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  • Vortragseinladung 06.04.2011 – Einführung

    AG QueerStudies
    Selbst-, Semester- und Queervorstellung
    Mittwoch 06.04.2011, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Unsere Vorlesungsreihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ beginnt Mittwoch – das ist der 6.04.2011 – mit Vorstellung der AG und des Semesterprogramms; aber das ist nicht alles, in einer Dreiviertelstunde stellen wir Euch unser Verständnis von „Queer“ allgemeinverständlich vor. Größte Neuerung dieses Semester: Teilnahme läßt sich, wenn über Stine angemeldet als 2 Wahlbereichsleistungspunkte anrechnen, mehr dazu Mittwoch.

    Das Semesterprogramm befindet sich hier

  • Veranstaltungshinweise SoSe2011

    Zentrum für Disablity Studies (ZeDiS)
    Ringvorlesung “Behinderung ohne Behinderte!?
    Perspektiven der Disability Studies”
    Montag 04.04.2011, 16:00, Edmund Siemers Allee 1 („ESA-Westflügel“) 221

    Assoziation Kritische Psychologie
    Auch Du hast (k)einen freien Willen! – Selbst-organisiertes Seminar zum Thema: Kritisch-psychologische und neurowissenschaftliche Perspektiven auf die Kontroverse um den „freien Willen“
    Donnerstag, 14.04.2011 18:00, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 4098

    AG Menschenbilder
    Philosophie & Praxis
    Freitag, 08.04.2011 12:30, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 4098

    Freies Senderkombinat Hamburg
    Jenseits der Geschlechtergrenzen : Vortragsdokumentation der AG QueerStudies
    Jeden 1. und 3. Montag im Monat 14:00-15:30; 93,0 MHz UKW

    Ins neue Semester startend haben wir eine Menge Veranstaltungshinweise.


    Das ZeDiS beginnt ihre Ringvorlesung am Montag – 04.04.2011 -, ebenfalls mit einer allgemeinen Vorstellung. Das Semesterprogramm findet Ihr hier


    Die Assoziation Kritische Psychologie Hamburg veranstaltet auch dieses Semester einen Lesekreis:

    Auch du hast (k)einen freien Willen!

    Selbst-organisiertes Seminar zum Thema:
    Kritisch-psychologische und neurowissenschaftliche Perspektiven auf die
    Kontroverse um den „freien Willen“

    Seit einigen Jahren deutet sich in der Psychologie ein Paradigmenwechsel
    an: Nich nur an der Uni Hamburg steigt die Bedeutung
    neurowissenschaftlicher Forschung. Deren Anspruch, menschliches Handeln
    durch experimentelle Methoden der Hirnforschung erklären zu können, ist
    derweil nich unumstritten. Angemahnt wird, dass sich in der Psychologie
    ein biologischer Determinismus Bahn bricht, der die Gesellschaftlichkeit
    menschlichen Lebens verkennt und diese stattdessen aus biologischen bzw.
    genetischen Dispositionen ableitet.

    Im Sommersemester möchten wir uns daher in einem selbst-organisierten
    Seminar mit kritisch-psychologischen neurowissenschaftlichen
    Perpsektiven auf menschliches Handeln auseinandersetzen. Ziel ist es,
    nich nur eine Einführung in zentrale Vorstellungen der Kritischen
    Psychologie zu geben, sondern uns auch mit Debatten, wie der Kontroverse
    um den „freien Willen“ zu beschäftigen.

    Auftaktveranstaltung am 14. April:

    Alle Interessierten sind daher herzlich zu einem einführenden Vortrag
    zum Thema am 14. April um 18:00 Uhr ein. Hier werden einige
    Referent_innen eine Einführung in die Kritische Psychologie und die
    Debatte um die Neurowissenschaften geben sowie organisatorische Fragen,
    wie etwa den Semesterplan klären. Wir treffen uns an der Uni Hamburg im
    Wiwi-Bunker (Von-Melle-Park 5), Raum 4098 (4. Etage).

