AG Queer Studies

… jenseits der Geschlechtergrenzen
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Einladung: Anti-WM Abend

04.07.2010 Von: W. Kategorie: Termine, Vortragsreihe

AG Queer Studies
Bunter Anti-WM Abend
Mittwoch, 07. Juli 2010, 19ct, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Da unsere Referentin WM-bedingt ausfällt, machen wir aus der Not eine Tugend und zeigen zwei unterhaltsame Kurzfilme mit WM-Bezug, die uns und euch nach dem Ankommen dabei helfen sollen, das zu erwartende Straßenbild an diesem Abend angemessen zu verarbeiten. Anschließend schlagen wir die Brücke zur Debatte um Homonationalismus. Anlässlich Judith Butlers Verweigerung des Zivilcouragepreises auf dem diesjährigen Berliner CSD wird zurzeit sogar in der Tagespresse über homonationale Kompliz_innenschaft mit Rassismus und Krieg sowie die Ausrichtung Lesbisch-Schwuler-Lobbypolitik ganz grundsätzlich diskutiert. Wir geben einen kleinen Einblick in die Debatte und freuen uns, wenn ihr Lust habt, mit uns zu diskutieren und den Abend zu verbringen.

Anläßlich dieses Themas hat die AG Queer Studies ein ausführlicheres Statment zur Lage der Nation verfaßt.

WM Statement

04.07.2010 Von: W. Kategorie: Neuigkeiten

Zur Lage der Nation: oder warum die AG Queer Studies der Absage eines Vortrags wegen eines Fußballspiels wenig abgewinnen kann

Dieses Jahr ist wieder Fußball-WM. Genauer: Ablebodied-Erwachsenen-Männer-Fußball-WM und Deutschland befindet sich – wenigstens während der Spiele der deutschen Nationalelf – in einem Ausnahmezustand. Dieser betrifft auch die Universität: Es finden in der Staatsbibliothek, im Audimax und im Pferdestall-Hinterhof Fußballübertragungen statt. Die Spiele der deutschen Nationalelf gelten in Seminaren automatisch als Entschuldigungsgrund, bei denen sonst peinlich genau auf die Anwesenheit geachtet wird. Leider hat dieser Ausnahmezustand nun auch unsere Ringvorlesung erreicht. Da nächsten Mittwoch (7.7.2010) „Deutschland“ im Halbfinale steht, muss der Vortrag leider entfallen, da die Referentin lieber das Fußballspiel ansehen möchte. Aus diesem Grund sehen wir uns gezwungen, zu den Ereignissen während der Männer-Fußball-WM einmal grundsätzlich Stellung zu beziehen.

Gemeinsam Fußballschauen kann nett sein – was sich aber derzeit abspielt, ist leider viel mehr als das. Denn „wir“ (gemeint sind wohl alle „Deutschen“, denn die Aussagen kommen nicht von den Fußballspielern) spielen bei der WM mit, und das wichtigste ist, dass „wir“ hierbei auch gewinnen, gegen den alten Erzrivalen England, aber auch gegen Ghana mit „Ballack-Treter“ Boateng. Nun ist diese nationale Aufteilung bedauerlicherweise schon im Format der WM angelegt. In Deutschland ist seit 2006 aber die Auffassung verbreitet, dass wir uns ja bisher viel zu stark zurückgehalten hätten. Wenn wir aber nun eifrig mit Deutschlandfähnchen wedeln, Autokorsos veranstalten und uns auch ansonsten nationalistisch gebärden, würden wir nur einen „gesunden“ Patriotismus ausleben. Was „gesund“ an Patriotismus sein soll, bleibt hier vollkommen im Unklaren. Unserer Meinung schließt dieser immer andere Leute aus und macht eine Frontstellung zu anderen Ländern auf. Die Rechtfertigung beschränkt sich meist darauf, dass dies bei anderen Ländern ja genauso sei (über den Wahrheitsgehalt dieser Aussage wollen wir uns mal nicht auslassen, aber das macht Patriotismus leider auch nicht besser). Mal ganz abgesehen von den Leuten, die diese WM eine gute Gelegenheit finden, mal ganz unverblümt ihre nationalistische und nazistische Einstellung heraushängen zu lassen und die erste Strophe des Deutschlandliedes absingen, „Sieg Heil“ brüllen oder aber gegnerische Fahnen abfackeln. Mal ganz abgesehen von „unvermeidlichen“ Sprüchen wie „Ihr seid alle homosexuell!“, die die latent homophobe Einstellung vieler Deutschland-Fans illustriert, auch wurde die Variante „Ihr seid alle behindert“ gehört. (alle Fälle mussten wir in den letzten Wochen persönlich beobachten).

