Autor: W.

  • Vortragseinladung 2013-05-29: Glee

    Andrea Rick
    „Because of the layers? – Because of the layers.“ – Lesarten der Fernsehserie ‚Glee‘
    Mittwoch 29.05.2013, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Andrea Rick (M.A.) ist freischaffende Kulturwissenschaftlerin in Hamburg und dürfte Queerag-Affinen u.a. durch einen gemeinsam ausgerichteten Femmeness-Workshop bekannt sein. Am Mittwoch referiert sie über:

    Die amerikanische Fernsehserie „Glee“, eine mehrfach preisgekrönte postmoderne Mischung aus Musical, Drama und Satire, hat in ihrem Herkunftsland vor allem damit Furore gemacht, dass sich zwei ihrer schwulen Figuren (Kurt Hummel und Blaine Anderson) über sämtliche geschlechtlichen und sexuellen Identitätsgrenzen hinweg zu absoluten Publikumslieblingen entwickelt haben, die regelmäßig und mit großem Abstand Zuschauer*innenwettbewerbe um das beliebteste Serienpaar gewinnen und deren Bilder inzwischen auch College-Lehrbücher illustrieren.

    „Glee“ setzt ein popkulturell gebildetes Publikum voraus, das die schier endlosen Anspielungen, Persiflagen und Hommagen (in Text und Bild) an die Musik- und Medienlandschaft der letzten paar Jahrzehnte nicht nur erkennt, sondern auch deren Bedeutung für die Geschichten und Charaktere der Serie erfassen kann. Weiterhin zeigt sich „Glee“ auch in Bezug auf LGBTQ*-Kulturen mit unverkennbarem Insiderwissen ausgestattet, was sich insbesondere auf die Darstellung von lesbischen, bisexuellen, schwulen und Transgender-Figuren und deren Geschichten auswirkt. Schließlich stehen die Macher*innen von „Glee“ auch in regem Austausch mit Fans der Serie (v.a. über Twitter) und beziehen sich in der Serie auch auf visuelle und sprachliche Eigenheiten von kulturellen Produkten aus Fan-Zusammenhängen.

    Durch diese komplexe Erzählweise, die sich immer wieder auf ihr kulturelles Umfeld bezieht, wird „Glee“ zu einem extrem vielschichtigen Gebilde, das durch genaueres und wiederholtes Anschauen nur an Tiefe und Aussagekraft gewinnt. Dies möchte ich in meinem Vortrag anhand einiger Beispiele illustrieren, in denen ich sowohl gesprochene/gesungene Texte als auch visuelle Elemente (Kostüme, Szenenbild, Requisiten, Kameraperspektiven) betrachte und deren Aussagen auf die Darstellung v.a. von queerer Maskulinität und von Transidentität in „Glee“ untersuche.

  • Präsidium der Universität Hamburg stellt sich gegen Inklusion und Diversity

    Pressemitteilung der AG Queer Studies

    Die Vizepräsidentin der Universität Hamburg, Prof. Dr. Rosemarie Mielke, hat sich in einer E-Mail abschätzig über Gruppen geäußert, die die UN-Behindertenrechtskonvention an der Universität Hamburg umsetzen wollen. Aber auch durch das drohende Aus des aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderten Projekts „Zentrum für Disability Studies“ (ZeDis) schürt das Präsidium Zweifel an der Ernsthaftigkeit seiner Bemühungen um Inklusion und für eine diskriminierungsfreie Universität.

    Im Oktober 2012 setzte sich das ZeDiS gemeinsam mit dem Zentrum GenderWissen und der AG Queer Studies unter Verweis auf die UN-Behindertenrechtskonvention für die Bezahlung von GebärdensprachdolmetscherInnen ein, um die Teilnahme gehörloser Studierender am „Runden Tisch Diversity“ der Uni Hamburg zu gewährleisten. Zudem wurde ein Konzept des Präsidiums im Bereich Diversity gefordert. Daraufhin wurde der „Runde Tisch“ einfach abgesagt. Auf Nachfrage äußerte sich die Vize-Präsidentin Prof. Dr. Rosemarie Mielke in einer E-Mail wie folgt: „Das Thema ist ein vermintes Feld und seit Jahren tummeln sich hier Interessengruppen, die immer gleich die UN-Konvention aus der Huefte ziehen.“ Anscheinend werden von der Vizepräsidentin Gruppen, die sich für die Geltung und Achtung der Menschenrechte aus UN-Konventionen einsetzen, als Bedrohung wahrgenommen.
    Im Januar wurde schließlich wieder ein „Runder Tisch“ mit GebärdensprachdolmetscherInnen einberufen, doch obwohl hier ein Diversity-Konzept erarbeitet werden soll, sind die Ergebnisse bisher mehr als dürftig. Ein ernsthaftes Interesse an Antidiskriminierungsmaßnahmen scheint das Universitätspräsidium nicht zu haben. Stattdessen werden Gruppen, die sich in diesem Bereich engagieren, als fragwürdige „Interessengruppen“ diffamiert.