    Wöchentlicher Lesekreis jeden Donnerstag um 18:00 Uhr:

    Darauffolgend werden wir das Seminar wöchentlich anbieten. Wir treffen
    uns jeweils Donnersags vom 18:00 bis etwa 20:00 Uhr, ebenfalls im Raum
    4098 im Wiwi-Bunker (Von-Melle-Park 5). Aktuelle organisatorische
    Informationen, Hinweise zu Literatur und Weiteres findet ihr auf der
    Homepage der „Assoziation Kritische Psychologie Hamburg“:
    www.kripsyhamburg.wordpress.com

    Kontakt:
    kritischepsychologie_hh@yahoo.com | www.kripsyhamburg.wordpress.com


    Zuguterletzt beschäftigt sich das studentische Menschenbilderseminar freitags 12:30, wiwi 4098 dieses Semester mit „Philosophie & Praxis“, welche philosphischen Hintergründe haben scheinbar pragmatische Ansätze der Psycholigie und was waren die äußerst praktischen Folgen scheinbar abstrakter Philosophie? Webpräsenz: www1.uni-hamburg.de/menschenbilder


    Vergeßt auch nicht, daß die AG QueerStudies Vorträge, Veranstaltungshinweise und manchmal mehr jeden 1. und 3. Montag im Monat auf FSK sendet.

  • KUNDGEBUNG anlässlich aktueller Verschärfung von Verdrängungspolitik der Sexarbeiterinnen in St.Georg

    Nicht nur ein Genitalverstümmler_Innen-Kongress in Hamburg macht uns diese Woche Sorgen, sondern auch die Behandlung von Sexarbeiterinnen in St. Georg. Ab 1. April sind u.a. die Bußgeldbestimmungen verschärft worden, deshalb wurde sehr kurzfristig eine Kundgebung anberaumt:

    KUNDGEBUNG
    anlässlich aktueller Verschärfung von Verdrängungspolitik der Sexarbeiterinnen in St.Georg

    morgen, 31.03.2011, 15 Uhr
    Hansaplatz Hamburg

    Liebe Freund_innen,
    dem gestrigen Hamburger Abendblatt konnten wir entnehmen, dass der Straßenstrich von St. Georg nach Rothenburgsort verlagert werden soll.
    Gleichzeitig soll ab dem 01.04. (kein Aprilscherz) eine interne Handlungsanweisung des PK 11 umgesetzt werden, nachdem z.B. das „Zuwinken um auf sich aufmerksam zu machen“ im Sperrgebiet schon dazu führen kann, ein Bußgeld wegen Verstoß gegen die Sperrgebietsverordnung zu erhalten!
    Wir sehen darin eine erneute und eindeutige Verschärfung der Verdrängungspolitik gegen unerwünschte Bevölkerungsgruppen.
    Ragazza, eine Einrichtung für drogenabhängige Frauen die der Prostitution nachgehen, befürchtet mit diesen Ankündigungen das Schlimmste für die Frauen in St. Georg.
    Aus diesem Grund wollen wir, morgen 31.03. um 15 Uhr mit einer kurzen und bunten Protestaktion, in Form einer Kundgebung auf die Situation der Frauen aufmerksam machen.
    Versammlungsort soll am Hansaplatz Ecke Stralsunder Straße sein.
    Wir freuen uns wenn Ihr diesen Aufruf weiterleitet und uns zahlreich unterstützt.

    Für das ragazza e.V.

  • Proteste gegen Genitalverstümmler-Kongress „DGE 2011“

    Wenn wir auch etwas spät dran sind, so möchten wir doch nicht versäumen, auf Proteste gegen einen Kongress in Hamburg hinzuweisen, der unserer Meinung nach unterstützenswert ist.
    Die Infos zu diesem Protest findet Ihr unter Zwischengeschlecht.info und werden im Folgenden von uns dolumentiert:

    PRESSEMITTEILUNG von Zwischengeschlecht.org vom 24.3.2011:

    Jeden Tag wird in Deutschland in einer Kinderklinik mindestens ein wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt.

