Schlagwort: geschlecht

  • Mithu Sanyal: Vulva – die große Unbekannte

    Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenDie Düsseldorfer Kulturwissenschaftlerin Mithu Melanie Sanyal besuchte uns in der vergangenen Woche, um über die Vulva und ihre kulturelle und kulturgeschichtliche Bedeutung zu sprechen. Wir freuen uns, euch diesen sehr höhrenswerter Vortrag über das weibliche Geschlechtsorgan, welches viel zu häufig fälschlich als Vagina bezeichnet wird, präsentieren zu dürfen – allerdings in suboptimaler Tonqualität, die der Aufnahme im Hörsaal geschuldet ist. Mehr über Mithu Sanyal und ihre vielfältige Arbeit als Autorin und Journalistin findet ihr auf ihrer Homepage. Ihre Dissertation erschien 2009 unter dem Titel „Vulva: Die Enthüllung des ‚unsichtbaren Geschlechts’“ bei Wagenbach.

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  • Vortragseinladung 27.04.2011 – Vulva, die große Unbekannte

    Dr. Mithu Melanie Sanyal
    Vulva – die große Unbenannte
    Mittwoch 27.04.2011, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    HINWEIS: Die Vorlesung findet ab Mittwoch wieder im gewohnten Seminarraum 0079 statt

    Aus Düsseldorf kommt die Kulturwissenschafterin Mithu Sanyal, welche derzeit als Autorin und Journalistin tätig ist. Sie präsentiert uns folgendes thema:

    In unserer Kultur wachsen Kinder in dem Glauben auf, dass Jungen ein „herausragendes Symbol“ (Freud) haben, nämlich einen Penis, während die Genitalien von Mädchen „nur eine Abwesenheit“ (Lacan) bieten. Die Botschaft ist: Wenn du keinen Penis hast, hast du kein „echtes“ Genital. Die Vulva wird als Loch, als Lehrstelle und als Fehlen von etwas beschrieben, was unfassbar ist, wenn man sich dieses hochkomplexe Organ anschaut. Sogar der Name, den wir für sie verwenden – Vagina – bezeichnet medizinisch nur das „Loch“, also die Körperöffnung, die das sichtbare weibliche Genital, die Vulva, mit dem Muttermund etc. verbindet. In meinem Vortrag erzähle ich Geschichten aus der Kulturgeschichte der Vulva und stelle die Frage, was anhand des weiblichen Genitals alles verhandelt wurde. Denn die Vulva wurde nicht etwa übersehen, sondern mit gewaltiger Anstrengung zuerst diffamiert und daraufhin verleugnet bis zu der irrigen und irren Auffassung, sie sei nicht der Rede wert.

  • Vortragseinladung 20.03.2011 – Genderkonstruktionen und Geschlechtertransformationen in antiken Texten

    PD Dr. Silke Petersen
    Genderkonstruktionen und Geschlechtertransformationen in antiken Texten
    Mittwoch, 20. April 2011, 19ct, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) B2

    Am Mittwoch widmen wir uns einem lange vernachlässigten Themenkomplex, der (queeren) Theologie. Denn Silke Petersen ist Dozentin für Evangelische Theologie (Institut für Neues Testament) an der Universität Hamburg. Sie referiert über folgendes:

    Die Rede über die Geschlechterdifferenz hat bekanntermaßen einen weithin konstruierenden Charakter und ist somit auch historischen Wandlungen unterworfen. Der Blick auf antike Texte zum Thema Geschlechterdifferenz kann auch deshalb den Blick auf unsere eigene (neuzeitliche) Wahrnehmung von Gender schärfen. Im Vortrag wird es um antike christliche und pagane Texte gehen, in denen bestimmte Personen (Maria Magdalena, Christus, Tiresias u.a.) ihr Geschlecht zeitweise oder dauerhaft wechseln. Solche Veränderungen sind in einem gesellschaftlichen Umfeld denkbar, in dem die Konstruktionen von „männlich“ und „weiblich“ nicht komplementär, sondern in erster Linie hierarchisch funktionieren – wobei „männlich“ immer die höher gewertete Seite repräsentiert. Gleichzeitig verweisen die Texte auf die Durchlässigkeit von Geschlechtergrenzen in bestimmten Kontexten.

