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News zur Vernetzung: Queering Academia und unser Statement

21.02.2020 Von: Marc Kategorie: Uncategorized

Liebe Freund*innen der AG Queer Studies und “Jenseits der Geschlechtergrenzen”,

wir haben uns nun mit Studierenden, Gremien, Solidarischen und Interessierten vernetzt und daraus ist das Aktionsbündnis “Queering Academia” entstanden. Gemeinsam wollen wir für mehr Gender und Queer Studies in Hamburg kämpfen und im kommenden Semester auch wieder Veranstaltungen organisieren! Bald soll es auch einen Mail-Verteiler von Queering Academia geben, wo ihr neben diesem Blog auch weitere Infos erhalten könnt. Stay tuned! Im folgenden Statement könnt ihr unsere Kritik an der derzeitigen Situation und unsere Forderungen nachlesen:

Statement zur aktuellen Situation der Gender und Queer Studies in Hamburg von Queering Academia

Kampf ums Zentrum GenderWissen

Die Gender und Queer Studies in Hamburg wurden in den letzten Jahren massiv zurückgedrängt. Aktuell ist eine der letzten Strukturen bedroht, die den Zugang zu queer-feministischer Wissenschaft erhalten hat: Das Zentrum GenderWissen. 

Die zuständige Landeshochschulkonferenz Hamburg verschleppt seit über einem Jahr systematisch die Nachbesetzung der Leitungsstelle des Zentrums. Dadurch sind schon jetzt wesentliche Tätigkeitsbereiche des Zentrums eingestellt worden: So gab es zum ersten Mal seit mindestens 30 Jahren kein hochschulübergreifendes Vorlesungsverzeichnis (Lehrtableaus), welches für gewöhnlich alle Lehrangebote der acht beteiligten Hochschulen zum Thema „Gender & Queer Studies“ und „Intersektionalität & Diversity“ zusammenführte und so für alle zugänglich machte. Nachdem der Nebenfachstudiengang „Gender und Queer Studies“ weggekürzt wurde, konnten Studierende wenigstens noch hochschul- und fächerübergreifend zu den Schwerpunkten “Genderkompetenz” und “Intersektionalität & Diversity” studieren. Auch diese Form des Studierens ist aufgrund der fehlenden Nachbesetzung zurzeit nicht mehr möglich. Derzeit ist der hochschulübergreifende Zugang zu Informationen über die verbliebenen Lehrveranstaltungen stark eingeschränkt, denn diese sind den Studierenden nicht mal über ihre Vorlesungsverzeichnisse einsehbar. 

Die De-Facto-Außerkraftsetzung dieser genderwissenschaftlichen Institution ist aber nur das jüngste Glied in einer Kette der systematischen Aushöhlung und Verdrängung der Gender und Queer Studies durch die Hamburger Hochschulen und die Stadt – ein Phänomen, das nicht nur in Hamburg, sondern auch parallel in zahlreichen weiteren Städten zu beobachten ist. So wurden aus dem hochschulübergreifenden Vorlesungsverzeichnis innerhalb der letzten zehn Jahre 50% der Gender- und Queer-Veranstaltungen weggegekürzt. Gepaart mit der Tatsache, dass entsprechende Professuren nicht nachbesetzt, Studiengänge abgeschafft und die Finanzierung weiter entzogen wurden, führt dies alles dazu, dass die Gender und Queer Studies heute extrem fragmentiert und geschwächt sind. Die wenigen Lehrveranstaltungen, die es jetzt noch gibt, werden zum Großteil unter enorm prekären Bedingungen über Lehraufträge so von den Hochschulen ausgelagert. Den Lehrenden kommt weder eine sichere Anstellung noch Mittel zur Forschung oder Publikation noch eine annähernd akzeptable Bezahlung zu.

Der systematische Abbau der Gender und Queer Studies steht dabei im Gegensatz zu den vermeintlichen Positionen des Senats und der Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Katharina Fegebank, die 2017 schreibt: 

„Der Senat hält daran fest, dass Gender Studies, gleichstellungssensible Methodik und Didaktik die Qualität des Studiums […] positiv beeinflussen. […] Gender Studies ermöglichen zum einen, Geschlechterunterschiede sowie damit verbundene Diskriminierung und ihre Ursachen zu erkennen und Maßnahmen dagegen zu entwickeln. Zum anderen bieten sie durch ihren interdisziplinären Ansatz Studierenden aller Fächer die Möglichkeit, sich mit Genderforschung im Allgemeinen und Genderaspekten im eigenen Fachbereich auseinanderzusetzen. […] Der Senat befürwortet und unterstützt das Engagement des Zentrums [GenderWissen], der gemeinsamen Kommission und der Hochschulen in diesem Bereich“ (Quelle: Fortschreibung des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg, Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, S. 39-41). 

Weiter kritisieren wir, dass das Zentrum GenderWissen in seiner Neukonzeption seine Autonomie als wissenschaftliche und kritisch-feministische Einrichtung verliert. Nach bisherigen Plänen soll das Zentrum zukünftig verwalterisch der Gleichstellungsbeauftragten der UHH unterstellt werden und damit indirekt auch dem Präsidenten der Uni, welcher sich aktiv gegen gendergerechte Sprache einsetzt und keine Ambitionen zeigt, kritische Wissenschaften im Bereich Gender und Queer Studies zu unterstützen.

Als neue Serviceeinheit soll es vermehrt zum Bereich “Diversitymanagement” arbeiten und den Hochschulen lieber Tipps zur Symptombekämpfung von Diskriminierung liefern, als die wissenschaftliche Erforschung von Ursachen und Überwindungsmöglichkeiten zu stärken. Damit geht eine inhaltliche Verschiebung der Arbeit einher: anstatt aus einer machtkritischen und intersektionalen Perspektive die Verflechtungen von Ungleichheitsdimensionen zu ergründen und zu beforschen, wird es in Zukunft eher darum gehen, das (nicht unkritisch zu betrachtende) Konzept des Diversity Managements in den Personalstrukturen der Hochschulen zu etablieren. 

Wir sprechen uns daher für eine klare Trennung zwischen den verwalterischen Aufgaben der Gleichstellungsstellen der Universitäten und dem autonomen Forschungs- und Bildungsauftrag des Zentrums aus. 

Wenngleich die Zuständigen aller beteiligten Hochschulen auch vorgeben, man wolle das Zentrum GenderWissen unbedingt erhalten und eine Neubesetzung stehe quasi kurz bevor, meinen wir, die Praxis spricht eine andere Sprache. Eine Mitgestaltung der Neubesetzung und des inhaltlichen Schwerpunkts wird den Studierenden, Lehrenden und Angestellten konsequent vorenthalten. Selbst mit einer Ausschreibung der Stelle ist nicht sicher, dass der kritische Anspruch des Zentrums erhalten bleibt. Die Stadt und die Hochschulen zerstören beinah systematisch genderwissenschaftliche Strukturen und spielen damit rechten Kräften in die Hände. Der Anspruch einer nachhaltigen Wissenschaft, die interdisziplinär gestaltet und an den Fragen unserer Zeit dran ist, gilt anscheinend nicht mehr, sobald es um Gender und Queer Studies geht.

Mit Gender und Queer Studies gegen rechte Unterdrückungsverhältnisse

In Zeiten des globalen Rechtsrucks sind Positionierung sowie ein Programm gegen diese Entwicklung dringend notwendig. Ein rechts-konservatives Weltbild schließt die Gegner*innenschaft zur Genderforschung zentral mit ein. Die Gender und Queer Studies werden vielerseits als Ideologie und Verschwörungstheorie beschimpft. Mit diesen Denunzierungsstrategien versuchen die Rechten unseren diversen politischen Bedürfnissen die Legitimität abzusprechen. Besonders die AfD, deren Gründer unter Polizeischutz mit horrenden Kosten an der Universität lehren darf, greift auf Veranstaltungen, in Parteiprorammen und mit Facebook Posts immer wieder die Gender-Debatten an. Dass die Rechten gegen eine queer-feministische Wissenschaft organisieren und aktiv sind, zeigt sich auch daran, dass beispielsweise die genderwissenschaftliche selbstorganisierte Veranstaltungsreihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ und diverse Gleichstellungsinstitutionen der Hamburger Hochschulen mit kleinen Anfragen der AfD zu kämpfen haben. Dieses parlamentarische Mittel soll die Kapazitäten der Aktiven binden, sie unter Generalverdacht stellen und Wissen an die Rechten vermitteln(in den Anfragen geht es meist um Finanzen, also wieviel dafür ausgegeben wird), welches sie für den Kampf gegen die Akteur*innen von kritischer Wissenschaft und queer-feministischer Bildung verwenden können. Zur politischen Strategie rechter Akteur*innen gehört es, Gendermainstreaming als Horrorszenario darzustellen, welches die vermeintlich „heile Welt der traditionellen Familie“ auch durch die Anerkennung von mehr als zwei Geschlechtern abschaffen wolle. Ein kritisches Verständnis von Geschlecht, Gender und Sexualität wird in einem konservativen Kontext strategisch bekämpft, da in diesen Kreisen kontinuierlich versucht wird, gewalttätige Strukturen der Unterdrückung mit veralteten naturalistischen Argumenten zu rechtfertigen und aufrecht zu erhalten. 

Hierin spiegelt sich, dass es eben genau dieses kritische Wissen braucht, um Unterdrückungs- und Ausbeutungsverhältnisse zu untersuchen, zu verstehen und zu überwinden. Wenn jetzt vermeintlich liberale Akteur*innen wie die Stadt und die Hochschulen die Orte dieser Wissensproduktion schwächen und einsparen, dann unterstützen sie damit die gesellschaftliche Rechte. Besagte Akteur*innen könnten jedoch z.B. durch den Ausbau der Gender und Queer Studies an den Hochschulen genau diesen rechten Strukturen entgegenwirken. Schwächung und Einsparungen sowie ein vermeintlich neutraler Standpunkt sind hier klar kontraproduktiv. Gesellschaftliche Hierarchien und Unterdrückungen können nicht durch Desinteresse an kritischer Wissenschaft, die über einen patriarchalen Blick hinausgehen, bekämpft werden. Wie aber kann eine Antwort auf diese versuchte gesellschaftliche Zuspitzung der nach wie vor bestehenden multidimensionalen Ungleichheiten aussehen? 

