Archiv der Kategorie: Neuigkeiten

Programm „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ im WS 22/23

immer mittwochs 19:15 Uhr bis 20:45 Uhr, online oder in Präsenz.

Anmeldung per Mail unter: anmeldungjdg@riseup.net

Ort der Präsenzveranstaltungen: Café Knallhart, Von-Melle-Park 9, Universität Hamburg

Mi, 2.11. Karima Schulze (Präsenz)

Klassismus im Wissenschaftsbetrieb – und wie wir ihm solidarische Praktiken entgegensetzen können

In Deutschland sind wir mit einem der klassistischsten Wissenschaftsbetriebe unter den sogenannten Industriestaaten konfrontiert. Insbesondere, wenn es zu Intersektionalitäten kommt, wird es im Wissenschaftsbetrieb für Betroffene oftmals gefährlich; ob Student*in oder Wissenschaftler*in.
Worin bestehen diese Klassismen genauer? Warum ist gerade der Wissenschaftsbetrieb in Deutschland so klassistisch? Welche Funktion haben Klassismen, wer oder was profitiert davon? Wie können wir Klassismen gemeinsam solidarische Praktiken entgegensetzen? Diesen Fragen wollen wir durch einen Vortrag, in den auch praktische Erfahrungen der Betroffenen Referentin miteinfließen und durch eine offene, gemeinsame Diskussion auf den Grund gehen.

Mi, 23.11. Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß (Online)

Biologie und Geschlecht: Nach den aufgeregten Debatten an der HU Berlin. Vortrag mit Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß, Hochschule Merseburg

Wir müssen sprechen – auch über biologisches Geschlecht (sex). Das wird mit den aktuellen Debatten um die Humboldt-Universität zu Berlin deutlich. Denn: In der Biologie ist schon länger klar, dass es nicht nur zwei Ausprägungsformen des Genitaltrakts gibt, sondern dass sich Genitalien individuell unterschiedlich entwickeln. Doch populär kommt diese Sicht erst verzögert an. Heinz-Jürgen Voß führt hierfür Gründe an, erläutert biologische Geschlechtsentwicklung und zeigt die pädagogischen Zugänge, die die biologischen Vorgänge korrekt darstellen und nach und nach in der Schule ankommen.

Mi, 7.12. Dr. Carolin Wiedemann (Präsenz)

Von der Beharrlichkeit des Patriarchats

Carolin Wiedemann zeigt, wie grundlegend der Glauben an eine vermeintlich natürliche Geschlechterordnung für die bürgerliche, kapitalistische Gesellschaft ist und dass rechte, liberale und sogar manch linke Antifeminist*innen umso mehr auf dieser alten Ordnung beharren, je stärker sie herausgefordert wird. Und das wird sie: durch kollektive queerfeministische Praxis, auf der Straße und im Alltag.

Mi, 14.12. Carla Ostermayer (Präsenz)

Eine kurze Einführung in die Ideologie des Antifeminismus

Der Vortrag analysiert den Anstieg des Antifeminismus in Deutschland. Antifeminismus ist Bestandteil der Ideologien radikal rechter Attentäter. Er beschränkt sich jedoch nicht auf dieses Extrem, schließlich ziehen sich antifeministische Debatten über Geschlecht und Sexualität sowie die damit verbundene Idee eines vermeintlich hegemonialen Feminismus von radikal Rechten bis in die sogenannte Mitte der Gesellschaft – Antifeminismus kann als Scharnier zwischen diesen Gesellschaftsgruppen fungieren. Im Vortrag werden zunächst die ideologischen Grundannahmen des Antifeminismus präsentiert. Anschließend wird aus gesellschaftstheoretischer Perspektive analysiert, weshalb es aktuell in Deutschland zu einem Anstieg von Antifeminismus kommt. Dabei wird argumentiert, dass Antifeminismus durch das Propagieren einer ‚natürlichen Ordnung‘, die Stabilität und Sicherheit verspricht, auf aktuelle Krisen reagiert.

