AG Queer Studies

… jenseits der Geschlechtergrenzen
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Vortragseinladung: 27.01.2010 – Film & Diskussion “Die Heide ruft”

19.01.2010 Von: W. Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mirjam Mirwald, Dipl. Reha-päd. & Danilo Vetter
“Die Heide ruft: Sexualbegleitung für Menschen mit
Beeinträchtigung” : Film und anschließende Diskussion
Mittwoch, 27. Januar 2010, 19ct, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079
Sowohl Film, als auch Dikussion werden bei Bedarf in Deutsche Gebärdensprache übersetzt

Der Film verspricht nicht nur – wie immer – sehr interessant zu werden, es kann mit intensiven Debatten gerechnet werden, auch da die beiden Filmschaffenden als Gäste anwesend sind. Die ganze Veranstaltung wird von DGS-Dolmetscher*Innen begleitet. Wir hoffen mit dieser frühen Ankündigung die Teilnahme allen möglich machen können.

Zum Vortrag

Im Fokus des Dokumentarfilmes steht die Auseinandersetzung mit den tabuisierten Themen Sexualbegleitung und Sexualität von Menschen mit Lernschwierigkeiten. Sexualbegleitung wird als eine Möglichkeit vorgestellt, selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Innerhalb des Filmes versuchen wir, mehrere Sichtweisen über Sexualbegleitung aufzugreifen.

Der Film ist in sieben thematische Schwerpunkte unterteilt. Wir setzen uns in diesen Schwerpunkten mit Behinderung als soziale und kulturelle Konstruktion auseinander und geben einen ersten Überblick darüber, was unter Sexualbegleitung verstanden werden kann. Wir stellen Probleme mit Sexualbegleitung dar und gehen der Frage nach dem Verhältnis von Sexualbegleitung und Prostitution nach. Außerdem fragen wir nach den Geschlechterverhältnissen und geben der kritischen Perspektive auf Sexualbegleitung als Sonderweg Raum. Als letzten Schwerpunkt thematisieren wir Inklusion und Integration von Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Als Rahmenhandlung dieser inhaltlichen Schwerpunkte begleiten wir die drei Protagonisten während eines Wochenendes. Den Zuschauer_innen stellen sich drei Menschen mit Lernschwierigkeiten an ihrem jeweiligen Arbeitsplatz in ihrer Werkstatt in Eschwege vor. Die drei möchten an einem Erotik-Workshop-Wochenende in Trebel teilnehmen, wo auch Sexualbegleiter_innen anwesend sein werden. Sie wohnen in Eschwege in einem Wohnheim und begeben sich zu dritt auf den Weg nach Trebel. Die Kamera begleitet die drei auf ihrer fünfstündigen Zugfahrt zum Institut für Selbst-Bestimmung Behinderter (ISBBnach Trebel. Dort finden regelmäßig Seminare und Workshops zum Thema Sexualität und Beeinträchtigung statt.

Eröffnet wird das Erotik-Workshop-Wochenende mit einer „erotischen Tafel“, einem sinnlichen Abendessen. Im Laufe des Films lernen die Zuschauenden die drei Hauptdarsteller genauer kennen, begleiten sie u.a. bei Mahlzeiten, beim Programm des Worksshop-Wochenendes wie z. B. Tantra-Übungen, bei Spaziergängen oder in Interviewsituationen.