    Nächste Woche versammelt sich in Hamburg zur „DGE 2011“, dem „54. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)“, eine der hauptsächlich verantwortlichen Genitalabschneider-Standesorganisationen.

    Die organisierende „Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)“ ist u.a. beteiligt an den aktuell geltenden AWMF-Verstümmlerleitlinien 027/022 „Störungen der Geschlechtsentwicklung“ und 027/047 „Adrenogenitales Syndrom“, die beide menschenrechtswidrige kosmetische Genitaloperationen an wehrlosen Kleinkindern propagieren.

    Wir wollen diesen täglichen Genitalverstümmelungen vor unserer Haustüre nicht mehr länger tatenlos zusehen!

    Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org wird vor Ort in Hamburg über diese menschenrechtswidrigen Praktiken informieren.

    Und während des Kongresses friedlich protestieren – gegen die GenitalabschneiderInnen sowie gegen die Untätigkeit von Politik und Justiz bei diesem fortdauernden Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

    FRIEDLICHER PROTEST
    während der Pressekonferenz und Eröffnung der „DGE 2011“
    Mittwoch, 30.03.2011, 10:30-16:00 h
    vor dem Eingang zum Congress Center Hamburg CCH, Am Dammtor / Marseiller Str., 20355 Hamburg

    FRIEDLICHE MAHNWACHE + ÜBERREICHUNG OFFENER BRIEF
    während der Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie an der „DGE 2011“
    Freitag, 01.04.2011, 07:30-10:00 h
    vor dem Eingang zum Congress Center Hamburg CCH, Am Dammtor / Marseiller Str., 20355 Hamburg

    FRIEDLICHE MAHNWACHE
    während „Meet the Expert: Adrenogenitales Syndrom“ und Abschlussveranstaltung der „DGE 2011“
    Samstag, 02.04.2011, 09:30-13:30 h
    vor dem Eingang zum Congress Center Hamburg CCH, Am Dammtor / Marseiller Str., 20355 Hamburg

    + INFOVERANSTALTUNG & DISKUSSION
    mit Daniela Truffer und Seelenlos / Zwischengeschlecht.org
    Mittwoch, 30.03.2011, 20:00 h
    im Culturhaus SternChance, Schröderstiftstr. 7, 20146 Hamburg

    KOSMETISCHE GENITALOPERATIONEN AN KINDERN

    Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

    Seit Jahrzehnten werden in Deutschland Kinder mit „auffälligen“ Geschlechtsorganen (Zwitter / „Intersexuelle“ / Hermaphroditen) systematisch „kosmetisch“ zwangsoperiert, um aus ihnen „unauffällige“ Jungen und Mädchen zu machen – ohne ihre Einwilligung, ohne medizinische Notwendigkeit und ohne, dass die angebliche „Wirksamkeit“ der verstümmelnden Operationen je klinisch geprüft worden wäre (fehlende Evidenz). Dabei wird von den behandelnden Medizinern in Kauf genommen, dass das sexuelle Empfinden vermindert oder gänzlich zerstört wird. Viele dieser Kleinkinder werden obendrein kastriert und dadurch ihr Leben lang von gesundheitschädigenden „Hormonersatztherapien“ abhängig gemacht.

    Auch in Hamburg werden diese menschenrechtswidrigen Eingriffe weiterhin regelmäßig durchgeführt, u.a. am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Hamburger EndokrinologInnen und GeschlechterforscherInnen waren zudem maßgeblich mitbeteiligt an der Einführung und Durchsetzung der systematischen Verstümmelungen in den 1950er- und 1960er-Jahren.

    Seit den 1990ern klagen überlebende Betroffene diese Operationen öffentlich an als medizinische Verbrechen und „westliche Form der Genitalverstümmelung“.

