Autor: Kathrin

  • Vortragseinladung 06-12-2017: Buchvorstellung: In guter Gesellschaft? Geschlecht, Schuld und Abwehr in der Berichterstattung über Beate Zschäpe

    Mittwoch, den 06.12.17 um 19:15 Uhr
    Von-Melle-Park 5, Raum 0079

    Buchvorstellung: In guter Gesellschaft? Geschlecht, Schuld und Abwehr in der Berichterstattung über Beate Zschäpe

    Charlie Kaufhold, Autor_in, Berlin

    Hier das Abstract zum Vortrag:

    Nach über vierjährigem Prozess wird für Herbst 2017 ein Urteil gegen Beate Zschäpe und vier weitere Angeklagte im Münchner Oberlandesgericht erwartet.
    Trotz des Prozesses und verschiedener Untersuchungsausschüsse ist der NSU-Komplex noch kaum aufgeklärt. Auch die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den rassistischen Strukturen, in denen der NSU hat agieren können, hat noch kaum begonnen. Dabei spielt auch die Kategorie Geschlecht eine Rolle: Bei der Zeitungsberichterstattung wurde Zschäpe stark vergeschlechtlicht dargestellt – wahlweise als putzige Diddl-Maus mit rosa Haus puschen (Süddeutsche Zeitung) oder als ein Teufel, der sich zu Prozessbeginn schick gemacht hatte (Bild-Zeitung). Anschließend an die Analyse der Berichterstattung wird auch der Frage nachgegangen, wie diese vergeschlechtlichten Darstellungsweisen von Zschäpe historisch und politisch zu erklären sind. Die zentrale These ist: Die Dominanzgesellschaft erhält durch die vergeschlechtlichte Berichterstattung über Zschäpe die Möglichkeit, sich nicht mit eigenen (rassistischen) Strukturen beschäftigen zu müssen. Und das hat historische Vorläufer…
  • Vortragseinladung 22.11.2017: „Partizipatives Arbeiten in der Gesundheitsversorgung am Beispiel einer Kampagne zur Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten bei Transmännern*, die Sex mit Männern (TMSM*) haben.“

    Mittwoch, den 27.11.2017 um 19.15 Uhr

    Von-Melle-Park 5, Raum 0079

    „Partizipatives Arbeiten in der Gesundheitsversorgung am Beispiel einer Kampagne zur Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten bei Transmännern*, die Sex mit Männern (TMSM*) haben.“

    Laurette Rasch, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Studierende für Gesundheits- und Sozialwissenschaften Berufsschullehramt, Univ. Hamburg, Queerdo und
    Alexander Hahne, M.A. B.Sc. Medientechnik, langjährige Erfahrung und Fortbildung in Tanz und kreativen Ausdrucksformen

    Der Vortrag gibt einen Einblick in die IWWIT Kampagne „Schwul. Trans*. Teil der Szene.“ und die Arbeit an der Entstehung eines solchen Projekts. Ein Schwerpunkt liegt auf der Kooperation von sogenannten Betroffenen und anderen beteiligten Berufsgruppen bei der Erarbeitung von Gesundheits- und Präventionskampagnen. Auch das Thema schwuler* Sex und Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten soll nicht zu kurz kommen.

     

  • Vortragseinladung 08-11-2017: Hate Speech – Harassment – Antifeminismus

    Mittwoch, den 08.11.17 um 19:15 Uhr
    Von-Melle-Park 5, Raum 0079

    Hate Speech – Harassment – Antifeminismus: Digitale Öffentlichkeiten als Labor eines neuen Kulturkampfes

    Dr. Kathrin Ganz, Forschungsgruppe Arbeit–Gender–Technik, TU Hamburg

    Hier das Abstract zum Vortrag:

    Rechte Ideologien werden aktuell auf neue Weise als ein Identifikationsangebot für Menschen artikuliert, die ihre Opposition zum Gegebenen zum Ausdruck bringen wollen. Neben Rassismus, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus, Antiglobalismus u.a. sind Antifeminismus und der sogenannte Antigenderismus wichtige Elemente dieses politischen Projektes. Feminismus und Gender werden dabei als Projekte einer herrschenden Elite adressiert.

    Digitale Öffentlichkeiten spielen bei der Formation dieses rechten Diskurses eine wichtige Rolle. Auf geradezu paranoide Art werden dort Feindbilder gepflegt und angegriffen. Antifeminismus äußert sich folglich nicht nur in Form von Argumenten gegen Quote und Binnen-I, sondern auch in sogenannter hate speech und organisiertem online harassment. Die „Verrohung“ von Online-Kommunikation wird in jüngster Zeit vermehrt öffentlich diskutiert, mit dem Ergebnis, dass „Hass im Netz“ zuletzt auch zum Gegenstand netzpolitischer Regulierung geworden ist.

    Der Vortrag nimmt den Antifeminismus in digitalen Öffentlichkeiten zum Ausgangspunkt, um eine Reihe von Themen zu diskutieren: die Dynamiken digitaler Kommunikation, die u.a. Antifeminismus derzeit befeuern, die politische Bedeutung von Antifeminismus im Internet und die Frage, wie (netz-)politische Strategien gegen Antifeminismus und Hass im Netz zu bewerten sind.

  • Vortragseinladung 01-11-17: Lesung: „Wir waren doch mal Feministinnen“

    Mittwoch, 01.11.2017, 19:15 Uhr,
    Abweichend im Pferdestall, Allende-Platz 1, Raum 250

    Andi Zeisler, Gründerin und Herausgeberin des Bitch Magazine

    Die Lesung findet in englischer Sprache statt.
    The event will be held in English.

    Kurzankündigung zum Vortrag:

    Feminismus ist hip. Beyoncé und Emma Watson bekennen sich zum »F-Wort«, Taylor Swift sowieso. Eine ganze Marketingindustrie schreibt sich »Empowerment« auf die Fahnen, um damit so gut wie jedes Produkt, von Unterwäsche bis Frühstücksflocken, an die Frau zu bringen. Was als politische Bewegung für soziale Gerechtigkeit begonnen hat, scheint heute kaum noch mehr als ein Shoppingtipp in einem großen, bunten Markt zu sein, der uns Lösungen für Probleme und Problemzonen verkauft, die erst das System zu solchen macht. Der Feminismus als Marke setzt individuelle Selbstverwirklichung über kollektive Solidarität.
    Andi Zeisler, Gründerin und Herausgeberin des Bitch Magazine, nimmt in „Wir waren doch mal Feministinnen“ (Rotpunktverlag, 2017) eine schillernde Reihe von Beispielen aus Popkultur, Medien und Werbung unter die Lupe und zeigt, wie der Feminismus vereinnahmt und verwässert wurde.
    Unerschrocken und mit beißendem Witz erzählt dieses Buch, wie wir es dazu haben kommen lassen, und es erinnert uns daran, dass mit Feminismus eigentlich einmal etwas anderes gemeint war.

     

  • Semesterstart mit Kooperationsveranstaltung

    Dieses Wintersemester beginnen wir mit einer Kooperationsveranstaltung aus der Ringvorlesung „Inclusive Religions?! Beiträge zur Dekonstruktion von Dis/Abled Bodies in religiösen Kontexten“ des Zentrums für Disability Studies und Teilhabeforschung.
    Dementsprechend bitten wir, den anderen Ort und die andere Zeit für diesen Vortrag zu berücksichtigen:
    Mittwoch, 25.10.2017 – 16.00 bis 18.00 Uhr
    Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg, Raum 221 Ostflügel

    Zu Gast ist:
    Katharina Payk, Mag.a ev. Theologin und Pädagogin aus Wien. Sie ist leitende Redakteurin von an.schläge, Das feministische Magazin
    Der Titel des Vortrags lautet:
    Dis_ability: Dekonstruktion und Selbstermächtigung, Gender_queere und postsäkulare Perspektiven

    Die Veranstaltung wird von Schriftdolmetscher*innen übersetzt

    Hier noch die Kurzbeschreibung:
    „Dem Konzept Queer wohnt inne, dass naturalisierte und ewig geglaubte Kategorien destrukturalisiert werden. Hingegen wird Religion gemeinhin nicht gerade als Möglichkeit zur Dekonstruktion angesehen. Religiöse Normen wirken – oft unbewusst – auf unsere Konzepte von Körper, Dis_ability, Geschlecht und Begehren ein. Aber Religiosität kann auch offensiv genutzt werden, um Ressourcen für Selbstermächtigungsstrategien in Bezug auf gender, desire und dis_ability freizumachen. Im Vortrag werden sowohl wissenschaftliche wie aktivistische Konzepte und Strategien berücksichtigt.“

    In unserer Reihe geht es nächsten Mittwoch los, allerdings auch an einem anderen Vortragsort. Die Details dazu sowie Aktualisierungen und das Abstractheft zu unserem Programm im Wintersemester sind jetzt online.

  • Vortragseinladung 31.05.2017: Von der friedfertigen Antisemitin zur queer-theoretischen Post-Zionistin.

    Mittwoch, 31.05.17, 19.15 Uhr,
    Von-Melle-Park 5, Raum 0079

    Dr. Ljiljana Radonić, Gastprofessorin am Centrum für Jüdische Studien der
    Universität Graz/Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien

    Von der friedfertigen Antisemitin zur queer-theoretischen Post-Zionistin

    Kurzankündigung zum Vortrag:

    Jahrzehntelang hat die „neue Frauenbewegung“ ein positives Bild von „der Frau“
    im NS gezeichnet, was nicht selten zu einer den Holocaust verharmlosenden
    Argumentation führt(e). Entgegen der Tatsache, dass Frauen als KZ-Aufsehe-
    rinnen, Fürsorgerinnen oder Denunziantinnen an der antisemitischen Ausgren-
    zung und Vernichtung von Jüdinnen und Juden begeistert mitwirkten, werden sie
    in feministischen Schriften oft als auf die Mutterrolle reduzierte „Gebärmaschi –
    nen“ dargestellt – ein feministischer Fall von Täter(innen)-Opfer-Umkehr. Handelt
    es sich um einen spezifisch feministischen Antisemitismus, wenn Matriarchats-
    forscherinnen dem Judentum und seinem historischen „Ausmordungsprogramm“
    die Schuld an der Zerstörung des Matriarchats geben und es als besonders
    patriarchale Religion imaginieren? Der Bogen reicht bis Judith Butler, die nicht
    mehr vom „alten Israel“ spricht, sondern alles Schlechte im heutigen, rassisti-
    5schen, vom Siedlerkolonialismus und Reinheitsvorstellungen geprägten, auf
    Vertreibung basierenden, illegitimen Staat Israel verortet, der aufgrund anhalten-
    der „Deportationen“ und des „konzentrierenden Kolonialismus“ ebenfalls selbst
    schuld an der ihm drohenden Zerstörung sei. Schließlich lässt sich auf Basis
    einer kritischen Theorie des Antisemitismus die Frage stellen, ob Antisemitismus
    bei Frauen und Männern die gleichen Bedürfnisse befriedigt, oder ob entspre –
    chend der verschiedenen Geschlechterrollen unterschiedliche Inhalte projiziert
    werden.

  • Vortragseinladung 24.05.17: Queer-feministische Organisierung gegen den G20 Gipfel in Hamburg.

    Mittwoch, 24.05.17, 19.15 Uhr,

    Von-Melle-Park 5, Raum 0079

    Queer-feministische Organisierung gegen den G20 Gipfel in Hamburg.

    Vertreter_innen des FLTI*Bündnisses berichten

     

    Kurzankündigung zum Vortrag:

    Am 7. und 8. Juli wollen sich die Vertreter*innen der reichsten 20 Industrie- und Schwellenländer in Hamburg treffen, um ihre ökonomischen Interessen zu koordinieren und eine Globalisierung zum angeblichen Nutzen aller zu gestalten. Mit einem lauten, bunten Protest stellen wir uns gegen diesen falschen Paternalismus. Um dem Diktat von oben mit einer Selbstorganisierung von unten zu begegnen, fand (u.a.) eine Aktionskonferenz statt. Auf dieser gründete sich ein queer-feministisches Bündnis, das seit Januar diesen Jahres autonom agiert. In einem 45 minütigen Vortrag und anschließender Diskussion wollen wir darüber sprechen, warum eine queer-feministische Stimme innerhalb der Anti-G20-Proteste wichtig ist. Wir möchten das bestehende FLTI*-Bündnis vorstellen und über den aktuellen Stand der Vorbereitungen informieren.
  • Vortragseinladung 10-05-17: Colors of Feminism

    Mittwoch, 10.05.2017, 19:15 Uhr,
    Von-Melle-Park 5, Raum 0079

    Dr. Natasha A. Kelly, Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin, akademi­sche Aktivistin, Berlin

    Colors of Feminism

    Kurzankündigung zum Vortrag:

    Welche „Farbe“ haben Feministinnen? Oder ist Feminismus „farblos“? Wer gilt in feministischen Kreisen als „farbig“? Und wer als „farbenblind“? Diese und ähn­liche Fragen werden in aktivistischen Frauenkreisen immer wieder aufs Neue gestellt und führen auf die falsche Fährte. Denn der angloamerikanische Kampf­begriff Colors lässt sich nicht mit „Farben“ oder „farbig“ übersetzen. Vielmehr ist von Widerstand die Rede: Women of Color sind Frauen des Widerstands! Und widerständige Frauenpositionen gibt es innerhalb der weißen deutschen Mehr­heitsgesellschaft viele. Welche das sind, wird Dr. Natasha A. Kelly in ihrem Vortrag aufzeigen.

  • Vortragseinladung 03-05-17: LGBT-Bewegung im modernen Russland & Queere Flucht aus den Ländern der ehemaligen UdSSR

    Mittwoch, 03.05.2017, 19:15 Uhr,
    Von-Melle-Park 5, Raum 0079

    Wanja Kilber, Vorstandsvorsitzender von Quarteera e.V., Berlin

    LGBT-Bewegung im modernen Russland & Queere Flucht aus den Ländern der ehemaligen UdSSR

    Kurzankündigung zum Vortrag:

    Seit etwa vier Jahren wird in Russland Homo- und Transphobie zur offiziellen politischen Ideologie erklärt. Unter dem Vorwand des Kinderschutzes werden nicht nur restriktive Gesetze erlassen und Zensur eingeführt, sondern auch regelrechte Hetze gegen und Jagd auf LGBT-Menschen betrieben. Ein weiteres Gesetz, das Organisationen, die aus dem Ausland unterstützt werden, als „ausländische Agenten“ zu hohen Strafen verurteilt, erschwert zusätzlich die LGBT-Arbeit im Land. Viele Aktivist_innen und Opfer der homophoben und transphoben Gewalt mussten seitdem aus ihrem Heimatland fliehen. Wie kann die russische queere Szene unter diesen Bedingungen überleben und trotzdem aktiv bleiben bei ihrem Kampf, bei Aufklärung und Hilfeleistung, welche Handlungsmöglichkeit gibt es von Deutschland aus? Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Situation der LSBTI-Flüchtlinge aus den Ländern der ehemaligen UdSSR in Deutschland.
    Wanja Kilber ist Mitbegründer vom Quarteera e.V., einer Vereinigung russisch-sprachiger LSBTIQ in Deutschland, die unter anderem homo- und transsexuellen Flüchtlingen aus russischsprachigen Ländern hilft. Seit vielen Jahren ist er zudem Mitorganisator des Austauschprogramms für LGBTIQ-Aktivist_innen im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Sankt Petersburg.
  • Vortragseinladung 26-04-17: Feminismus in Deutschland, 2017. Ein Einwanderungsland.

    Mittwoch, 26.04.2017, 19:15 Uhr,
    Von-Melle-Park 5, Raum 0079

    Kübra Gümüşay, Autorin & Aktivistin, Hamburg

    Feminismus in Deutschland, 2017. Ein Einwanderungsland.

    Kurzankündigung zum Vortrag:

    Wie muss der Feminismus in einer multikulturellen, multiethnischen, pluralen Gesell­schaft aussehen? Welches sind die Probleme und Hürden heute – und was sind die Herausforderungen der Zukunft? In ihrem Vortrag beschäftigt sich Kübra Gümüşay mit dem Ideal des intersektionalen Feminismus und seiner Umsetzung.