Kategorie: Termine

  • Vortragseinladung 2012-06-13: Heteronormativität und Rassismus

    Urmila Goel
    Zur Verflechtung von Heteronormativität und Rassismus – eine
    ethnographische Annäherung
    Mittwoch, 13.06.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Aus Berlin kommt Dr.Urmila Goel, Wissenschaftlerin und Trainerin –
    Näheres unter http://www.urmila.de/ – mit folgendem Thema:

    „Nein, meine Eltern hatten keine arrangierte Ehe, sie haben …“, „Ich
    hoffe, wieder mit meiner Hetero-Beziehung klar zu kommen, denn mit
    meinen Eltern will ich nicht brechen.“, „Es ist noch zu früh für
    Emanzipation in Indien“ – solche oder ähnliche Aussagen finde ich in
    meinem ethnographischen Material (Interviews, Publikationen, etc.) von
    Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind und mindestens einen
    Elternteil haben, der/die aus Südasien nach Deutschland migriert ist.
    Wie lassen sich solche Aussagen – jenseits von kulturalisierenden
    Ansätzen – analysieren? Welche Interpretationen ermöglicht ein
    intersektionaler Blick, der insbesondere die Verflechtungen der
    Machtverhältnisse Rassismus und Heteronormativität berücksichtigt? Im
    Vortrag diskutiere ich mein ethnographisches Material aus dieser
    Perspektive.

  • Vortragseinladung 2012-06-06

    Bärbel Mauss
    Sowohl als auch : Überraschende und altbekannte
    Geschlechterentwürfe in der Epigenetik und Molekularbiologie
    Mittwoch, 06.06.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Dipl. Biol. Bärbel Mauss leitet das Studienprogramm „Gender
    Studies in den Ingenieurwissenschaften. Technik – Wissenschaft –
    Praxis“ am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der TU-Berlin.

    Aus dem Abstract:

    Auf der Ebene der nicht-geschlechtsgebundenen Vererbung kann die Kategorie Geschlecht eigentlich keine Rolle spielen, oder doch? Wie Geschlecht bzw. Geschlechterdifferenz an der DNA zum Ausdruck kommt, wird in einem ersten Schritt Thema dieses Vortrages sein. Im zweiten Schritt wird nach den konkreten Geschlechterentwürfen gefragt, die sich als Effekte der im ersten Schritt dargestellten Einschreibung von Geschlechterdifferenz auf molekularer Ebene zeigen.

  • Vortragseinladung 2012-05-23: ‘Maskulismus’

    Andreas Kemper
    ‘Maskulismus’ – Abwehrmechanismen komplizenhafter Männlichkeit
    Mittwoch, 23.05.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Am Mittwoch zu Gast ist Andreas Kemper (M.A.) vom Verein Zabiba zum Abbau von Bildungsbarrieren.

    Seit zehn Jahren entwickelt sich im deutschsprachigen Raum ein zunehmend aggressiver werdender organisierter Antifeminismus. Sogenannte „Männerrechtler“, die sich selber auch „Maskulisten“ nennen, traten bislang hauptsächlich in ihren eigenen Blogs und Foren im Internet auf, aber auch auf den Kommentarseiten von Online-Artikeln größerer Zeitschriften. Zunehmend werden die antifeministischen Inhalte mit rechtspopulistischen Ideen vermengt und Neo-Nazi-Seiten wie Thiazi.net oder Altermedia verlinkt. Nach der Ermordung von 77 Menschen in Oslo durch Breivik, dessen Antifeminismus einige Maskulisten teilen, kam es in dieser Szene zu einer Spaltung. Arne Hoffmann, der (ehemalige?) Star-Autor dieser Szene versucht nun einen „linken Maskulismus“ zu etablieren. Schon länger geht es ihm und der Initiative AGENS darum, wissenschaftliche Reputabilität zu erhalten. In der Düsseldorfer Universität findet bspw. 2012 zum zweiten Mal eine „Männerkonferenz“ statt. Reetabliert sich hier ein „akademischer Maskulinismus“?

  • Vortragseinladung 2012-05-16: Slutwalks

    Nadine Lantzsch
    Theorie und Praxis – doch weit voneinander entfernt? : Feministische Bewegung aus intersektionaler Perspektive am Beispiel der Slutwalks
    Mittwoch, 16.05.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Der Vortrag wird in deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt. weitersagen!

    Wir freuen uns auf einen Vortrag der Medienelite: Aus Berlin kommt Nadine Lantzsch, M.A. (Gender & Diversity Kompetenz) feministische Aktivistin und freie Autorin. Sie referiert zu folgendem:

    Die Kritik, die Frauen mit Behinderungen, Lesben, Schwarze Frauen, Migrant_innen, Trans* und einige andere Gruppen bereits vor Jahrzehnten an der feministischen Bewegung formulierten, ist nach wie vor aktuell. Auch die Slutwalks, die Demonstrationswelle gegen sexualisierte Gewalt und Vergewaltigungsverharmlosung, sahen sich mit nahezu identischen Anwürfen konfrontiert. Obwohl die Organisator_innen die intersektionalen Verschränkungen sozialer Positionen in ihrer Arbeit versuchten zu berücksichtigen – sei es im Selbstverständnis, in der Organisation der Demo selbst oder in der Nachbereitung.