Es geht bei der ganzen Veranstaltung also weniger um schönen Fußball, sondern um ein kollektives Zusammengehörigkeitsgefühl, dass zu allem Übel auch noch an nationalen Grenzen festgemacht wird. Dies schließt selbstverständlich nicht aus, dass sich die Leute nicht auch über bestimmte Spielzüge freuen können. Leider wird dies aber mit einer Feierkultur verbunden, die alle Personen in die Verzweiflung treibt, die trotz medialen Trommelfeuers noch nicht zu Fußballfans mutiert sind oder aber diesem nationalistischen Feiergetaumel nicht viel abgewinnen können. Es muss möglich sein, in dieser Situation auch etwas Anderes tun zu können als Fußball zu gucken und zwangsweise mitmachen zu müssen. Mehr noch: Wir hätten unseren Spaß gehabt mit einem interessanten Vortrag in unserer Vorlesungsreihe. Keiner der AG-Mitglieder kann sich erinnern, dass bisher andere als dringende persönliche Gründe (Krankheit usw.) bei Vortragsabsagen eine Rolle gespielt haben und wir sind einigermaßen erschüttert, dass nun ausgerechnet die Fußball-WM einer ist.

In unser Entsetzen mischt sich aber die Hoffnung, dass dieser Wahnsinn  bald vorbei ist. Um trotzdem einen schönen Abend zu haben, planen wir ein kleines Alternativprogramm für alle, die Interesse an etwas Anderem als Fußballgucken haben.

Vortragseinladung 30.06.2010 – Geschlecht & Behinderung

26.06.2010 Von: W. Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Dr. Anke Langner
Geschlecht und Behinderung: Zwei soziale Konstrukte treffen aufeinander
DER VORTRAG ENFÄLLT LEIDER
Mit DGS- & Schriftmittlung

Anke Langner, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Modellkolleg der Universität zu Köln stellt uns ihre Forschungsergebnisse zu Geschlecht in der Behindertenpädagogik vor. Doch sollte die Ableismuskritik auch praktische Konsequenzen haben, deshalb wird es Mittwoch sowohl Schriftmittlung, als auch Übersetzung in DGS (Deutsche Gebärdensprache) geben.

Die Referierende zu ihrem Vortrag

Ausgehend von der Frage, was Behinderung ist, und einem folgenden kurzen historischen Abriss der Rolle des Geschlechts in der Behindertenpädagogik wird nach dem Verhältnis von Behinderung und Geschlecht gefragt. Diese Verhältnisbestimmung wird anhand von empirischem Material vorgenommen. Dieses umfasst Beobachtungen und Interviews mit Menschen mit einer sogenannten “geistigen Behinderung”. Zentral für die Charakterisierung der alltäglichen Aushandlung von Behinderung und Geschlecht sind Gewalt und Gewaltverhältnisse, denen in dem Vortrag daher eine zentrale Rolle zukommt.

Vortragseinladung 23.06.2010: Styling the Revolution

20.06.2010 Von: W. Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Philipp Dorestal, M.A.
Styling the Revolution : Mode, Geschlecht und Blackness in den USA der 1960er Jahre
Mittwoch, 13. Juni 2010, 19ct, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Zunächst einmal herzlichen Dank allen Unterstützenden und Mitfeiernden, gestern solch eine großartige 20 Jahrfeier ermöglicht zu haben. Auch Mittwoch wird es geschichtlich, wir beschäftigen uns mit Herstellung von “Autentizität” durch Style innerhalb der Black Power Bewegung. Der Referierende Philipp Dorestal ist promovend am Lehrstuhl für Nordamerikanische Geschichte der Universität Erfurt.

