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… jenseits der Geschlechtergrenzen
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Vortragseinladung 15-06-16: Intersektionen Klasse und Geschlecht

14.06.2016 Von: Do. Gerbig Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, 15.06.2016
19:15 Uhr
Von-Melle-Park 5, Raum 0079

Tanja Abou, Institut für Klassismusforschung, pädagogische Tresenkraft, Sozialarbeiterin, Social-Justice-Trainerin und Kinderbuchautorin, Berlin

Intersektionen Klasse und Geschlecht am Beispiel von Interventionen in den feministischen Mainstream der 80er und 90er – Arbeiter_innentöchter und Prololesben

Kurzankündigung zum Vortrag:

In dem Vortrag werden verschiedene Formen der Selbstorganisation nicht-bürgerlicher Feminist_innen der 1980er und 1990er Jahre vorgestellt und aufgezeigt, wie Mehr­fachzugehörigkeit(en) sich verschränken und Ausschlüsse verstärken können.

Der Begriff Intersektionalität wurde zum ersten Mal von der US-amerikanischen Juristin Kimberlé Crenshaw verwendet. Der Begriff beschreibt die Überschneidung verschie­dener Diskriminierungen in einer Person. Diese Diskriminierungen können nicht einfach zusammen addiert werden, sondern führen zu spezifischen Diskriminierungs­erfahrungen. Crenshaw nutzt das Bild einer Kreuzung (intersection), um die spezifi­sche Diskriminierung von Schwarzen Frauen sichtbar zu machen. Jede Straße steht für eine strukturelle Diskriminierung – bei Crenshaw Rassismus und Sexismus. Für eine Schwarze Frau erhöht sich das Risiko eines Unfalls, weil sie sowohl von Rassismus als auch von Sexismus betroffen sein kann.

Im deutschsprachigen Raum war es Clara Zetkin, die auf den Zusammenhang von Klasse und Geschlecht aufmerksam machte und die bürgerliche Frauenbewegung dafür kritisierte, dass sie sich nur für ihre Interessen einsetze. Die Diskussion wurde von den Arbeiter_innentöchtern und den Prololesben weiter geführt. Sie kritisierten, dass die Bürgerlichen in der damaligen FrauenLesben-Bewegung den Ton angaben.

Die Arbeiter_innentöchter waren organisierte Feminist_innen, die an Universitäten studierten und auf ihre spezifische Situation aufmerksam machten und auch Kollo­quien für Betroffene anboten. Eine Gruppe gab zum Beispiel den Reader “Kommen sie auch aus der Bildungsferne?” heraus. Die Prololesben waren Teil – oder eben nicht-Teil – der autonomen FrauenLesbenbewegung, an der sie kritisierten, dass nicht-Bürgerliche sich anpassen müssten, um nicht unangenehm aufzufallen oder um überhaupt ernst genommen zu werden.

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