Queer meets Disability Workshop am 4. Januar 2010

09.12.2009 Von: W. Kategorie: Neuigkeiten, Termine

Workshop mit Robert McRuer (Washington) und Heike Raab (Innsbruck). Moderiert von Swantje Köbsell (Bremen), organisiert vom Zentrum für Disability Studies und der AG Queer Studies

Workshop: “Queer meets Disability”
Montag, 04. Januar 2010, 10-17 Uhr Raum A 215, Ex-HWP, Von-Melle-Park 9

Wir bitten um Voranmeldung via Email bis zum 23.Dezember 2009 unter der Adresse: bruhn [at] erzwiss.uni-hamburg.de

Kostenbeiträge: Studierende, Erwerbslose/Hartz4Bezieher*Innen, Alleinerziehende, u.ä.: 5,- Euro; Erwerbstätige: 10,- Euro

Im Workshop werden Robert McRuer und Heike Raab die aktuellen Entwicklungsstände und die gegenwärtig geführten Debatten der Queer Disability Studies einerseits aus us-amerikanischer Perspektive und andererseits für den deutschsprachigen Raum aufzeigen. Ein Anliegen ist es, die jeweils unterschiedlichen Diskussionsstände darzulegen und neue Anregungen und Impulse für die deutschsprachigen (Queer) Disability Studies zu erhalten. Im Anschluss wird eine moderierte Diskussion mit Beiträgen und Fragen aus dem Publikum stattfinden. Moderiert wird die Diskussion von Swantje Köbsell. Sie ist Behindertenpädagogin der Universität Bremen. Zudem engagiert sie sich seit vielen Jahren in der feministisch-emanzipatorischen Behindertenbewegung und der AG Disability Studies in Deutschland.

Robert McRuer ist Professor am Department of English der George Washington University. Er arbeitet seit mehreren Jahren an der Verbindung von Queer-Theory und Disability Studies und veröffentlichte zahlreiche Publikationen zu diesem Thema.

Heike Raab ist als promovierte Universitätsassistentin der Universität Innsbruck tätig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem die Queer (feministischen) Disability Studies. Sie engagiert sich in queer-feministischen Bewegungen, sowie in der behinderten Frauen-/Lesbenbewegung.

Die englischen Beiträge während der Veranstaltung werden zudem ins Deutsche übersetzt! Diese Veranstaltung wird durchgehend von Schriftmittler*Innen begleitet. Bei Bedarf kommen auch DGS-Dolmetscher*Innen zum Einsatz. Wir bitten daher um eine kurze Rückmeldung unter o.g. eMailadresse bruhn [at] erzwiss.uni-hamburg.de. Ebenso bitten wir darum, weitere Assistenzbedarfe bei der Voranmeldung bekannt zu geben.

Programm

10.00 – 10.30 Uhr
Begrüßung und Vorstellung

10.30 – 12.00 Uhr
Vortrag Robert McRuer

12.00 – 12.45 Uhr
Fragen, Anmerkungen zum Vortrag

12.45 – 13.45 Uhr
Mittagspause

13.45 – 14.30 Uhr
Vortrag Heike Raab

14.30 – 15.15 Uhr
Fragen, Anmerkungen zum Vortrag

15.15 – 15.30 Uhr
Kaffeepause

15.30 – 17.00 Uhr
moderierte Diskussion

Das Zentrum für Disability Studies

Das ZeDiS ist ein Projekt an der Universität Hamburg, das seine Arbeit im Dezember 2005 aufnahm. Übergeordnetes Ziel des ZeDiS ist die Etablierung von Disability Studies als inter- resp. transdisziplinären Wissenschaftsansatz an der Universität Hamburg. Diesbezüglich konnten wir seit 2005 unser Lehrangebot beständig ausbauen und curricular in Studiensequenzen der Sonderpädagogik eingebunden werden; neben Seminaren, die zumeist von Lehrbeauftragten aus dem Kreise unserer KooperationspartnerInnen außerhalb der Universität Hamburg angeboten werden, zählt hierzu auch unsere fortlaufend stattfindende Ringvorlesung “Behinderung ohne Behinderte!?  Perspektiven der Disability Studies“.

Vortrag von Swantje Köbsell: Behinderung und Geschlecht

14.06.2009 Von: Kathrin Ganz Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Diesen Mittwoch findet unsere zweite Kooperationsveranstaltung mit dem Zentrum für Disability Studies (ZeDiS) statt. Es referiert Swantje Köbsell, Behindertenpädagogin der Universität Bremen, Mitglied der emanzipatorischen Behindertenbewegung und der AG Disability Studies. Bei der Veranstaltung werden Schriftmittler*Innen und DGS-Dolmetscher_innen (Deutsche Gebärdensprache) anwesend sein.

