Kategorie: Termine

  • Vortragseinladung 20.01.2010: Visual aspects of queer festivals in ex Yugoslavia

    Sanja Kajnic, M.A.
    Visual aspects of queer festivals in ex Yugoslavia
    Mittwoch, 20. Januar 2010, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Angesichts der ausführlichen folgenden Ankündigung sei lediglich vorweggeschickt, daß Sanja Kajnic PhD Student des Gender Department der Central European University in Budapest ist, der Vortrag in englischer Sprache gehalten wird und am Montag 14:00 auf Radio FSK der Vortrag vom 25.9.2009: Svenja Schröder zur feministischen Netzkultur gesendet wird.

    Zum Vortrag am Mittwoch:

    The lecture will present my phd research-in-progress that explores the debates Throughout the region of ex-Yugoslavia, the LGBT rights movement has been gaining advances and becoming articulated largely due to the activities of LGBT activists. The activists have not been the only ones who influenced both the public and the queer communities‘ perception of politics and practices of identity and citizenship. A significant and under-researched part has been play- ed by artists. What brings together these different actors and their strategies can be located in the field of visibility in the public sphere around LGBT persons that presents a novelty in ex Yugoslav countries. On the one hand, the LGBT organizations periodically launch visibility campaigns that ask for human rights of LGBT persons relying on chosen affirmative representations. On the other, the wave of queer festivals that has swept the region (all started within the last 6 years, except one much older Gay and lesbian festival) engage the field of visual culture in a quite different, polyphonic ways that however have their effects on the changes in the imaginary. While the activist network of LGBT organizations has a long standing in ex Yugoslavia and connections to other social movements (feminist and anti-war), the novelty of the recent period is the cooperation among the cultural festivals that thematize queer in 5 out of 7 ex Yugoslav countries. The festival organizers adjust the festival dates, cooperate, even organize meetings, and are self-consciously engaged in intensive circulation of visual images that work towards establishing the contours of what has been called post-socialist queer (Dobrovic, 2004).

    The lecture will present my phd research-in-progress that explores the debates born out of the intersection of the feminist film/visual arts criticism and queer theory in connection with the art work generated around those festivals, and with the visual representations of the LGBT movement. The question asked is:
    how do they engage the visual power of art to influence changes in the public imaginary. The aim is to explore the process of articulation of post-socialist queer aesthetics and its potential links with empowerment and politics. Through the analysis of the perceptions of the various actors in these events, I wish to explore different strategies of queer visibility/visuality, and their respective functions in or against the politics of normalisation . The research questions will investigate the relationship between politics and art practices using the case studies of the dynamics between queer visual arts practices and social movements in the context of different strategies used by the queer festivals and LGBT movement in ex-Yugoslavia. The research on the visual aspects of the queer festivals in ex-Yugoslavia will explore the intentions and effects of queer visual and performative art on local audiences and on public opinion to be able to see how art influences public discourses and under which conditions art reaches particular publics. One important aspect of the research will consist of exploring what queer art means in this particular context, its similarities and differences to other forms of political art. While I will attend to the naming and representation practices of artists and festival organizers (what queer art is, according to them), and engage in the interpretation of the art/visual material itself, the research will remain open to following how the audiences estimate or talk about the art and visual material they observe

  • Vortragseinladung: (selbst)Stilisierungen inhaftierter ‚Terrorist*Innen‘ am 13.1.2010

    Dr. des Dominique Grisard
    (Selbst-)Stilisierungen inhaftierter ‚TerroristInnen‘ :
    Terrorismus als Widerstand? Männliche Weiblichkeit. Der hungerstreikende Geschlechtskörper
    13. Januar 2009, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Am Mittwoch freuen wir uns auf den geschichtswissenschaftlichen Vortrag von Dominique Grisard, sie arbeitet z.Zt. als wissenschaftliche Assistentin für Gender Studies in Basel.

