AG Queer Studies

… jenseits der Geschlechtergrenzen
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Archiv für ‘Vortragsreihe’

Vortragseinladung 12-12-2018: Sorgende Netze – Care in einvernehmlich-nichtmonogamen Beziehungsnetzwerken

10.12.2018 Von: Marc Sick Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, den 12.12.18 um 19:15 Uhr
Von-Melle-Park 5, Raum 0079

Sorgende Netze – Care in einvernehmlich-nichtmonogamen Beziehungsnetzwerken

Michel Raab, arbeitet seit vielen Jahren wissenschaftlich und politisch zu unkonventionellen Beziehungsformen, Erfurt

Hier das Abstract zum Vortrag:

Seit den 2000er-Jahren wird die Kritik an Monogamie und Mono-Normativität verstärkt dis­kutiert. Die aktuell populärste Alternative zu Ehe und Zweisamkeit nennt sich Polyamory und meint die Möglichkeit, mehr als zwei Menschen zur selben Zeit zu lie­ben. Nun hilft die Aussage „Ich liebe Dich/Euch“ wenig bei der Frage, wer den Ab­wasch macht, das Bad putzt oder sich anderweitig kümmert. Womöglich trägt der star­ke Fokus auf Liebe, Sexuali­tät und Eifersucht dazu bei, die Dimension der Sorge/Care aus dem Blick zu verlieren. Die Veranstaltung nimmt daher die gesellschaftliche Bedeutung der Monogamie zum Aus­gangspunkt für die Frage, unter welchen Bedin­gungen konsensuelle Nichtmonogamie ei­nen subversiven Charakter hat, wie sie ein schöneres Leben ermöglichen kann und wann sie schlichtweg eine modernisierte Varia­nte der für den Kapitalismus funktionalen Gestal­tung der Geschlechterverhältnis­se im sozialen Nahraum ist. Grundlage der Ausführungen ist eine marxistisch und feministisch inspirierte Interviewstudie zur Frage von Care in ein­vernehmlich-nichtmonogamen Beziehungsnetzwerken.

Votragseinladung 28-11-2018: Antifeminismus vor Gericht – Über die Macht psychologischer Sachverständiger in Sexualstrafprozessen

26.11.2018 Von: Marc Sick Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, den 21.11.18 um 19:15 Uhr
Von-Melle-Park 5, Raum 0079

Antifeminismus vor Gericht – Über die Macht psychologischer Sachverständiger in Sexualstrafprozessen

Clara Kern*, Diplom-Psychologin, lebt zerstreut zwischen Wien und manch anderen Orten, interessiert sich insbesondere für (Un-)Rechtsfragen

Anne Roth, Diplom-Psychologin, begleitet und unterstützt Betroffene sexualisierter Gewalt bei LARA, Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Frauen* in Berlin

Hier das Abstract zum Vortrag:

Innerhalb des Staats- und Justizsystems werden für bestimmte Fälle psychologische Sachverständige zu Stellungnahmen aufgefordert, die einen maßgeblichen Einfluss auf das Urteil haben. Dabei geht es u.a. um die Einschätzung, inwieweit eine Person „glaub­würdig“ ist – sei es in Entschädigungs- und Strafverfahren nach Gewalttaten, bei der Über­prüfung der „Legitimität“ des asylrechtlichen Aufenthalts oder der Feststellung der „Arbeits(un)fähigkeit“. Die Gutachter_innen wenden dabei „objektive“, „wissen­schaftliche“ Methoden an, um die „Lügner_innen“ von den „Wahrheitstreuen“ zu unter­scheiden. Diese (Vor-)Verurteilungen werden stark durch populäre false-memory-Modelle und moralische Wertvorstellungen der Gutachter_innen beeinflusst, was für die begutachteten Personen massive negative Folgen haben kann – z.B. wenn eine „wissenschaftlich fundierte“ Begut­achtung ergibt, Betroffene sexueller Gewalt hätten sich das Erlebte nur eingebildet.