Der Referent zu seinem Vortrag:

Mitte der 1960er Jahre wurden innerhalb der in den USA entstandenen Black Power-Bewegung spezifische Vorstellungen von „rassischer“ Authentizität, geschlechtlicher Identität und von Militanz über bestimmte performative Praktiken, den Körper zu stylen, konstruiert. Dies wird anhand von drei ausgewählten Organisationen untersucht: der Black Panther Party of Self-Defense, der Organisation US von Maulana Karenga sowie der Nation of Islam. An Beispielen wie dem Afro-Hairstyle, den afrikanischer Kleidung nachempfundenen sogenannten Dashiki-Hemden oder dem Outfit der Black Panther mit schwarzer Lederjacke, Sonnenbrille und Gewehr wird analysiert, wie Style zu einem integralen Bestandteil politischer Strategien im Kampf um Repräsentation, schwarzes Selbstbewusstsein und geschlechtliche Identität genutzt wurde.

Stop Trans Pathologization

22.09.2009 Von: W. Kategorie: Neuigkeiten

Es gibt eine weltweite Kampagne zur Entpathologisierung von Trans*, die
auf die Reform des internationalen Krankheitskataloges der WHO, “ICD” (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) zielt, welche 2012
abgeschlossen sein wird.

Mehr Informationen dazu sind hier erhältlich.

Vortrag von Meike Günther: Der Feind hat viele Geschlechter

21.06.2009 Von: Kathrin Ganz Kategorie: Termine, Vortragsreihe

“Der Feind hat viele Geschlechter: Körperbilder im Antisemitismus des Nationalsozialismus und Bildungsarbeit” lautet der Titel des Vortrages am kommenden Mittwoch. Die Referentin Meike Günther (Berlin) ist Diplom Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin.

Im Antisemitismus des Nationalsozialismus spielen Körperbilder eine wichtige Rolle. In ihnen amalgamisieren sich Rassen- und Klassenkonzeptionen mit heteronormativen Geschlechterkonzeptionen. Keine der Kategorien, die wichtig ist in diesem Gemisch, geht unverändert aus diesem wieder hervor – es entstehen veränderte Normalisierungsdiskurse und Diskriminierungspraxen.

Beispielhaft wird dies dargelegt anhand des vergeschlechtlichten Antisemitismus und überlegt, welche Konsequenzen für die Bildungsarbeit zu dem Thema sich ergeben könnten.

Mittwoch 24.06.2009, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Vortrag von Swantje Köbsell: Behinderung und Geschlecht

14.06.2009 Von: Kathrin Ganz Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Diesen Mittwoch findet unsere zweite Kooperationsveranstaltung mit dem Zentrum für Disability Studies (ZeDiS) statt. Es referiert Swantje Köbsell, Behindertenpädagogin der Universität Bremen, Mitglied der emanzipatorischen Behindertenbewegung und der AG Disability Studies. Bei der Veranstaltung werden Schriftmittler*Innen und DGS-Dolmetscher_innen (Deutsche Gebärdensprache) anwesend sein.

Behinderung wurde lange Zeit lediglich als physischer Defekt betrachtet; behinderte Menschen galten als geschlechtslos. Die Reduzierung von Behinderung auf individuelle körperliche Merkmale ohne Einbeziehung gesellschaftlicher Dimensionen wurde zunehmend – und in besonderem Maße von behinderten Menschen selbst – als „medizinisches Modell von Behinderung“ kritisiert und durch ein soziales Modell von Behinderung ersetzt. Nach diesem wird Behinderung nun nicht mehr in der individuellen Beeinträchtigung, sondern in der gesellschaftlichen Reaktion darauf verortet. Behinderung wurde jedoch auch hier als scheinbar geschlechtsneutrales Phänomen betrachtet. Gleichzeitig wurde durch den Fokus auf die gesellschaftlichen Dimensionen von Behinderung der Körper zunehmend „unsichtbar“. Behindert-Werden ist kein geschlechtsneutraler Prozess, vielmehr hat das Zusammenspiel von Beeinträchtigung und Geschlecht für Frauen und Männer in vielen Bereichen sehr unterschiedliche Auswirkungen. Mit dem Einbezug der Genderperspektive begann der Körper im Diskurs um Behinderung zumindest mittelbar eine Rolle zu spielen. Direkt thematisiert wurde er kaum, da die Befürchtung bestand, dass man damit denen in die Hände spielen würde, die nach wie vor ein verkürztes, medikalisiertes Verständnis von Behinderung haben. Diese Ignoranz dem beeinträchtigten Körper gegenüber wird inzwischen von Wissenschaftler/inn/en der Disability Studies in Frage gestellt und das Zusammenspiel von Behinderung, Geschlecht und anderen Diskriminierungskategorien zunehmend aus einer intersektionalen Perspektive untersucht.