Mi, 21.12. Dr. Mustafa Algül (Online)

The Evolution of Queer Television and an Audience Reseach Through Netflix’s TV Series

Although queer representations in Western television fiction have shown certain developments until today, they have been presented in a problematic framework for many years. Following the change in representational forms in the 1990s, media researchers began to diversify their approaches to explore more comprehensive and visible representations of queer. Queer theory, which is an approach against hegemonic norms and biological essentialism and questions the idea of fixed identity, offered a new and efficient perspective to examine these representations. Thus, queer television studies, which examine queer appearance on television from a broad perspective, gained momentum. The fact that the television industry, institutions and audience practices are in a transformation process in today, directly affects the portrayal of queer narratives and characters on screen. In particular, the production of innovative television content by online streaming services on gender/sexuality-based topics expands the fields of expression and possibilities for queer. The fact that Netflix, with the largest users, is the streaming organization that provides the most space for queer visibility in television content, makes it important to examine the meanings of the contents for the audience. This lecture will primarily encompass the evolution of queer television and some of the processes that paved the way for this transformation. Then, the findings and results of a study on how audiences receive queer visibility in various Netflix original TV series will be presented. In this way, some inferences for the future of queer television and its possible alterations will be expressed.

Mi, 11.1.23 Prof. Dr. Christine Bratu (Online)

Der 48-Stunden-Tag in Akademia: Wie sich die Vereinbarkeit von Sorge- und akademischer Arbeit wirklich herstellen lässt

In meinem Vortrag möchte ich untersuchen, wie sich akademisches Arbeiten auf befristeten Stellen mit Sorgearbeit vereinbaren lässt. Dass dies möglich sein sollte, wird gesellschaftlich gefordert und auch von den meisten Wissenschaftsorganisationen und Hochschulleitungen als Leitziel propagiert. Doch wie genau lässt sich dieses Ziel umsetzen, wenn der Arbeitskontext vom Prinzip der so genannten Bestenauslese und dem dadurch entstehenden Konkurrenzdenken geprägt ist? Gilt es, alle gleichermaßen fit zu machen für das Wettrennen? Oder sollten wir vielmehr das Wettrennen anders ausgestalten, so dass auch Menschen mit Sorgeverpflichtungen eine faire Chance darauf haben, über die Ziellinie zu kommen? Und was spricht überhaupt dafür, Vereinbarkeit in einem umfassenden Sinne herzustellen? Auf diese (und einige andere Fragen) möchte ich erste Antworten formulieren.

Mi, 25.1.23 Theresa Richarz (Präsenz)

Familienrecht macht Familie? – Queerfeministische Perspektiven auf das Abstammungsrecht

​​​Das sogenannte Abstammungsrecht regelt, welche Erwachsenen einem Kind unmittelbar nach der Geburt als rechtliche Eltern zugeordnet werden. Das dient der Absicherung des Kindes – und was noch? Die Anerkennungskämpfe queerer Familien zeigen, dass über das Abstammungsrecht heteronormative Vorstellungen von Geschlecht und Familie hergestellt und legitimiert werden. Quasi am Vorabend einer Reform lautet die Frage: Familie – what‘s law got to do with it? Nach einer Einführung in das geltende Recht erfolgt eine queerfeministische Einordnung der Funktion des Familienrechts, die zur gemeinsamen Diskussion einlädt: Wie könnte das Recht aussehen?

Ankündigung: Struktur- und Protestsemester & Vortragseinladung 27-11-19: Selbstorganisierte, queer-feministische Wissensproduktion vor dem Aus? Zur Geschichte und Zukunft von „Jenseits der Geschlechtergrenzen“

Verehrte Freund*innen der AG Queer Studies und der Reihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“,

vielleicht habt ihr euch schon gefragt, wo das Programm unserer Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ für das kommende Wintersemester 2019/20 bleibt. Leider wird es erstmal keines geben! Grund hierfür sind strukturelle Veränderungen seitens der Universität Hamburg, welche fürs uns ganz unmittelbar den Wegfall der Ausfinanzierung zur Folge hatten. Die Vortragsreihe wurde bisher zu einem großen Teil durch das Zentrum GenderWissen finanziert. Die dortige Leitungsstelle, die uns stets wohlwollend unterstützt hat, ist seit Sommer diesen Jahres nicht mehr da. Zwar soll diese Stelle zukünftig nachbesetzt werden, allerdings ist unklar wann das wirklich passieren wird. Auch ist unklar, welche Veränderungen dies mit sich bringt und was das im Endeffekt für den Erhalt unserer langjährigen Vortragsreihe bedeutet.

Aus dieser Ungewissheit heraus haben wir uns entschieden, ein „Struktur- und Protestsemester“ einzulegen. Wir wollen uns im kommenden Semester ordnen, neue Perspektiven und Möglichkeiten für die Zukunft erarbeiten, uns vernetzen und auch Kritik üben. Neben weiteren regelmäßigen Treffen unserer AG, wird aus gegebenem Anlass ein Vortrag zur Aktualität und Geschichte der AG Queer Studies stattfinden. Wir freuen uns sehr, dass sich zwei ehemalige Mitstreiter*innen bereiterklärt haben, diesen Vortrag am 27. November um 19.15 Uhrin Raum 250 am Allende-Platz 1 (Pferdestall) zu halten!