In dem Beitrag möchten wir versuchen, die vermeintliche Objektivität der psychologi­schen Begutachtung zu hinterfragen, die gängigen Praxen kritisch aufzeigen und mit den Teilneh­mer_innen über mögliche Widerstandsformen und Alternativen diskutieren.

Unser Wunsch wäre außerdem die Vernetzung mit anderen Psycholog_innen und Jurist_innen, um perspektivisch feministische (Gegen-)Stimmen zur herrschenden Gutach­tenpraxis zu bündeln.

Die Veranstaltung kann ohne besondere Vorkenntnisse besucht werden.

Triggerwarnung: Es werden konkrete Erfahrungen von Betroffenen sexualisierter Gewalt im Justizsystem und bei der Suche nach Unterstützung beschrieben.

 

Vortragseinladung 2018-11-21: Recht auf Trauer?! Klassismuskritische und queere Perspektiven auf Bestattungs- und Trauerpraktiken in Deutschland

19.11.2018 Von: Julia Miller Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, den 21.11.18 um 19:15 Uhr
Von-Melle-Park 5, Raum 0079

Recht auf Trauer?! Klassismuskritische und queere Perspektiven auf Bestattungs- und Trauerpraktiken in Deutschland

Francis Seeck, Kulturanthropolog_in, Lehrbeauftragte_r und Trainer_in promoviert zu kollektiven Fürsorge/Care Praxen in trans und nicht-binären Räumen, Berlin

Hier das Abstract zu Vortrag:

Vorm Tod sind alle gleich? Im Gegenteil: von der Lebenserwartung über die Frage, wie wir sterben, bis hin zu der Art, wie und wo wir beerdigt werden, herrscht soziale Ausgrenzung.
Ausgehend von einer ethnographischen Studie zu ordnungsbehördlichen Bestattungen in Berlin werde ich in dem Vortrag aufzeigen, auf welche Weisen die Bestattungspraxis in Deutschland von Machtverhältnissen, insbesondere Klassismus, Heteronormativität und Rassismus geprägt ist. Aktuell werden immer mehr arme Menschen, für die keine Zugehörigen die Bestattungspflicht wahrnehmen (können), ohne Grabstein, Namen, Trauerfeiern und Blumenschmuck von Ordnungs- und Gesundheitsämtern anonym bestattet. Oft wurden diese Menschen schon zu Lebzeiten marginalisiert und gesellschaftlich ausgegrenzt.
Durch eine zunehmende Altersarmut, prekäre Beschäftigung und Wohnungsnot sind heutzutage immer mehr Menschen betroffen.
Ich werde in dem Vortrag auch widerständige queere und klassismuskritische Praxen diskutieren, die neue Formen des Bestattens und Sterbens ermöglichen wollen, sowie eine Grundversorgung für alle einfordern – ganz im Sinne von „Rest in protest!“

 

 

Absage für die Lesung und Buchvorstellung am 14-11-2018

12.11.2018 Von: Do. Gerbig Kategorie: Neuigkeiten, Termine, Vortragsreihe

Verehrte Freund*innen der AG Queer Studies,
leider müssen wir heute die Absage der Lesung/Buchvorstellung
I’m a queerfeminist cyborg, that’s ok. Gedankensammlung zu Anti/Ableismus
von und mit mika murstein mitteilen.
Wenn das möglich ist, werden wir diese hoffentlich im nächsten Sommersemsester nachholen können.

In der Vorlesungsreihe geht es also weiter am
21.11.2018 mit dem Vortrag
Recht auf Trauer?! Klassismuskritische und queere Perspektiven auf Bestattungs- und Trauerpraktiken in Deutschland
Von Francis Seeck, Kulturanthropolog_in, Lehrbeauftragte_r und Trainer_in promoviert zu kollektiven Fürsorge/Care Praxen in trans und nicht-binären Räumen, Berlin

Neues Programm online!

