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  • Planungschaos

    Leider müssen wir Euch informieren, daß der Vortrag am kommenden Mittwoch, 2013-10-29 leider entfällt.

    Behaltet diese Verteilerin unter Beobachtung, denn leider kann Danny Canal übernächsten Mittwoch (2013-11-06) nicht referieren, gerade laufen allerdings die Planungen für eine mögliche Ersatzveranstaltung

  • Vortragseinladung 2013-10-23: Karriere des konstruierten Gegensatzes

    Koray Yilmaz-Günay
    Karriere des konstruierten Gegensatzes ‹Muslime versus Schwule›. Sexualpolitiken und Bilder vom Orient nach dem 11. September 2001
    Mittwoch 23.10.2013, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

    Verzeiht die späte Ankündigung, die Organisation dieses Vortrags war im Vorfeld von massivem Pech verfolgt. Umso mehr freuen wir uns, morgen Koray Yilmaz-Günay in unserer Ringvorlesung begrüßen zu können, tätig im Migrationsrat Berlin-Brandenburg e.V. und der RLS zu Berlin.

    Aus dem Abstract

    Die Anschläge vom «11. September» und ihr Nachgang haben Arten und Weisen verändert, wie «Einwander_innen» gesehen und adressiert werden, sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern Europas. «Islam» und «Integration» haben ethnische Attributierungen verdrängt, vor allem nach dem Mord an Theo van Gogh in den Niederlanden rückte eine neue «muslimische» Identität in den Fokus rassistischer Diskurse. Die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen und Homosexuellen wurde zum Schlüssel-Argument in der Konstruktion einer «westlichen» Identität, die sich den Anmaßungen «vormoderner» muslimischer Identitäten und Vorstellungen und Verhaltensweisen widersetzen muss – inklusive feministischer und queerer Aktivist_innen, die sich über das Blaming von «Anderen» Zugang in die «Mitte der Gesellschaft» erhoffen. Der Vortrag spürt der Geschichte, dem Verlauf und den Konsequenzen dieser neuen Allianzen nach.

  • Bini Adamczak: bzw. – Beziehungsweise. Liebe & Kapital.

    Foto von Bini AdamczakIm Sommersemester 2013 war Bini Adamczak zum zweiten Mal in unserer Reihe zu Gast. Erneut widmete sie sich dem Komplex Kapitalverhältnis und Liebe, die sie im Vortrag jeweils als Beziehungsweise analysiert. Mehr zu „bzw. – Beziehungsweise. Liebe & Kapital.“ erfahrt ihr wie immer im unten stehenden Abstract.

    Zur weiteren Lektüre empfehlen wir die beiden Bücher von Bini: „Kommunismus. Kleine Geschichte wie alles anders wird“, hier auch in einer Version zum Zuhören auf youtube, und „Gestern Morgen. Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft“ (hier ebenfalls als Lesung).

    [podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/adamczak_2013_CC.mp3[/podcast]
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    Ware und Liebe sind Beziehungen, Beziehungsweisen, die zudem in inniger Beziehung zueinander stehen. In beiden maskiert sich eine gesellschaftliche Beziehung von öffentlichem Interesse als bloßes Privatverhältnis, als zweigliedriger Austausch von Dingen und Geld, von Obszönitäten und Zärtlichkeiten – oder beidem zugleich. Als Austausch, jedenfalls, von Arbeit – Waren produzierender oder Arbeitskraft reproduzierender Arbeit; Lohnarbeit oder Liebesarbeit. In beiden Beziehungsweisen manifestiert sich eine erstaunliche Symbiose von Singularität und Universalität, privatester Privatheit und öffentlichster Öffentlichkeit. Die Ware beansprucht – trotz aller Serialität – als gebrauchswertiger Körper immer ein konkretes Bedürfnis zu befriedigen und trägt zugleich einen Preis, als Zeichen ihrer allgemeinen Austauschbarkeit. Die Liebe, ganz ähnlich, behauptet, jedes Mal unverwechselbar und einzigartig zu sein und dudelt doch täglich unentrinnbar in Radio, TV wie Kino. Zu lieben (romantisch) soll ebenso Merkmal einer allgemeinen Anthropologie sein wie zu tauschen (äquivalent) oder zu kacken (individuell). Gerade in der Vereinzelung soll die Allgemeinheit bestehen. Doch der private Handel verbirgt die öffentliche Aushandlung.

  • Anna-Katharina Meßmer: Intimchirurgie

    Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenAnna-Katharina Meßmer war im Sommersemester in unserer Reihe zu Gast. Ihr Vortrag war angekündigt unter dem Titel „‚Und dann ändert man eben seinen Körper‘ – Intimchirurgie zwischen Medikalisierung und Rohstoffisierung“. Davon abweichend behandelt Meßmer die Rolle von Genitalverstümmlung im Diskurs um Intimchirugie im cis-weiblichen Genitalbereich. Der Vortrag basiert in dieser Form auf dem Artikel „Same Same But Different: Intimmodifikationen zwischen Zwang und Selbstbestimmung“, der 2013 in einem Band mit dem Titel „Wanderungen. Migrationen und Transformationen aus geschlechterwissenschaftlichen Perspektiven“ bei transcript erschienen ist.

    Anna-Katharina Meßmer promoviert derzeit an der LMU München am Lehrstuhl von Paula Irene Villa. Dort ist sie angegliedert an das DFG-Projekt „Das optimierte Geschlecht? Soziologische Explorationen zur (Neu)Kodierung der Geschlechterdifferenz am Beispiel der ‚Schönheitschirurgie’“.

    Inhaltswarnung: Die Referentin geht auf die medizinischen Praxen der Intimchirugie und die Praxen der Genitalbeschneidung bei Frauen ein.

    [podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/messmer_2013_CC.mp3[/podcast]
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  • Verena Spilker: Roma und Sinti in Europa

    Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenBereits im Sommersemester 2012 war Verena Spilker in unserer Reihe zu Gast. Die Berlinerin hat zwei Jahre in Transkarpatien, Ukraine gelebt und dort mit unterschiedlichen Roma-Gemeinschaften gearbeitet. In ihren Vortrag beschäftigt sich sich mit der Geschichte und Situation von „Roma und Sinti in Europa: zwischen Romantisierung und Ausgrenzung“ und dem Antiziganismus der Mehrheitsgesellschaften, der sich derzeit in vielen Ländern vermehrt in Entrechtung und Gewalt niederschlägt. Ein Beispiel aus Deutschland (Inhaltswarnung: rassistische Aufrufe zu Gewalt) hat aktuell die Jungle World dokumentiert.
    Verena Spilker studierte in Göttingen und Leipzig Ethnologie, Politikwissenschaft, Hispanistik und Russistik. Sie ist freie Redakteurin und Mitarbeiterin bei Amaro Drom e.V..

    [podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/spilker_2012_CC.mp3[/podcast]
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  • Maureen Maisha Eggers: Diversität aus einer Critical Race Theory Perspective

    Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenDas Urteil im Fall der Tötung von Tray­von Martin (Linksammlung) lies mich an den Vortrag von Maureen Maisha Eggers in diesem Semester denken, in dem sie unter anderem Critical Race Theory als theoretische Brille erläuterte. In rassistischen Gesellschaften entfalten, so Eggers, als „neutral konzipierte gesellschaftliche Verfahren, Prozeduren und Instrumente […] ein wirkmächtiges, ungleichheitserhaltendes Gepäck bei ihrer Umsetzung“. Das Zitat stammt aus einem Artikel, denn uns die Referentin freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat: Diversity Matters: Thematisierungen von Gleichheit und Differenz in der rassismuskritischen Bildungsund Soziale Arbeit..

    Höchste Zeit also, den den Vortrag „Diversität und intersektionelle Queer Theory aus einer Critical Race Theory Perspective“ online zu stellen. Weiterhin empfehlenswert ist der im Vortrag erwähnte Text Rassismus, Postkolonialismus und Recht – Zu einer deutschen Critical Race Theory? von Cengiz Barskanmaz (2008). Und hier noch der Link zum von ihr gezeigten Video: The Unequal Opportunity Race von Kimberle Crenshaw und Luke Harris (AAPF).

    Maureen Maisha Eggers ist Professorin für Kindheit und Differenz (Diversity Studies) an der Hochschule Magdeburg Stendal.

    [podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/eggers_2013_CC.mp3[/podcast]
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  • Sushila Mesquita: Ban Marriage!

    Logo des Podcasts von Jenseits der Geschlechtergrenzen„Ban Marriage! Familienpolitiken aus queer-feministischer Perspektive“ lautete der Titel von Sushila Mesquitas Vortrag im gerade zu Ende gegangenen Sommersemester. Passend zur Pride-Season, in der es auch in diesem Jahr wieder zentral um die Forderung nach ehelicher Gleichstellung gehen wird, setzt sich der Vortrag mit den Ambivalenzen der rechtlichen Anerkennung auseinander und stellt die Frage, wie eine solche Anerkennung aussehen müsste, die nicht hierarchisierend und normierend wirkt. Sushila Mesquita arbeitet in der Genderforschung an der Universität Wien. Sie ist aktiv in vielfältigen Projekten im popkulturell-politischen Bereich, so u.a. für Radio Orange94. Ihre Dissertation „BAN MARRIAGE! Ambivalenzen der Normalisierung aus queer-feministischer Perspektive“ erschien 2011 bei Zaglossus.

    [podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/mesquita_2013_CC.mp3[/podcast]
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    Was passiert, wenn “Ban Marriage!” von den Hidden Cameras mit Sister Sledge’s “We are family” zu einem mash-up vermanscht wird? Ausgehend von queer-feministischen Kritiken an der Institution Ehe und an den Gleichstellungsbestrebungen von Teilen der LGBTIQ-Bewegung will ich zunächst die Ambivalenzen der rechtlichen Anerkennung bestimmter lesbischwuler Beziehungen skizzieren. Im Anschluss daran möchte ich nach rechtlichen Anerkennungsstrukturen suchen, die der gelebten Vielfalt von Wahlfamilien gerecht zu werden vermögen, ohne dabei hierarchisierend und normierend zu verfahren.

  • Vortragseinladung 2013-07-10: Intergeschlechtliche Biographien

    Anja Gregor
    Autonomie der Geschlechtsentwicklung!? Intergeschlechtliche Biographien zwischen medizinischer Definitionsmacht und Selbstbestimmung.
    Mittwoch 10.07.2013, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

    Anja Gregor ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für allgemeine und theoretische Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

    Mit dem medizinischen Zugriff auf intergeschlechtliche Körper wird in ganz besonderer Weise Einfluss auf die Geschlechtsentwicklung genommen. Durch die sexuellen und geschlechtlichen Zurechtweisungen im Sinne der gesellschaftlichen Normen ist es zwar auch bei Menschen mit körperlich gültigem (und dem Empfinden entsprechenden) Geschlecht problematisch, von einer autonomen Geschlechtsentwicklung zu sprechen. Es macht jedoch einen Unterschied, das ist eine These des Vortrags, ob Geschlecht gleichsam ‚ins Fleisch geschnitten‘ und also der Körper normalisierend zugerichtet oder dem Menschen über normative gesellschaftliche Werte vermittelt wird. Die Geschlechtsentwicklung wird dann eine ‚außergewöhnliche‘, wenn sich der Herrschaftsmechanismus der Normalisierung durch medizinische Zugriffe im intergeschlechtlichen Körper materialisiert. Es sind nicht mehr die disziplinierenden Interaktionen und Zuschreibungen über die Lesbarkeit des Antlitz und die Sprache, das Antlitz wird lesbar gemacht, mit für die Entwicklung des Individuums maßgeblichen Folgen.

    Im Vortrag werde ich zunächst kurz einige Punkte zu meinem Verständnis von der Autonomie der Geschlechtsentwicklung sagen, meine Überlegungen dazu danach ausführlicher an Auszügen aus den biographischen Interviews verdeutlichen, die mir intergeschlechtliche Menschen gegeben haben. Ich möchte den Vortrag mit einigen an den jüngsten politischen und rechtlichen Ereignissen orientierten Überlegungen zur Notwendigkeit eines akzeptierenden Umgangs mit intergeschlechtlichen Menschen schließen, um anschließend in die Diskussion einzusteigen.

  • Vortragseinladung 2013-07-03: Enhancement

    Mike Laufenberg
    Regenerative Körper? Biomedizin, Enhancement und die Krise der gesellschaftlichen Reproduktion
    Mittwoch 03.07.2013, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

    Dr. Mike Laufenberg ist Soziologe und arbeitet z.Zt. als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZIFG zu Berlin. Er referiert am Mittwoch zu folgendem Thema:

    Der regenerative Körper ist eine alte Vision der Medizin, die jedoch seit einiger Zeit neuen Aufwind erfährt. Von der Präventions- über die Stammzellforschung bis zur Gen- und Zelltherapie setzt die Biomedizin heute vermehrt auf die Anregung körpereigener Reparatur- und Regenerationsprozesse. Die Medizin tritt dabei nicht mehr erst im Krankheitsfall auf den Plan, sondern beansprucht zunehmend Krankheiten zu verhindern, bevor sie entstehen. Nicht der symptomatische, sondern der präsymptomatische, nicht der pathologische, sondern der ’normale‘ Körper wird der modernen Medizin damit zusehends zum Problem und Interventionsfeld. Im Vortrag wird dieser Paradigmenwechsel in der Medizin als Ausdruck einer biopolitischen Neuanordnung von Individuum, Körper und Gesellschaft analysiert. Im Zentrum steht dabei die Beobachtung, dass der Ausbau einer milliardenschweren Hightech-Medizin in den Ländern der OECD zeitlich mit der Entsicherung sozialer Pflege- und Sorgestrukturen korreliert. Der regenerative Körper der Biomedizin ist die Vision eines autonomen, sich selbst reproduzierenden Körpers, der auf Bindungen zu sozialen Gemeinschaften nicht mehr angewiesen zu sein scheint. Medizinischer Autonomismus, statt communities of care? So wie die Medizin sich seit geraumer Zeit erneuert, muss sich auch die Medizinkritik erneuern, will sie die Umstände und Konsequenzen dieser Entwicklungen analytisch erfassen. Im Vortrag werden traditionelle Elemente der Medizinkritik (z.B. Kritik an Pathologisierung und Normierung) auf ihre Aktualität hin befragt und in ihrer begrenzten Reichweite kritisiert. Davon ausgehend sollen die Konturen einer queer-feministischen Medizinkritik gezeichnet werden, die die moderne Biomedizin und deren Leitbild des regenerativen Körpers gesellschafts- und kapitalismustheoretisch einzuordnen sucht und Alternativen aufzeigt.

  • Joke Janssen: Raus aus der Käseglocke!

    Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenJoke Janssens Vortrag „Raus aus der Käseglocke! Anrufungen an gehörlose Eltern gehörloser Kinder zum Cochlea Implantat“ aus dem Wintersemester 2012/2013 beschäftigt sich mit den „gewaltvollen Verschränkungen von Audismus und neoliberalen Logiken in ihren Auswirkungen auf taube/schwerhörige Eltern tauber/schwerhöriger Kinder“. Der Vortrag basiert auf der Magisterarbeit des Referenten in den Deaf Studies an der Uni Hamburg. An dieser Stelle schon ein kleiner Hinweis: Joke Janssen wird auch im nächsten Semester wieder in der Vortragsreihe zu erleben sein.

    [podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/janssen_2012_CC.mp3[/podcast]
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    2009 wurde eine Informationsbroschüre zum CI bei Kindern herausgegeben, die sich explizit an taube/schwerhörige Eltern richtet. Sie ist in leichter Sprache mit vielen Bildern gehalten und hebt hervor, dass Gebärdensprache im CI-Rehabilitationsprozess wichtig und willkommen ist. Die auf den ersten Blick damit erstaunlich offene und fortschrittliche Broschüre basiert auf (altbekannten) audistischen Grundlagen, die hier wirkmächtig mit neoliberalen Logiken verknüpft sind. Angerufene in diesem System sind die gehörlosen/schwerhörigen Eltern. Sie müssen sich in einem Entscheidungsfeld positionieren, in dem es um Mangelhaftigkeit, Verantwortung und das gute Leben ihres Kindes geht. In meinem Vortrag werde ich die gewaltvollen Verschränkungen von Audismus und neoliberalen Logiken in ihren Auswirkungen auf taube/schwerhörige Eltern tauber/schwerhöriger Kinder untersuchen.