    Das durch diese medizinisch nicht notwendigen Zwangsoperationen an Kleinkindern verursachte Leid ist längst auch durch wissenschaftliche Studien dutzendfach belegt, auch in der Bundesrepublik. Ebenso bestätigen ExpertInnen, dass die Zwangseingriffe ethische Grundsätze verletzen, gegen Grund- und Menschenrechte verstoßen und auch strafrechtlich nicht haltbar sind.

    Seit Jahren beklagen internationale Menschenrechtsorganisationen die kosmetischen Genitaloperationen an Kindern als „fundamentalen Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit“ (Amnesty Deutschland), und unterstreichen die Parallelen zur weiblichen Genitalverstümmelung in Afrika (Terre des Femmes).

    2009 wurde in Köln erstmals ein Chirurg letztinstanzlich zu einer Schmerzensgeldzahlung von 100’000 Euro verurteilt. Ebenfalls 2009 rügte das UN-Komitee CEDAW die Bundesregierung wegen Verletzung ihrer Schutzpflicht gegenüber zwischengeschlechtlichen Kindern.

    2010 bestätigte der Deutsche Ethikrat: „Der Umgang mit der Intersexualität berührt eine Reihe medizin-, rechts- und sozialethischer Fragen, insbesondere das Recht auf körperliche Unversehrtheit.“

    Trotzdem halten die Mediziner wider besseres Wissen unbeirrt an diesen menschenrechtswidrigen Praktiken fest – auch in Hamburg.

    Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie „Menschenrechte auch für Zwitter!“.

    Freundliche Grüße

    n e l l a
    Daniela Truffer
    Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org
    Gründungsmitglied Schweizerische Selbsthilfegruppe Intersex.ch
    Mitglied Intersexuelle Menschen e.V.
    Mitglied XY-Frauen
    Mobile +41 (0) 76 398 06 50
    presse_at_zwischengeschlecht.info

  • quEAR – das transtonale Ohrenfest

    Wir möchten Euch gerne auf eine interessante Veranstaltung in Berlin aufmerksam machen:

    quEAR – das transtonale Ohrenfest findet statt.

    Vom 5.-7. August auf dem Gelände „Schwarzer Kanal“ in Berlin-Treptow, Kiefholzstraße 74

    quEAR, das transtonale Ohrenfest bringt Hörstücke, Hörperformances und Klanginstallationen zu Ohr, die sich mit den Themen „Trans*, Inter, Queer“ befassen. Das Festival hat dazu einen Aufruf gestartet. Bis Mitte Juni können Beiträge eingereicht werden, an die Adresse: audio@quear.org. Das Audiofestival findet nach dem D.I.Y.-Prinzip statt. Es werden auch Workshops angeboten. quEAR ist in dieser Form hierzulande neu. Das Festival soll ein Forum schaffen, auf dem Arbeiten aus diesem Bereich vorgestellt und diskutiert werden können. Es zeigt zugleich Möglichkeiten auf, wie das Medium Ton in seiner Vielgestaltigkeit eingesetzt werden kann, um künstlerisch und politisch aktiv zu werden. quEAR unterstützt die Netzwerkarbeit. Der Zugang zum Festival ist kostenlos und soll für Rollifahrer_innen gut zu erreichen sein. Besonderer Wert wird auch auf die Zugängigkeit des Veranstaltungsortes für Menschen gelegt, die nur ein eingeschränktes oder gar kein Sehvermögen haben. Alle Veranstaltungen finden unter freiem Himmel, in Zelten und in Bauwagen statt.
    quEAR ist eine Wortschöpfung aus queer und ear (Ohr). „queer“ steht hier nicht als Synonym für „schwullesbisch“ oder „lgbt“, sondern als offene Handlungsanweisung, die sehr viel mehr beinhaltet als die sexuelle Orientierung oder Identität der Einzelnen. „queer“ ist die Abweichung von der Norm und die damit verbundene Herausforderung und Infragestellung der Grenzen, die von der Mehrheitsgesellschaft gesetzt werden. „queer“ ist deshalb sehr viel mehr als die Negation untragbarer, unerträglicher Verhältnisse. Im politischen Alltag meint „queer“ eine Utopie, nicht im bürgerlichen Sinne von Spinnerei oder Weltfremdheit, sondern im Sinne eines Ortes, der nicht ist, den es noch nicht gibt, der aber klar benannt werden kann und den es unentwegt zu schaffen gilt. trans*inter und queere Lebensweisen und Praktiken sind keine Selbstverständlichkeit. Ihre Orte müssen immer wieder neu ausgehandelt werden. Die Erfahrungen mit Diskriminierung und Gewalt sind nicht das Problem einzelner, sondern von höchster politischer Relevanz, bedingt durch ineinander verwobene institutionelle, strukturelle und kulturelle Machtverhältnisse.
    Link zu quEAR
    audio@quear.org

  • Sonja Mönkedieck: Auch das nennen wir Arbeit

    Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenUm die „Performativität der ‚Unternehmerin ihrer Selbst‘: Auch das nennen wir Arbeit“ ging es in Sonja Mönkediecks Vortrag im Sommersemester 2007. Sonja hat mittlerweile an der Universität Hamburg promoviert und ihre Dissertation ist unter dem Titel „Performativität der ‚Unternehmerin ihrer selbst‘. Die Aktionsforschung ‚Monkeydick-Productions’“ 2008 bei wvb erschienen. Als CEO des transnationalen Unternehmens Monkeydick Productions produziert Sonja, die mittlerweile nach New York umgesiedelt ist, Ambivalenz.

    [podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/moenkedieck_2007_CC.mp3[/podcast]
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  • Moritz Ege: Schwarz Werden

    Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenHeute präsentieren wir euch den Vortrag „Schwarz Werden. ‚Afroamerikanophilie‘ in der Bundesrepublik der 1960er und 1970er Jahre“, den der Kulturwissenschaftler Moritz Ege im November 2007 in unserer Reihe gehalten hat. Im selben Jahr erschien seine Monographie Schwarz werden. „Afroamerikanophilie“ in den 1960er und 1970er Jahren bei transcript. Moritz Ege ist mittlerweile Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ludwig-Maximilians-Universität München am Institut für Volkskunde/Europäische Ethonologie.

    [podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/ege_2007_CC.mp3[/podcast]
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  • Programmvorschau für das Sommersemester 2011

    In einigen Wochen startet das Sommersemester 2011 und die Vortragsreihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ steht wie immer im Vorlesungsverzeichnis der Universität Hamburg. Wir freuen uns schon sehr auf alle Besucher_innen und natürlich auch auf unsere Referent_innen und ihre Vorträge. Das Programm findet sich ab sofort hier auf der Seite, ab Mitte März erfahrt ihr in unserem Programmheft mehr über die einzelnen Themen.

    Im kommenden Semester kann die Vortragsreihe übrigens zum ersten Mal im Rahmen des freien Wahlbereiches (Zuordnung über B.A. Soziologie) besucht werden, um nicht nur mit vielen neuen Erkenntnissen, sondern auch 2 Leistungspunkten nach Hause zu gehen. Anmelden können sich Studierende über die allseits beliebte Stine-Plattform, wo sich auch alle Informationen zu den Anforderungen finden.

    Nachtrag: Die Vorlesung ist in STINE unter folgenden Zuordnungen zu finden

    • VV SoSe 11 > Allgemeine Veranstaltungen > Lehrveranstaltungen für Hörer/innen aller Fakultäten > Fachbereich Sozialwissenschaften > Soziologie/Kriminologie
    • VV SoSe 11 > Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften > Fachbereich Sozialwissenschaften > Soziologie > Freier Wahlbereich Soziologie (B.A./B.Sc.) > Vorlesungen
    • VV SoSe 11 > Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften > Fachbereich Sozialwissenschaften > Soziologie > Diplom- und Magisterstudiengänge Soziologie > Vorlesungen

    Wie gehabt lässt sich die Ringvorlesung auch für das Gender Kompetenz-Zertifikat anrechnen. Mehr Informationen dazu beim Zentrum Genderwissen.

  • Das kleine Einmaleins gängiger Abwehrmechanismen: Lippenbekenntnisse, Definitionsmacht und die überempfindlichen Anderen

    Der Image-Film „Inside AStA“ des AStA der UHH wurde vor, während und nach der Erstvorführung am 3.2.2011 im Abaton – welches übrigens durch seine Geschäftsführung entgegen des sonst gepflegten Images von hohem künstlerischem und politischem Anspruch alle Diskussionen vor der Vorführung abblockte – aufgrund der darin enthaltenen Rassismen und Sexismen von vielen Seiten massiv kritisiert (Linksammlungen zum Kontext findet ihr bei den Afrikawissenschaften, auf den stupanews und bei uns). Nun hat der AStA vor einer Woche die Stellungnahme „Zum Thema Rassismus“ veröffentlicht, die auch wir nicht unkommentiert stehen lassen können und wollen.

    Die Stellungnahme des AStA beginnt mit den üblichen inhaltsleeren Worthülsen, wie sie gerne auch von Politiker_innen oder Firmenvorständen in die Welt gesetzt werden, um von eigenen Schwächen abzulenken bzw. ein angeschlagenes Image wortgewaltig herum zu reißen: Es müsse „aktiv gegen Rassismus eingetreten werden“, die „wichtige Diskussion um Rassismus ist eine für eine gerechte Gesellschaft zwangsläufige“. Wenn der AStA dies so sieht, fragen wir uns allerdings, warum er sich der Debatte nicht stellt. Die Diskussion im Rahmen der Filmpremiere wurde nach ca. zwanzig Minuten abgebrochen, an der anschließenden Diskussion in anderen Räumlichkeiten nahm der AStA nicht teil. Das Black Students Network hat in der gleichen Woche als die Stellungnahme erschien, einen Brief an Monty Arnold geschrieben, mit der Bitte an einer Diskussion über den Film teilzunehmen. Dieser wurde am 15.2. auf dem Blog des BSN veröffentlicht. Darauf kam bisher keine Antwort und auch von Seiten des AStA kam kein Gesprächsangebot an die Kritiker_innen.

    Um aber tatsächlich einen „zensurfreien Diskurs“ zum Film und seine rassistischen und sexistischen stereotypen Bilder führen zu können, wäre zumindest eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Kritik nötig! Das Statements hinterlässt bei uns das dumpfe Gefühl, eine kaum begründete Zurückweisung der Kritiken entlang der gängigen Abwehrmechanismen gelesen zu haben.

    Der AStA definiert darin Rassismus als „das gleichzeitige Wirken von Vorurteilen und einem ungleichen Machtverhältnis“. Wie es vor diesem Hintergrund möglich ist, den Image-Film als nicht rassistisch zu bezeichnen, ist uns schleierhaft: Wir finden im Film einerseits eine Vielzahl von stereotypen Vorurteilen („Urgewalt“, „Folklore“), andererseits die angesprochenen „ungleichen Machtverhältnisse“, ausgedrückt in der unterlegenen Position der Schwarzen Putzfrauen und die überlegene Position der intellektuellen Weißen, die höheren Arbeiten nachgehen. Der Film bestätigt so genau die aktuell herrschenden ungleichen Machtverhältnisse. Welche Personen haben Spitzenpositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik inne? Und wer verrichtet in unserer Gesellschaft die ungeliebten Arbeiten, die als „nieder“ gelten?
    Laut AStA-Stellungnahme seien besagte Szenen aber keinesfalls rassistisch, sondern stünden in der Tradition des Kabarett. Stur zu behaupten, etwas sei Kabarett bedeutet aber nicht automatisch das Erfüllen der dafür nötigen Kriterien. Auch der Verweis auf nebulöse, nicht näher erläuterte „filmtheoretische Betrachtung“ (etwa durch Timo Hempel selbst?) hilft da nicht wirklich weiter und wirkt eher wie ein Versuch der Einschüchterung oder Beeindruckung der Lesenden durch das Vorgaukeln eines wissenschaftlichen Anspruchs. Nicht jede überspitzte Darstellung dekonstruiert automatisch Stereotype und dass erst erklärt werden muss, wo in ihrem Film damit gebrochen wird, erschwert die Interpretation als Satire erheblich. (Nach der Argumentation des AStA wäre wohl auch Astra-Werbung antisexistisch und die BILD-Zeitung das emanzipatorischste Medium weit und breit.)

    In früheren Äußerungen hat der AStA versucht, sich darauf heraus zu reden, dass der Film voller Insider-Witze sei. Dies beschränkt den Kreis derer, die sich die satirische Komponente des Films erschließen können, natürlich erheblich. Es läuft also letztlich darauf hinaus, dass der AStA sich mit diesem Film über Dinge lustig macht, über die nur die Verantwortlichen selbst lachen können.

    Wie wenig der AStA tatsächlich bereit ist, sich mit Kritik auseinanderzusetzen, demonstriert er in der Stellungnahme durch wiederholte Versuche, mit Gewalt die Definitionsmacht an sich zu reißen: Weil der AStA durch seine Einsichten in filmtheoretische Betrachtung sich selbst bestätigt, dass der Film „klar erkenntlich“ auf das „differenzierte Gegenteil“ von Stereotypen abziele, sei er erwiesenermaßen Kabarett. Und weil der AStA selbst den Film als „nicht rassistisch“ einordnet, sei er das dann auch nicht! Solche Sätze verweisen nicht nur auf völlige Kritikunfähigkeit, vielmehr: dieser selbst-referenzielle Zirkelschluss enthält keinerlei Argumentation und erfüllt nicht einmal die minimalen Anforderungen an eine Auseinandersetzung auf gleicher Augenhöhe.

    Getreu der beliebten Argumentationsfigur „Es ist nicht rassistisch, weil ich kein/e Rassist/in bin und das so bestimme“ weist der AStA auch auf seine angeblichen anti-rassistischen und anti-diskriminierenden Errungenschaften hin – ganz abgesehen davon, dass niemand vor verinnerlichten Rassismen gefeit ist, egal wie lange und intensiv mensch sich mit Rassismus beschäftigt hat. Wenn er sich aber im Rahmen seines hier selbst gelobten Einsatzes gegen Diskriminierung mit der Wiederwahl des „AusländerInnenReferats“ und der Einführung der „Männertage“ brüsten will, müssen wir an dieser Stelle das erste Mal bitter auflachen.
    Genau diese AStA Koalition hat die gewählten Referent_innen des „Aref“ zwei Jahre lang nicht bestätigt und dann durch Verfahrensfragen und Formalia gegen den Willen der Betroffenen dort eine neue Struktur etabliert. Jetzt zu schreiben, dass „auf [ihr] Hinwirken in [ihrer] Legislatur wieder eine rechtmäßige und erfolgreiche Wahl des „AusländerInnenreferates“ durchgeführt“ wurde, ist absurd und anmaßend.
    Programm und Ausrichtung besagter „Männertage“ hatten mit Fußball gucken, Gerätetraining in der Kaifu-Lodge, Kochkurs und dem Vortrag eines nicht unproblematischen Scheidungsväter-Vereins wohl nur weiße heterosexuelle Männer im Fokus. Unseres Erachtens reihen sie sich damit eher in einen bestimmten Jammer-Diskurs ein. Demnach sei der Feminismus und die ganze Frauenförderung daran schuld, dass heute Jungs und Männer ins Hintertreffen geraten seien. Natürlich können auch sie Diskriminierung erfahren, allerdings meist dann, wenn sie sich nicht wie „richtige“ Männer verhalten (wollen).
    Sexismus ist schlecht für Alle, seine Stereotype schränken auch die Möglichkeiten von Männern ein. Aber die Antidiskriminierungsstrategien des AStA kommen gut ohne Kritik an hegemonialer Männlichkeit und den Privilegien von weißen heterosexuellen Männern aus. Besonders brisant ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass wir auch genau dieser AStA-Koalition die Abschaffung des FrauenLesben-Rats zu verdanken haben. Damit wurde der gesellschaftliche Backlash gegen den Feminismus ganz aktiv unterstützt und die nach wie vor schlechtere Stellung von Frauen in unserer Gesellschaft spielt für die politische Arbeit dieses AStA anscheinend kaum eine Rolle.

    Schließlich verfällt der AStA in die Opferhaltung: Es wird der Wunsch nach einem „offenen Dialog ohne vorverurteilende Anschuldigungen“ geäußert, von „Unklarheiten“ gesprochen, außerdem könne in der „Lebensrealität des Bezeichneten Rassismus stattfinden, ohne dass die [andere] […] Person […] ein Rassist sein muss.“ Die Kritiker_innen sind also zu empfindlich, sehen Rassismus, wo keiner ist, verstehen den Witz nicht – auch dies ist eine beliebte Taktik, sich nicht mit Kritik auseinandersetzen zu müssen. Jetzt fehlt nur noch der Tipp an die Kritiker_innen, sich mal ein bisschen locker zu machen.

    Die Bemühungen, sich der lästigen Stimmen zu entledigen, gipfeln in der Pseudoentschuldigung des AStA, er bitte „alle Menschen, bei denen dieser Film für Missverständnisse gesorgt hat, um Entschuldigung“. Dies ist keine Entschuldigung, sondern eine Unverschämtheit! Ein Missverständnis seitens der Kritiker_innen zu konstruieren, ist Selbstüberschätzung, unbegründetes Überlegenheitsgebaren und ein billiger Weg, sich der Verantwortung zu entziehen!

    Unser Fazit:
    Diese Stellungnahme des AStA UHH und ihr verzweifeltes Bemühen sich selbst als wackere Bekämpfer_innen von Diskriminierung darzustellen, ist ein Schlag ins Gesicht für alle Gruppen, die jeden Tag gegen strukturelle, gewaltförmige und alltägliche Diskriminierung kämpfen.

    Weitere Reaktionen auf die Stellungnahme findet ihr u.a.

  • Jennifer Jäckel: Queer – Das sind die ganz verrückten

    Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenZwischen Petition und Protest ist es mal wieder Zeit für einen Podcast aus der Reihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“. Damit ihr auch in den Semesterferien nicht ohne Input bleibt präsentieren wir euch heute einen Vortrag aus dem Sommersemester 2006. Jennifer Jäckel stellt mit dem Vortrag „‚Queer – das sind die ganz verrückten‘ – Queer Politics in Deutschland im Spannungsfeld von queerer [Theorie und Praxis] und lesbisch-schwulen Politiken“ Ergebnisse aus ihrer Magisterarbeit vor, die sie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau geschrieben hat. Mit Hilfe zweier Gruppendiskussionen nähert sich die Soziologin darin den unterschiedlichen Begriffsverständnissen von „queer“, ihrem subversiven Gehalt und der Frage nach den Möglichkeiten politischer Zusammenarbeit.
    Jenny Jäckel ist heute wissenschaftliche Mitarbeiterin im Netzwerk Frauenforschung NRW, wo sie das Projekt „Beruf Professorin: Geschlechtergerechtigkeit in Berufungsverfahren an Hochschulen in NRW“ durchführt.

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