    In diesem Vortrag wird die mediale Repräsentation von hungerstreikenden Mitgliedern der RAF und der Bewegung 2. Juni, die sich in den 1970er-Jahren in der Schweiz und der Bundesrepublik in Haft befanden, als Widerstandsstrategie gelesen. Anhand der damaligen öffentlichen Debatte über den Hungerstreik soll dargelegt werden, wie die hungerstreikenden Inhaftierten dem Staat die Souveränität über ihre Körper entzogen, indem sie auf das imperative Interesse am eigenen (Über )Leben verzichteten. Anders ausgedrückt: Sie beraubten den Staat seiner Macht, über Leben und Tod zu bestimmen. Ich argumentiere nun, dass die staatliche und öffentliche Reaktion auf die Bilder hungerstreikender InsassInnen zumindest teilweise mit deren kompromisslosen Absage an das Leben zu tun hat, dem Verstoss der ‚TerroristInnen gegen den hegemonialen Geschlechterdiskurs, der Leben nehmen und Gewalt als maskulin, Leben schenken und Frieden als weiblich kodiert.

  • Radiosendungen im Januar 2010

    Auch immer neuen Jahr senden wir selbstverständlich jeden ersten und dritten Montag im Monat für Euch auf FSK, dem Freien Sender Kombinat in Hamburg.

    Den Einstieg ins Jahr 2010 geben wir am 4.Jan 2010 um 14:00h mit dem Vortrag „Queer Future desires the Crip. Questioning the debate on the ‚right to dieʼ from the perspective of queer and disability theories“ gehalten von Katerina Kolarova am 28.Okt. letzten Jahres.  Ihr Vorhaben ist es „to highlight the entanglement of normative regulations of sexuality with the “compulsory ablebodiedness” (McRuer). I will discuss two examples of representation constructed around the explicit wish of a severely disabled men (the gendered nature of these representations will be also discussed) to ʻrather dieʼ after they have become severely disabled. “ Die breite Debatte um ‚Sterbehilfe und das Recht auf einen selbstbestimmten Tod‘ wird von Katerina Kolarove kritisch gegengelesen.

    Am 18. Jan 2010 um 14:00h folgt die zweite Sendung mit dem Vortrag von Svenja Schröder, „Feministische Netzkultur – Spielwiese oder Kriegsgebiet? Eine interdisziplinäre Betrachtung einer Netzlandschaft“
    „Eine Aufbruchsstimmung in der deutschen Blogosphäre führt seit einiger Zeit zu einer zunehmenden Vernetzung von feministische_n Einzelblogger_innen* und Gemeinschaftsblogs, um der heteronormativ geprägten Blogosphäre eine (queer-)feministische Sichtweise entgegenzuhalten. Dass Frauen* aufgrund aktueller Forschung eher zum Onlinetagebuch in Blogform als zum Themenbloggen neigen, wollen diese Blogs so nicht stehenlassen. Feminismus und queere Lebensweise sind in diesen Blogs sowohl Thema als auch Grundeinstellung. Wie kommt der Wunsch nach Vernetzung zustande? Was sind gemeinsame oder verschiedene Visionen und Probleme? Wie sieht dieser Teil der Blogosphäre aus und durch welche Netzebenen wird er ergänzt (Twitter, Facebook, etc.)? Der Vortrag wird die queer-feministische Blogosphäre in Deutschland kurz umreißen und dann versuchen, auf verschiedene Aspekte der aktuellen Entwicklungen aus einer interdisziplinären Sichtweise heraus einzugehen.“

  • Vortragseinladung: Possen des Performativen am 16.12.2009

    Gini Müller
    Possen des Performativen :
    Theater, Aktivismus und queere Politiken
    16. Dezember 2009, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Zum letzten mal in diesem Jahr laden wir zu einem Vortrag am Puls der subversiven Praxis. Die als Performance Künstlerin und Dramaturgin tätige Wiener Theaterwissenschaftlerin Gini Müller präsentiert uns Einsichten in die Welt der Possen:

    Im Begriff der Posse begegnen einander Theater, Performance und Politik, nicht zuletzt als Spielräume emanzipatorischer Kämpfe gegen Körper- und Grenzregime.

    Possen des Performativen verweisen dabei sowohl auf minoritäres (Theater-) Vermögen zur Artikulation von Widerstand genauso wie auf subversive performative Strategien zur „Verqueerung“ des normierenden Geschlechtertheaters. Dabei geht es auch darum gegen gewisse inszenatorische Mechanismen und Szenarien des „Regierungstheaters“(z.B. G8-Gipeltreffen) – bzw. eines so genannten „theatrum gouvernemental“ (in bezug zu Foucault, Techniken des Regierens) –, ein „theatrum posse“ zu setzen, das gegen dieses ankämpft bzw. dieses subvertiert, aber auch in den eigenen Reihen interveniert.

  • Queer meets Disability Workshop am 4. Januar 2010

    Workshop mit Robert McRuer (Washington) und Heike Raab (Innsbruck). Moderiert von Swantje Köbsell (Bremen), organisiert vom Zentrum für Disability Studies und der AG Queer Studies

    Workshop: „Queer meets Disability“
    Montag, 04. Januar 2010, 10-17 Uhr Raum A 215, Ex-HWP, Von-Melle-Park 9

    Wir bitten um Voranmeldung via Email bis zum 23.Dezember 2009 unter der Adresse: bruhn [at] erzwiss.uni-hamburg.de

    Kostenbeiträge: Studierende, Erwerbslose/Hartz4Bezieher*Innen, Alleinerziehende, u.ä.: 5,- Euro; Erwerbstätige: 10,- Euro

    Im Workshop werden Robert McRuer und Heike Raab die aktuellen Entwicklungsstände und die gegenwärtig geführten Debatten der Queer Disability Studies einerseits aus us-amerikanischer Perspektive und andererseits für den deutschsprachigen Raum aufzeigen. Ein Anliegen ist es, die jeweils unterschiedlichen Diskussionsstände darzulegen und neue Anregungen und Impulse für die deutschsprachigen (Queer) Disability Studies zu erhalten. Im Anschluss wird eine moderierte Diskussion mit Beiträgen und Fragen aus dem Publikum stattfinden. Moderiert wird die Diskussion von Swantje Köbsell. Sie ist Behindertenpädagogin der Universität Bremen. Zudem engagiert sie sich seit vielen Jahren in der feministisch-emanzipatorischen Behindertenbewegung und der AG Disability Studies in Deutschland.

    Robert McRuer ist Professor am Department of English der George Washington University. Er arbeitet seit mehreren Jahren an der Verbindung von Queer-Theory und Disability Studies und veröffentlichte zahlreiche Publikationen zu diesem Thema.

    Heike Raab ist als promovierte Universitätsassistentin der Universität Innsbruck tätig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem die Queer (feministischen) Disability Studies. Sie engagiert sich in queer-feministischen Bewegungen, sowie in der behinderten Frauen-/Lesbenbewegung.

    Die englischen Beiträge während der Veranstaltung werden zudem ins Deutsche übersetzt! Diese Veranstaltung wird durchgehend von Schriftmittler*Innen begleitet. Bei Bedarf kommen auch DGS-Dolmetscher*Innen zum Einsatz. Wir bitten daher um eine kurze Rückmeldung unter o.g. eMailadresse bruhn [at] erzwiss.uni-hamburg.de. Ebenso bitten wir darum, weitere Assistenzbedarfe bei der Voranmeldung bekannt zu geben.

    Programm

    10.00 – 10.30 Uhr
    Begrüßung und Vorstellung

    10.30 – 12.00 Uhr
    Vortrag Robert McRuer

    12.00 – 12.45 Uhr
    Fragen, Anmerkungen zum Vortrag

    12.45 – 13.45 Uhr
    Mittagspause

    13.45 – 14.30 Uhr
    Vortrag Heike Raab

    14.30 – 15.15 Uhr
    Fragen, Anmerkungen zum Vortrag

    15.15 – 15.30 Uhr
    Kaffeepause

    15.30 – 17.00 Uhr
    moderierte Diskussion

    Das Zentrum für Disability Studies

    Das ZeDiS ist ein Projekt an der Universität Hamburg, das seine Arbeit im Dezember 2005 aufnahm. Übergeordnetes Ziel des ZeDiS ist die Etablierung von Disability Studies als inter- resp. transdisziplinären Wissenschaftsansatz an der Universität Hamburg. Diesbezüglich konnten wir seit 2005 unser Lehrangebot beständig ausbauen und curricular in Studiensequenzen der Sonderpädagogik eingebunden werden; neben Seminaren, die zumeist von Lehrbeauftragten aus dem Kreise unserer KooperationspartnerInnen außerhalb der Universität Hamburg angeboten werden, zählt hierzu auch unsere fortlaufend stattfindende Ringvorlesung „Behinderung ohne Behinderte!?  Perspektiven der Disability Studies„.

  • Vortragseinladung – Smilla Ebeling: Geschlechterpolitik in Zoologischen Gärten

    Prof. Smilla Ebeling
    Geschlechterpolitik in Zoologischen Gärten
    Mittwoch, 09. Dezember 2009 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Unserem Anliegen, die Anwendung ‚queerer‘ Ansätze auf neue Bereiche zu erproben, leistet Smilla Ebeling aus Oldenburg einen wichtigen Beitrag, unsere – der Anhäufung von Interessanz verpflichteten – Reihe um eine möglicherweise zentrale Kategorie zu erweitern:

    Zahlreiche Beispiele aus dem Alltagsleben (wie etwa Kosenamen, Redewendungen, Literatur, Filme, Grußkarten und Werbung) zeigen, dass Menschen Tiere verwenden, um über sich und Gesellschaft nachzudenken und um sich auszudrücken. In Anlehnung an Daston & Mitman (2005) gehe ich davon aus, dass dieses „Denken mit Tieren“ weit verbreitet und etwas Selbstverständliches ist. In meinem Vortrag untersuche ich das „Denken mit Tieren“ im Kontext von Geschlecht und Sexualität in der öffentlichen Bildungseinrichtung des Zoologischen Gartens. Dabei wird deutlich, dass Zoologische Gärten vermeintlich wilde und natürliche Tiere in einem heteronormativen Rahmen präsentieren und ein Bild von der Tierwelt als eine zweigeschlechtlich strukturierte vermitteln. Das „Denken mit ‚wilden‘ Tieren“ in Zoologischen Gärten hat Einfluss auf die Vorstellung und Akzeptanz von Geschlecht und Sexualität in der Gesellschaft. Es trägt dazu bei, bestimmte Geschlechter und Sexualitäten als „natürlich“ zu legitimieren und andere als „unnatürlich“ zu verwerfen. Zu diskutieren ist, ob diese Geschlechterpolitik mit Tieren für queere Anliegen genutzt werden kann, etwa durch die Darstellung von Homo-, Inter- und Transsexualität unter Tieren.

  • Vortrag am Freitag: Queer Animality

    Prof. Eva Hayward
    Cut Sex Animal – The Social Aesthetic of Trans
    Freitag, 4.12.2009, 12 Uhr (c.t.) an der Universität Hamburg
    Fachbereich Soziologie, Allende-Platz 1, Raum 245

    Außer der Reihe möchten wir Euch zu einem Vortrag mit dem vielversprechenden Titel „Cut Sex Animal – The Social Aesthetic of Trans“ einladen, den wir in Kooperation mit der Koordinationsstelle für Frauenstudien/Frauenforschung ermöglicht haben und der am morgigen Freitag, dem 4. Dezember 2009 stattfindet. Prof. Eva Hayward ist zurzeit Guest Researcher am Center for Gender Research an der Uppsala University in Schweden und Assistant Professor am Department of Cinematic Arts des Interdisciplinary Film and Digital Media Program der University of New Mexico.

    Im Vortrag (in englischer Sprache) geht es um den Schnitt am transsexuellen Körper als eine materialisation des Selbst, um die Probleme der Kategorie „menschlich“, um „ambiguously specied/sexed bodies“, und um die tierisch-menschliche Vermischung von Buffalo Bills Haut. In ihrem Vortrag überschreitet Eva Hayward Grenzen von Kunst und Wissenschaft sowie von Intimität, Transsexualität und Animalität.