  • Vortragseinladung 13.04.2011 – What men are made of

    Morten Hillgaard Bülow, Marie-Louise Holm
    What men are made of – The construction of concepts of masculinity in research projects about testosterone in Denmark from the 1910s to the 1980s
    Mittwoch 13.04.2011, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Aus unserem Dauer-Schwerpunkt der Naturwissenschaftskritik bzw. kritischen Naturwissenschaft präsentieren wir Morten Hillgaard Bülow, PhD Fellow am Medical Museion der Copenhagen University und Mitglied des board of Network for Research on Men and Masculinities (NeMM),
    Dänemarks und Marie-Louise Holm, Forschungsassistentin am Institut für Psychologie und Education Studies der Roskilde Universität, sowie im NeMM tätig. Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.

    Since the 1920s the chemical substance called testosterone has been characterized as ‘the male hormone’ despite its presence in both male and female gendered bodies. This characterization is common in both the natural sciences’ hormone research, in everyday speech, and in various media presentations. In these contexts, testosterone has been – and is – often used as a metaphor for, or even synonymous with, ‘manliness’ and ‘masculinity’.

    Scientific research about hormones has played a substantial role in linking testosterone to masculinity. From the 1910s onwards this research has influenced conceptions about what to designate as male or female, masculine or feminine, by connecting certain hormones to physical and psychological traits and arguing for a more or less direct causal relation between them. In the public the scientific results have been used in normative discussions about what is a good life for human beings with certain genders. It can be argued that the construction of a connection between testosterone and masculinity has played a significant role in the common perception of gender as consisting of two separate categories, ‘men’ and ‘women’, and in constructing the notion that they are naturally and fundamentally different, having different wishes, skills and abilities which in a heterosexual relationship complement each other. This perception of gender has influenced the view on and medical treatment of people categorised as homosexuals, transsexuals, and other groups of people who in various ways did not meet (the scientifically strengthened) gender expectations.

    In this talk we want to discuss how and why testosterone and masculinity have been connected in scientific research, and what consequences this has had for societal norms about gender and the view upon and medical treatment of different so-called gender/sexual minorities. The talk is based on historical examples from Danish research projects about testosterone from the 1910s to the 1980s.

  • Vortragseinladung 26.01.2011: Die Gewalt, ihre Zeit und ihr Ort

    Jin Haritaworn
    Die Gewalt, ihre Zeit und ihr Ort:
    Liebe, Hass und Genozid im vitalen Ghetto
    Mittwoch, 26.01.2011, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Jetzt aber wirklich: In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung – welcher wir herzlich danken – präsentieren wir voller Vorfreude Jin Haritaworn. Jin Haritaworn ist im Helsinki Collegium of Advanced Studies, intellektuell, politisch und kreativ auf der Schnittstelle Critical Race
    und Trans/Gender/Sexuality tätig und präsentiert uns folgenden Vortrag:

    Mein Vortrag folgt Küssen durch Berlin. Wie werden manche vormals verschrankte, kriminalisierte und pathologisierte Intimitäten plötzlich zu einem schönen Anblick? Die Küsse, die ich verfolge, evozieren und orientieren uns, erinnernd und vergessend, auf unterschiedliche queere Orte und Zeiten unterschiedlich hin: vom Konzentrationslager, Gefängnis, der Anstalt und dem ,Ghetto‘; zur NS-Zeit, Aids-Krise und (weniger offensichtlich) dem Neoliberalismus und dem Krieg ohne Ende. Zeichen der Liebe, Fürsorge, Freiheit und freien Wahl, bedürfen sie dennoch für ihr Erscheinen der Ko-Präsenz hasserfüllter Anderer, deren Bewegung durch dieselben Orte einer verwandten und doch verschobenen Zeitlinie folgt: Im selben Moment, da bestimmte queere Subjekte die ‚wenig begangenen, schlecht beleuchteten‘ (Lauren Berlant und Michael Warner) Gegenden ihrer Vergangenheit verlassen, überlassen sie, in Jasbir Puars Worten, den Bereich des Todes ethnisierten Anderen. Der Vortrag untersucht diese nekropolitischen Konversionen in Bezug auf mehrere Schauplätze: aktivistische und mediale Texte über homophobe Hassgewalt, Stadtplanung am ‚Tatort‘ der revitalisierenden Innenstadt, die Debatte ums ‚Homo-Denkmal‘ und die Darstellung von Genozid, Wahnsinn, Sexradikalität und Hassgewalt in Bruce LaBruces schwulem Zombie-Porno Otto, Or Up with Dead People.

