Vortrag entfällt 2012-11-28: Queer Politics

Der Vortrag muss krankheitsbedingt leider entfallen. Er wird in einem der kommenden Semester ggf. nachgeholt.
Anja Gregor
Mit den queer politics und queer theory zu einer inter-solidarischen Positionierung. Reflexion der Kategorie gender und Konklusionen für queerpolitische Praxen
Mittwoch 28.11.2012, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Anja Gregor ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für allgemeine und theoretische Soziologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sie referiert Mittwoch zu folgendem:

Die Kategorie gender ist eine Erfindung der Baltimorer Forscher_innen John Money, Joan Hopkins und John Hopkins. Mit der gender-imprinting-theory begründeten sie in den 1950er Jahren den Hintergrund, vor dem bis heute intergeschlechtliche Kinder medizinisch zugerichtet werden. Viele feministische Forschungen nahmen die Idee, es gäbe ein soziales und ein körperliches Geschlecht, zunächst in den USA, bald darauf im deutschsprachigen Raum, dankbar auf, ohne dieser problematischen Implikation Beachtung zu schenken, und produzierten
damit eine Doppelbödigkeit des gender-Konzepts, indem sie das emanzipatorische Potential für feministische Theorien herausarbeiteten, die Geschlechterproblematik und Fragen nach Herrschaft von nun an jedoch unter den Tisch fallen ließen. Wenn konkret mit intergeschlechtlichen Menschen gestritten werden möchte, dann kann zunächst einmal getrost auf solche genderbezogenen Theoretisie- rereien verzichtet werden. Die Rechte, genauer: die Anwendung der Menschenrechte, die intergeschlechtliche Menschen für sich einfordern, braucht die Kategorie gender zunächst einmal nicht, sondern die Versicherung körperlicher
Unversehrtheit und Selbstbestimmung. Hier (und nicht bei der Geschlechter-Dekonstruktion) sollten die Aktivitäten solidarischer Nicht-Zwitter ansetzen.

Im Vortrag werde ich zuerst die Analysekategorie gender und deren Rezeption einerseits, die unzureichende theoretische Reflexion ihrer Aneignung durch den deutschsprachigen Diskurs andererseits zur Diskussion stellen. Anschließend biete ich Überlegungen zur theoretischen und praktischen Partizipation an der Inter-Bewegung als solidarischer Nicht-Zwitter an.