28.08.2018 Von: Do. Gerbig Kategorie: Neuigkeiten, Termine, Vortragsreihe

Werte Freund*innen der AG Queer Studies,
seit heute ist unser Programm für das Wintersemester 2018/19 hier online.
Wir freuen uns darauf und auf euer zahlreiches Erscheinen!
Eure AG Queer Studies

Workaround: Podcast Bini Adamczak 2018

16.07.2018 Von: W. Kategorie: Podcast, Vortragsreihe

Wegen technischer Schwierigkeiten gerade neue Beiträge in unseren Pocast aufzunehmen, findet Ihr den Mitschnitt von Bini Adamczak: Das Geschlecht der Revolution zunächst auf Freie-Radios.net

Der Vortrag analysiert die revolutionären Geschlechterverhältnisse als Verhältnisse, die zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, „Nahbeziehungen“ und „Fernbeziehungen“ geknüpft sind – das Geschlecht der Revolution. So tritt ein Begehren zutage, das nach wie vor seiner Realisierung harrt: das Begehren nach gesellschaftlichen Beziehungs-weisen der Solidarität.

Vortragseinladung 2018-07-11: Bini Adamczak

10.07.2018 Von: W. Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, den 11.07.18 um 19:15 Uhr
Von-Melle-Park 5, Raum 0079
Das Geschlecht der Revolution

Bini Adamzcak ist freie Wissenschaftlerin, Autorin & Zeichnerin in Berlin.

Aus dem Abstract

Der Vortrag analysiert die revolutionären Geschlechterverhältnisse als Verhältnisse, die zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, „Nahbeziehungen“ und „Fernbeziehungen“ geknüpft sind – das Geschlecht der Revolution. So tritt ein Begehren zutage, das nach wie vor seiner Realisierung harrt: das Begehren nach gesellschaftlichen Beziehungs-weisen der Solidarität.

Kooperationsveranstaltung am 20-06-18: Schule – Macht – Rassismus mit Noah Sow

18.06.2018 Von: Do. Gerbig Kategorie: Aktivismus, Termine, Vortragsreihe

Wir laden diese Woche zu einer Kooperationsveranstaltung mit der Initiative und gleichnamigen Reihe “Schule – Macht – Rassismus” und einem Vortrag von Noah Sow ein:

Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht. Voraussetzungen für qualifizierte Antidiskriminierungsarbeit
Mittwoch, 20. Juni 2018
Bitte beachten:
diesmal von 18:00 – 19:00 Uhr und abweichend im Hörsaal A, Von-Melle-Park 5 (gleiches Gebäude)!

Hier die Beschreibung der Veranstaltung:

Vortrag

Wie in der Pädagogik gilt auch in der “Antidiskriminierungsarbeit”: gut gemeint ist nicht automatisch gut gemacht. Werden unhinterfragt Gepflogenheiten befolgt, verlaufen “gut gemeinte” Projekte regelmäßig kontraproduktiv.
Die bekannte Autorin und Aktivistin Noah Sow klärt in ihrem Vortrag darüber auf wie pädagogische Unternehmungen zum Diskriminierungsabbau – Veranstaltungen, Interventionen, Gespräche, Konzerte, Workshops usw. – qualifizierter und traumafreier verrichtet werden können, wo Fallen liegen und wie zum Zweck des Diskriminierungsabbaus die traditionellen Mittel und Wege verlassen werden sollten.

Im Anschluss an den Vortrag wird es ein Colloquium of Color geben:
Das Colloquium of Color ist offen für für Studierende of Color, d.h. Menschen, die über negative Rassismuserfahrungen aus erster Hand verfügen und im Bildungs- und Wissenschaftsbetrieb strukturell benachteiligt werden. Das Kolloquium kann bis zu zwei Stunden dauern, ganz nach Wunsch der Teilnehmenden. Inhaltlich widmet sich das Kolloquium der Diskussion und Vertiefung der Vortragsthemen sowie dem Austausch der primär Belasteten.

Noah Sow
ist Deutschlands bekannteste Expertin zu Ökonomien und Praxen der Dekolonisierung kultur- und gesellschaftspolitischer Arbeit. Ihre Texte, Analysen und Praxis finden Einfluss in Popularmedien, Kultur und Wissenschaft. Ihr Buch »Deutschland Schwarz Weiß« wurde zum Standard in der Lehre und Diskussion über strukturellen Rassismus. Die Dozentin, Künstlerin Autorin und Medienschaffende hält Vorträge und Vorlesungen im In- und Ausland und betreibt eine eigene Online-Akademie, in der sich u.a. lernen lässt, erfolgreich rassismuskritisch zu veranstalten.