Swantje Köbsell
Behinderung und Geschlecht
Mittwoch 17.06.2009, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Vorankündigung: Vortrag von Swantje Köbsell über Behinderung und Geschlecht

03.06.2009 Von: Kathrin Ganz Kategorie: Termine, Vortragsreihe

In der Woche nach Pfingsten ist an der Uni Hamburg traditionell Vorlesungspause. Deswegen findet heute kein Vortrag in unserer Reihe statt. Nächste Woche stehen dafür gleich zwei Termine an. Die Buchpräsentation mit Antke Engel im Centro Sociale am Dienstag und der Mittwochsvortrag mit Sophinette Becker. An dieser Stelle möchten wir Euch aber ausnahmsweise schon einmal auf unsere Veranstaltung in zwei Wochen hinweisen. Anlässlich unserer zweiten Kooperationsveranstaltung mit dem ZeDiS (Zentrum für Disability Studies) spricht Swantje Köbsell am 17. Juni 2009 über Behinderung und Geschlecht. Swantje Köbsell ist Behindertenpädagogin der Universität Bremen, Mitglied der emanzipatorischen Behindertenbewegung und der AG Disability Studies.

Bei der Veranstaltung werden Schriftmittler_innen und DGS-Dolmetscher_innen (Deutsche Gebärdensprache) anwesend sein!

Behinderung wurde lange Zeit lediglich als physischer Defekt betrachtet; behinderte Menschen galten als geschlechtslos. Die Reduzierung von Behinderung auf individuelle körperliche Merkmale ohne Einbeziehung gesellschaftlicher Dimensionen wurde zunehmend – und in besonderem Maße von behinderten Menschen selbst – als “medizinisches Modell von Behinderung” kritisiert und durch ein soziales Modell von Behinderung ersetzt. Nach diesem wird Behinderung nun nicht mehr in der individuellen Beeinträchtigung, sondern in der gesellschaftlichen Reaktion darauf verortet. Behinderung wurde jedoch auch hier als scheinbar geschlechtsneutrales Phänomen betrachtet. Gleichzeitig wurde durch den Fokus auf die gesellschaftlichen Dimensionen von Behinderung der Körper zunehmend “unsichtbar”. Behindert-Werden ist kein geschlechtsneutraler Prozess, vielmehr hat das Zusammenspiel von Beeinträchtigung und Geschlecht für Frauen und Männer in vielen Bereichen sehr unterschiedliche Auswirkungen. Mit dem Einbezug der Genderperspektive begann der Körper im Diskurs um Behinderung zumindest mittelbar eine Rolle zu spielen. Direkt thematisiert wurde er kaum, da die Befürchtung bestand, dass man damit denen in die Hände spielen würde, die nach wie vor ein verkürztes, medikalisiertes Verständnis von Behinderung haben. Diese Ignoranz dem beeinträchtigten Körper gegenüber wird inzwischen von Wissenschaftler/inn/en der Disability Studies in Frage gestellt und das Zusammenspiel von Behinderung, Geschlecht und anderen Diskriminierungskategorien zunehmend aus einer intersektionalen Perspektive untersucht.

Swantje Köbsell
Behinderung und Geschlecht
Mittwoch 17.06.2009, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079