Behinderung wurde lange Zeit lediglich als physischer Defekt betrachtet; behinderte Menschen galten als geschlechtslos. Die Reduzierung von Behinderung auf individuelle körperliche Merkmale ohne Einbeziehung gesellschaftlicher Dimensionen wurde zunehmend – und in besonderem Maße von behinderten Menschen selbst – als „medizinisches Modell von Behinderung“ kritisiert und durch ein soziales Modell von Behinderung ersetzt. Nach diesem wird Behinderung nun nicht mehr in der individuellen Beeinträchtigung, sondern in der gesellschaftlichen Reaktion darauf verortet. Behinderung wurde jedoch auch hier als scheinbar geschlechtsneutrales Phänomen betrachtet. Gleichzeitig wurde durch den Fokus auf die gesellschaftlichen Dimensionen von Behinderung der Körper zunehmend „unsichtbar“. Behindert-Werden ist kein geschlechtsneutraler Prozess, vielmehr hat das Zusammenspiel von Beeinträchtigung und Geschlecht für Frauen und Männer in vielen Bereichen sehr unterschiedliche Auswirkungen. Mit dem Einbezug der Genderperspektive begann der Körper im Diskurs um Behinderung zumindest mittelbar eine Rolle zu spielen. Direkt thematisiert wurde er kaum, da die Befürchtung bestand, dass man damit denen in die Hände spielen würde, die nach wie vor ein verkürztes, medikalisiertes Verständnis von Behinderung haben. Diese Ignoranz dem beeinträchtigten Körper gegenüber wird inzwischen von Wissenschaftler/inn/en der Disability Studies in Frage gestellt und das Zusammenspiel von Behinderung, Geschlecht und anderen Diskriminierungskategorien zunehmend aus einer intersektionalen Perspektive untersucht.

Swantje Köbsell
Behinderung und Geschlecht
Mittwoch 17.06.2009, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Vorankündigung: Vortrag von Swantje Köbsell über Behinderung und Geschlecht

03.06.2009 Von: Kathrin Ganz Kategorie: Termine, Vortragsreihe

In der Woche nach Pfingsten ist an der Uni Hamburg traditionell Vorlesungspause. Deswegen findet heute kein Vortrag in unserer Reihe statt. Nächste Woche stehen dafür gleich zwei Termine an. Die Buchpräsentation mit Antke Engel im Centro Sociale am Dienstag und der Mittwochsvortrag mit Sophinette Becker. An dieser Stelle möchten wir Euch aber ausnahmsweise schon einmal auf unsere Veranstaltung in zwei Wochen hinweisen. Anlässlich unserer zweiten Kooperationsveranstaltung mit dem ZeDiS (Zentrum für Disability Studies) spricht Swantje Köbsell am 17. Juni 2009 über Behinderung und Geschlecht. Swantje Köbsell ist Behindertenpädagogin der Universität Bremen, Mitglied der emanzipatorischen Behindertenbewegung und der AG Disability Studies.

Bei der Veranstaltung werden Schriftmittler_innen und DGS-Dolmetscher_innen (Deutsche Gebärdensprache) anwesend sein!

