AG Queer Studies

… jenseits der Geschlechtergrenzen
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Die AG Queer Studies

Die AG Queer Studies ist eine Arbeitsgemeinschaft an der Universität Hamburg. Sie besteht aus Studierenden und Nicht-(Mehr-)Studierenden verschiedener Fächer.

Die AG Queer Studies organisiert die Ringvorlesung Jenseits der Geschlechtergrenzen. Diese setzt sich mit (hetero-)sexistischen gesellschaftlichen Hierarchisierungen, Normierungsprozessen und den Möglichkeiten des politischen Handelns auseinander. Durch ihre über zwanzigjährige Geschichte und zwei Veröffentlichungen (2001 und 2009) ist „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ ein Raum, der von den Entwicklungen der deutschsprachigen Queer-Debatte geprägt ist und in dem diese weiter geführt wird. In den letzten Jahren ist auch in unsere Reihe die Beschäftigung mit der Simultanität gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse stärker in den Vordergrund gerückt.

Zur Geschichte der AG Queer Studies

Die Vortragsreihe startete 1990, damals noch unter dem Namen “(Männliche) Homosexualität in Kultur und Wissenschaft” und organisiert vom Schwulenreferat des AStA der Uni Hamburg. In ihren Anfangsjahren standen noch schwule Themen im Mittelpunkt. Nachdem 1994 die AG LesBiSchwule Studien die Organisation der Reihe übernahm erweiterten lesbische, feministische, bisexuelle, Transgender und andere Queer-Themen das Spektrum der Beiträge. Dies schlägt sich auch im Namen “Jenseits der Geschlechtegrenzen” nieder, der zunächst nur Untertitel, später dann Titel der gesamten Vorlesungsreihe war. Im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens haben sich auch die Theorien und Methoden, die den wissenschaftlichen Arbeiten der Vortragenden zu Grunde liegen, gewandelt. Jüngere konstruktivistische und poststrukturalistische Forschungsansätze, deren Analysen geschlechtliche und sexuelle Identitäten als gleichzeitig erzwungene, aber auch veränderbare Effekte gesellschaftlicher Machtverhältnisse sichtbar machen und dementsprechend als Ausgangspunkt von Emanzipation problematisieren, sind die theoretisch-methodische Grundlage vieler Beiträge. Unverändert blieb von den Anfängen bis heute der politische Anspruch Sexualitäts- und zunehmend auch Geschlechterpolitiken kritisch zu reflektieren. In den letzten Jahren rückt die Verwobenheit gesellschaftlicher Verhältnisse und damit auch die Beschäftigung mit Themen wie Rassismus und Dis/ability stärker in den Fokus. Vor diesem Hintergrund kooperieren wir seit einigen Semester mit dem Zentrum für Disability Studies, mit dem zusammen wir uns u.a. für mehr Barrierefreiheit an der Uni Hamburg und anderswo einsetzen. Eine weitere Partnerinitiative ist das Seminar Menschenbilder in der Psychologie.

Gender und Queer Studies an der Uni Hamburg

Die Ringvorlesung wird seit 1994 von der AG LesBiSchwule Studien organisiert, die sich 1999 in AG Queer Studies/LesBiSchwule Studien umbenannte und heute unter dem Namen AG Queer Studies arbeitet. Die AG hat sich für den Aufbau des Studienganges Gender und Queer Studies engagiert. Dabei war es sowohl wissenschaftstheoretisch, als auch politisch unser Bestreben, die Queer Theory in unserer Arbeit an der Vorlesungsreihe und im Studiengang Gender Studies als Grundlage der kritischen Analyse erkennbar zu machen und zu vermitteln. In Rahmen dieses Studienangebotes, dass ab 2002 offiziell an der Uni Hamburg als Nebenfach für Magister- und Diplomstudiengänge sowie in Form des Masters Gender und Arbeit existierte, war die Vorlesungsreihe Teil des interdisziplinären Curriculums. Die AG Queer Studies setzt sich für die Wiederaufnahme des mittlerweile qua Zulassungstop unterbrochenen Projektes ein.

Veröffentlichungen

Im Jahr 2001 hat die AG einen empfehlenswerten Sammelband publiziert, der ein breites Spektrum an Themen abbildet, die in den bisherigen Vorträgen diskutiert wurden. Jenseits der Geschlechtergrenzen. Sexualitäten, Identitäten und Körper in Perspektiven von Queer Studies, herausgegeben von Ulf Heidel, Stefan Micheler und Elisabeth Tuider erschien beim MännerschwarmSkript in Hamburg. Ein zweiter Sammelband erschien im Mai 2009 ebenfalls im Männerschwarm Verlag ist. Er trägt den Titel Verqueerte Verhältnisse. Intersektionale, ökonomiekritische und strategische Interventionen und wurde von der AG Queer Studies herausgegeben.

Weitere Angebote und Aktionen

Neben der Vorlesungsreihe organisiert die AG Queer Studies regelmäßig Vorträge, Buchvorstellungen und Lesungen auch außerhalb des regulären Programms. Zusammen mit dem Zentrum für Disability Studies veranstalteten wir im Januar 2010 den Workshop “Queer meets Disability“. Ein weiterer von der AG Queer Studies initiierter Workshop beschäftigte sich mit Femmeness/queerer Femininität.

In einer zweiwöchentlichen Radiosendung im Freien Sender Kombinat sowie hier auf der Seite als Podcast stellen wir zudem die Vorträge aus unserer Reihe zum Nachhören zur Verfügung.

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