    Die AG Queer Studies ist über den Umgang der Universität Hamburg mit den Betroffenen und dem Thema Diversity entsetzt. Nicole Meyer von der AG Queer Studies erklärt hierzu „Mit altgedienten Strukturen und Personen scheint unverhohlen eine Strategie zur Durchsetzung präsidialer und professoraler Interessen verfolgt zu werden. Die Sicht betroffener Gruppen scheint keine Rolle zu spielen und unliebsamen Einrichtungen wird die Existenzgrundlage entzogen.“

    Die AG Queer Studies fordert daher:

    • eine Entschuldigung von Vizepräsidentin Prof. Dr. Rosemarie Mielke
    • eine öffentliche Stellungnahme der Universität Hamburg zum Weiteren Vorgehen in Bezug auf Inklusion und Diversity sowie eine Zusicherung die UN-Behindertenrechtskonvention konsequent umzusetzen
    • die Förderung inklusiv ausgerichteter Projekte und Initiativen und eine Weiterführung des Zentrums für Disability Studies
    • die Entwicklung einer Diversity-Strategie Bottom-up unter maßgeblicher Beteiligung der Betroffenen.
  • QueerAG im Radio

    Auf FSK gibt es massenhaft Programm mit Beteiligung von AG Queer Studies Mitgliedern, so beispielsweise „Der Computer kann alles“ oder die „Kaffeehausdilettant*n“. Explizit unter Beteiligung der AG Queer Studies steht uns aber nur folgendes bevor

  • Verantstaltungstip: 2013-05-16 Afrofuturismus

    Alexander G. Weheliye
    Afrofuturismus : Schwarze Leitkultur in Science Fiction, Kunst, Musik, Film
    Donnerstag, 16.05.2013, 19:00, Marktstraße 130 („Café Timbuktu“)
    Eintritt: 3€

    Zusätzlich zum Vortrag wird es Filmclips und im Anschluß eine „Musiklounge“ geben.

    Prof. Dr. Alexander G. Weheliye tritt am Donnerstag mit einem anderen Vortrag am Mittwoch in unserer Vorlesungsreihe auf und ist Professor für African American und Diaspora Studies an der Northwestern University, Chicago; er hält den Vortrag in deutscher Sprache. Zu seinen Themenschwerpunkten gehören afro- diasporische Literatur und Kultur, Kritische Theorie und Populärkultur. Neben diversen Essayveröffentlichungen über Schwarze Kulturen in Deutschland und den USA ist er Autor von Phonographies: Grooves in Sonic Afro-Modernity (2005) und Habeas Viscus: Racializing Assemblages, Biopolitics, and Black Feminist Theories of the Human (2014). Der Vortrag wird kuratiert von Noah Sow, der AG Queer Studies der Universität Hamburg, und dem Café Timbuktu.

    Zum Vortragsinhalt

    Afrofuturismus ist eine Kulturtheorie und künstlerische Bewegung in Musik (Sun Ra, Janelle Monae, Detroit Techno) Bildender Kunst (Krista Franklin, Hebru Brantley) und Literatur (Samuel Delany, Octavia Butler, Nalo Hopkinson), die die Zusammenhänge zwischen Science Fiction, Technologie, und Schwarzer Kulturpolitik beleuchtet. Im Afrofuturismus werden die wichtige Funktion von Technik, bisweilen auch alltäglicher (Plattenspieler, Handys) in afrodiasporischen Kulturen erläutert und durch den Einsatz von spekulativen, an Science Fiction angelehnte, Methoden dezidiert Schwarze Versionen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft imaginiert. Dabei meidet der Afrofuturismus chronologische Hierarchien, und vermeidet so die Darstellungstradition, weiße Kulturen als „entwickelter“ zu konstruieren.