Behinderung wurde lange Zeit lediglich als physischer Defekt betrachtet; behinderte Menschen galten als geschlechtslos. Die Reduzierung von Behinderung auf individuelle körperliche Merkmale ohne Einbeziehung gesellschaftlicher Dimensionen wurde zunehmend – und in besonderem Maße von behinderten Menschen selbst – als “medizinisches Modell von Behinderung” kritisiert und durch ein soziales Modell von Behinderung ersetzt. Nach diesem wird Behinderung nun nicht mehr in der individuellen Beeinträchtigung, sondern in der gesellschaftlichen Reaktion darauf verortet. Behinderung wurde jedoch auch hier als scheinbar geschlechtsneutrales Phänomen betrachtet. Gleichzeitig wurde durch den Fokus auf die gesellschaftlichen Dimensionen von Behinderung der Körper zunehmend “unsichtbar”. Behindert-Werden ist kein geschlechtsneutraler Prozess, vielmehr hat das Zusammenspiel von Beeinträchtigung und Geschlecht für Frauen und Männer in vielen Bereichen sehr unterschiedliche Auswirkungen. Mit dem Einbezug der Genderperspektive begann der Körper im Diskurs um Behinderung zumindest mittelbar eine Rolle zu spielen. Direkt thematisiert wurde er kaum, da die Befürchtung bestand, dass man damit denen in die Hände spielen würde, die nach wie vor ein verkürztes, medikalisiertes Verständnis von Behinderung haben. Diese Ignoranz dem beeinträchtigten Körper gegenüber wird inzwischen von Wissenschaftler/inn/en der Disability Studies in Frage gestellt und das Zusammenspiel von Behinderung, Geschlecht und anderen Diskriminierungskategorien zunehmend aus einer intersektionalen Perspektive untersucht.

Swantje Köbsell
Behinderung und Geschlecht
Mittwoch 17.06.2009, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Vortrag von Christiane Hutson: Unverschämt. Wir im Spannungsfeld von Rassismus, Hetero/Sexismus und Ableism

09.05.2009 Von: Kathrin Ganz Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Wir freuen uns ganz besonders, am kommenden Mittwoch Christiane Hutson (Lehrbeauftragte in den Gender Studies an der HU und in den Erziehungswissenschaften an der Uni Bielefeld) gemeinsam mit dem Zentrum für Disability Studies (ZeDiS) der Uni Hamburg begrüßen zu dürfen, denn der Vortrag findet in Kooperation mit der Ringvorlesung “Behinderung ohne Behinderte!? Perspektiven der Disability Studies” des ZeDiS statt.

Unverschämt. Wir im Spannungsfeld von Rassismus, Hetero/Sexismus und Ableism

Was ist Ableism? Und was hat diese Diskriminierungsform mit Rassismus und Hetero/Sexismus zu tun? Diesen und weiteren Fragen geht der Vortrag aus der Perspektive einer Schwarzen kranken Hetera nach. Dabei wird nicht nur vorausgesetzt, dass Konstruktionen von Krankheit sowie Rassifizierungs- und Vergeschlechtlichungsprozesse im Zuge des Kolonialismus auf besondere Weise miteinander verknüpft worden sind, sondern dass Echos dieser Verknüpfungen bis in die Gegenwartvernehmlich spürbar sind. Anders ausgedrückt: Weiß- oder Schwarz-sein, das eigene Geschlecht, die eigene Sexualität und das eigene Gesund-, Krank- oder Behindertsein werden nicht “einfach so” erlebt. Vielmehr erschließt sich die Sinnhaftigkeit des Erlebten erst über Rahmen, innerhalb derer wir in der Lage sind, es als Erfahrung zu verorten. Der Vortrag stellt diese Erfahrungen daher in den Rahmen postkolonialer Wissensproduktion und wählt die „koloniale Ethnisierung sexueller Normen“ (Grosse 2000) als einen wichtigen Ausgangspunkt. Von diesem aus soll aufgezeigt werden, in welcher Weise die gewaltvolle Gegenwart der kolonialen Vergangenheit in verschämenden Erklärungs- und Konstruktionsmustern von Krankheit widerhallt, und wie kranke People of Color diesen Echos unverschämt entgegentreten.

Bei der Veranstaltung werden Schriftdolmetscher_innen anwesend sein!

Zeit: 13. Mai 2009 um 19.00 Uhr – 21.00 Uhr
Ort: Universität Hamburg, Von-Melle-Park 5, Raum 0079