Schlagwort: gesellschaft

  • Vortragseinladung 2012-07-11: Die Polyphonen Knabenchorschwuchteln

    Polyphonen Knabenchorschwuchteln, die
    „Johnny, are you queer?“1 Chor-Vortrag-Performance
    Mittwoch, 11.07.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Zum Semesterabschluß widmen wir uns mit gesanglicher Begleitung der Figur des Johnny:

    Schwul – verschollen – tot. Johnny ist die illusdystopische Figur queerer Ideengeschichte. An ihm_ihr normieren sich die Normen, brechen sich die Brüche und durchqueren sich die Durchquerungen. Höchste Zeit, Johnnys diversifizierten Repräsentationen von Minnesang bis Crustpunk nachzuspüren und wie Schmetterlinge auf dem Kork der Akademie aufzuspießen. Die Polyphonen Knabenchorschwuchteln – deren analytische Scharfsicht ihren gesanglichen Qualitäten in nichts nachsteht – widmen sich diesem facettierten Diskursknoten in einer eleganten Kakophonie der Wissensstände und fundamentlosen Privatmeinungen.


    1 Vgl.

  • Vortragseinladung 2012-04-18: Roma und Sinti in Europa

    Verena Spilker
    Roma und Sinti in Europa : zwischen Romantisierung und
    Ausgrenzung
    Mittwoch 18.04.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Der Vortrag wird in die Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Weitersagen!

    Aus Berlin kommt Verena Spilker, Ethnologin, sowie freie Redakteurin und Mitarbeiterin bei Amaro Drom e.V.; sie referiert über folgendes:

    Roma, Sinti und andere als „Zigeuner“ diskriminierte Gruppen leben seit Jahrhunderten auf der ganzen Welt und trotzdem hat die Mehrheitsbevölkerung oft nichts als Vorurteile und stereotype Bilder im Kopf. In der Ukraine, wo ich zwei Jahre lang in unterschiedlichen Roma-Gemeinschaften gelebt habe, konnte ich das in jedem einzelnen Gespräch feststellen, das ich mit den Menschen der Mehrheitsbevölkerung dort führte. Und auch hier in Deutschland werde ich immer wieder mit den unterschiedlichsten Fragen konfrontiert: Wo kommen diese Vorurteile her? Wie ist die Situation für Roma und Sinti in Europa heute, und welche gesellschaftlich-historischen Entwicklungen haben dazu geführt? Welche Bezeichnungen sind politisch korrekt? Dies und warum das Problem bei der Mehrheitsbevölkerung und nirgendwo anders liegt, möchte ich gerne an ausgewählten Beispielen erläutern und anschließend diskutieren.

  • Radio im Mai

    Einige werden es wissen, in Hamburg gibt es mit FSK ein freies Radio, das dort auf 93,0 Antenne und über Kabel auf 101,4 (105,7 im Speckgürtel) zu empfangen ist, weniger, daß dieser Sender weltweit hörbar ist über Internet-Livestream.

    Noch weniger, daß die AG Queer Studies und ihre Mitglieder Euch in den kommenden Monaten ein reichhaltiges Angebot über dieses Medium präsentieren. Folgende Vortragsdokumentationssendungen stehen an:

  • Vortragseinladung 2012-04-03: Einführung

    AG Queer Studies
    Einführung
    Mittwoch 03.04.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Am Mittwoch geht es los: Wir starten in ein neues Semester. Dieses mal mit einer funkelnagelneuen Einführung:

    Was bedeutet Queer? Eine möglichst allgemein verständliche Einführung in die theoretischen Hintergründe unseres Zuganges zu Queer und warum wir die beständige Politisierung des Begriffes für zentral halten? Kann es das geben? Woher nehmen, wenn nicht stehlen und ohne sich ständig zu wiederholen? Wir haben es gefunden! Auf einer Podiumsdiskussion in Leipzig zum Paranoid Paradise Filmfestival im Juli 2011. Dort ging es genau um die Erläuterung des Queerbegriffs aus verschiedenen Blickwinkeln: gender, race und class. Sprechen werden – in Anwesenheit, aber nicht live – Do. Gerbig und – in Abwesenheit – Nadine Lantzsch, die dieses Semester aber noch selbst in der Vorlesungsreihe zu erleben sein wird, sowie Franziska Rauchhut, die wir dann hoffentlich bald ebenfalls in persona begrüßen können.