Wir wollen weiterhin viele gesellschaftskritische Vorträge organisieren, wir wollen eine baldige Nachbesetzung der Leitung des Zentrum GenderWissens und wir wollen weiterhin queer-feministische Präsenz in universitärem Raum zeigen!

Hier das Abstract zum Vortrag:

Selbstorganisierte, queer-feministische Wissensproduktion vor dem Aus? Zur Geschichte und Zukunft von „Jenseits der Geschlechtergrenzen“

Dr. Kathrin Ganz, Freie Universität Berlin

Bertold Scharf, M.A., Museum der Arbeit Hamburg

Seit 29 Jahren existiert an der Uni Hamburg eine studentisch organisierte Ringvorlesung zu Sexualitäts- und Geschlechterpolitiken, heute bekannt unter dem Titel „Jenseits der Geschlechtergrenzen“. Dieses Semester kann sie nicht stattfinden. Grund dafür sind die fehlende Ausfinanzierung und der Wegfall von wichtigen Strukturen an der Universität Hamburg – ausgerechnet im Jahr von Unijubiläum und Exzellenz.

Anlass für uns, zurückzublicken: Angefangen bei der tabubrechenden Vortragsreihe “(Männliche) Homosexualität in Kultur und Wissenschaft” des AStA-Schwulenreferats schlagen wir den Bogen über die AG LesBiSchwule Studien und den hochschulübergreifenden Studiengang Gender & Queer Studies bis hin zu den intersektionalen Perspektiven, die „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ heute ausmachen. Wir möchten aber nicht nur einen Blick zurück auf die bewegte Geschichte der AG Queer Studies und ihrer Ringvorlesung werfen, sondern auch darüber sprechen, wie es weitergeht. 

Selbstorganisierte studentische Arbeitsgruppen an der Universität sind wichtig, um ein politisches und herrschaftskritisches Verständnis von Wissenschaft zu entwickeln. Zusammen mit zwei ehemaligen Mitstreiter*innen diskutieren wir darüber, wie sich die Bedingungen für die studentische Selbstorganisation im Laufe der Zeit verändert haben und was passieren muss, damit die Vortragsreihe nach diesem Protestsemester auch ihren 30. Geburtstag erlebt.

Kommt vorbei und sagt es weiter!

Eure AG Queer Studies

Absage für die Lesung und Buchvorstellung am 14-11-2018

Verehrte Freund*innen der AG Queer Studies,
leider müssen wir heute die Absage der Lesung/Buchvorstellung
I’m a queerfeminist cyborg, that’s ok. Gedankensammlung zu Anti/Ableismus
von und mit mika murstein mitteilen.
Wenn das möglich ist, werden wir diese hoffentlich im nächsten Sommersemsester nachholen können.

In der Vorlesungsreihe geht es also weiter am
21.11.2018 mit dem Vortrag
Recht auf Trauer?! Klassismuskritische und queere Perspektiven auf Bestattungs- und Trauerpraktiken in Deutschland
Von Francis Seeck, Kulturanthropolog_in, Lehrbeauftragte_r und Trainer_in promoviert zu kollektiven Fürsorge/Care Praxen in trans und nicht-binären Räumen, Berlin

Vortragseinladung 31.05.2017: Von der friedfertigen Antisemitin zur queer-theoretischen Post-Zionistin.

Mittwoch, 31.05.17, 19.15 Uhr,
Von-Melle-Park 5, Raum 0079

Dr. Ljiljana Radonić, Gastprofessorin am Centrum für Jüdische Studien der
Universität Graz/Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien

Von der friedfertigen Antisemitin zur queer-theoretischen Post-Zionistin

Kurzankündigung zum Vortrag:

Jahrzehntelang hat die „neue Frauenbewegung“ ein positives Bild von „der Frau“
im NS gezeichnet, was nicht selten zu einer den Holocaust verharmlosenden
Argumentation führt(e). Entgegen der Tatsache, dass Frauen als KZ-Aufsehe-
rinnen, Fürsorgerinnen oder Denunziantinnen an der antisemitischen Ausgren-
zung und Vernichtung von Jüdinnen und Juden begeistert mitwirkten, werden sie
in feministischen Schriften oft als auf die Mutterrolle reduzierte „Gebärmaschi –
nen“ dargestellt – ein feministischer Fall von Täter(innen)-Opfer-Umkehr. Handelt
es sich um einen spezifisch feministischen Antisemitismus, wenn Matriarchats-
forscherinnen dem Judentum und seinem historischen „Ausmordungsprogramm“
die Schuld an der Zerstörung des Matriarchats geben und es als besonders
patriarchale Religion imaginieren? Der Bogen reicht bis Judith Butler, die nicht
mehr vom „alten Israel“ spricht, sondern alles Schlechte im heutigen, rassisti-
5schen, vom Siedlerkolonialismus und Reinheitsvorstellungen geprägten, auf
Vertreibung basierenden, illegitimen Staat Israel verortet, der aufgrund anhalten-
der „Deportationen“ und des „konzentrierenden Kolonialismus“ ebenfalls selbst
schuld an der ihm drohenden Zerstörung sei. Schließlich lässt sich auf Basis
einer kritischen Theorie des Antisemitismus die Frage stellen, ob Antisemitismus
bei Frauen und Männern die gleichen Bedürfnisse befriedigt, oder ob entspre –
chend der verschiedenen Geschlechterrollen unterschiedliche Inhalte projiziert
werden.

Neues Programm online

Liebe Freund*innen der Vorlesungsreihe!
Nun ist es endlich soweit: Das Programm für das Sommersemester steht.
Wir freuen uns sehr, auf viele tolle Beiträge und auch darüber, ein besonders feministisches und aktivistisches Semester mit hohem Aktualitätswert präsentieren zu dürfen.
Deshalb haben wir auch bis heute unermüdlich daran gefeilt. Geneigte Besucher*innen mögen uns bitte das späte Erscheinen des Programms nachsehen.
Wir wünschen viel Spaß damit und freuen uns auf zahlreiches Erscheinen!
Eure AG Queer Studies

Vortrag am 23-11-2016 entfällt!

Liebe Freund_Innen der AG Queer Studies,

leider muss die Veranstaltung mit Kübra Gümüşay am Mittwoch kurzfristig wegen Krankheit der Referentin ausfallen!
Wir bedauern dies sehr und versuchen, einen Alternativtermin zu finden.

Damit geht unsere Vorlesungsreihe erst nächste Woche mit dem Vortrag von Mithu Sanyal weiter.
Wir freuen uns dann auf euren Besuch!

Beste Grüße,
eure AG Queer Studies

Veranstaltungshinweis: 26-09-2015 Black Queer Music

+++++ save the date +++++
Wir freuen uns wahnsinnig, vor dem Semesterstart unserer Vorlesungsreihe auf diese tolle Veranstaltung aufmerksam machen zu dürfen!
+++++ save the date +++++

Vortrag + Diskussion am 26.9. ab 18 Uhr

Interventionsebenen & Wirkfelder Schwarzer Queerer Musik

Le1f, Mykki Blanco, Msoke, Zebra Katz, Titica, Bessie Smith, Tracy Chapman, Angel Haze, Josephine Baker, Frank Ocean, Cakes da Killa, Shirlette Ammons, Alif, Amplify Dot, Y-Love…

Welche Schwarze queere Musik gibt es? Wie wird sie wahrgenommen? Was spiegelt sie wider? Welche Erfahrungswerte sind darin enthalten? Welche Einfluss hat Schwarze queere Musik auf die queeren Communities? Welche auf die Mainstream-Gesellschaft?

Ana Melina Morr de Perez hat verschiedene Schwarze queere Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen interviewt und präsentiert und analysiert Musik, Meinungen und Machtstrukturen.

Ana Melina Morr de Perez ist queer, cis, fat, pan, black, latin@, neurodivers, Studentin der Kulturwissenschaften und Gender Studies, Aktivistin und multimediale Bloggerin auf schwarzrund.wordpress.com und schreibt ihren ersten Roman, für den es eine Crowdfunding-Kampagne gibt.

Eintritt nach Spende (4€ gewünscht)

Ort: Centro Sociale
Sternstraße 2
Das Centro ist barrierefrei ebenerdig erreichbar und verfügt über eine barrierefreie Toilette.

In Kooperation mit der AG Queer Studies der Universität Hamburg

Gefördert durch die hannchen mehrzweck-stiftung (hms) und die Gemeinsame Kommission Gender & Diversity der Hamburger Hochschulen.

Flyer zum Download. (.pdf)
Link zum FB-Event
Link zum Centro Sociale

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