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  • Pressemitteilung zu Menschenrechtsverletzungen an Transsexuellen in Deutschland

    Wir dokumentieren die Pressemitteilung von TrIQ e.V. zur Kastration als Voraussetzung für die Personenstandsänderung nach § 8 TSG.

    Keine Menschenrechtsverletzung mehr an Transsexuellen in Deutschland. Invasive OP als Bedingung für das Umschreiben des Geschlechtseintrags in offiziellen Papieren soll gekippt werden.

    In Berlin, Hamburg, Köln und Kiel ziehen transgeschlechtliche Menschen gegen Kastration und Sterilisation vor Gericht. Die dauernde, operativ hergestellte Fortpflanzungsunfähigkeit ist nach § 8 TSG Voraussetzung für die Änderung des Personenstands. Erst wenn der Personenstand geändert ist, sind
    transgeschlechtliche Menschen vor dem Gesetz als Frau oder Mann anerkannt. Ziel ist es, den Antrag notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht zu bringen.

    Transsexuelle Menschen haben nach dem Transsexuellengesetz (TSG) zwei Möglichkeiten die Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht zu beanspruchen: Sie können lediglich ihren Vornamen ändern lassen (sog. „Kleine Lösung“) oder sie können zusätzlich auch ihren Personenstand ändern lassen (sog. „Große Lösung“). Der Personenstand ist das offizielle juristische Geschlecht, das in die Geburtsurkunde eingetragen ist. Um den Personenstand ändern zu können ist man zu erheblichen chirurgischen Eingriffen verpflichtet, u.a. zur Entfernung von Penis und Hoden, bzw. von Gebärmutter und Eierstöcken. Dies soll laut Gesetz dazu dienen, die „dauernde Fortpflanzungsunfähigkeit“ zu garantieren und die „Angleichung an das Erscheinungsbild des anderen Geschlechts“ zu erreichen.

    Nicht alle Transsexuellen wünschen solche Eingriffe. Eine Operation gegen den eigenen Willen bedeutet eine Verletzung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit und körperliche Selbstbestimmung. Das widerspricht Artikel 2, Absatz 2 des Grundgesetzes und den Allgemeinen Menschenrechten.

    „Der Personenstand“, so Wiebke Fuchs, Mitarbeiterin im Magnus-Hirschfeld-Centrum Hamburg, „ist juristisch. Der Körper eines Menschen aber ist dessen Privatsache. Und obwohl für viele transsexuelle Menschen die geschlechtsangleichenden Maßnahmen auch eine Angleichung der Genitale umfassen, gibt es ebensoviele transsexuelle Menschen, die sich diesen Operationen nicht unterziehen wollen oder können, sei es aus persönlichen oder gesundheitlichen Gründen. Menschen die Personenstandsänderung zu verweigern bzw. sie zu einer von ihnen nicht gewünschten Operation zu drängen, ist nicht im Sinne unserer Verfassung und eines demokratischen Staates, der internationale Menschenrechtsabkommen geschlossen hat.“

    „Wir vertrauen darauf, dass ein Richter oder eine Richterin auch Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit dieser erzwungenen Operationen hegt und den Fall dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorlegt“, erklärt Deborah Reinert, die Rechtsanwältin, die das Verfahren juristisch begleitet. Dass die Fälle beim BVerfG auf offene Ohren stoßen werden, bezweifelt Deborah Reinert nicht. In den letzten Jahren haben immer wieder transsexuelle Menschen gegen das sogenannte TSG erfolgreich geklagt. In seinem letzten Urteil zum TSG etwa hat das BVerfG den Zwang zur Ehescheidung für die Personenstandsänderung aufgehoben (1 BvL 10/05, Beschluss vom 27. Mai 2008). Bis zu diesem Urteil mussten sich verheiratete Paare zwangsweise scheiden lassen, damit der transsexuelle Partner die Personenstandsänderung erhalten konnte. „Diese Bedingung“, so Rechtsanwältin Deborah Reinert, „war gesetzeswidrig nach §§ 1564 ff BGB, denn eine bestehende Ehe darf nicht gegen den Willen der Eheleute aufgehoben werden. Das hat das BVerfG ganz klar erkannt.“

    Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Christian Schenk ergänzt: „Bereits 2007 hat das BVerfG verfügt, dass man bereits nach der Vornamensänderung den Geschlechtseintrag im Reisepass ändern kann, auch ohne Personenstandsänderung. Vorher kam es bei Grenzkontrollen oft zu unschönen Szenen, wenn Vorname und Erscheinungsbild nicht mit dem Geschlechtseintrag übereinstimmten. Durch diese Entscheidung hat das Gericht auch für transgeschlechtliche Menschen die Reisefreiheit gewährleistet, die im Grundgesetz verankert ist.“

    Ohne Personenstandsänderung gibt es jedoch immer noch eine Vielzahl von Situationen, in denen sich transgeschlechtliche Menschen immer wieder outen müssen: u.a. gegenüber Arbeitgebern, Behörden, Vermietern, Banken, Versicherungen. Das Fehlen der Personenstandsänderung hat auch Konsequenzen für die Möglichkeit zu Heiraten oder eine Eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen, für das Adoptionsrecht und nicht zuletzt für das persönliche Wohlbefinden der Betroffenen.

    „So kann ein schwuler Mann seinen Lebenspartner nur heiraten, aber keine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen“, erklärt Rechtsanwältin Deborah Reinert, „das ist dann auch auf seiner Lohnsteuerkarte und anderen alltagsrelevanten Dokumenten zu sehen. Auch bei einem heterosexuellen Paar treten Probleme auf, wenn der transsexuelle Partner keine Personenstandsänderung hat. Das Paar kann nur eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, der transsexuelle männliche Partner gilt vor Gesetz nicht als der Vater eines gemeinsamen Kindes – ganz anders nach der Personenstandsänderung. Transgeschlechtlichen Menschen sind daher ohne Personenstandsänderung im Alltag immer wieder gezwungen ihre Transsexualität offen zu legen.“

    Das BVerfG hat in den Urteilsverkündungen zum TSG der letzten Jahre bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass es nicht mehr dem Stand der wissenschaftlichen Forschung entspricht, dass sich transgeschlechtliche Menschen ausnahmslos eine komplette medizinische Angleichung an das Identitätsgeschlecht wünschen. Die Chancen stehen also gut, dass das BVerfG positiv für die Antragsstellenden entscheiden wird.

    Die Antragsstellenden sind zuversichtlich, dass dieses unschöne Kapitel der Diskriminierung einer Minderheit in Deutschland bald Vergangenheit sei wird.

  • Vortragseinladung 14.7.: NeuroGenders

    Prof. Dr. Sigrid Schmitz
    NeuroGenders : Über Geschlechterdeterminismen und
    Geschlechterkonstruktionen in der modernen Hirnforschung
    Mittwoch, 14. Juli 2010, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Das Semester beenden wir mit einem weiteren Highlight. Denn Wissenschaftskritik ist uns ein Anliegen und als gelernte Biologin und derzeit Professorin für Genderstudies in Wien ist Siegrid Schmitz durchaus bedeutend für das nach wie vor modische Thema der kognitiven Neurowissenschaft.