  • Vortragseinladung 2012-01-11: SexarbeiterInnen (+DGS)

    Gudrun Greb, Kathrin Schrader (ragazza e.V. Hamburg)
    „Die Würde ist unantastbar und das ist auch so“
    Vom Überlebenskampf und alltäglichen Grenzverletzungen Drogengebrauchender SexarbeiterInnen
    Mittwoch 11.01.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Der Vortrag wird in die Deutsche Gebärdensprache übersetzt; weitersagen

    Ragazza ist eine niedrigschwellige und akzeptierende Kontakt- und Anlaufstelle mit einem integrierten Gesundheitsraum/Konsumraum und bietet Hilfen für Frauen, die Drogen konsumieren und der Prostitution nachgehen. Mehr Informationen auf http://www.ragazza-hamburg.de/

    Für diesen Verein haben wir Mittwoch deren Geschäftsführerin Gudrun Greb und Kathrin Schrader, Promovendin an der Technischen Universität
    Hamburg-Harburg zum Thema Handlungsfähigkeit zu Gast, über Folgendes zu referieren:

    In ganz unterschiedlicher Weise erzählen Drogengebrauchende Sexarbeiterinnen von ihrer persönlichen „Abhärtung“, die es ihnen ermöglicht, überleben zu können. Entweder sie sehen sich als „Härtefall“ oder sie negieren existentielle Bedürfnisse, um den Schmerz und die Verletzung nicht spüren zu müssen. Der Konsum von Drogen wird offensichtlich als die einzige zuverlässige Hilfe und Unterstützung wahrgenommen, um den Schmerz und die erlebten Traumata zu bewältigen, weil kein Auffangnetz existiert. „Drogenprostituierte“ sind als Junkiehuren, Abhängige, Kranke und Krankheit verbreitende, unprofessionell arbeitende Prostituierte stigmatisiert. Die Stigmata verschränken sich mit einer restriktiven und punitiven Struktur. Das hat eine verheerende Wirkung auf Drogengebrauchende Sexarbeiterinnen, sie werden kriminalisiert und sind nicht mehr als handlungsfähige Subjekte erkennbar. Inwieweit diese Zuschreibungen und Bilder ihrem Alltag und Selbstverständnis entsprechen, welche Auswirkung die repressive Politik in Hamburg auf Drogengebrauchende Sexarbeiterinnen hat, wird im Vortrag diskutiert.

  • Vortragseinladung 2011-12-14: Ableism (schriftgemittelt)

    Rebecca Maskos
    „Bist DU behindert oder was“ : Behinderung, Ableism und souveräne Bürger_innen
    Mittwoch 14.12.2011, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Bei dem Vortrag werden Schriftmittler*innen anwesend sein

    Aus Berlin kommt die Diplompsychologin und Journalistin Rebecca Maskos. Sie referiert zu folgendem:

    Auf den Schulhöfen gilt „behindert“ als Beleidigung, während im Bundestag ein Minister im Rollstuhl die bundesdeutschen Finanzen verwaltet. Im Fernsehen helfen zur besten Sendezeit Schauspieler_innen mit Trisomie 21 bei der Lösung von Kriminalfällen, während Pharmafirmen einen Test zur frühen Diagnose von Trisomie 21 auf dem Markt bringen, der bald noch effektiver das Leben von Menschen mit Lernschwierigkeiten verhindern wird. Wir leben in widersprüchlichen Zeiten. Behinderte Menschen sind gleichberechtigte Bürger_innen mit Rechten und Pflichten, das hat die Behindertenbewegung erkämpft. Trotzdem ist Behinderung immer noch ein Katastrophenszenario für sich als nichtbehindert verstehende Bürger_innen, das im Ruf nach pränataler Verhinderung und Sterbehilfe mündet. Behinderung scheint an etwas Fundamentalem zu rütteln, scheint die Identität und Integrität von Menschen mit vermeintlich intaktem Körper derart zu bedrohen, dass sie Verunsicherung und Angst auslöst. Woher könnte diese Angst kommen, welche Formen nimmt ihre Abwehr an, und was hat das mit einer Gesellschaft zu tun, in der der Körper zentraler Ort von Verwertung und Konkurrenz ist? Die Disability Studies und Aspekte der politischen Ökonomie geben Hinweise auf diese Fragen, denen ich in meinem Vortrag nachgehen möchte.

  • Aufruf zur studentischen Vollversammlung von Frauen

    am 24.11.11 um 13.00 Uhr
    im ESA W Raum 221

    Vor ca. 6 Jahren wurde die Selbstorganisation von Frauen im AStA zerstört: Das teilautonome Frauenreferat wurde abgeschafft. Frauen haben sich an anderer Stelle organisiert. Es ist wenig besser geworden: Weibliche Professorinnen sind immer noch in einer Unterzahl gegenüber den männlichen Professoren, obwohl es immer mehr weibliche Studierende gibt. Eine Seminardiskussion ist meist männlich dominiert und auch im AStA sind die meisten der Referent*Innen männlich. Auch über den Uni-Kosmos hinaus sind wir noch sehr weit von einer Gleichbehandlung entfernt. Um gegen die herrschenden, patriarchal geprägten Herrschaftssysteme zu kämpfen, gilt es, sich zusammenzuschließen!

    In der Studierendenparlamentssitzung am 10.11.11 gab es eine intensive Diskussion um die Wiedereinrichtung eines teilautonomen Frauenreferats. Über das Studierendenparlament und viele anwesende Frauen hinaus wollen wir auf dem Campus über diese Situation informieren. Im Anschluss wollen wir uns darüber austauschen, in welcher gesellschaftlichen Lage sich Frauen heute befinden, um dann zum Abschluss darüber zu diskutieren, wie wir uns, weiter organisieren wollen.


    Dazu laden wir ein:
    Vollversammlung der Frauen
    am 24.11.11 um 13.00 Uhr im ESA W Rm 221


    Offene Projektgruppe Frauenreferat (gegründet aus dem Frauenplenum im StuPa am 10.11.11)

  • Vortragseinladung 09.11.2011: feministische Crossover-Biografie von Johanna Elberskirchen (1864-1943)

    Dr. Christiane Leidinger
    Johanna Elberskirchen (1864-1943) – Eine feministische Cross-
    over-Biografie
    Mittwoch 09.11.2011, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Christiane Leidinger ist Freischaffende Politikwissenschaftlerin, promovierte zu Medien und Globalisierung. Sie gehörte zu den Herausgeber*Innen des Handbuchs AlternativMedien 2011/2012. Sie hält einen Multimedialen Vortrag mit Fotos und Musikbeispielen.

    Die Referentin zum Vortrag

    Johanna Elberskirchen kämpfte für die Befreiung von Frauen, ArbeiterInnen, Lesben und Schwulen. Eine Tochter aus „gutem Hause” war sie allerdings nicht – doch diese Hürde ihrer sozialen Herkunft ermutigt sie nur, darüber zu springen: Eine höhere Mädchenbildung, Lohnarbeit und sogar ein Studium als Frau in der Schweiz setzt sie für sich durch. Als Rednerin, Aktivistin und Schriftstellerin wird ihre schärfste Waffe das Wort: Polemisch und provokant sind ihre Schriften, trotz politischen Gegensätzlichkeiten, vielfach überraschend modern ihre Überlegungen, die auf Freiheit, Partizipation, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit zielen. Feministin ist sie stets aus Überzeugung, keineswegs jedoch eine Freundin von Haupt- und Nebenwidersprüchen. Im Jahr 1943 stirbt Johanna Elberskirchen in Rüdersdorf bei Berlin, wird jedoch erst 1975 unter mysteriösen Umständen beigesetzt. In Rüdersdorf bei Berlin und in Bonn erinnern inzwischen Gedenktafeln an die schillernde und streitbare Cross-over-Aktivistin verschiedener alter sozialer Bewegungen.