    Ein ausführliches Abstract zum Vortrag findet Ihr weiter unten. Alle Interessierten sind herzlich Willkommen!
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  • Vortragseinladung: Skadi Loist – Wie queers sind LGBT Filmfestivals

    Skadi Loist, M.A.
    Wie queer sind LGBT Filmfestivals? :
    Identitatsbasierte Festivals zwischen Community-Geschichte und theoretischem Anspruch
    Mittwoch, 02. Dezember 2009 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Aus berufenem Munde, nämlich von der Archivarin der Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg erfahren wir Mittwoch Fundiertes wie Reflektiertes über derartige Veranstaltungen. Die Referentin zu ihrem Vortrag:

    Es gibt inzwischen uber 200 lesbisch-schwule/LGBT/queere Filmfestivals weltweit und einige existieren seit uber 30 Jahren. Viele wurden als schwul(-lesbisch)e Filmfestivals gegrundet mit dem Ziel Sichtbarkeit her- und einen affirmativen Ort fur die Community bereitzustellen. Mit Entwicklung der Queer- Bewegung veranderten sich die Diskussionen von affirmativem zu kritischem Aktivismus und dekonstruktivistischer, identitatskritischer Theoriebildung. Joshua Gamson (1995) beschreibt das Problem der Identitatspolitik von Community- und Bewegungsgeschichte als ein „queer Dilemma“: namlich einerseits fixe Identitatskategorien zu bedienen und fur politische Arbeit zu brauchen und sie gleichzeitig anzuprangern und in Frage zu stellen.

    Als spezialisierte, identitatsbasierte Festivals befinden sich LGBT Filmfestivals in genau diesem Dilemma. Die Festivals mussen den Spagat schaffen einer breitgefacherten Community zu dienen: einerseits das gewachsene Publikum, verankert in affirmativer Community-Bildung, zu halten und gleichzeitig die aktivistischen Entwicklungen der Identitatskritik und Ausdifferenzierung ernst zu nehmen. Sie sind so nicht mehr nur klassische Reprasentationsorte fur Schwule und Lesben, sondern sind einem weiteren Spektrum „sexueller deviants“ und nicht-fixierter Identitaten verpflichtet.

    In meinem Vortrag gehe ich der Frage nach, wie LGBT Filmfestivals mit den gegensatzlichen Anforderungen an sie, mit dem „queer Dilemma“, umgehen. Basierend auf der Forschung fur mein Dissertationsprojekt werde ich einige historische Entwicklungen von LGBT Filmfestivals anhand von Fallbeispielen deutscher und amerikanischer Festivals – u. a. Frameline: San Francisco Intl. LGBT Film Festival, MIX: New York Queer Experimental Film Festival, NewFest: New York LGBT Film Festival, die Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg, das identities. Queer Film Festival in Wien und das uberregionale Verzaubert Queer Film Festival – nachzeichnen. Dabei werde ich auf einzelne Aspekte wie z. B. die Programmgestaltung oder die Organisationsstruktur genauer eingehen.

  • Vortragseinladung: Svenja Schröder: Feministische Netzkultur

    Svenja Schröder, M.Sc.
    Feministische Netzkultur – Spielwiese oder Kriegsgebiet?
    Eine interdisziplinäre Betrachtung einer Netzlandschaft
    Mittwoch 25.11.2009, 19:15, Von Melle Park 5 (”Wiwi Bunker”) 0079

    Mittwoch behandeln wir mit der virtuellen Vernetzung ein aktuelles Thema, wie immer in ‚queerem Kontext‘. Umso bemerkenswerter, wie selten diese Themenbereiche zusammen gedacht werden. Als linkreichen Einstieg in die zu behandelnde (queer)feministische Blogosphäre empfehlen wir Interessierten jenen aus unseren Reihen: I Heart Digital Life

    Die Referentin Svenja Schröder ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung für Informatik und angewandte Kognitionswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen. Sie leitet ihren Vortrag stilecht folgendermaßen ein:

    „Das Internet, unendliche Weiten. Wir befinden uns im Jahre 2009. Dies sind die Abenteuer einiger feministischer Blogs, die viele Lichtjahre von der heteronormativen Matrix entfernt unterwegs sind, um feministisch-queere Lebensweisen zu erbloggen, unbekannte Begehrensformen und neue Geschlechteridentitäten. Die feministische Blogger_innen* dringen dabei in Teile der Blogosphäre vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“

    Von den utopischen Visionen der 90er, in denen das Internet als Raum unendlicher Möglichkeiten ersonnen wurde, können wir heute nicht mal mehr träumen. Nicht erst seit der zunehmenden Verschmelzung von Offline- und Online-Identität spielen Geschlecht, Begehren und sogar Körper auch im Internet eine große Rolle. Natürlich wird demzufolge die Netzkultur durch diese Fortpflanzungen der heterosexuellen Matrix in den vermeintlich neutralen Netzraum beeinflusst.

    Spielwiese oder Kriegsgebiet? Eine Aufbruchsstimmung in der deutschen Blogosphäre führt seit einiger Zeit zu einer zunehmenden Vernetzung von feministische_n Einzelblogger_innen* und Gemeinschaftsblogs, um der heteronormativ geprägten Blogosphäre eine (queer-)feministische Sichtweise entgegenzuhalten. Dass Frauen* aufgrund aktueller Forschung eher zum Onlinetagebuch in Blogform als zum Themenbloggen neigen, wollen diese Blogs so nicht stehenlassen. Feminismus und queere Lebensweise sind in diesen Blogs sowohl Thema als auch Grundeinstellung.

    Wie kommt der Wunsch nach Vernetzung zustande? Was sind gemeinsame oder verschiedene Visionen und Probleme? Wie sieht dieser Teil der Blogosphäre aus und durch welche Netzebenen wird er ergänzt (Twitter, Facebook, etc.)? Der Vortrag wird die queer-feministische Blogosphäre in Deutschland kurz umreißen und dann versuchen, auf verschiedene Aspekte der aktuellen Entwicklungen aus einer interdisziplinären Sichtweise heraus einzugehen. Dabei werden Struktur, Motivationen und Chancen dieses Teils des Internets diskutiert.

    Geeks, Freaks & Nerds/Nrrrdz: Hack teh Planet!

  • Vortrag von Frank Apunkt Schneider: Die Diktatur des „man“

    Frank Apunkt Schneider (Dipl. Germanist)
    18. November 2009
    Die Diktatur des >>man<<. Von der Schwierigkeit, in linken deutschen Medien geschlechtsneutral zu sprechen. Bericht aus der weitgehend beschissenen Praxis Mittwoch, 18. November 2009 19:15, Von Melle Park 5 ("Wiwi Bunker") 0079 Den Österreich-Trend dieser Wochen zukunftsweisend (wie wir nunmal sind) vorausgesehen habend, freuen wir uns auf den passenden Referenten am Mittwoch: Frank Apunkt Schneider ist Mitglied der Wiener KünstlerInnengruppe „monochrom“. Er bezeichnet sich als „unfreier Autor und unfreier Künstler“, sowie als Hausmann in Bamberg (hier ohne Angaben über Freiheitsgrad). Auch wenn bereits diese Informationen ein lohnendes Vortragserlebnis versprechen, folgt noch das Abstract:

    „Formulierungen wie ‚man/frau‘ und das Binnen-I lehnen wir aus stilistischen und Ästhetischen Gründen ab“. Wer in linken deutschen Medien in einer nicht-ausschließlich männlichen Form schreiben möchte, kennt diesen Satz, der scheinbar keiner weiteren Erklärung bedarf. Welche stilistischen und Ästhetischen Essentials ihm eigentlichen zugrunde liegen, wird in der Regel nicht gesagt. Frank Apunkt Schneider versteht sich als Feminist und publiziert regelmäßig in Deutschland und Österreich. Er berichtet aus seinen eigenen diesbezüglichen Erfahrungen, und stellt Vermutungen an, warum deutsche Medien mit geschlechtsneutralen Formen ein Problem haben, Österreichische hingegen nicht.