Audre Lorde sagt hierzu: „For the master’s tools will never dismantle the master’s house“ (Lorde, Audre 2019: The Master’s tools will never dismantle the Master’s house, S.19). Die ökonomischen, sozialen und ökologischen Verhältnisse müssen in ihrem Kern umgestaltet werden, anstatt beispielsweise einzelne privilegierte Frauen in Führungspositionen zu setzen. Indem mit Intersektionalität die sozialen Lagen und Perspektiven verbunden werden, um die bestehenden Machtverhältnisse gemeinsam zu überwinden, können die Ursachen tatsächlich erkannt und beseitigt werden anstatt die bestehenden Hierarchien mit mehr „Diversität“ zu versehen und damit letztlich zu zementieren.

Echte Nachhaltigkeit braucht queer-feministische Wissenschaft

Im “Leitbild Nachhaltigkeit” schreibt die Uni Hamburg: “[Die Universität Hamburg] konzentriert sich auf Kernfragen der Zukunft und will auch in ihren Strukturen zu einer verantwortungsbewussten Gesellschaftsgestaltung beitragen.”

Ein Vorbild für diese verantwortungsbewusste Gesellschaftsgestaltung könnten die ehemaligen hochschulübergreifenden Studien- und Forschungsprogramme der 90er und 2000er gewesen sein: „Die Uni hat ein Goldstück und sieht es nicht“ resümierte Martina Spirgatis, ehemalige Planerin und Koordinatorin der Hamburger Gender und Queer Studies 2006. Gemeint waren der damalige Nebenfachstudiengang “Gender und Queer Studies” und der Master “Gender und Arbeit”. Mit gelebter Interdisziplinarität, Gesellschaftskritik und hochschulübergreifenden Synergien trugen sie nicht nur zu kritisch-reflexiver Persönlichkeitsentfaltung bei, sondern waren auch bei Lehrenden und Studierenden sehr beliebt. Schon damals ein Musterbeispiel für die Generierung gesellschaftlich erforderlichen Wissens wäre ein solches Studienprogramm auch heute ein Beitrag zur nachhaltigen Bearbeitung von Gleichheit, Inklusion und Antidiskriminierung. Mit dem Auslaufen von Sonderförderungsmitteln wurde eines der ersten umfangreichen Gender und Queer Studies Programme in Deutschland beendet. Aufgrund der enormen Beliebtheit dieser Studiengänge seitens der Studierenden und Lehrenden, ist ihre Abschaffung bis heute lediglich als politische Strategie zu interpretieren. Das emanzipatorische Potenzial der Gender und Queer Studies wurde getauscht gegen Exzellenzorientierung und Internationalitätsphantasien. Der Name „Exzellenzuni“ wurde der UHH für ihre Ausrichtung auf Nachhaltigkeit in Bezug auf die Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen verliehen. Soll diese Ausrichtung tatsächlich mehr als ein einer Marketinggag und Selbstbeweihräucherung sein, ist ein erneutes, wieder ausgebautes Gender und Queer Studies Forschungs-und Studien-Programm unumgehbar. Vereinzelte “Genderergänzungen” zu eigentlich anderen Forschungsschwerpunkten und Gleichstellungs-Service werden kaum ausreichen, um Ziele wie das SDG 5 „Achieve gender equality and empower all women and girls“, SDG 10.2 “By 2030, empower and promote the social, economic and political inclusion of all, irrespective of age, sex, disability, race, ethnicity, origin, religion or economic or other status” zu erreichen. Hierfür braucht es den kritischen, hochschulübergreifenden sowie interdisziplinären Blick auf Forschung und Lehre wie er in damaligen Studiengängen bereits versucht wurde zu etablieren.

Ringvorlesung “Jenseits der Geschlechtergrenzen” bleibt!

Ein wichtiger Teil davon war und ist auch die Ringvorlesung “Jenseits der Geschlechtergrenzen“ die von der AG Queer Studies organisiert und gestaltet wird. Die Ringvorlesung besteht seit fast 30 Jahren und bietet einen Raum nicht nur für Gender und Queer Studies, sondern auch für andere kritische Wissenschaften und aktivistische Perspektiven. Dabei spielte das Zentrum GenderWissen eine zentrale Rolle für die Durchführung, nicht nur für die finanzielle, sondern auch inhaltliche Unterstützung. Diese Bedingungen erschweren die Weiterführung der Ringvorlesung als eines der Überbleibsel queer-feministischer Strukturen an der UHH. Paradoxerweise ist aber die Nachfrage nach Lehr- und Lerninhalten, die sich mit Alternativen zum gängigen Bild von heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit und Gegenstrategien zu hegemonialen Lebensweisen sowie auch anderen Machtverhältnissen auseinandersetzen, gleichzeitig gestiegen. 

Ohne das Zentrum und eine Leitung, die sowohl die ausreichenden Kenntnisse in den entsprechenden Theorien als auch ein Wissen um die Bedeutung dieser Räume innerhalb des Universitätsbetriebes hat, kann dieses Projekt und viele andere die Unterstützung erfahren haben, nicht im gleichen Maße weitergeführt werden. Die Angebote aus den Bereichen der kritischen Wissenschaften sind ohnehin schon rar, aber sollte die Stelle der Leitung nicht zeitnah besetzt und das Zentrum seine Arbeit mit der gleichen Ausstattung wiederaufnehmen, droht eine weitere Ausdünnung. In Zeiten des Rechtsrucks ist ein klares Signal für Gender und Queer Studies notwendig!

Die seit über einem halben Jahr unbesetzte Koordinationsstelle im Zentrum GenderWissen muss umgehend wiederbesetzt werden, mit dem Ziel Frauenforschung, Gender und Queer Studies in Forschung und Lehre zu stärken und auszubauen.

Als Beteiligte der Hochschulen, als Genderwissenschaftler*innen, als Aktive in queerfeministischen Kämpfen, als Solidarische und Interessierte – Wir nehmen das nicht länger hin! Lasst uns die Genderwissenschaften zurückerkämpfen!

Drehen wir also den Spieß um und gehen in die Offensive! Wir gendern Hamburgs Wissenschaft und holen uns nicht nur das Zentrum GenderWissen zurück, sondern bauen mit euch gemeinsam die Gender und Queer Studies aus!

Wir fordern und streiten für: 

  • Die Neukonzeption von Studienprogrammen – Feministische Frauen*forschung, Gender und Queer Studies müssen als Lehrveranstaltungen in Lehr- und Studienplänen verankert werden!
  • Die Wiedereinführung eines Studienganges Gender und Queer Studies – In Form eines Nebenfaches oder eines Masters müssen Gender und Queer Studies ein fester Bestandteil der Hochschulen werden!
  • Die Re-etablierung und Ausfinanzierung der Ringvorlesung “Jenseits der Geschlechtergrenzen” als integralen Bestandteil des sozialwissenschaftlichen Lehrplans!
  • Einen Lehrbeauftragten-Pool für die Stärkung genderbezogener Lehre!
  • Die Förderung von Professuren und wissenschaftlichen Mitarberiter*innen-Stellen in diesem Bereich!
  • Den Ausbau des Zentrums GenderWissen als eigenständige, demokratisch verwaltete Institution – Das Zentrum muss wieder in die Lage versetzt werden, genderwissenschaftliche Angebote, Akteur*innen und Interessierte zu verknüpfen und seinen wissenschaftlichen Schwerpunkt behalten!
  • Die Förderung von Genderperspektiven in allen Studiengängen!

Erste Schritte dafür sind: 

  • Eine Beteiligung studentischer Stimmen bei der Neubesetzung der Koordinierungsstelle im Zentrum GenderWissen und allen weiteren Entscheidungen und Überlegungen! Nur so können kooperative, aus der Uni getragene Lösungen/ Entwicklungen realisiert werden, die nicht nur die Interessen der Universitätspräsidien vertreten.
  • Eine sofortige Widerbesetzung der Koordinationsstelle im Zentrum GenderWissen, um die Fortführung und den Ausbau der über das Zentrum realisierten Lehre, Promotionsunterstützung und Lehrtableauerstellung zu gewährleisten.
  • Die Finanzierung der Ringvorlesung “Jenseits der Geschlechtergrenzen” (Koordinierungsstelle und Referent*innenkosten) und Etablierung dieser als im Studium anrechenbaren Kurs. Denkbar wäre z.B. eine Integration im Rahmen des Studium Generale, koordiniert aus den Sozialwissenschaften. Dies würde Studierenden aller Fächer ermöglichen diese zu besuchen. 
  • Anregung an alle Fachbereiche, diese Themen bei der Lehrplanung zu berücksichtigen: 

“In jedem Berufungsverfahren ist das Kriterium „Fähigkeit, die Gender-Thematik in Forschung und Lehre zu berücksichtigen“ in die Auswahlentscheidung einzubeziehen (§ 6 Abs. 1 BerufungsO)”(Gleichstellungsrechtlinien für den Wissenschaftsbereich der Universität Hamburg 2019; Nr. 10 vom 7. Februar 2019; S. 9).