    Die Vortragende zu ihrem Vortrag

    Die Erforschung von Geschlechterunterschieden im Gehirn steht heute (wieder) im Mittelpunkt der Rückführung von Verhalten, Leistungen und des Denkens von Männern und Frauen auf biologische Ursachen. Ich möchte Theorien, Forschungspraxen, widersprüchliche Befunde, ihre Präsentation und Verwendung in der Diskussion um die „erneute“ Naturalisierung von Gehirn und Geschlecht aufzeigen. Die modernen Bild gebenden Verfahren der Hirnforschung versprechen den Blick ins lebende und arbeitende Gehirn. Ich möchte der Wirkmacht dieser digitalen Körperbilder nachspüren und transparent machen, welche Entscheidungen und Einschreibungen von Geschlechtervorstellungen auch in diesen angeblich so objektiven Verfahren zu finden sind. Wissenschaft findet immer im gesellschaftlichen Kontext statt. So gilt es, mit dem Instrumentarium der Genderforschung die naturwissenschaftliche Argumentationslogik zu durchleuchten. Dieser Beitrag soll Ansatzpunkte für eine kritische Umgangsweise mit „wissenschaftlichen“ Aussagen über das geschlechtliche Gehirn liefern.

    Siegrid Schmitz hat bereits in der Zeit veröffentlicht. Mehr zum Thema der biologisch fundierten Wissenschaftskritik finden sich auf dieser Seite von Kerstin Palm und Heinz Jürgen Voss.

  • Heinz-Jürgen Voss: Biologisches Geschlecht ist gesellschaftlich hergestellt

    Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenMit der gesellschaftlichen Konstruktion von Geschlechtsgleichheit in verschiedenen biologischen Geschlechtertheorien der Moderne beschäftigte sich Dr. Heinz-Jürgen Voss (Dr. phil., Dipl.-Biol.) in seinem Vortrag vom 12. Mai 2010. Auf Das Ende des Sex erfahrt ihr mehr über den Referenten sowie seine Monographie MakingSexRevisited (transcript, 2010).
    Es empfiehlt sich, die Präsentation zum Vortrag anzusehen. Diese kann entweder heruntergeladen werden (Download als PDF) oder weiter unten direkt auf dem Blog angesehen werden. Dort findet ihr auch das Abstract zum Vortrag. Einen einführenden Artikel von Hein-Jürgen Voss findet sich in der ak – zeitung für linke debatte und praxis, Nr. 547 vom 19.2.2010: Alles bio? Auch aus biologischer Sicht gibt es mehr als zwei Geschlechter

    [podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/voss_2010_CC.mp3[/podcast]
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  • Materialsammlung zu Homonationalismus

    Für alle Interessierten hier noch eine Sammlung von wichtigen Texten und Videos sowie eine Bibliographie zu Homonationality. Mit diesem Thema haben wir uns gestern im Rahmen unserer Alternativveranstaltung zur WM und anlässlich Judith Butlers Ablehnung des Zivilcouragepreises auf dem diesjährigen Berliner CSD beschäftigt.

    Stellungnahme von SUSPECT: Judith Butler lehnt Berlin CSD Zivilcouragepreis ab!
    SUSPECT auf bullybloggers.com: Where Now? From Pride Scandal to Transnational Movement
    Jasbir Puar: Celebrating Refusal: The Complexities of Saying No
    Bibliographie zu Homonationalismus: Active Writings for Organic Intellectuals

    Videos (nach dem Klick!) (mehr …)

  • Einladung: Anti-WM Abend

    AG Queer Studies
    Bunter Anti-WM Abend
    Mittwoch, 07. Juli 2010, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Da unsere Referentin WM-bedingt ausfällt, machen wir aus der Not eine Tugend und zeigen zwei unterhaltsame Kurzfilme mit WM-Bezug, die uns und euch nach dem Ankommen dabei helfen sollen, das zu erwartende Straßenbild an diesem Abend angemessen zu verarbeiten. Anschließend schlagen wir die Brücke zur Debatte um Homonationalismus. Anlässlich Judith Butlers Verweigerung des Zivilcouragepreises auf dem diesjährigen Berliner CSD wird zurzeit sogar in der Tagespresse über homonationale Kompliz_innenschaft mit Rassismus und Krieg sowie die Ausrichtung Lesbisch-Schwuler-Lobbypolitik ganz grundsätzlich diskutiert. Wir geben einen kleinen Einblick in die Debatte und freuen uns, wenn ihr Lust habt, mit uns zu diskutieren und den Abend zu verbringen.

