebt seit einigen Jahren in London, wo er seine Doktorarbeit im Department of Psychosocial Studies am Birkbeck College schreibt. Darin, wie auch in seinem Vortrag, beschäftigt er sich mit Zeit, Raum, Wissen und Aktivismus zwischen den Sexualitäten Zentral-/Osteuropas und des Westens. Wenn aus westlicher Perspektive darüber gesprochen wird, die Gesellschaften und queer Bewegungen Zentral- und Osteuropas seien noch nicht “so weit” wie wir, wird darin ein Narrativ linearer Entwicklung angelegt, bei der “der Westen” voran schreitet und alle anderen diesen Pfad befolgen müssen. In “Con-Temporal Peripheries: Disjunctions in space and time, knowledge and activism, between Central-Eastern European and Western sexualities” wird diese Konstruktion einer zeitlich-räumlichen Peripherie einer Dekonstruktion unterzogen. Künstlerisch haben sich die Pet Shop Boys übrigens schon 1993 im Video zu “Go West” (Video bei youtube) mit diesem Narrativ auseinander gesetzt. Das Video wurde von Robert am Ende des Vortrages gezeigt.

Wer sich näher mit dem Thema dieses Vortrages beschäftigen möchte, der_dem sei der Band “De-centring Western sexualities: Central and Eastern European perspectives” empfohlen, den Robert zusammen mit Joanna Mizielinska herausgegeben hat.

[podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/kulpa_2011_CC.mp3[/podcast]
Download (mp3, 37,1 MB, 54 Minuten)
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Vortragseinladung 04.05.2011 – knowledge and activism

01.05.2011 Von: W. Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Robert Kulpa, Ph.D. candidate
Con-Temporal Peripheries: Disjunctions in space and time, knowledge and
activism, between Central-Eastern European and Western sexualities
Mittwoch 04.05.2011, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Robert Kulpa, (Co-)Autor von “De-centring Western sexualities” ist Candidate am psychologischen Department des Birkbeck College (London) und hält seinen Vortrag von daher in englischer Sprache.

Recently, we could observe the proliferation of works about non-Western manifestations of sexuality. However, queer studies by embracing margins, outskirts, de-centring politics of geo-location, continue to be focused on post-colonial “far far away” regions, and almost no work is done about the “neighbouring” Central and Eastern Europe. In this presentation, I will try to problematize/pluralize the notion of Western sexuality and indicate “con-temporal periphery” – i.e. mechanisms of “othering” CEE (by, e.g. rendering it as “permanently transitional”/”post-communist”).

After the collapse of the “Iron Curtain”, Western-style politics was adopted throughout CEE, without much questioning of its historical particularisms and suitability for the new context. When lesbian and gay activism begin to emerge in the CEE countries, West was already at the ‘queer’ stage, with long history and plurality of models and forms of engagement. Conversely, the communist past of CEE built completely different social structures and modalities. This could be graphically represented as two separate geopolitical-temporal modalities running parallel, where in 1989 one of them finishes, and the other one becomes universal for both. Indeed, it should be even more complicated, and represented as “knotting” and “looping” of time(s).

However, often when we try to “undo”/explain those knotted realities, we try to “linearise” the “here and now” reality of CEE, by categorising various activities and approaches as belonging to a certain historical narrative. Thus organising the “knotted temporality of CEE” into “familiar” stages and inscribing it into particular history (here: into Western history of LGBTQ movements), we already simplify it in order to make sense of it. But do we actually succeed? Does such “unknotting” make sense? For whom? And what are the prerequisites to be able to understand it in either form? In other words, we feel it is important to ask, why certain models are familiar to “all”? And why “local” narrations of lesbian and gay emancipation will be seen as, precisely, “local” and not “universally” recognised?

With this presentation, I will undertake the task of questioning the power relations between “West” and “CEE”, between western queer academic scholarship and CEE theoretical insights, calling for not only for “de-centralisation of queer theory”, but also for greater attentiveness to spatial and temporal choices in doing so.