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  • Vortragseinladung 25-11-2015: Von „What the hell?“ zu „Hell, yeah!“ – Blacktivism und Empowerment

    Ginnie Bekoe, queer B(l)acktivist und zukünftige Ziegenbesitzerin, Beiratsmitglied in der Initiative Schwarze Menschen (ISD) Bund e.V., Hamburg

    Mittwoch 25.11.2015, 19:15, Raum 0079, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“)

    Der Vortrag wird in die Deutsche Gebärdensprache übersetzt

    Hier die Kurzankündigung zum Vortrag:

    Empowerment ist eine Praxis der Selbstermächtigung. Selbstermächtigung bedeutet, sich frei-machend von gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen (Rassismus, (Hetero-)Se­xismus, Ableismus etc.) den eigenen Stärken und Interessen zuzuwenden.
    Es ist also eine Praxis, die all jene nutzen können, die auf Grund von sozialen Kategorien strukturell benachteiligt sind. Es ist eine positive Zuwendung auf das eigene Selbst, weg von sozialer Negativ-Prägung und Fremdbestimmung.

    Schwarze Personen sind in dieser Gesellschaft Rassismus und Ressentiments ausge­setzt. Dies kann sehr verschiedene Gefühle auslösen: Von Hilflosigkeit und Ablehnung über Widerwillen, Wertlosigkeit zu Enttäuschung, Trotz und Wut. Das Selbstbild ist ge­meinhin durch die Fremdassoziationen und -erwartungen geprägt, es kann aber auch ver­sucht werden, sich nicht trotz sondern unabhängig davon als Individuum zu begreifen: nicht nur gegen das Fremdbild, sondern für das Selbstbild zu agieren.

    In dem Vortrag werden verschiedene Empowermentstrategien und -ebenen anhand von Beispielen beleuchtet und in Verbindung gebracht mit verschiedenen aktivistischen Praxen Schwarzer Menschen.

    Ich werde auf individuelle und gruppenbezogene Wirkweisen von Aktivismus eingehen und Geschichten erzählen von Widerstand und Wellness, Sanftheit und Stärke, Kunst, Kultur, Kuchen und albernen Alliterationen.
    Und Ziegen.

  • Vortragseinladung 18-11-2015: „Du bist ja total krank!“ – Eine Reise durch die Wirrungen der Psychiatrie

    Peet Borgstein, Feministin, Bloggerin und Kulturwissenschaftlerin, Marburg

    Mittwoch 18.11.2015, 19:15, Raum 0079, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“)

    Hier die Kurzankündigung zum Vortrag:

    Wir alle sind vertraut mit psychiatrischen Diagnosen. Wir selbst oder nahe Menschen von uns gelten als depressiv, verrückt, persönlichkeitsgestört. Viele gehen regelmäßig in die Therapie, manche landen hinter verschlossenen Türen. Was passiert hinter diesen Türen? Wer unterscheidet, welches Verhalten, Denken, Fühlen noch normal und welches krank ist? Was hat das alles mit der Gesellschaft zu tun, in der wir leben? Welche Machtverhältnisse durchziehen das Gebäude, die Psychiater_innen, die Patient_innen? In diesem Vortrag soll es Anregungen für einen kritischen Blick auf Psychiatrie geben. Anhand vieler Beispiele wird die Institution genauso unter die Lupe genommen wie die Diagnosen, die zur Einweisung von Nöten sind.

    Nachtrag: Link zur Präsentation

  • Workshop mit Shirlette Ammons im November

    AG Queer Studies und ISD Hamburg

    in Kooperation mit der hochschulübergreifenden Gemeinsamen Kommission Gender & Diversity und dem Zentrum GenderWissen

    proudly present:

    Shirlette AmmonsShirlette Ammons – Bentley Mode:
    Paradiesvogel Hip Hop, der die Grenzen des Möglichen neu auslotet

     

    Bentley Mode [bent-li: mu:d] Substantiv: Eine Identität, die sich nicht den gesellschaftlichen Normen beugt. Sich nicht zu verstecken, sondern ein Paradiesvogel zu sein. Etwa selbstbewusst das eigene Schwarzsein zu leben anstatt sich gesellschaftlich Schwarz machen zu lassen. Oder, sich nicht von der Gesellschaft queer zuschreiben zu lassen, sondern die eigene, queere Identität in vollen Zügen ausleben, Sexualität von veralteten Moralvorstellungen loslösen und Unsicherheiten mit Selbstvertrauen gegenübergetreten.
     