Bisherige Unterzeichner*innen:

AStA Universität Hamburg

Interventionistische Linke Hamburg

Hamburger Bündnis zum internationalen 8. März Streik

Queer Referat Universität Hamburg

AG Queer Studies Hamburg

Fachschaftsrat Sozialwissenschaften

Ursula Schele – PETZE-Institut für Gewaltprävention

Noah Sow

Prof. Dr. Urs Stäheli – Professor für allgemeine Soziologie an der Hamburg Universität 

Dipl.-Ing. Wibke Derboven – Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TUHH

Dr. Melanie Groß – Professur für Erziehung und Bildung an der Fachhochschule Kiel

Dr. Antke Engel – Institut für Queer Theory, Berlin und Gastprofessur für Gender und Queer Studies, FernUniversität Hagen

Dr. Gilberto Rescher – Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Koordinierungsstelle Lateinamerikastudien (LASt)

Prof. Dr. Marianne Pieper

Dr. Simone Borgstede


Kontakt: queeringacademia@riseup.net

Ankündigung: Struktur- und Protestsemester & Vortragseinladung 27-11-19: Selbstorganisierte, queer-feministische Wissensproduktion vor dem Aus? Zur Geschichte und Zukunft von „Jenseits der Geschlechtergrenzen“

08.10.2019 Von: Marc Kategorie: Aktivismus, Neuigkeiten, Termine, Vortragsreihe

Verehrte Freund*innen der AG Queer Studies und der Reihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“,

vielleicht habt ihr euch schon gefragt, wo das Programm unserer Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ für das kommende Wintersemester 2019/20 bleibt. Leider wird es erstmal keines geben! Grund hierfür sind strukturelle Veränderungen seitens der Universität Hamburg, welche fürs uns ganz unmittelbar den Wegfall der Ausfinanzierung zur Folge hatten. Die Vortragsreihe wurde bisher zu einem großen Teil durch das Zentrum GenderWissen finanziert. Die dortige Leitungsstelle, die uns stets wohlwollend unterstützt hat, ist seit Sommer diesen Jahres nicht mehr da. Zwar soll diese Stelle zukünftig nachbesetzt werden, allerdings ist unklar wann das wirklich passieren wird. Auch ist unklar, welche Veränderungen dies mit sich bringt und was das im Endeffekt für den Erhalt unserer langjährigen Vortragsreihe bedeutet.

Aus dieser Ungewissheit heraus haben wir uns entschieden, ein „Struktur- und Protestsemester“ einzulegen. Wir wollen uns im kommenden Semester ordnen, neue Perspektiven und Möglichkeiten für die Zukunft erarbeiten, uns vernetzen und auch Kritik üben. Neben weiteren regelmäßigen Treffen unserer AG, wird aus gegebenem Anlass ein Vortrag zur Aktualität und Geschichte der AG Queer Studies stattfinden. Wir freuen uns sehr, dass sich zwei ehemalige Mitstreiter*innen bereiterklärt haben, diesen Vortrag am 27. November um 19.15 Uhrin Raum 250 am Allende-Platz 1 (Pferdestall) zu halten!

Wir wollen weiterhin viele gesellschaftskritische Vorträge organisieren, wir wollen eine baldige Nachbesetzung der Leitung des Zentrum GenderWissens und wir wollen weiterhin queer-feministische Präsenz in universitärem Raum zeigen!

Hier das Abstract zum Vortrag:

Selbstorganisierte, queer-feministische Wissensproduktion vor dem Aus? Zur Geschichte und Zukunft von „Jenseits der Geschlechtergrenzen“

Dr. Kathrin Ganz, Freie Universität Berlin

Bertold Scharf, M.A., Museum der Arbeit Hamburg

Seit 29 Jahren existiert an der Uni Hamburg eine studentisch organisierte Ringvorlesung zu Sexualitäts- und Geschlechterpolitiken, heute bekannt unter dem Titel „Jenseits der Geschlechtergrenzen“. Dieses Semester kann sie nicht stattfinden. Grund dafür sind die fehlende Ausfinanzierung und der Wegfall von wichtigen Strukturen an der Universität Hamburg – ausgerechnet im Jahr von Unijubiläum und Exzellenz.

Anlass für uns, zurückzublicken: Angefangen bei der tabubrechenden Vortragsreihe “(Männliche) Homosexualität in Kultur und Wissenschaft” des AStA-Schwulenreferats schlagen wir den Bogen über die AG LesBiSchwule Studien und den hochschulübergreifenden Studiengang Gender & Queer Studies bis hin zu den intersektionalen Perspektiven, die „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ heute ausmachen. Wir möchten aber nicht nur einen Blick zurück auf die bewegte Geschichte der AG Queer Studies und ihrer Ringvorlesung werfen, sondern auch darüber sprechen, wie es weitergeht. 

Selbstorganisierte studentische Arbeitsgruppen an der Universität sind wichtig, um ein politisches und herrschaftskritisches Verständnis von Wissenschaft zu entwickeln. Zusammen mit zwei ehemaligen Mitstreiter*innen diskutieren wir darüber, wie sich die Bedingungen für die studentische Selbstorganisation im Laufe der Zeit verändert haben und was passieren muss, damit die Vortragsreihe nach diesem Protestsemester auch ihren 30. Geburtstag erlebt.