  • Vortragseinladung 2013-05-15: Wie der Berliner Techno weiß wurde

    Alexander G. Weheliye
    „White Brothers With No Soul“: Wie der Berliner Techno weiß wurde
    Mittwoch 15.05.2013, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

     

    Prof. Dr. Alexander G. Weheliye forscht und lehrt zu African American and Diaspora Studies an der Northwestern University, USA. Er referiert am Mittwoch über folgendes Thema:

    Der Titel meines Vortrages stammt aus dem 2008 erschienen Dokumentarfilm „We Call It Techno!“, der die Entstehung der deutschen Technoszene beleuchtet. Wie auch in vielen anderen zeitgenössischen filmischen, journalistischen und wissenschaftlichen Dokumentationen über diesen Abschnitt der jüngeren deutschen Kulturgeschichte, wird hier eine dezidiert rassifizierte Variante des kollektiven Erinnerns praktiziert.

    Infolgedessen befasst sich mein Beitrag mit dem sowohl im deutschen als auch im angelsächsischen Raum auftauchenden Konsens über den Werdegang von Berlin als Welthauptstadt des Techno seit 1990. Das Ausklammern der multikulturellen und queeren Vorgeschichte des Techno im West-Berlin der 80er Jahre, vor allem in der damaligen Klubkultur und Rezeption Schwarzer Musik, ermöglicht Kommentatoren, den Techno als fast ausschließlich heteromaskulin, weiß, und, im angelsächsischen Raum, stereotypisch „deutsch!“ darzustellen – eine Mythologisierung, die sich reibungslos in die rassifizierte Volkswerdungs-Erzählung der deutsch-deutschen Wiedervereinigung einfügt. Somit wird Techno retroaktiv zum Soundtrack des Zusammenschlusses von weißen und heterosexuellen Brüdern ohne Soul in Ost und West stilisiert. Um dieser Mythologisierung entgegenzuwirken betone ich sowohl die ethnische und sexuelle Vielfältigkeit der Berliner Musiklandschaft in den 80er Jahren als auch das Aufkommen von Eurodance Anfang der 90er Jahre, ein Genre, das oftmals ein afro-deutsches Gesicht in der Öffentlichkeit trug und als das feminisierte Pendant zu Techno fungierte.

  • Vortragseinladung 2013-05-08: Ban Marriage!

    Sushila Mesquita
    Ban Marriage! Familienpolitiken aus queer-feministischer Perspektive
    Mittwoch 08.05.2013, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Dr. Sushila Mesquita berufliche Tätigkeit liegt in der Genderforschung an der Universität Wien und sie ist aktiv in vielfältigen Projekten im popkulturell-politischen Bereich, so u.a. für Radio Orange94. Am Mittwoch ist sie zu Gast mit folgendem Thema:

    Was passiert, wenn „Ban Marriage!“ von den Hidden Cameras mit Sister Sledge’s „We are family“ zu einem mash-up vermanscht wird? Ausgehend von queer-feministischen Kritiken an der Institution Ehe und an den Gleichstellungsbestrebungen von Teilen der LGBTIQ-Bewegung will ich zunächst die Ambivalenzen der rechtlichen Anerkennung bestimmter lesbischwuler Beziehungen skizzieren. Im Anschluss daran möchte ich nach rechtlichen Anerkennungsstrukturen suchen, die der gelebten Vielfalt von Wahlfamilien gerecht zu werden vermögen, ohne dabei hierarchisierend und normierend zu verfahren.

  • Radio im Mai

    Die das Radioteam der QueerAG hat keine Mühen gescheut, das Programm auf FSK um folgende Beiträge zu erweitern:

    Bedenkt, daß Teile unseres hochqualifizierten AG Personals auch unabhängig davon bei FSK aktiv sind, so hier und hier.

  • Vortragseinladung 2013-04-10: Lebenserfahrung trans*

    Wiebke Fuchs, Kai (Dan) Christian Ghattas, Deborah Reinert
    Lebenserfahrung trans* – eine empirische Studie über die Lebenssituation transsexueller Menschen in NRW
    Mittwoch 10.04.2013, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Dr. Dan Christian Ghattas – Universitätsdozent, Kulturwissenschaftler und Journalist -, Deborah Reinert – Rechtsanwältin in Köln – und Wiebke Fuchs – Ethnologin, Aktivistin für Trans*-Rechte, MHC Hamburg – stellen die erste empirische Studie zur Lebenssituation Transsexueller in NRW vor.

    Welche Erfahrungen machen Transsexuelle mit Akzeptanz und Diskriminierung? Mit welchen Problemen sehen sie sich konfrontiert im Berufsleben, im Gesundheitsbereich, in Familie und Partnerschaft, bei Behörden und in der Öffentlichkeit? Wie werden diese Probleme bewältigt und was ist dabei hilfreich? Welche Forderungen an die Politik lassen sich daraus ableiten? Die Studie entstand im Auftrag des LSVD und wurde vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, NRW gefördert.