     
    Gladys Bentley war eine Sängerin der Harlem Renaissance der 1920’er Jahre, die ihre hypermännliche Erscheinung durch ihren weißen Smoking und Zylinder bis zum Exzess zelebriert hat. Sie flirtete mit den weiblichen Teilen des Publikums während sie bekannte Lieder mit veränderten Lyrics in verruchte Neuinterpretationen mit Drag Queens als Backgroundtänzer*innen inszenierte.



    In ihrem Workshop wird Shirlette Songs von ihrem Album „T4GB“ vorstellen, die diesen Bentley Mode illustrieren. Daneben wird sie euch sowohl Künstler*innen vorstellen, die den Bentley Mode heute verkörpern (Mykki Blanco, Angel Haze…) als auch den historischen genreübergreifenden Kontext von Bentley Mode darstellen (Grace Jones, Sylvester).

     
    Der Workshop findet am 24.11.2015 ab 19:30 Uhr und in englischer Lautsprache statt.

    Ort:

    Zentrum GenderWissen
    Monetastraße 4
    20146 Hamburg

     

    Der Workshop ist gebühren- und barrierefrei zugänglich

    Auf Grund einer begrenzten Zahl an Plätzen bitten wir um Anmeldung unter folgender Emailadresse: isdhamburg@isdonline.de

     

  • Vortragsabsage für den 11-11-2015

    Der Vortrag von Lann Hornscheidt nächste Woche findet nicht statt.

    Weiter geht es dann in der Vortragsreihe am
    18.11.2015 mit Peet Borgstein: „Du bist ja total krank!“ – Eine Reise durch die Wirrungen der Psychiatrie

  • Vortragseinladung 04-11-2015: Behindert und verrückt feiern

    Antje Barten, Lea Eckert, Ly* Antwerpen, Tab Bergner aus dem Pride Parade Berlin Bündnis
    Behindert und verrückt feiern
    Mittwoch 04.11.2015, 19:15, Raum 0079, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“)
    Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem ZeDiS statt und wird schriftgedolmetscht

    Hier die Kurzankündigung zum Vortrag:

    Mit der „behindert und verrückt feiern“ – Pride Parade Berlin wollen wir seit drei Jahren einen öffentlichen Raum schaffen, um dem Druck zur Normalisierung von Körper-, Verhaltens-, und Wahrnehmungsweisen etwas entgegenzusetzen und unser So-Sein/uns zu feiern. Ähnlich wie z.B. Geschlecht und Sexualität sind unserem Verständnis nach Behinderung und Verrücktheit auch gesellschaftlich gemacht und wirkmächtig. Wir wollen die damit verbundenen Normen angreifen und trotzdem unsere hergestellten Gruppen feiern, uns verbünden, uns wertschätzen.
    Im Bündnis haben sich unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammengefunden, haben eine selbstorganisierte, gesellschaftskritische, verbandsunabhängige Demo auf die Räder gestellt und einige inhaltliche Auseinandersetzungen im/zum Themenfeld angestoßen.
    Auch Rückmeldungen von Teilnehmer_innen haben uns gezeigt, dass die Parade und die Veranstaltungen drumherum ein Raum geworden sind, den sich viele Menschen lange gewünscht haben und der auf verschiedenen Ebenen Menschen etwas von der Energie zurückgibt, die uns in unserem Alltag geraubt wird.
    Wie die Demo entstanden ist, welche politischen Ideen wir damit transportieren möchten und auf welche Herausforderungen wir dabei gestoßen sind – davon wollen wir euch erzählen.

  • Vortragseinladung 29-10-2015: Rape Culture – Eine Einführung zu gesellschaftlichem Umgang mit sexualisierter Gewalt und dem Begriff der ‚Vergewaltigungskultur‘

    Soziologiestudentin und politische Aktivistin Malaika Bunzenthal

    Rape Culture – Eine Einführung zu gesellschaftlichem Umgang mit sexualisierter Gewalt und dem Begriff der ‚Vergewaltigungskultur‘

    Mittwoch 28.10.2015, 19:15, Raum 0079, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”)

    Triggerwarnung: in dem Vortrag wird sexualisierte Gewalt explizit benannt

    Hier das Abstract zum Vortrag:

    Der Begriff der „rape culture“ (zu deutsch: „Vergewaltigungskultur“) bezeichnet eine Gesellschaft, in der sexualisierte Gewalt häufig stattfindet, toleriert und verharmlost wird. Dieser Vortrag stellt sich der Frage: Was genau ist rape culture? Wie sieht so eine Gesellschaft aus? Sexualisierte Gewalt wird häufig fälschlicherweise als selten vorkommendes, interpersonelles Phänomen zwischen zwei (oder mehr) Personen dargestellt. Dieser Vortrag bewegt sich weg von der rein individuellen Ebene und beleuchtet die gesellschaftlichen Dimensionen von sexualisierter Gewalt. Was sind vorherrschende Fehlannahmen (sogenannte „Verwaltigungsmythen“)? Was bedeutet „victim-blaming“ und wie zeigen sich Schuldzuschreibungen gegenüber den Betroffenen? Wie kann es dazu kommen, dass die wenigsten Täter_innen verurteilt werden? Wie äußert sich rape culture in Medien und Popkultur? Und wieso sind wir alle Teil dieser rape culture?

  • Semesterprogramm online & Votragsausfall

    Verehrte Freund*innen der AG Queer Studies

    Der Vortrag von Jasna Strick am kommenden Mittwoch fällt wegen Krankheit bedauerlicherweise aus. Damit starten wir am 28.10.2015 mit Malaika Bunzenthals Vortrag „Rape Culture – Eine Einführung zu gesellschaftlichem Umgang mit sexualisierter Gewalt und dem Begriff der ‘Vergewaltigungskultur’“ in das Wintersemester.

    Es stehen jetzt auch das Programm und das Abstract-Heft (pdf) online.
    Beste Grüße!
  • Performing Back – Theater am 09. und 10. Oktober

    Veranstaltung im Rahmen von 30 Jahre Initiative Schwarze Menschen in Deutschland
    In Kooperation mit dem AK Hamburg Postkolonial und der AG Queer Studies Uni Hamburg
    9. + 10.10. 2015 um 20.15 Uhr

    Trailer zu Performing Back
    https://vimeo.com/112166762

     

    Erinnerung ist keine Wellness-Oase, aber trotzdem eine Reise wert. Das schwere Erbe im Gepäck, besucht Simone Dede Ayivi das Gestern in den Städten von heute. Sie schreibt Postkarten von zu Hause in die Heimat und umgekehrt, um dem Vergessen gegenüberzutreten.

    Performing Back ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Kontinuität deutscher kolonialer Vergangenheit. Im Mittelpunkt der Performance steht Simone Dede Ayivis akribische Spurensuche im scheinbar unscheinbaren Stadtbild zwischen Autobahn und Schwänchenteich. Begleitet von den Stimmen Schwarzer deutscher Aktivist_innen und Kulturschaffender, bereist sie Orte ehemaliger Völkerschauen, Kolonialdenkmäler und koloniale Straßengebilde, berichtet von Widerstand und Visionen, gibt Ausblicke und Rückblicke.

    Mit ihrer Kompilation aus vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Fundstücken hinterfragt Simone Dede Ayivi hegemoniale Formen der Geschichtsschreibung und dekonstruiert koloniale und rassistische Bilderwelten. Dabei sucht die Performerin nach neuen Formen einer postkolonialen Ästhetik.

    Simone Dede Ayivi untergräbt die Theaterlandschaft mit Arbeiten aus Schwarzer Perspektive. Sie hat Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim studiert und inszenierte danach u.a. am postmigrantischen Theater Ballhaus Naunynstraße.

    Konzept und Performance: Simone Dede Ayivi
    Sound & Musik: Katharina Kellermann
    Raum & Kostüm: För Künkel
    Video: Juliane Kremberg
    Licht: Anahí Pérez
    Dramaturgie: Philipp Khabo Koepsell
    Assistenz: Caroline Froelich und Mirjam Pleines
    Produktionsleitung: ehrliche arbeit – freies kulturbüro

    Ort: LICHTHOF Theater e.V.
    Mendelssohnstraße 15
    22761 Hamburg

    Karten 18€/12€/8*€
    (*Das 8 €-Ticket ist eine zusätzliche Vergünstigung, die nach eigenem Ermessen in Anspruch genommen werden kann. Es ist nur an der Abendkasse erhältlich.)
    Reservierung: 040 / 855 00 840
    VVK: lichthof-theater.de
    und comfortticket
    Das LICHTHOF ist über einen Fahrstuhl zu erreichen. Rollstuhlfahrer*innenplätze vorhanden. Leider keine barrierefreie Toilette!