Vortragseinladung 13-06-2018: Selbstfürsorge, ver_Rückte Zustände und Psychiatriebetroffenheit im Kontext gegenwärtiger neoliberaler gesellschaftlicher Verhältnisse

11.06.2018 Von: Marc Sick Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, den 13.06.18 um 19:15 Uhr
Von-Melle-Park 5, Raum 0079

Selbstfürsorge, ver_Rückte Zustände und Psychiatriebetroffenheit im Kontext gegenwärtiger neoliberaler gesellschaftlicher Verhältnisse

Franziska Hille, Soziologin, promoviert an der Universität Innsbruck

Hier das Abstract zu Vortrag:

Anhand erster Ergebnisse aus Interviews mit psychiatriebetroffenen Personen zur Bedeutung von Selbstfürsorge im Zusammenhang mit ver_Rückten Zuständen werfe ich die Frage auf, inwiefern Selbstfürsorge und Reproduktionsarbeit zusammenhängen und was dies mit sozialen Positionierungen in gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsverhältnissen zu tun hat. Ich diskutiere ein alternatives Verständnis von ,psychischen‘ Krisen und kontextualisiere Selbstfürsorge im Spannungsfeld gegenwärtiger neoliberaler gesellschaftlicher Verhältnisse: einerseits als empowernd und handlungsbefähigend, zugleich jedoch auch als Verschiebung gesellschaftlicher Widersprüche in die – nicht bewältigbare – Verantwortung des einzelnen Subjekts.

Vortragseinladung 30-05-2018: Von fiercen Femmes und Körpernormen – eine theoriegeleitete Annäherung an das Konzept Lookismus im Kontext queer/feministischer Subkultur(en) in Deutschland

26.05.2018 Von: Marc Sick Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Mittwoch, den 30.05.18 um 19:15 Uhr
Von-Melle-Park 5, Raum 0079

Von fiercen Femmes und Körpernormen – eine theoriegeleitete Annäherung an das Konzept Lookismus im Kontext queer/feministischer Subkultur(en) in Deutschland

Svenja Spyra promoviert in der Soziologie an der LMU München

Hier das Abstract zu Vortrag:

Der Vortrag fragt im Kontext lesbischer, queerer und feministischer Bewegungsgeschichte(n) in Deutschland danach, welchen Stellenwert bestimmte Körpernormen für die Teilhabe an jenen Subkulturen haben, und diskutiert diese vor dem Hintergrund des Konzepts Lookismus. Leitend ist die Frage, ob es ausreicht, gesellschaftliche Formen sexistischer, rassistischer, klassistischer Blicke und Darstellungen zu kritisieren. Worin liegt das emanzipatorische Potenzial des Lookismus-Begriffs auch im Hinblick auf queere und feministische Zusammenhänge? Bestehen nicht auch dort Normen, welche die Teilhabe bedingen?

Der Vortrag befasst sich mit der Frage, welches Wissen gegenwärtig unter dem Begriff Lookismus verhandelt wird, und bezieht sich dabei insbesondere auf Normen und Vorstellungen von Körperlichkeit in den benannten Subkulturen. Judith Butler formulierte im Unbehagen der Geschlechter (1991), dass ,feministische‘ Zielsetzungen und Repräsentationsansprüche zu scheitern drohen, wenn sie die konstitutive Macht nicht anerkennen und berücksichtigen, in deren Rahmen sich ,feministische‘ Subjekte bilden (vgl. Butler 1991: 20). Doch welche Zielsetzungen und Repräsentationsansprüche sind in ,queeren‘ und ,feministischen‘ Räumen eigentlich vorherrschend? Und wie sind diese vor dem Hintergrund geschichtlicher Entwicklungen einzuordnen und zu verstehen?

 

 

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