    Nach wie vor kommt es innerhalb feministischer Gruppen und Bewegungen zu Ausschlüssen, Aneignungen und Übergriffen jeglicher Art, ungeachtet der Tatsache, dass Feminist_innen heute auf das Wissen ihrer Vorgänger_innen zurückgreifen (können).

    Der Vortrag will der Frage nachgehen, inwiefern feministische Theorie und Praxis im Widerspruch stehen, welche Grenzen, Schwierigkeiten und Paradoxien feministischen Handlungs- und Widerstandsweisen zu Grunde liegt und warum Intersektionalität oft nur Theorie ist.

  • Wir da, im Radio

    Auch im Juni senden wir Vortragsmitschnitte auf FSK.

    • Montag, 04.06.2012, 1400-1530: Jürgen Martschukat: „A man is not a man without work“: Von Wirtschaftskrisen und arbeitslosen Familienvätern in den USA der 1930er Jahre
    • Montag, 18.06.2012, 1400-1530 (Erstveröffentlichung): Paul Scheibelhofer: Begehren, Gewalt und die Krisen des ‘unmarkierten Geschlechts’ : Zugänge einer kritischen Männlichkeitsforschung

    Auch geht die Sendereihe „Ein Lehrhaus für alle“ über die gleichnamige Konferenz des Zentrums für Disability Studies weiter, Termine werden schnellstmöglich bekanntgegeben. Die Vorträge werden folgende sein:

    • Susan Henderson: Building Independence from the Ground Up – Entwicklung und Konzeption des Ed Roberts Campus in Berkeley, USA
    • Barbara Neukirchinger: Gleichstellungspolitik im Lichte von Diversity – das Ende der Teilhabe?
    • Martina Spirgatis: zu Gleichstellungspolitik 2020: Standpunkt inclusive
  • Vortragseinladung 2012-05-09: Kritische Männlichkeitsforschung

    Paul Scheibelhofer
    Begehren, Gewalt und die Krisen des ‘unmarkierten Geschlechts’. Zugänge einer kritischen Männlichkeitsforschung
    Mittwoch, 09.05.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Paul Scheibelhofer, Lektor an der Universität Wien und Promovend am Gender Studies Department der Central European University, Budapest. Er beschäftigt sich mit kritischer Männlichkeitsforschung. Interessierten an der Trope „Krise der Männlichkeit“ seien auch die Forschungen von Felix Krämer zu dem Thema ans Herz gelegt.

    Das Reden von der „Krise des Mannes“ ist so populär wie problematisch. In diesem Vortrag wird zunächst ein kritischer Blick auf den dominanten Männerkrisen-Diskurs und dessen Effekte geworfen. Dabei zeigt sich: der Diskurs zeichnet ein Bild beschädigter „normaler“ (heterosexueller, Weißer, Mittelschichts-)Männlichkeit, die es zu „heilen“ gilt und propagiert antifeministische backlash-Politiken. Vor diesem Hintergrund wird im Vortrag eine andere, kritische Perspektive auf den Komplex „Männlichkeit und Krise“ entwickelt. Homosoziale Räume werden dabei nicht nur als wichtige Instanzen männlicher Vergesellschaftung erkannt, sondern auch als Orte der ambivalenten Regulierung von Sexualität, Begehren und Gewalt. Aus so einer Perspektive wird normative Männlichkeit als intrinsisch krisenhaft erkennbar. Und es ist diese Krisenhaftigkeit, die Ausgangspunkt für emanzipatorische männlichkeitskritische Politiken darstellen kann.

  • Vortragseinladung 2012-05-02: Jenseits des autonomen (menschlichen) Subjekts?

    Hanna Meißner
    Jenseits des autonomen (menschlichen) Subjekts?
    Mittwoch, 02.05.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Dr. Hanna Meißner kommt vom Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der TU zu Berlin. Sie arbeitet geradezu an einem Kerstück queerer Theorie, der Frage nach dem Subjekt:

    Aus dem Vortragsabstract

    Subjektkritik ist ein wichtiges Moment queerer Theorien, die damit das Vermächtnis der sich durch das 20. Jahrhundert ziehenden Krise des autonomen, vernunftbegabten Subjekts aufnehmen. Was bedeutet aber eine solche Subjektkritik? Zielt sie darauf, dass es ein autonomes Subjekt nie gegeben hat? Oder geht es darum, dass sich die gesellschaftlichen Verhältnisse so verändert haben, dass es nun (in der ‚Postmoderne’) kein autonomes Subjekt mehr gibt? Und welche Konsequenzen hat die fundamentale Infragestellung des autonomen Subjekts für (queere) Politik? Wie lassen sich Kritik- und Handlungsfähigkeit, wie lässt sich Verantwortung denken, ohne dass ein vorgängiges, intentionales Subjekt vorausgesetzt wird? Um diese Fragenkomplexe anzugehen, scheint es mir sinnvoll, Judith Butlers Hinweis aufzunehmen, dass etwas (fundamental) in Frage zu stellen nicht heißen muss, es als Irrtum oder als unwirklich zu verwerfen: Das (autonome) Subjekt ist zugleich phantasmatische Gestalt und wirkmächtige Realität. Anhand der Arbeiten von Butler, Foucault und Marx skizziere ich zunächst Bedingungen einer historischen Konstellation, in der Autonomie (als Verleugnung fundamentaler Abhängigkeiten) eine Bedingung subjektiver Handlungsfähigkeit darstellt. Dann gehe ich darauf ein, inwiefern eine Kritik, die an der Gewaltsamkeit dieser Verleugnung ansetzt, eine immanente Kritik ist; eine Kritik, die konstitutiv in den Bedingungen verhaftet ist, gegen die sie sich richtet. Gayatri Spivak und Donna Haraway aufgreifend ließe sich sagen, dass das autonome (menschliche) Subjekt etwas ist, was ‚wir’ nicht nicht begehren können – und dennoch kritisieren müssen.

  • Vortragseinladung 2012-04-25: trans*inter*phobie

    Ines Pohlkamp
    Täuschend echt?! Zum Gewicht der Illusion im Feld trans*inter*feindlicher Diskriminierung und Gewalt
    Mittwoch 25.04.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Der Vortrag wird in die Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Weitersagen!

    Transphobie hat viele Gesichter: Eine Seminarteilnehmerin berichtet von den Erfahrungen eines Freundes: „Der hat die schöne Frau geküsst. Und dann hatte die einen Penis!“ Alle anderen im Raum lachen. Einer ruft: „Aber man will doch wissen, mit wem man ins Bett geht.“

    Aus Bremen kommt Ines Pohlkamp, Referentin für queer-feministische Mädchenarbeit, intersektionale Bildung, Forschung zu heteronormativer Diskriminierung und Gewalt gegen Trans*Inter*Personen, welche auch Kriminologie studiert hat und aus ihrem Promotionsthema referiert.

    Im Vortrag „Täuschend echt?!“ fragt Ines Pohlkamp nach der Bedeutung von ‚Echtheit‘ und der ‚Falschheit‘ von Geschlecht im Feld der Diskriminierung und Gewalt. Die Referentin lädt zur Reflexion über diskursmächtige „täuschend echte“ Phänomene der Zweigeschlechtlichkeit ein und präsentiert Ergebnisse aus ihrer qualitativen Studie zur Trans*Inter*feindlichen Diskriminierung und Gewalt. Anhand von ausgewähltem Interviewmaterial mit geschlechtlich nonkonformen Personen wie Transgender, Crossdresser_innen oder intersexuellen Personen veranschaulicht sie die zentrale Stellung des Stereotyps der „Täuschung“ (Talia M. Bettcher). Mit Hilfe ihrer Ergebnisse hinterfragt sie das Phänomen geschlechtlicher Authentizität.

  • Vortragseinladung 2012-04-18: Roma und Sinti in Europa

    Verena Spilker
    Roma und Sinti in Europa : zwischen Romantisierung und
    Ausgrenzung
    Mittwoch 18.04.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Der Vortrag wird in die Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Weitersagen!

    Aus Berlin kommt Verena Spilker, Ethnologin, sowie freie Redakteurin und Mitarbeiterin bei Amaro Drom e.V.; sie referiert über folgendes:

    Roma, Sinti und andere als „Zigeuner“ diskriminierte Gruppen leben seit Jahrhunderten auf der ganzen Welt und trotzdem hat die Mehrheitsbevölkerung oft nichts als Vorurteile und stereotype Bilder im Kopf. In der Ukraine, wo ich zwei Jahre lang in unterschiedlichen Roma-Gemeinschaften gelebt habe, konnte ich das in jedem einzelnen Gespräch feststellen, das ich mit den Menschen der Mehrheitsbevölkerung dort führte. Und auch hier in Deutschland werde ich immer wieder mit den unterschiedlichsten Fragen konfrontiert: Wo kommen diese Vorurteile her? Wie ist die Situation für Roma und Sinti in Europa heute, und welche gesellschaftlich-historischen Entwicklungen haben dazu geführt? Welche Bezeichnungen sind politisch korrekt? Dies und warum das Problem bei der Mehrheitsbevölkerung und nirgendwo anders liegt, möchte ich gerne an ausgewählten Beispielen erläutern und anschließend diskutieren.

  • Radio im Mai

    Einige werden es wissen, in Hamburg gibt es mit FSK ein freies Radio, das dort auf 93,0 Antenne und über Kabel auf 101,4 (105,7 im Speckgürtel) zu empfangen ist, weniger, daß dieser Sender weltweit hörbar ist über Internet-Livestream.

    Noch weniger, daß die AG Queer Studies und ihre Mitglieder Euch in den kommenden Monaten ein reichhaltiges Angebot über dieses Medium präsentieren. Folgende Vortragsdokumentationssendungen stehen an: