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  • Vortragseinladung 2012-04-03: Einführung

    AG Queer Studies
    Einführung
    Mittwoch 03.04.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Am Mittwoch geht es los: Wir starten in ein neues Semester. Dieses mal mit einer funkelnagelneuen Einführung:

    Was bedeutet Queer? Eine möglichst allgemein verständliche Einführung in die theoretischen Hintergründe unseres Zuganges zu Queer und warum wir die beständige Politisierung des Begriffes für zentral halten? Kann es das geben? Woher nehmen, wenn nicht stehlen und ohne sich ständig zu wiederholen? Wir haben es gefunden! Auf einer Podiumsdiskussion in Leipzig zum Paranoid Paradise Filmfestival im Juli 2011. Dort ging es genau um die Erläuterung des Queerbegriffs aus verschiedenen Blickwinkeln: gender, race und class. Sprechen werden – in Anwesenheit, aber nicht live – Do. Gerbig und – in Abwesenheit – Nadine Lantzsch, die dieses Semester aber noch selbst in der Vorlesungsreihe zu erleben sein wird, sowie Franziska Rauchhut, die wir dann hoffentlich bald ebenfalls in persona begrüßen können.

  • Neuer Lehrschwerpunkt „Intersektionalität und Diversity“

    Aktuelles aus dem Zentrum GenderWissen Hamburg zum neuen Lehrschwerpunkt „Intersektionalität und Diversity“ und dem gleichnamigen Zertifikat. Die Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ kann übrigens auch für das Zertifikat angerechnet werden.

    Die Universität und weitere Hamburger Hochschulen kooperieren mit dem Ziel, Lehrveranstaltungen für interdisziplinäre Gender Studies fächerübergreifend zu öffnen. In diesem Semester beginnt der neue Lehrschwerpunkt „Intersektionalität und Diversity“.

    In Kooperation mit dem Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Hamburg startet die hochschulübergreifende Gemeinsame Kommission „Gender & Diversity“ diesen Lehrschwerpunkt mit der Lehrveranstaltung „Die bewegte Geschichte intersektionaler Theorien und ihre aktuelle Bedeutung für soziologische Analysen“ am Fachbereich Sozialwissenschaften. Im folgenden Wintersemester 2012/13 wird der Focus dann auf disziplin- und fachspezifische Perspektiven von Intersektionalität und Diversity gelegt. Beide Seminarangebote werden jeweils im Wechsel angeboten.

    Wozu dieser Lehrschwerpunkt?
    Die hohe Komplexität sozialer Vielfalt und sozialer Ungleichheit stellen eine besondere Herausforderung für akademische Forschung und politische Gestaltung dar. Besonders in den Gender Studies gibt es lebhafte Debatten um die Differenzen innerhalb der Kategorie Geschlecht. Intersektionalitätstheorien integrieren heute systematisch eine Vielzahl von Kategorien in wissenschaftliche Analysen. Und Diversity bezeichnet die umfassende Berücksichtigung verschiedener Differenzkategorien im Bereich der Anti-Diskriminierungs- und Gleichstellungspolitik.

    Weitere interessante Veranstaltungen zu diesem neuen Lehrschwerpunkt entnehmen Sie bitte dem Lehrtableau „Gender und Queer Studies Hamburg“ SoSe 2012 unter www.zentrum-genderwissen.de
    Das Zentrum GenderWissen erstellt jedes Semester ein Lehrtableau mit einschlägigen Lehrveranstaltungen aus hochschulischen Angeboten der BA/MA-Studiengänge. Diese sind laut der Studienordnungen teilweise im freien Wahlbereich der BA-Studiengänge belegbar. Eine Zertifizierung der erworbenen Kompetenzen ist möglich

    Studierende können ihre erworbenen Kompetenzen im Rahmen ihrer allgemeinen Fachausbildungen und im freien Wahlbereich „Gender und Queer Studies Hamburg“ erwerben. In modernen Organisationen, ob privatwirtschaftlich, öffentlich oder wohlfahrtstaatlich, gelten Gender- und Diversitykompetenzen zunehmend als Schlüsselqualifikationen. Eine hochschulübergreifende Gemeinsame Kommission „Gender & Diversity“ zertifiziert den Besuch von mindestens vier einschlägigen Lehrveranstaltungen und weist damit die erworbenen Fähigkeiten aus. Studierende können das Zertifikat „Intersektionalität und Diversity“ bei Bewerbungen für ihre wissenschaftliche Weiterqualifikation mit Themenbereichen zu Gender und Diversity, sowie für ihren Einstieg in einschlägige Berufs- und Tätigkeitsbereiche nutzen.

    Das Zentrum GenderWissen ist ein fächerübergreifendes Forum für Expert/innenwissen. Wir sind mit Forschenden, Lehrenden und Studierenden der Hamburger Hochschulen seit 1984 vernetzt und zentrale Anlaufstelle für Lehrkoordination, Förderprojekte sowie eine „Zentrale Bibliothek Frauenforschung & Gender Studies“ für umfassende Literatur zu den Themenbereichen Genderwissenschaften, aktuell auch Queer- und Disability Studies, Diversity und Intersektionalität.

  • Filmabend am 8. März: „Die Katze wäre eher ein Vogel“

    Am 8. März 2012 laden wir um 19 Uhr ins Café Munck (Gilbertstraße 60) zu einem Filmabend. Gezeigt wird „Die Katze wäre eher ein Vogel“ von Melanie Jilg mit anschliessendem Gespräch mit Vertreter_innen der Selbsthilfegruppe xy-Frauen und des Vereins Intersexuelle Menschen e.V.

    Intersexualität, Hermaphroditismus oder Zwischengeschlechtlichkeit gibt es so lange es Menschen gibt, doch ohne im gesellschaftlichen Bewusstsein zu existieren. Daraus resultieren Diskriminierungen gegenüber Inter*Menschen. Medizinisch unnötige genitalverstümmelnde Operationen ohne ausreichende Evidenz selbst im frühen Kindesalter erleiden Inter* Menschen trotz vehementer Kritik an dieser menschenrechtsverletzenden Praxis.

    In den vergangen Jahren hat sich, nicht zuletzt durch massive politische Interventionen von Inter*Aktivist_innen, einiges verändert. War Hermaphroditismus über Jahrzehnte mystifizierbare Grundlage für Kunst und Kultur und in der gesellschaftlichen Wahrnehmung weitestgehend tabuisiert, wird gegenwärtig über die ethische Beurteilung der momentanen Situation und gesetzliche Änderungen zum Schutze von Inter*Menschen verhandelt. Auch in Wissenschaft und in den Medien wird das Thema präsenter, doch häufig in einem Sprechen über und nicht einem Sprechen mit oder einem Sprechen als Inter*Person.

    Deshalb werden in den geplanten Veranstaltungen Inter*Personen sprechen, sowohl im angekündigten Film, als auch im anschließenden Austausch mit einigen Vertreter_innen der Selbsthilfegruppe der xy-frauen und des Vereins Intersexuelle Menschen e.V.

    Veranstaltet von der AG Queer Studies und Unterstützer_innen sowie dem AStA der Uni Hamburg.

  • Heike Raab: Queer Meets Disability

    Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenIm Januar 2010 veranstaltet die AG Queer Studies und das Zentrum für Disability Studies den Workshop „Queer meets Disability„. Zu diesem Workshop hatten wir u.a. Dr. Heike Raab eingeladen, die in ihrem Vortrag einen Überblick über die deutschsprachige Forschungslandschaft und aktuelle Debatten im Bereich der Queer Disability Studies vorstellte. Ebenfalls zu Gast war Prof. Robert McRuer, der das Thema aus us-amerikanischer Perspektive beleuchtet. Sein Vortrag zu „Crip Theory“ ist bereits als Podcast verfügbar. Heike Raab arbeitet am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Innsbruck. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Disability Studies und Queer Studies, Körper, poststrukturalistische Sozialwissenschaften, Feministische Theoriebildung und Staatstheorie.

    [podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/raab_2010.mp3[/podcast]
    Download (mp3 42,2 MB 43:58 Min)

  • Bitte um Feedback zu DGS-Vorträgen und Vorschau auf das Sommersemester

    Für unsere Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ an der Uni Hamburg stehen uns zwar Gelder für DGS-Dolmetscher_innen zur Verfügung, diese reichen aber leider nicht, um bei jedem Vortrag Dolmetscher_innen dabeizuhaben. Darum wüssten wir gerne, welche unserer Vorträge euch, falls ihr DGS gebärdet, besonders interessieren.

    Wir würden uns daher sehr freuen, wenn ihr uns bis zum 28.2.2012 eine Mail an queer.aghh (aett) gmx.de mit den Vorträgen schreibt, die ihr/Sie gerne besuchen würdet. Ihr könnt auch direkt hier auf der Seite ein Kommentar hinterlassen. Vielen Dank im Voraus für eure Mithilfe und auch für’s Streuen unserer Frage in die entsprechenden Kanäle!

    Folgende Vorträge sind für das Sommersemester geplant:

    Die Vorträge finden Mittwochs von 19 Uhr bis 21 Uhr (c.t.) im Raum 0079, Von-Melle-Park 5 („WiWi-Bunker“) auf dem Campus der Uni Hamburg statt.

    04.04.2012
    Einführung in das Semesterprogramm und Organisatorisches
    AG Queer Studies, Universität Hamburg

    11.04.2012
    Körper von Wert. Eine queer-feministische und politisch-ökonomische
    Perspektive auf Reproduktions- und Biotechnologien

    Dr. Ute Kalender, Kulturwissenschaftlerin, Berlin, DFG
    Graduiertenkolleg Geschlecht als Wissenskategorie, Forschungsprojekt
    zu Biological Citizenship

    18.04.2012
    Roma und Sinti in Europa – zwischen Romantisierung und Ausgrenzung
    Verena Spilker, M.A., freie Redakteurin und Amaro Drom e.V.
    Mitarbeiterin aus Berlin

    25.04.2012
    Täuschend echt?! Zum Gewicht der Illusion im Feld
    trans*inter*feindlicher Diskriminierung und Gewalt.

    Ines Pohlkamp, Bremen, Referentin für queer-feministische
    Mädchenarbeit, intersektionale Bildung, Forschung zu heteronormativer
    Diskriminierung und Gewalt gegen Trans*Inter*Personen

    02.05.2012
    Jenseits des autonomen (menschlichen) Subjekts?
    Dr. Hanna Meißner, TU Berlin,
    Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung

    09.05.2012
    Begehren, Gewalt und die Krisen des ‚unmarkierten Geschlechts‘.
    Zugänge einer kritischen Männlichkeitsforschung

    Paul Scheibelhofer, Promovent am Gender Studies Department der Central
    European University, Budapest

    16.05.2012
    Theorie und Praxis – doch weit voneinander entfernt? Feministische
    Bewegung aus intersek-tionaler Perspektive am Beispiel der Slutwalks

    Nadine Lantzsch, M.A. Gender & Diversity Kompetenz, feministische
    Aktivistin und freie Autorin, Berlin

    23.05.2012
    ‚Maskulismus‘ – Abwehrmechanismen komplizenhafter Männlichkeit
    Andreas Kemper, Soziologe (M.A.), Verein Zabiba, Münster

    06.06.2012
    Sowohl als auch. Überraschende und altbekannte Geschlechterentwürfe in
    der Epigenetik und Molekularbiologie

    Dipl. Biol. Bärbel Mauss, Leitung des Studienprogramms „Gender Studies
    in den Ingenieurwissen-schaften. Technik – Wissenschaft – Praxis“ am
    ZIFG, TU-Berlin.

    13.06.2012
    Zur Verflechtung von Heteronormativität und Rassismus – eine
    ethnographische Annäherung

    Dr. Urmila Goel, Berlin

    20.06.2012
    Sehnsucht nach Ontologie? Zur Kritik des ‚material feminism‘
    PD Dr. Susanne Lettow, Philosophin, Gastprofessorin am Institut für
    Philosophie der FU Berlin

    27.06.2012
    (Un-)wirklichkeiten von (A-)Sexualität
    Dipl.-Soz. Judith Scheunemann, AG Queer Studies,
    Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Uni-versität Kassel

    04.07.2012
    „100% Bio-Zwitter“. Intersex-Aktivismus zwischen Biologismus,
    Menschenrechtsdebatten und Dekonstruktion

    Dr. phil. Kathrin Zehnder, Soziologin, Universität Zürich,
    ethnologisches Seminar

    11.07.2012
    „Johnny, are you queer?“ Chor-Vortrag-Performance
    Die polyphonen Knabenchorschwuchteln, Hamburg

  • Radio Killed the Videostar

    Das Radioprogramm der kommenden Montate, jeden 1. und 3. Montag 1400-1530 auf FSK, 93,0MHz im Hamburger Äther, 101,4 im Hamburger Kabel, 105,7 im Kabel des Umlands, sowie weltweit über Livestream.

    • Am 20.02.2012 schließen wir den „Monat des Gehirns“ mit dem Vortrag von Anelis Kaiser zu Can There Be A Queer Brain? Gedanken zur möglichen Queerness des Gehirns und einer kleinen Kommentierung ab; auch Podcasthörer*innen sei dieser Vortrag an Herz gelegt, da z.Zt. keine Lizenz zur Internetveröffentlichung vorliegt
    • Am 05.03.2012 startet der Themenmonat Sexarbeit. Den anfang machen die Hamburger (Dipl.) Soziologinnen Kathrin Billerbeck und Nele Bastian mit ihrem Vortrag: UnterOrdnung der Prostitution. Zur Konstruktion einer
      Notwendigkeit des Unerwünschten
      . Auch für diesen Vortrag liegt keine Podcastlizenz vor. Hört also aufmerksam zu oder haltet ein Aufnahmegerät bereit ;)
    • Am 19.03.2012 folgt der Vortrag von Gudrun Greb, Kathrin Schrader (ragazza e.V. Hamburg) unter dem Titel “Die Würde ist unantastbar und das ist auch so” Vom Überlebenskampf und alltäglichen Grenzverletzungen Drogengebrauchender SexarbeiterInnen
  • Vortragseinladung 2012-02-01: Blessless/Didine

    Didine van der Platenvlotbrug, Blessless Mahoney
    Authentizität vs. Karaoke – Mehr kontrafaktisches Unwissen für eine neue, sanskritische Kultur des hekubatischen Missverstehens. Oder: Der Weg ist der Weg!
    Mittwoch 01.02.2012, 19:15, Von Melle Park 6 („Philturm“) Hörsaal F

    ACHTUNG:
    Abweichend von der restlichen Vorlesungsreihe findet dieser Vortrag in Phil F statt.

    Didine van der Platenvlotbrug, Pröpstin der Elsa-Sophia-von-Kamphoevener-Fernuniversität, Katzen-Ellenbogen & Blessless Mahoney, Dekanin der Eberhardt-Anbau-Scheibenschwenkpflug-Universität, Brake an der Weser präsentieren uns zum Abschluß des Wintersemesters ein weiteres mal ihre bahnbrechenden Erkenntnisse.

    Diesmal geht es kämpferisch, ja emanzipatorisch zu, wenn die beiden Professorinnen der Beredsamkeit ihre zärtlich explorierten Wissenswattebäusche zu handlichen Gehwegplatten formen und trittsicher, schrittfrisch forschen Schrittes voranschreiten ins Walhalla des Zen, um die siebenköpfige Amygdala der Erkenntnis zu melken. Das geneigte Auditorium kann am Ende einen Tunnel von Licht sehen und die zersplitterten Realitäten werden neu und wieder zusammengesetzt, denn wir forcieren gemeinsam die Emergenz des Queeren

  • Vortragseinladung 2012-01-25: Intersex

    Michaela
    Umgang von Medizin und Gesellschaft mit intersexuellen Menschen
    Mittwoch 25.01.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Michaela ist Ärztin aus Halle und referiert zu folgendem Thema:

    Intersexualität mag inzwischen mehr Menschen theoretisch bekannt sein, verbessert hat sich der Umgang mit den Betroffenen bis heute wenig. Auch heute noch übt die Medizin in „fortschrittlichen“ Ländern mit Skalpellen und anderen Instrumenten Gewalt gegen intersexuelle Menschen aus, sobald sie ihrer habhaft werden kann. Diese Behandlungen ohne medizinische Notwendigkeit dienen nicht dem Kindswohl, sondern mutmaßlichen oder auch nur eingebildeten Bedürfnissen nicht-intersexueller Menschen. Die lebenslangen Folgen für die Betroffenen können unter anderem Schmerzen, Verlust der sexueller Empfindungsfähigkeit, und schwere körperliche Schäden beinhalten; erschwerend tritt eine Traumatisierung ein, besonders wenn Betroffenen gegenüber geschwiegen oder gelogen wird, was jahrzehntelang als „Standard“ galt.

    Ungeachtet des Ausmaßes an Menschenrechtsverletzungen, wie es ein erheblicher Anteil der Betroffenen erlitten hat, erschrecken auch die Zahlen derer, die vermeintlich „glimpflich“ davon gekommen sind, zumal sich viele anscheinend nicht der Zusammenhänge bewußt sind; sie neigen dazu, die Ursache für körperliche und seelische Probleme bei sich und ihrem angeborenen So-Sein zu suchen, statt bei den Tätern im Medizinsystem. Intersexualität wurde von Gesellschaftswissenschaftlern und politischen Organisationen anderer Zusammenhängen zwar entdeckt und angeführt, aber statt sich mit den Zwittern gegen die Zwangsoperationen und -behandlungen zu solidarisieren, ging es um die Interessen anderer Gruppen, bisweilen wurden sogar „Mittäter“ als „Experten“ herangezogen.

    Da ja intersexuelle Menschen gar nicht so selten sind, kommen sie auch in lesbischen oder „queren“ Zusammenhängen vor; der tatsächliche Umgang mit ihnen sollte an Offenheit und Akzeptanz gewinnen.

  • Pressemittelung zur Frauen* Vollversammlung

    Wir dokumentieren eine Pressemitteilung vom 18.01.2012:

    Unipräsidium der Uni Hamburg erschwert Frauenvollversammlung

    Vor drei Jahren wurde das teilautonome Referat, in dem sich Frauen organisiert haben, vom AStA abgeschafft. Nun haben sich Frauen an der Uni Hamburg erneut organisiert. Sie fordern die Wiedereinrichtung eines teilautonomen Referats für Frauen. Ein Raum für die Organisation von Frauen ist dringend notwendig.

    Einen weiteren Beweis liefert das Vorgehen des Unipräsidiums. Dieses wurde vom Präsidium des Studierendenparlaments (Stupa) aufgefordert, den Aufruf zu einer studentischen Frauenvollversammlung über das uniinterne, Onlinenetzwerk Stine zu verschicken. Mit Stine werden alle Studierenden der Uni erreicht. Vor vier Woche veröffentlichte das Stupa-Präsidium den Aufruf. Zwei Tage vor dem Zeitpunkt der Frauenvollversammlung schickte das Unipräsidium erst auf Nachfrage die Ablehnung. Die Einladung könne nicht über Stine verschickt werden, teilte das Unipräsidium mit. Der Grund sei, einzelnen Gruppe könne die Verschickung nicht ermöglicht werden, da es sonst zu viele Stine-Mitteilungen geben könnte.

