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… jenseits der Geschlechtergrenzen
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Vortragseinladung 2012-05-02: Jenseits des autonomen (menschlichen) Subjekts?

30.04.2012 Von: W. Kategorie: Termine, Vortragsreihe

Hanna Meißner
Jenseits des autonomen (menschlichen) Subjekts?
Mittwoch, 02.05.2012, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Dr. Hanna Meißner kommt vom Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der TU zu Berlin. Sie arbeitet geradezu an einem Kerstück queerer Theorie, der Frage nach dem Subjekt:

Aus dem Vortragsabstract

Subjektkritik ist ein wichtiges Moment queerer Theorien, die damit das Vermächtnis der sich durch das 20. Jahrhundert ziehenden Krise des autonomen, vernunftbegabten Subjekts aufnehmen. Was bedeutet aber eine solche Subjektkritik? Zielt sie darauf, dass es ein autonomes Subjekt nie gegeben hat? Oder geht es darum, dass sich die gesellschaftlichen Verhältnisse so verändert haben, dass es nun (in der ‚Postmoderne’) kein autonomes Subjekt mehr gibt? Und welche Konsequenzen hat die fundamentale Infragestellung des autonomen Subjekts für (queere) Politik? Wie lassen sich Kritik- und Handlungsfähigkeit, wie lässt sich Verantwortung denken, ohne dass ein vorgängiges, intentionales Subjekt vorausgesetzt wird? Um diese Fragenkomplexe anzugehen, scheint es mir sinnvoll, Judith Butlers Hinweis aufzunehmen, dass etwas (fundamental) in Frage zu stellen nicht heißen muss, es als Irrtum oder als unwirklich zu verwerfen: Das (autonome) Subjekt ist zugleich phantasmatische Gestalt und wirkmächtige Realität. Anhand der Arbeiten von Butler, Foucault und Marx skizziere ich zunächst Bedingungen einer historischen Konstellation, in der Autonomie (als Verleugnung fundamentaler Abhängigkeiten) eine Bedingung subjektiver Handlungsfähigkeit darstellt. Dann gehe ich darauf ein, inwiefern eine Kritik, die an der Gewaltsamkeit dieser Verleugnung ansetzt, eine immanente Kritik ist; eine Kritik, die konstitutiv in den Bedingungen verhaftet ist, gegen die sie sich richtet. Gayatri Spivak und Donna Haraway aufgreifend ließe sich sagen, dass das autonome (menschliche) Subjekt etwas ist, was ‚wir’ nicht nicht begehren können – und dennoch kritisieren müssen.

3 Comments to “Vortragseinladung 2012-05-02: Jenseits des autonomen (menschlichen) Subjekts?”


  1. heyho,
    es wäre echt super wenn ihr den beitrag hochladen könntet!? Ich konnte an dem termin leider nicht kommen und mir wurde berichtet, dass es einen mitschnitt gab.
    vielen lieben dank im voraus!

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  2. Leider nicht. Da die Arbeit “work in progress” ist und eine Veröffentlichung aussteht wünscht die Autorin leider keine Internetverbreitung :(

    Möglicherweise können wir den Vortrag aber auf FSK senden – und komm’ ja nicht auf die idee, den livestream mitzuschneiden (bei vlc: medium->netzwerkstream->pfeil neben dem “wiedergabe” button rechts unten: konvertieren) :)

    Unser FSK-Programm findest Du hier und auf der FSK Seite.

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  3. sevda says:

    alles klar, vielen vielen dank!

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