    Pressemitteilung

  • Veranstaltungshinweis: 26-09-2015 Black Queer Music

    +++++ save the date +++++
    Wir freuen uns wahnsinnig, vor dem Semesterstart unserer Vorlesungsreihe auf diese tolle Veranstaltung aufmerksam machen zu dürfen!
    +++++ save the date +++++

    Vortrag + Diskussion am 26.9. ab 18 Uhr

    Interventionsebenen & Wirkfelder Schwarzer Queerer Musik

    Le1f, Mykki Blanco, Msoke, Zebra Katz, Titica, Bessie Smith, Tracy Chapman, Angel Haze, Josephine Baker, Frank Ocean, Cakes da Killa, Shirlette Ammons, Alif, Amplify Dot, Y-Love…

    Welche Schwarze queere Musik gibt es? Wie wird sie wahrgenommen? Was spiegelt sie wider? Welche Erfahrungswerte sind darin enthalten? Welche Einfluss hat Schwarze queere Musik auf die queeren Communities? Welche auf die Mainstream-Gesellschaft?

    Ana Melina Morr de Perez hat verschiedene Schwarze queere Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen interviewt und präsentiert und analysiert Musik, Meinungen und Machtstrukturen.

    Ana Melina Morr de Perez ist queer, cis, fat, pan, black, latin@, neurodivers, Studentin der Kulturwissenschaften und Gender Studies, Aktivistin und multimediale Bloggerin auf schwarzrund.wordpress.com und schreibt ihren ersten Roman, für den es eine Crowdfunding-Kampagne gibt.

    Eintritt nach Spende (4€ gewünscht)

    Ort: Centro Sociale
    Sternstraße 2
    Das Centro ist barrierefrei ebenerdig erreichbar und verfügt über eine barrierefreie Toilette.

    In Kooperation mit der AG Queer Studies der Universität Hamburg

    Gefördert durch die hannchen mehrzweck-stiftung (hms) und die Gemeinsame Kommission Gender & Diversity der Hamburger Hochschulen.

    Flyer zum Download. (.pdf)
    Link zum FB-Event
    Link zum Centro Sociale

  • Mike Laufenberg: Heteronormativität im Neoliberalismus.

    Heteronormativität im Neoliberalismus. Queerfeministische Perspektiven auf Kapitalismus und Krise

    Vortrag vom 20.05.2015 von Dr. Mike Laufenberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, TU Berlin, Mitglied der Gruppe „kitchen politics. Queerfeministische Interventionen“.

    Braucht der Kapitalismus Heteronormativität?
    Nicht unbedingt, aber sie hat sich für die Entfaltung und Aufrechterhaltung kapitalistischer Verhältnisse als sehr nützlich erwiesen. Feminist_innen und lesbischwule Intellektuelle neigten daher lange dazu, diese Frage eindeutig zu bejahen. Der marxistische Feminismus der 1970er Jahre betonte, dass kapitalistische Gesellschaften nicht nur der Produktion von Lohnarbeiter_innen bedürfen, sondern darüber hinaus auf bestimmte Typen von Familie, Sexualität und Zweigeschlechtlichkeit angewiesen seien. Heterosexualität wurde hierbei als soziales Machtverhältnis kritisiert, das ein System der vergeschlechtlichten Arbeitsteilung aufrecht erhält, welches die Arbeit von Frauen sozial und ökonomisch abwertet. Doch seit den 1970er Jahren hat sich in den kapitalistischen Ländern des ,Westens‘ viel verändert. Mit den Produktionsverhältnissen haben sich auch die  Familienverhältnisse flexibilisiert; in den Großstädten weicht die Kleinfamilie Single-Haushalten, Wohngemeinschaften und ‚Homo-Ehen‘. Das patriarchale männliche Ernährermodell scheint obsolet; Gender Mainstreaming und Diversity Management setzen weibliches Arbeitsvermögen und die Ressourcen von Schwulen und Lesben heute gewinnbringend in Wert. Die Frage lautet heute: Braucht der neoliberale Kapitalismus noch Heteronormativität? Der Vortrag gibt einige Antworten und zeigt, warum eine queere Kritik der Heterosexualität immer auch Kritik des Kapitalismus sein muss.