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… jenseits der Geschlechtergrenzen
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Robin Bauer und Gesa Mayer: MonoPoly

03.06.2011 Von: Kathrin Ganz Kategorie: Podcast

Logo des Podcasts von Jenseits der Geschlechtergrenzen“MonoPoly: Monogamie-Norm und Polyamory auf dem Spielfeld der Besitzansprüche, Treue und des Bekanntgehens” lautete der Vortragstitel von Gesa Mayer und Robin Bauer im Dezember 2010, in dem sie die Realität von Beziehungsformen jenseits der monogamen Zweierbeziehung thematisieren. Gesa Mayer ist Lehrbeauftragte am Department Sozialwissenschaften und promoviert an der Universität Hamburg. Robin Bauer lehrte viele Jahre lang u.a. Gender und Queer Studies an der Universität Hamburg und ist ehemaliges Mitglied der AG Queer Studies.

 
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“Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende …” Das selbstverständlich zu zweit und in aller Regel auch heterosexuell. Das Lebenskonzept der monogamen Zweierbeziehung ist weit verbreitet und wird nur selten infrage gestellt, obwohl man angesichts der hohen Zahl von sogenannten Seitensprüngen in angeblich monogamen Beziehungen von einer Doppelmoral sprechen muss. Doch nicht nur Heterosexuelle sehen in dieser Art des Zusammenlebens oftmals den einzig “richtigen” Weg, glücklich zu werden. Auch viele lesbischwule Menschen reproduzieren die scheinbar selbstverständliche Idee der romantischen Zweierbeziehung, wie beispielsweise die Verlagerung des Schwerpunkts schwul-lesbischer Politik auf die Forderung der “Homo-Ehe” in den 1990er Jahren verdeutlicht. Zwar ist die sogenannte offene Beziehung in Teilen der schwulen Subkultur eher die Norm als sexuelle Exklusivität, diese stellt jedoch die Vorstellung, es gebe den einen richtigen Partner, kaum infrage. Auf der Grundlage ihrer empirischen Forschung stellen Gesa Mayer und Robin Bauer in ihren Vorträgen der Norm der Monogamie in unserer Gesellschaft die Vielfalt tatsächlich gelebter Beziehungsformen entgegen. Sie zeigen, wie sich die Monogamie-Norm historisch entwickelt hat und bis heute auch im Leben von Polyamoristen gleichzeitig wirkungsmächtig bleibt und hintergangen wird. So zeichnen sie ein realistischeres Bild der Möglichkeiten und Grenzen alternativer Beziehungskonzepte jenseits der Logik von egoistischem Verhalten und “heimlichen Affären”.

Podcast: Christian Klesse – Was tun, wenn nicht alle das Gleiche wollen?

14.08.2009 Von: Kathrin Ganz Kategorie: Podcast

Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenDr. Christian Klesse ist Lecturer in Cultural Studies an der Manchester Metropolitan University. Am 15. April 2009 hielt er einen Vortrag über die Schwierigkeiten in der Aushandlung nichtmonogamer Lebensweise und die Grenzen des Konsensmodells. “Was tun, wenn nicht alle das Gleiche wollen???” lautet Christians Frage, die er im Bezug auf seine Forschung mit nichtmonogamen schwulen Männern und bisexuellen Männern und Frauen in Britannien behandelt.
Im heutigen Podcast (direkt Download) ist einiges an störendem Rauschen zu hören, aber wir wollen euch die Aufnahme nicht vorenthalten und hoffen, ihr verzeiht uns die mangelnde Qualität – der Inhalt macht das wieder wett.

 
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Polyamory? Klasse !!!! Einverträgliche Nichtmonogamie? Toll !!! Lustbetontes Leben. Klar, da bin ich dabei !!! Verbundenheit in Freiheit? Das Schönste, was es gibt !!! Polyamory (so wie viele andere Formen offener Nichtmonogamie) basieren auf dem Versuch, intime und sexuelle Beziehungen mit mehreren Menschen zu gestalten. Polyamoröse Praxis besteht auf einem offenen und ehrlichen Umgang und propagiert einen Beziehungstil, in welchem Entwicklungen und Grenzen zwischen Partner_Innen ausgehandelt werden. Im Idealfall beschreibt polyamoröse Nichtmonogamie ein nichtmonogames Leben, das durch einen geteilten Konsens getragen wird. Doch was passiert, wenn die Vorstellungen und Bedürfnisse sich nicht decken? Was für Konflikte können in solchen Situationen entstehen? In diesem Vortag beziehe ich mich auf eine Forschung mit nichtmonogamen schwulen Männern und bisexuellen Männern
und Frauen in Britannien. Insbesondere wende ich mich der Frage zu, wie weitere Konfliktlinien und Machtverhältnisse in der Gesellschaft, eine Praxis der Aushandlung verkomplizieren können. Sitzen wir wirklich alle im selben Boot?
Ist Konsens immer möglich?

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