  • Vortragseinladung 2011-11-02: Akten, Medien und Foren zu Kindstötung

    Eva Tolasch
    Was ist eine gute Mutter? Eine Analyse von Akten, Medien und
    Foren zu Kindstötung
    Mittwoch 02.11.2011, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Aus München kommt Eva Tolasch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie und Geschlechtersoziologie. Sie referiert über folgendes Thema:

    Seit einiger Zeit erscheint die Kindstöterin wieder als `Monster` – nicht als `Mutter` – auf den Titelseiten einschlägiger Tages- und Wochenzeitungen. Im Gegensatz zu dem von den Medien vermittelten Bild einer Zunahme an Kindstötungen ist das Delikt der Kindstötungen im Zeitvergleich eher rückläufig, ein seltenes Phänomen und wird nicht bloß von Müttern verübt. Ein historischer Rückblick zeigt: Ein solches Krisenszenario des monströsen Mütterlichen ohne jegliche Sorge für ihr Kind ist nicht neu. Neu aber ist, wie das Mütterliche als Figur der Krise inszeniert wird. Denn die Art der sozialen Inszenierung – das Wie der Rede über die Kindstöterin als Mutter respektive Nicht-Mutter ist kulturvermittelt und damit abhängig von raum-zeitlichen Kontexten. So verschränken sich im „mother-blaming“ (Ladd-Taylor/Umansky 1998) unterschiedliche, durchaus widersprüchliche und konflikthafte Vorstellungen über Mütter. Anhand der Kindstöterin wird dabei verhandelt, was eine Person in der Position der Mutter (nicht) machen kann und sollte (Villa 2008). Im Vortrag wird die Rede um die Kindstöterin in ihrer Funktion als Trägerin von gesellschaftlichen Norm- und Wertehaltungen jenseits von individueller Schuld(zuschreibung) fokussiert. Methodisch lässt sich über Scheitern an der mütterlichen Norm – die Tötung des eigenen Kindes – qua Negativfolie des „mother-blaming“ das, was gegenwärtig unter dem Begriff gute Mutterschaft verhandelt wird, erschließen. In der Krisenfigur der gescheiterten Mutter stecken Imperative der guten Mutter. Um diese zeitgenössischen Imperative im Rahmen des Vortrags auszubuchstabieren, werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Geschlechter- und Familienwissensformen (Dölling 2003/Wetterer 2008) der Experten (Aktenmaterial von (versuchten) Kindstötungsfällen), der Medien (Berichterstattungen) und der Leute (Forendiskussionen) aus dem Zeitraum von 2005 bis 2011 rekonstruiert. In Abgrenzung zu Annalee Newitz (1998) verstehe ich die Kindstöterin nicht als „killer of tradition“, sondern vielmehr als eine Rekonstrukteurin der geschlechtlichen und familiären Traditionen.

  • „Allein schon Deutschland II“

    Für alle Kurz-Entschlossenen und alle, die gestern schon die Überfüllung des tollen Vortrags von Noah Sow genossen haben ;) – gehts gleich weiter in der T-Stube.
    Um 18 Uhr im Pferdestall gibt es morgen Teil 2 der Veranstaltung „Allein schon Deutschland“ mit dem Cafe Morgenland, die wir wärmstens weiterempfehlen möchten.
    yay!
    Für mehr Infos: studentischesmillieu