Jürgen Link
Soziologie ist Psychologie und umgekehrt?
Normalistische Subjektivierung in
der Krise
Montag, 03.06.2013, 18:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) B1
Kategorie: Termine
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Veranstaltungstip: 2013-06-03: Jürgen Link
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Vortragseinladung 2013-05-29: Glee
Andrea Rick
„Because of the layers? – Because of the layers.“ – Lesarten der Fernsehserie ‚Glee‘
Mittwoch 29.05.2013, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079Andrea Rick (M.A.) ist freischaffende Kulturwissenschaftlerin in Hamburg und dürfte Queerag-Affinen u.a. durch einen gemeinsam ausgerichteten Femmeness-Workshop bekannt sein. Am Mittwoch referiert sie über:
Die amerikanische Fernsehserie „Glee“, eine mehrfach preisgekrönte postmoderne Mischung aus Musical, Drama und Satire, hat in ihrem Herkunftsland vor allem damit Furore gemacht, dass sich zwei ihrer schwulen Figuren (Kurt Hummel und Blaine Anderson) über sämtliche geschlechtlichen und sexuellen Identitätsgrenzen hinweg zu absoluten Publikumslieblingen entwickelt haben, die regelmäßig und mit großem Abstand Zuschauer*innenwettbewerbe um das beliebteste Serienpaar gewinnen und deren Bilder inzwischen auch College-Lehrbücher illustrieren.
„Glee“ setzt ein popkulturell gebildetes Publikum voraus, das die schier endlosen Anspielungen, Persiflagen und Hommagen (in Text und Bild) an die Musik- und Medienlandschaft der letzten paar Jahrzehnte nicht nur erkennt, sondern auch deren Bedeutung für die Geschichten und Charaktere der Serie erfassen kann. Weiterhin zeigt sich „Glee“ auch in Bezug auf LGBTQ*-Kulturen mit unverkennbarem Insiderwissen ausgestattet, was sich insbesondere auf die Darstellung von lesbischen, bisexuellen, schwulen und Transgender-Figuren und deren Geschichten auswirkt. Schließlich stehen die Macher*innen von „Glee“ auch in regem Austausch mit Fans der Serie (v.a. über Twitter) und beziehen sich in der Serie auch auf visuelle und sprachliche Eigenheiten von kulturellen Produkten aus Fan-Zusammenhängen.
Durch diese komplexe Erzählweise, die sich immer wieder auf ihr kulturelles Umfeld bezieht, wird „Glee“ zu einem extrem vielschichtigen Gebilde, das durch genaueres und wiederholtes Anschauen nur an Tiefe und Aussagekraft gewinnt. Dies möchte ich in meinem Vortrag anhand einiger Beispiele illustrieren, in denen ich sowohl gesprochene/gesungene Texte als auch visuelle Elemente (Kostüme, Szenenbild, Requisiten, Kameraperspektiven) betrachte und deren Aussagen auf die Darstellung v.a. von queerer Maskulinität und von Transidentität in „Glee“ untersuche.
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Verantstaltungstip: 2013-05-16 Afrofuturismus
Alexander G. Weheliye
Afrofuturismus : Schwarze Leitkultur in Science Fiction, Kunst, Musik, Film
Donnerstag, 16.05.2013, 19:00, Marktstraße 130 („Café Timbuktu“)
Eintritt: 3€Zusätzlich zum Vortrag wird es Filmclips und im Anschluß eine „Musiklounge“ geben.
Prof. Dr. Alexander G. Weheliye tritt am Donnerstag mit einem anderen Vortrag am Mittwoch in unserer Vorlesungsreihe auf und ist Professor für African American und Diaspora Studies an der Northwestern University, Chicago; er hält den Vortrag in deutscher Sprache. Zu seinen Themenschwerpunkten gehören afro- diasporische Literatur und Kultur, Kritische Theorie und Populärkultur. Neben diversen Essayveröffentlichungen über Schwarze Kulturen in Deutschland und den USA ist er Autor von Phonographies: Grooves in Sonic Afro-Modernity (2005) und Habeas Viscus: Racializing Assemblages, Biopolitics, and Black Feminist Theories of the Human (2014). Der Vortrag wird kuratiert von Noah Sow, der AG Queer Studies der Universität Hamburg, und dem Café Timbuktu.
Zum Vortragsinhalt
Afrofuturismus ist eine Kulturtheorie und künstlerische Bewegung in Musik (Sun Ra, Janelle Monae, Detroit Techno) Bildender Kunst (Krista Franklin, Hebru Brantley) und Literatur (Samuel Delany, Octavia Butler, Nalo Hopkinson), die die Zusammenhänge zwischen Science Fiction, Technologie, und Schwarzer Kulturpolitik beleuchtet. Im Afrofuturismus werden die wichtige Funktion von Technik, bisweilen auch alltäglicher (Plattenspieler, Handys) in afrodiasporischen Kulturen erläutert und durch den Einsatz von spekulativen, an Science Fiction angelehnte, Methoden dezidiert Schwarze Versionen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft imaginiert. Dabei meidet der Afrofuturismus chronologische Hierarchien, und vermeidet so die Darstellungstradition, weiße Kulturen als „entwickelter“ zu konstruieren.
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Vortragseinladung 2013-05-15: Wie der Berliner Techno weiß wurde
Alexander G. Weheliye
„White Brothers With No Soul“: Wie der Berliner Techno weiß wurde
Mittwoch 15.05.2013, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079Prof. Dr. Alexander G. Weheliye forscht und lehrt zu African American and Diaspora Studies an der Northwestern University, USA. Er referiert am Mittwoch über folgendes Thema:
Der Titel meines Vortrages stammt aus dem 2008 erschienen Dokumentarfilm „We Call It Techno!“, der die Entstehung der deutschen Technoszene beleuchtet. Wie auch in vielen anderen zeitgenössischen filmischen, journalistischen und wissenschaftlichen Dokumentationen über diesen Abschnitt der jüngeren deutschen Kulturgeschichte, wird hier eine dezidiert rassifizierte Variante des kollektiven Erinnerns praktiziert.
Infolgedessen befasst sich mein Beitrag mit dem sowohl im deutschen als auch im angelsächsischen Raum auftauchenden Konsens über den Werdegang von Berlin als Welthauptstadt des Techno seit 1990. Das Ausklammern der multikulturellen und queeren Vorgeschichte des Techno im West-Berlin der 80er Jahre, vor allem in der damaligen Klubkultur und Rezeption Schwarzer Musik, ermöglicht Kommentatoren, den Techno als fast ausschließlich heteromaskulin, weiß, und, im angelsächsischen Raum, stereotypisch „deutsch!“ darzustellen – eine Mythologisierung, die sich reibungslos in die rassifizierte Volkswerdungs-Erzählung der deutsch-deutschen Wiedervereinigung einfügt. Somit wird Techno retroaktiv zum Soundtrack des Zusammenschlusses von weißen und heterosexuellen Brüdern ohne Soul in Ost und West stilisiert. Um dieser Mythologisierung entgegenzuwirken betone ich sowohl die ethnische und sexuelle Vielfältigkeit der Berliner Musiklandschaft in den 80er Jahren als auch das Aufkommen von Eurodance Anfang der 90er Jahre, ein Genre, das oftmals ein afro-deutsches Gesicht in der Öffentlichkeit trug und als das feminisierte Pendant zu Techno fungierte.
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Vortragseinladung 2013-05-08: Ban Marriage!
Sushila Mesquita
Ban Marriage! Familienpolitiken aus queer-feministischer Perspektive
Mittwoch 08.05.2013, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079Dr. Sushila Mesquita berufliche Tätigkeit liegt in der Genderforschung an der Universität Wien und sie ist aktiv in vielfältigen Projekten im popkulturell-politischen Bereich, so u.a. für Radio Orange94. Am Mittwoch ist sie zu Gast mit folgendem Thema:
Was passiert, wenn „Ban Marriage!“ von den Hidden Cameras mit Sister Sledge’s „We are family“ zu einem mash-up vermanscht wird? Ausgehend von queer-feministischen Kritiken an der Institution Ehe und an den Gleichstellungsbestrebungen von Teilen der LGBTIQ-Bewegung will ich zunächst die Ambivalenzen der rechtlichen Anerkennung bestimmter lesbischwuler Beziehungen skizzieren. Im Anschluss daran möchte ich nach rechtlichen Anerkennungsstrukturen suchen, die der gelebten Vielfalt von Wahlfamilien gerecht zu werden vermögen, ohne dabei hierarchisierend und normierend zu verfahren.
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Einladung zum Newbie-Treffen der AG Queer Studies
Newbie-Treffen der AG Queer Studies
Freitag 3.05.2013, 16:00, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) Freiraum, 0041Diese Woche findet kein Vortrag statt, da der Mittwoch auf den 1. Mai fällt. Wir möchten aber alle an der Arbeit der AG Queer Studies Interessierten ganz herzlich zu einem Newbie-Treffen einladen, das am Freitag 3.5. stattfinden wird.
Warum?
Wir hätten gerne mehr und neue Mitglieder und möchten euch dazu zu Kaffee und Kuchen treffen.
Denn:
Einige alte Mitglieder hören mit der Organisation der Ringvorlesung auf, bei uns ist auch ansonsten immer was los und wir freuen uns sehr über neue Gesichter. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Das Treffen soll dazu dienen, einfach mal vorbeizuschnuppern, uns mit Fragen zu löchern und wenn Ihr danach Lust habt auf mehr – umso besser!Wann? Freitag, 3.5.2013, 16.00
Wo? Von-Melle-Park 5 („Wiwi-Bunker“), Freiraum (AStA-Trakt), Raum 41Wir freuen uns auf Euch!
Eure AG Queer Studies
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Vortragseinladung 2013-04-24: Tunten, Feministen, Radikale
Patrick Henze (Patsy l’Amour laLove), M.A. Gender Studies, Polit-Tunte, Forscher_in und Aktivist_in, Berlin
Tunten, Feministen, Radikale – Impulse aus der Schwulenbewegung der 1970er Jahre für queere Bewegungen
Mittwoch 24.04.2013, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079Drag Queens und Tunten sind ein selbstverständlicher Teil lesbischwuler und queerer Szenen. Unterhaltsam und schlagfertig müssen sie sein – das Publikum ist begeistert. In der tuntischen Geschichte gibt es jedoch zahlreiche Hinweise darauf, dass sie nicht immer bloß witzige Entertainmentfiguren waren und bei weitem auch nicht sind. In den 1970er Jahren auch „Feministen“ und „Radikale“ genannt, intervenierten Tunten und ihre Sympathisant_innen innerhalb der Schwulen- und Linken Bewegung gegen „bürgerliche“ und verkrustete Strukturen sowie Vorstellungen von Geschlecht und Authentizität.
Zahlreiche Kritiken der Schwulenbewegung der 1970er Jahre, insbesondere jene der Tunten, zeigen Parallelen zu aktuellen queeren Bewegungen. Diese werden im Vortrag aufgegriffen und zur Diskussion gestellt. -
Radio im Mai
Die das Radioteam der QueerAG hat keine Mühen gescheut, das Programm auf FSK um folgende Beiträge zu erweitern:
- 2013-05-06 1400-1530: Rauchut
- 2013-05-18 2000-openend: Ausgerechnet Schweden, von Noah Sow und Shehadistan
- 2013-05-20 14-1530: S.Fuchs
Bedenkt, daß Teile unseres hochqualifizierten AG Personals auch unabhängig davon bei FSK aktiv sind, so hier und hier.
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Vortragseinladung 2013-04-10: Lebenserfahrung trans*
Wiebke Fuchs, Kai (Dan) Christian Ghattas, Deborah Reinert
Lebenserfahrung trans* – eine empirische Studie über die Lebenssituation transsexueller Menschen in NRW
Mittwoch 10.04.2013, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079Dr. Dan Christian Ghattas – Universitätsdozent, Kulturwissenschaftler und Journalist -, Deborah Reinert – Rechtsanwältin in Köln – und Wiebke Fuchs – Ethnologin, Aktivistin für Trans*-Rechte, MHC Hamburg – stellen die erste empirische Studie zur Lebenssituation Transsexueller in NRW vor.
Welche Erfahrungen machen Transsexuelle mit Akzeptanz und Diskriminierung? Mit welchen Problemen sehen sie sich konfrontiert im Berufsleben, im Gesundheitsbereich, in Familie und Partnerschaft, bei Behörden und in der Öffentlichkeit? Wie werden diese Probleme bewältigt und was ist dabei hilfreich? Welche Forderungen an die Politik lassen sich daraus ableiten? Die Studie entstand im Auftrag des LSVD und wurde vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, NRW gefördert.
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Vortragsreihe an der HAW: Migration Macht Gesellschaft
An der Hochschule für Angewandte Wissenschaft gibt es in diesem Semester wieder eine interessante Ringvorlesung zum Themenkomplex „Migration Macht Gesellschaft“, die vom AStA der HAW und dem Department Soziale Arbeit veranstaltet wird. Der erste Termin war leider schon im März.
Ringvorlesung „Migration Macht Gesellschaft“
Montags, 18.15 bis 19.45 Uhr
HAW Hamburg, Berliner Tor 5, Hörsaal 1.12Veranstaltungsübersicht:
25.3.2013: Die Schwierigkeit, nicht rassistisch zu sein (Prof. Dr. Annita Kalpaka, HAW Hamburg)
15.4.2013: Reproduktion von Rassismus am Beispiel der Darstellung von Afrikanern in Schulbüchern (Dr. Elina Marmer, Universität Hamburg)
29.4.2013: Refugee protest as a new political subject (Dr. Yahya Fall, Soziologe und Aktivist der Refugee Tent Action)
13.05.2013: Each one teach one, Brücken bauen, Perspektiven ändern (Olad Aden, Gangway e.V. Berlin)
27.05.2013: Intersektionalität und Staat. Ein staats- und hegemonietheoretischer Zugang zu Intersektionalität (Prof. Dr. Birgit Sauer, Universität Wien)Mit dem Titel der Ringvorlesung möchten die Veranstalter_innen ausdrücken, dass Migration Gesellschaft prägt und ein Teil von ihr ist. In der Vorlesungsreihe wollen sie die hegemonialen Machtprozesse und ihre Konsequenzen für Individuen und Gesellschaft analysieren.