    Frauen sind nicht irgendeine Gruppe. Frauen sind täglich Diskriminierung ausgesetzt, auch an der Uni Hamburg. „Die Ablehnung des Unipräsidiums ist Ausdruck der frauen*diskriminierenden Gesellschaftsstruktur.“, sagte eine Aktive. Räume für die Organisation von Frauen müssen ermöglicht und nicht bekämpft werden. „Wir fordern das Unipräsidium auf, den Aufruf umgehend zu verschicken.“, ergänzt eine andere Aktive. Die Mobilisierung zur Vollversammlung wird mit der Ablehnung ein weiteres Mal extrem erschwert. Das Unipräsidium verleugnet mit der Begründung, die herrschende Ungleichheit zwischen Männern und Frauen. Diese muss aber Infrage gestellt und bekämpft werden. Dafür brauch es dringend ein teilautonomes Referat für Frauen in der Verfassten Studierendenschaft. Durch diese Ablehnung lassen sich die Aktiven nicht aufhalten, am Donnerstag, 19.1.2012, wird im Anna-Siemsens-Hörsaal (VMP8) um 14.00Uhr eine uniweite, studentische Frauenvollversammlung stattfinden.

    Für Nachfragen stellen wir gerne einen Kontakt her.

    Für Nachfragen:

  • Vortragseinladung 2012-01-18: Verkörperte Intelligenz

    Claude Draude, Thorsten Kluß
    Unmögliche Körper? Von der Hülle des Denkens zur verkörperten Intelligenz. Ein Paradigmenwechsel
    Mittwoch 18.01.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Da der Körper viel zu wichtig ist, ihn den Biologist*innen oder Binariäten zu überlassen, freuen auf den Vortrag von Claude Draude (M.A. der Kulturwissenschaft, Arbeitsgruppe Soziotechnische Systemgestaltung) und Thorsten Kloß (Dipl.Psychologe mit Schwerpunkt Kogitive Neurowissenschaft, Institut für Hinrforschung), vom FB Informatik der Universität Bremen. Sie referieren zu folgendem:

    Die Informatik scheint auf den ersten Blick kein Wissenschaftsfeld zu sein, in dem der Körper eine besondere Rolle spielt. Dies gilt im besonderen für das Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Deren Anfänge waren von Zukunftsvisionen geprägt, die die Unsterblichkeit des Geistes und die Überwindung des biologischen Lebens vorhersagten. Dem cartesianischen Paradigma der Körper-Geist-Trennung folgend, spielte der menschliche Körper eine untergeordnete Rolle und wurde allenfalls als Trägermaterial für Informationen verstanden, die zu intelligentem Verhalten führen sollten. Zeitgleich zum Körperboom in den Kulturwissenschaften ist Embodiment heute jedoch ein wichtiger Begriff, wenn es um neue intelligente Systeme, assistive Technologien und soziale Roboter geht. In unserem Vortrag gehen wir der Frage nach, was es bedeutet, wenn nun Körper in Bereiche der Wissenschaft einziehen, die lange Zeit nur den reinen Geist und die abstrakte Mathematik von eben jeder Körperlichkeit abtrennten. Hierzu bringen wir Geschlechterforschung und Kognitionswissenschaft miteinander in Dialog und diskutieren, ob diese Körperkonzepte tatsächlich einen Paradigmenwechsel in der Forschung oder lediglich die Rückkehr zum Determinismus der Biologismen unter veränderten Vorzeichen darstellen. Anhand von Beispielen und Verfahren aus der angewandten Künstlichen Intelligenz fragen wir nach Praktiken der Re- und Dekonstruktion heteronormativer Geschlechterkörper im Labor.