  • Vortragseinladung 15.12.2010: Über die Erfindung des Gleichheits- und des Differenzfeminismus

    Cornelia Möser
    C’è ma non si vede. Über die Erfindung des Gleichheits- und des Differenzfeminismus : Eine Dekonstruktion
    Mittwoch, 15.12.2010, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Mittwoch widmen wir uns der Dekonstruktion einer beliebten Erzählung feministischer Bewegungsgeschichte. Dafür haben wir Cornelia Möser eingeladen, Promoventin an der Humboldt-Universität zu Berlin in Gender Studies (GK Geschlecht als Wissenskategorie) und an der Université Paris 8 in Politikwissenschaften. Sie ist aktiv im feminist
    saloon
    Berlin, ihre Kompetenz beschränkt sich also nicht auf Theorie.

    Differenz- und Gleichheitsfeminismus sind zentrale Kategorien für das Erzählen der Geschichte feministischen Denkens. Durch eine historisierende Dekonstruktion, welche einer Reihe ausgewählter theoretischer Wanderungsprozesse nachgeht, soll die Entstehung dieses Antagonismus zunächst nachgezeichnet und schließlich kritisiert werden. Dabei werden vor allem die produktiven Aspekte von theoretischen Wanderungen und kulturellen Übersetzungsprozessen eine Rolle spielen. Maßgeblich im Dreieck Frankreich, USA und Deutschland haben sich im Zuge mehrerer zum Teil überkreuzter Rezeptionsprozesse Narrative über feministische Theorie entwickelt, welche die tatsächlichen Antagonismen, Konflikt- und Spannungslinien nicht zu erzählen helfen, sondern statt dessen vielmehr verschleiern. Vor allem die Schriften von Simone de Beauvoir, Luce Irigaray, Monique Wittig, aber auch Judith Butler spielen für diese theoretischen Wanderungs- und Rezeptionsprozesse eine zentrale Rolle. Kontrastiert werden sollen diese Analysen mit der Frage nach der Bedeutung globalisierter Wissensproduktion für mindestens ehemals emanzipatorische Theorie- und Kritikgebäude. Welches sind die heute wirkmächtigen Kriterien, denen sich eine institutionalisierte queerfeministische Forschung unterwerfen muss? Welches könnten alternative Formen emanzipatorischer und kritischer Wissensproduktion sein? Welche Rolle spielt Übersetzung darin?

  • Vortragseinladung 17.11.2010: Transsexualität aus der rechtlichen Perspektive

    Deborah Reinert
    Transsexualität aus der rechtlichen Perspektive
    Mittwoch, 17.11.2010, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Viele verbinden „Queer“ intuitiv mit Transsexualität; gleichwohl wir keine Deutungshoheit beanspruchen können oder wollen, handelt es sich um ein Thematik – und eine damit verbundene politische Auseinandersetzung -, die uns am Herzen liegt. Von daher freuen wir uns auf den Vortrag von Deborah Reinert, die uns als Rechtsanwältin und Gründungsmitglied des Instituts zur Förderung der geschlechtlichen Vielfalt in Köln uns etwas über die rechtliche Perspektive vortragen wird