    Anläßlich dieses Themas hat die AG Queer Studies ein ausführlicheres Statment zur Lage der Nation verfaßt.

  • WM Statement

    Zur Lage der Nation: oder warum die AG Queer Studies der Absage eines Vortrags wegen eines Fußballspiels wenig abgewinnen kann

    Dieses Jahr ist wieder Fußball-WM. Genauer: Ablebodied-Erwachsenen-Männer-Fußball-WM und Deutschland befindet sich – wenigstens während der Spiele der deutschen Nationalelf – in einem Ausnahmezustand. Dieser betrifft auch die Universität: Es finden in der Staatsbibliothek, im Audimax und im Pferdestall-Hinterhof Fußballübertragungen statt. Die Spiele der deutschen Nationalelf gelten in Seminaren automatisch als Entschuldigungsgrund, bei denen sonst peinlich genau auf die Anwesenheit geachtet wird. Leider hat dieser Ausnahmezustand nun auch unsere Ringvorlesung erreicht. Da nächsten Mittwoch (7.7.2010) „Deutschland“ im Halbfinale steht, muss der Vortrag leider entfallen, da die Referentin lieber das Fußballspiel ansehen möchte. Aus diesem Grund sehen wir uns gezwungen, zu den Ereignissen während der Männer-Fußball-WM einmal grundsätzlich Stellung zu beziehen.

    Gemeinsam Fußballschauen kann nett sein – was sich aber derzeit abspielt, ist leider viel mehr als das. Denn „wir“ (gemeint sind wohl alle „Deutschen“, denn die Aussagen kommen nicht von den Fußballspielern) spielen bei der WM mit, und das wichtigste ist, dass „wir“ hierbei auch gewinnen, gegen den alten Erzrivalen England, aber auch gegen Ghana mit „Ballack-Treter“ Boateng. Nun ist diese nationale Aufteilung bedauerlicherweise schon im Format der WM angelegt. In Deutschland ist seit 2006 aber die Auffassung verbreitet, dass wir uns ja bisher viel zu stark zurückgehalten hätten. Wenn wir aber nun eifrig mit Deutschlandfähnchen wedeln, Autokorsos veranstalten und uns auch ansonsten nationalistisch gebärden, würden wir nur einen „gesunden“ Patriotismus ausleben. Was „gesund“ an Patriotismus sein soll, bleibt hier vollkommen im Unklaren. Unserer Meinung schließt dieser immer andere Leute aus und macht eine Frontstellung zu anderen Ländern auf. Die Rechtfertigung beschränkt sich meist darauf, dass dies bei anderen Ländern ja genauso sei (über den Wahrheitsgehalt dieser Aussage wollen wir uns mal nicht auslassen, aber das macht Patriotismus leider auch nicht besser). Mal ganz abgesehen von den Leuten, die diese WM eine gute Gelegenheit finden, mal ganz unverblümt ihre nationalistische und nazistische Einstellung heraushängen zu lassen und die erste Strophe des Deutschlandliedes absingen, „Sieg Heil“ brüllen oder aber gegnerische Fahnen abfackeln. Mal ganz abgesehen von „unvermeidlichen“ Sprüchen wie „Ihr seid alle homosexuell!“, die die latent homophobe Einstellung vieler Deutschland-Fans illustriert, auch wurde die Variante „Ihr seid alle behindert“ gehört. (alle Fälle mussten wir in den letzten Wochen persönlich beobachten).