    Studie zum Download

  • Vortragseinladung 2013-01-30: Blessless & Didine

    Blessless Mahoney & Didine van der Platenvlotbrug
    Die luminöse Topographie. Auf der Planche in Olims Apodyterium. Leukopoetische Ombragen für machulle Zeiten
    Mittwoch 30.01.2013, 19:15, Edmund-Siemers-Allee 1 („ESA“) C

    Achtung: Diese Vorlesung findet abweichend von der restlichen Vorlesung im Erwin-Panofsky Hörsaal des Uni-Hauptgebäudes statt

    Zum Ende des Wintersemesters freuen wir uns, wieder einmal Blessless Mahoney, Dekanin der Eberhardt-Anbau-Scheibenschwenkpflug-Universität, Brake an der Weser & Didine van der Platenvlotbrug Pröpstin der Elsa-Sophia-von-Kamphoevener-Fernuniversität, Katzen-Ellenbogen begrüßen zu dürfen. Dieses mal mit folgendem Thema:

    Stellen wir uns das philosophische Wohnzimmer als endoplasmatisches Retikulum vor, so drängen sich die neuesten Erkenntnisse im Bereich der holistic science geradezu auf! Wer sonst außer den beiden Töchtern der dialektischen Morgenröte könnte sich mit apodiktischem Aplomb Hempels Didaktik zu Nutze machen und eine cereale Landkarte in Moll entwerfen? Eben. Das Membransurfen bzw. Queer(t)reiben wird unsere innere Möblierung zum Schwingen bringen oder ganz anders gesagt: Wenn Sound zur Landschaft wird, wo wollen wir uns dann verlieren? Eine Action Lecture a prima vista, garantiert äquivok.

  • Vortragseinladung 2013-01-23: Maureen Maisha Eggers

    Maureen Maisha Eggers
    Diversität und intersektionelle Queer Theory aus einer Critical Race Theory Perspective
    Mittwoch 23.01.2013, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Wir freuen uns abeauf den Mittwoch, da wir wieder eine der Referent*innen begrüßen dürfen, die vorzustellen fast schon müßig ist: Prof. Dr. Maureen Maisha Eggers, lehrt an der Hochschule Magdeburg-Stendal zu Kindheit und Differenz (Diversity Studies) und referiert über folgendes.

    Der Begriff der Intersektionalität geht auf die US-amerikanische Rechtswissenschaftlerin Kimberlé W. Crenshaw zurück. Sie entwickelte den Begriff Ende der 1980er Jahren, um Diskriminierungsmechanismen in der Arbeitsmarktsituation Schwarzer Frauen zu analysieren. Seitdem hat der Begriff innerhalb der Gender Studies einen prominenten Status erreicht. Seine Etablierung geht allerdings mit einer Auslöschung seiner Entstehungszusammenhänge einher. Ausgangspunkt dieses Vortrags ist eine Thematisierung des ‚Intersektionellen Blicks’ im Kontext seiner Entstehungszusammenhänge in der Critical Race Theory-Bewegung. Ich bin daran interessiert nachzuzeichnen, an welchen Punkten die geteilten ‚Intellectual und Political Commitments’ von Race Scholarhip und Gender Scholarship auseinanderklaffen, um eine solche Rezeption der Intersektionalität, wie wir sie in Deutschland erleben, zu verursachen.

    CRT Scholarship bezieht sich in erster Linie auf rassismuskritische Analysen von Rechtsmitteln und Rechtsverfahren, da sie ein Produkt der kritischen Interventionen und der Zusammenschlüsse von (P.O.C.) Legal Scholars war. Inzwischen ist das zweitgrößte Feld der Anwendung von CRT das Feld der Bildung (Bildungsinstitutionen und ihre Verfahren). Hierin besteht auch die starke Verbindung zum Begriff der Diversität. Engagierte Legal Scholars of Color strebten eine konkrete Diversifizierung ihrer eigenen Bildungsinstitutionen (Harvard Law School, San Francisco State University) per Student Activism v.a. durch Streiks an. Dabei galt es, gegen die systematisierten rassifizierten Ausschlussmechanismen eigene systematisierte Interventionen aufzustellen. CRT wurde daher nicht nur als eine intellektuelle und politische Bewegung aufgebaut, sondern mit dem Ziel vorangetrieben, ein Aggregat, eine eigene Infrastruktur zu installieren. Mit Texten von Cengiz Barskanmaz, Iyiola Solanke und Jin Haritaworn möchte ich über die Möglichkeit des Aufbaus einer solchen Infrastruktur in Deutschland ins Gespräch kommen.