    Die Referierende zu ihrem Vortrag

    Transsexualität ist zuallererst eine Selbstdiagnose. Wenn sich die Betroffenen sich mit ihrer Situation auseinandergesetzt und für einen entsprechenden Weg entschieden haben, werden sie in der Regel mit einer Fülle von psychologischen, sozialen, ökonomischen und vor allem medizinischen und juristischen Fragen konfrontiert, auf die sie eine ganz persönliche Antwort finden müssen. Mein Vortrag behandelt die in diesem Zusammenhang bedeutsamen juristischen Gesichtspunkte und beschränkt sich hierbei im Wesentlichen auf das Transsexuellengesetz (TSG), das alle grundlegenden juristischen Regelungen enthält. Eingegangen wird darauf, was im TSG geregelt wird, und wie die Betroffenen die derzeitigen Regelungsinhalte sehen. Kritisch betrachtet wird ferner die Verzahnung des medizinischen mit dem juristischen Verfahrens und es wird aufgezeigt, wo die Grenzen des TSG liegen. Unter Einbeziehung der jüngsten Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts wird die Frage diskutiert, ob das TSG noch den aktuellen verfassungsrechtlichen Anforderungen genügt und wie eine Reform aussehen könnte.

  • Vortrag entfällt: Gender-Rollen und (Homo-)Sexualität japanischen Comics

    Der für den 3. November 2010 geplante Vortrag von Jan Worath muss leider kurzfristig entfallen!

    Aus Berlin kommt Jan Worath, um uns einen Einblick in Genderrollen japanischer Comics jenseits der dazu sonst üblichen Allgemeinplätze zu geben.

    Abstract

    Japanische Mangas (Comics) und Animes (Animationsfilme) haben den europäischen Comic-Markt erobert. Dass selbst Comics, die sich an Kinder richten, oft sexualisiert sind und sexistische Darstellungen von Frauen und Mädchen vorzuherrschen scheinen, konnte ihrem Siegeszug keinen Abbruch tun: Kaum ein Comic-Laden, der nicht einen Großteil seines Umsatzes mit Mangas bestreitet und diesen mittlerweile sein Überleben verdankt; keine Bahnhofsbuchhandlung, die nicht regalweise schwule Liebesgeschichten an junge Mädchen verkauft. Animes, die im Kinderfernsehen laufen, müssen nicht nur wegen der Gewaltdarstellungen oft stark geschnitten werden, um eine Jugendfreigabe in Deutschland zu erhalten. Den deutschen ZensorInnen fällt, wie bei dem Action-Anime Naruto, auch schon mal ein Kuss zwischen zwei Jungen zum Opfer. Diese widersprüchlichen Signale zeigen, dass eine genauere Betrachtung der japanischen Kulturindustrie notwendig ist, wenn wir uns nicht mit dem oft herangezogenen Allgemeinplatz von den eben etwas „verrückten Japanern“ zufriedengeben wollen, deren kulturelle Eigenartigkeit als Erklärung schon ausreichend sei.

  • Vortragseinladung 20.10.: Einführung

    AG Queerstudies
    Vorstellung und Einführung in Queere Theorien
    Mittwoch, 20.10.2010, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Mittwoch starten wir wieder ins Semester mit einer kurzen Vorstellung und einer – nicht ganz so kurzen – Einführung in unser Verständnis von „Queer“ unter dem Arbeitstitel „Queer101“1; da sich dieser Einführungsvortrag in steter Weiterentwicklung befindet,wären wir dieses mal für Euer Feedback besonders dankbar.


    1 „101“ bezieht sich auf die Kennziffer von Einführungsveranstaltungen an US-Amerikanischen Universitäten

  • Philipp Dorestal: Styling the Revolution

    Logo des Podcasts von Jenseits der Geschlechtergrenzen„Styling the Revolution. Mode, Geschlecht und Blackness in den USA der 1960er Jahre“ lautete der Titel von Philipp Dorestals Vortrag im Sommersemester 2010, der sich mit der performativen Herstellung von “Autentizität” in der Black Power Bewegung beschäftigt. Philipp Dorestal lebt in Hamburg und ist Promovend am Lehrstuhl für Nordamerikanische Geschichte an der Universität Erfurt. Seine Forschungsschwerpunkte sind Geschichte der African Americans, Postkoloniale Theorie, Geschichte des Rassismus und der Karibik in der Neuzeit.

    [podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/dorestal_2010_CC.mp3[/podcast]
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