Kommt vorbei und sagt es weiter!

Eure AG Queer Studies

Vortragseinladung 03-07-19: Rückkehr des Hauptwiderspruchs? Die Kontroversen um Identitäts- und Klassenpolitik in Zeiten des Rechtspopulismus

30.06.2019 Von: Sandra Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, den 03.07.2019 um 19:15 Uhr
WiWi-Bunker, Von-Melle-Park 5, Raum 0079, Uni Hamburg

Prof. Dr. Silke van Dyk, Arbeitsbereich Politische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Hier das Abstract zum Vortrag:

Öffentlichkeitswirksam wird derzeit darüber gestritten, ob das Erstarken rechter und rechtspopulistischer Kräfte vor allem eine „Notwehr“ der unteren Schichten gegen den (Neo-)Liberalismus ist oder ob hier vielmehr Privilegien gegenüber Geflüchteten, Migrant*innen, Homosexuellen oder Frauen verteidigt werden. Wo Rassismus den einen als wichtige Erklärungskraft gilt, ist dieser für die anderen nur der Ausdruck eines zwar politisch (nach rechts) fehlgeleiteten, grundsätzlich aber berechtigten Strebens nach sozialer Gerechtigkeit. Von liberalen, sozialdemokratischen wie linken Kräften ist derzeit dabei gleichermaßen zu hören, die Überakzentuierung linker Identitätspolitiken, das Eintreten für die Belange von Frauen, Migrant*innen, LGBTQI* oder Schwarzen habe (die in dieser Entgegensetzung weiß und männlich gedachten) Arbeiter*innen und ökonomisch weniger Privilegierten in die Arme der Rechten getrieben. Zugleich ist innerhalb der Linkspartei, unter kritischen Wissenschaftler*innen wie auch in der media­len Debatte eine Re-Nationalisierung der sozialen Frage zu beobachten, im Kon­text derer internationalistische und kosmopolitische Positionen, die auf transnationale Solidarität und Gerechtigkeit setzen (und eine lange Tradition in der Arbeiterbewegung haben) zur Spielwiese privilegierter Intellektueller erklärt werden.
Der Vortrag setzt sich kritisch mit diesen Diagnosen auseinander und wirft die Frage auf, warum Sexismus, Rassismus und Homophobie in Zeiten der erstarkenden Rech­ten verstärkt zu Nebenwidersprüchen erklärt werden, während die Klassenfrage ver­stärkt als soziale Frage weißer männlicher Arbeiter im globalen Norden kurzgeschlos­sen wird. Ziel des Vortrags soll es auch sein, auszuloten, wie eine emanzipatorische Kritik jenseits der problematischen Entgegensetzung von Klassen- und Identitätspolitik aussehen kann.


Vortragseinladung 26-06-19: TransFormations – Trans* Film Festival Berlin: Re:envisioning Gender

24.06.2019 Von: Marc Kategorie: Uncategorized

Mittwoch, den 26.06.2019 um 19:15 Uhr
WiWi-Bunker, Von-Melle-Park 5, Raum 0079, Uni Hamburg

Julius und AnouchK, Teil des TFFB Organisationsteams, Berlin

Hier das Abstrakt zum Vortrag:

Räume anbieten, in denen WIR inklusiv ist.
Wir wollen darüber reden, wie ein inklusiver Raum geschaffen und ermöglicht werden kann. Wir werden auch erzählen, welche Wünsche wir hatten und haben für TFFB und welche Herausforderungen und Resistenzen es gibt.
Was bedeutet INKLUSIV für uns, wer ist dieses WIR…

Vortragseinladung 05-06-19: Zu den Verbindungen zwischen Pick Up-Szene, Maskulismus und rechten/reaktionären Politiken

03.06.2019 Von: Nadja Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, den 05.06.2019 um 19:15 Uhr
WiWi-Bunker, Von-Melle-Park 5, Raum 0079, Uni Hamburg

Franziska Schutzbach, Geschlechterforscherin und Soziologin, Universität Basel und München

Hier das Abstract zum Vortrag:

Der Pick-Up-Trend ist in den 1990er Jahren als Selbsthilfesubkultur entstanden: Verunsicherte Männer wollten sich mehr Selbstbewusstsein aneignen, um ihren Erfolg bei Frauen zu steigern. Das Modell entwickelte sich zunächst in den USA zum Riesengeschäft und produzierte eine Schar von Gurus und ‚Werken’. Diese betonen die evolutionsbiologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern und idealisieren stereotype Männlichkeitsattribute wie Stärke und Überlegenheit. Die Szene entwickelte bald eine antifeministische Stoßrichtung und kam mit Büchern wie «Lob des Sexismus» auch in den deutschsprachigen Raum. Frauen und insbesondere Feministinnen wurden beschuldigt, Männer zu entmännlichen und kleinzuhalten. Bald ging es jedoch nicht mehr nur darum, Frauen zu verführen. Die Hypermännlichkeits-Community wurde auch zu einer Brutstätte rechtsnationaler Weltanschauungen und Akteure und spielt heute eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Radikalisierung junger Männer. Auch im deutschsprachigen Raum überschneidet sich aggressiver Maskulismus mit rechten Weltanschauungen und Akteuren.

Im Vortrag werden die Klassiker der Pick-Up-Szene und deren Grundprämissen analysiert. Weiter wird nachgezeichnet, auf welche Weise sich die Community mit rechtsnationalen Ideologien und Politiken verschaltet. Im Anschluss an aktuelle Männlichkeitsforschung (Lorentzen, Meuser, Kemper uws.) wird eine zeitdiagnostische und geschlechtertheoretische Einschätzung von Maskulismus bzw. „toxischen Männlichkeiten” versucht.

Vortragseinladung 29-05-19: Plüschstudies – Zu postmodernen Subjekten und ihren Erweiterungen

27.05.2019 Von: Do. Gerbig Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, den 29.05.2019 um 19:15 Uhr
WiWi-Bunker, Von-Melle-Park 5, Raum 0079, Uni Hamburg

Olaf Wachenhausen, fährt Pizza in Hamburg aus und repräsentiert das Interessanz­blog „Die kulturelle Praxis“

Hier das Abstract zum Vortrag:

Wie bei Haraways Cyborg scheinen auch bei Plüschtieren gewohnte Dichotomien nicht ganz zu passen, so beispielsweise die den meisten essenzialistischen Ansätzen zu­grundeliegende von Subjekt und Objekt: Wir können unsere kuscheligen Beglei­ter*in­nen fürs Leben nicht guten Gewissens nur als Objekte bezeichnen, wissen aber, dass sie nicht unabhängig von unserer Subjektivität sind. Wir bilden sozusagen ihr „Wirts­bewusstsein“, wie es der Pionier der Plüschtierpsychoanalyse, Dr. Wood, so treffend formuliert.

Doch leider behandelt die bisherige Forschung Plüschtiere ansonsten fast ausschließ­lich im Zusammenhang mit Kindern und erklärt das Phänomen der Niedlichkeit meist biologistisch weg („Kindchenschema“). Somit können die transdisziplinären Plüschtier Studies zunächst lediglich Schneisen in dieses neue Forschungsfeld schlagen, hof­fend, am Rande Erkenntnisse über Subjekttheorie, radikale Selfcare und möglicher­weise sogar Gemeinschaftlichkeitsutopien zu finden.

Plüschtiere werden gebeten, zu ihrem Vortrag ihre großen Trampler („Menschen“ u.ä.) mitzubringen.

Einladung zu Lesung und Gespräch 15-05-19: I’m a queerfeminist cyborg, that’s ok

13.05.2019 Von: Do. Gerbig Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, den 15.05.2019 um 19:15 Uhr
Hörsaal ESA C im Hauptgebäude der Uni Hamburg

I’m a queerfeminist cyborg, that’s ok. Gedankensammlung zu Anti/Ableismus
Von und mit @MikaMurstein, queere_r, be_hinderte_r Autor_in und Aktivist_in aus Berlin

Die Veranstaltung wird in die Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Rollstuhlzugang über den Innenhof des Hauptgebäudes. In den ersten Stock hochfahren und dann ist der Eingang zu Hörsaal C linkerhand auf dem Gang.

Es wird darum gebeten, nur geruchsneutrale Deos o.Ä. zu verwenden, um den Raum perfümfrei zu halten.

Hier das Abstract zur Veranstaltung:

“I’m a queerfeminist cyborg, that’s okay – Gedankensammlung zu Anti/Ableismus” veranschaulicht, dass Ableismus sich nicht nur in Be_Hindertenfeindlichkeit erschöpft, sondern auch fester Bestandteil anderer Unterdrückungsformen und des herrschenden
Wertesystems in der Leistungs-, Verwertungs- und Nützlichkeitsgesellschaft ist.
Die Texte handeln vom Verknüpfen theoretischen Wissens, gelebter Erfahrung und politischer Praxis, vom persönlichen Weg, di_er Autor_in zum Netzaktivismus, queerfeminismus und disability Aktivismus.
Vom Internet als unterschätzten Lernort, von untrennbaren Verwobenheiten mehrfach marginalisierter Menschen (Intersektionalität) und last but not least, schädlichen Diskursen in linken und feministischen Räumen, in denen mehrfach Marginalisierte Ausschlüsse erleben und keinen Raum finden.
Das Nachdenken darüber, wie eine widerständige antiableistische Praxis entwickelt werden kann, zieht sich als roter Faden durch alle Texte und Themen des Buches.”

Vortragseinladung 08-05-19: Aaaw(kward) – Marginalisierte Identität(en) & Stereotype

06.05.2019 Von: Do. Gerbig Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, den 08.05.2019 um 19:15 Uhr
WiWi-Bunker, Von-Melle-Park 5, Raum 0079, Uni Hamburg

Ginnie Bekoe, nicht-binärqueerbeHindertdick_fett Blacktivistin & Rantnerin, Beiratsmitglied in Hiatus der ISD (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland) macht Vorträge, Workshops und Poetry vorrangig zu den Verschwurbelungen von Schwarzsein, beHinderung, Fatness & Queerness.

Hier das Abstract zum Vortrag:

Stereotype Vorannahmen, z.B. durch mediale Bilder bei wenig Repräsentation prägen unsere Vorstellungen von marginalisierten Identitäten.

Wie kann man diese positiven und negativen Einflüsse und Projektionen (gut?) navigieren? Welche Formen von Empowerment sind hilfreich in der Ich-Bildung? Wie kann ein Ich Tokenism und Objektifizierung abwehren?

Ist sich Raum nehmen vielleicht sogar Selbst-Objektifizierung? Und kann ich nicht ein Ich wie jedes andere sein?

Gedanken, Ideen und Erfahrungen zum Thema der Ich-Findung unter erschwerten Bedingungen.

Vortragseinladung 24-04-19: Kristallisierte Körperpolitik: Hochschulräume und Geschlechterkritik

22.04.2019 Von: Simon Schultz Kategorie: Termine, Uncategorized, Vortragsreihe

Mittwoch, den 24.04.2019 um 19:15 Uhr
WiWi-Bunker, Von-Melle-Park 5, Raum 0079, Uni Hamburg

Susanne Kersten, Sozialpädagogin, Promovendin der Humanwissenschaften, Universität Kassel

Felix Krämer, Historisches Seminar, Universität Erfurt

Hier das Abstract zum Vortrag:

“In welcher Hochschullandschaft entsteht, agiert und bewegt sich queer-feministische Geschlechterkritik? In ihrem Beitrag werden die Referent_innen das Problem zunächst an die Geschichte der Vortragsreihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ koppeln und an Diskussionen, die seit den 1990er Jahren hier immer wieder entstanden. Dabei werden sie Überlegungen entfalten, wie sich verschiedene Perspektiven aus dem Umfeld des cultural turn zu Wissensräumen, Sexualitäts- und Klassenpolitiken verhalten, um zu der Frage zu gelangen, wie sich Diskriminierung in eine hegemonietheoretische Dekonstruktion einlesen lässt. Letzteres kann einen Beitrag dazu leisten, gegenwärtige politische Verschiebungen als identitätspolitische Kämpfe erkennbar zu machen. Raumkörperpolitiken – so die im Vortrag entworfene Perspektive – sind immer auch als historisch verfasste und daher gleichzeitig fragile Figurationen zu begreifen. Entsprechend hilft eine an Raumkonzepten, wie sie Foucault oder Deleuze/Guattari entwerfen, orientierte Blickrichtung, die Frage nach Bewegung und Emanzipation anders zu stellen. Räume, Reichweiten und transsektionale Körperbewegungen erhalten dabei den Vorzug vor einer Suche nach Grenzen, konturierten Identitäten und Verein-deutigungen. Das zeigen die Referent_innen abschließend anhand von Diskussionen aus einem Band, den sie unter dem Titel „Doing Space while Doing Gender“ heraus-gegeben haben. Open Access Publikation, frei zugänglich unter diesem Link: http://www.transcript-verlag.de/media/pdf/c8/df/01/oa9783839435366.pdf

Vortragseinladung 10-04-19: Lesung: Nicht nur Mütter waren schwanger – Unerhörte Perspektiven auf die vermeintlich natürlichste Sache der Welt

08.04.2019 Von: Sandra Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, den 10.04.19 um 19:15 Uhr
Von-Melle-Park 5, Raum 0079

Lesung: Nicht nur Mütter waren schwanger – Unerhörte Perspektiven auf die vermeintlich natürlichste Sache der Welt

Johanna Montanari, Autorin und Lektorin des Buches, Doktorandin in Europäischer Ethnologie, Berlin

Alisa Tretau, Herausgeberin und Autorin, arbeitet außerdem als Regisseurin, Performerin und Workshopleiterin, Berlin

Hier das Abstract zum Vortrag:

Der Sammelband „Nicht nur Mütter waren schwanger – Unerhörte Perspektiven auf die vermeintlich natürlichste Sache der Welt“ vereint persönlich geschilderte Erfahrungen mit Schwangerschaft, die im gesamtgesellschaftlichen Diskurs oft überhört werden: Es geht um unerfüllte und lesbische Kinderwünsche, um trans-männliche oder alters-unty­pische Schwangerschaften, genauso wie um Abtreibung und Fehlgeburt, Repro-Medi­zin, Pränataldiagnostik und vieles mehr. Das Buch will den einengenden und Druck ausübenden Blick, Schwangerschaft sei für die cis-Heteronorm die „natürlichste Sache der Welt“, für alle anderen hingegen unmöglich, aufweichen und dabei alternative Vi­sionen entwickeln: für mehr Offenheit und Selbstbestimmung im Umgang mit Kinder­wünschen, Schwangerschaft und Eltern-Sein.

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