    Es geht bei der ganzen Veranstaltung also weniger um schönen Fußball, sondern um ein kollektives Zusammengehörigkeitsgefühl, dass zu allem Übel auch noch an nationalen Grenzen festgemacht wird. Dies schließt selbstverständlich nicht aus, dass sich die Leute nicht auch über bestimmte Spielzüge freuen können. Leider wird dies aber mit einer Feierkultur verbunden, die alle Personen in die Verzweiflung treibt, die trotz medialen Trommelfeuers noch nicht zu Fußballfans mutiert sind oder aber diesem nationalistischen Feiergetaumel nicht viel abgewinnen können. Es muss möglich sein, in dieser Situation auch etwas Anderes tun zu können als Fußball zu gucken und zwangsweise mitmachen zu müssen. Mehr noch: Wir hätten unseren Spaß gehabt mit einem interessanten Vortrag in unserer Vorlesungsreihe. Keiner der AG-Mitglieder kann sich erinnern, dass bisher andere als dringende persönliche Gründe (Krankheit usw.) bei Vortragsabsagen eine Rolle gespielt haben und wir sind einigermaßen erschüttert, dass nun ausgerechnet die Fußball-WM einer ist.

    In unser Entsetzen mischt sich aber die Hoffnung, dass dieser Wahnsinn  bald vorbei ist. Um trotzdem einen schönen Abend zu haben, planen wir ein kleines Alternativprogramm für alle, die Interesse an etwas Anderem als Fußballgucken haben.

  • Vortragseinladung 30.06.2010 – Geschlecht & Behinderung

    Dr. Anke Langner
    Geschlecht und Behinderung: Zwei soziale Konstrukte treffen aufeinander
    DER VORTRAG ENFÄLLT LEIDER
    Mit DGS- & Schriftmittlung

    Anke Langner, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Modellkolleg der Universität zu Köln stellt uns ihre Forschungsergebnisse zu Geschlecht in der Behindertenpädagogik vor. Doch sollte die Ableismuskritik auch praktische Konsequenzen haben, deshalb wird es Mittwoch sowohl Schriftmittlung, als auch Übersetzung in DGS (Deutsche Gebärdensprache) geben.

    Die Referierende zu ihrem Vortrag

    Ausgehend von der Frage, was Behinderung ist, und einem folgenden kurzen historischen Abriss der Rolle des Geschlechts in der Behindertenpädagogik wird nach dem Verhältnis von Behinderung und Geschlecht gefragt. Diese Verhältnisbestimmung wird anhand von empirischem Material vorgenommen. Dieses umfasst Beobachtungen und Interviews mit Menschen mit einer sogenannten „geistigen Behinderung“. Zentral für die Charakterisierung der alltäglichen Aushandlung von Behinderung und Geschlecht sind Gewalt und Gewaltverhältnisse, denen in dem Vortrag daher eine zentrale Rolle zukommt.

  • Vortragseinladung 23.06.2010: Styling the Revolution

    Philipp Dorestal, M.A.
    Styling the Revolution : Mode, Geschlecht und Blackness in den USA der 1960er Jahre
    Mittwoch, 13. Juni 2010, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Zunächst einmal herzlichen Dank allen Unterstützenden und Mitfeiernden, gestern solch eine großartige 20 Jahrfeier ermöglicht zu haben. Auch Mittwoch wird es geschichtlich, wir beschäftigen uns mit Herstellung von „Autentizität“ durch Style innerhalb der Black Power Bewegung. Der Referierende Philipp Dorestal ist promovend am Lehrstuhl für Nordamerikanische Geschichte der Universität Erfurt.

    Der Referent zu seinem Vortrag:

    Mitte der 1960er Jahre wurden innerhalb der in den USA entstandenen Black Power-Bewegung spezifische Vorstellungen von „rassischer“ Authentizität, geschlechtlicher Identität und von Militanz über bestimmte performative Praktiken, den Körper zu stylen, konstruiert. Dies wird anhand von drei ausgewählten Organisationen untersucht: der Black Panther Party of Self-Defense, der Organisation US von Maulana Karenga sowie der Nation of Islam. An Beispielen wie dem Afro-Hairstyle, den afrikanischer Kleidung nachempfundenen sogenannten Dashiki-Hemden oder dem Outfit der Black Panther mit schwarzer Lederjacke, Sonnenbrille und Gewehr wird analysiert, wie Style zu einem integralen Bestandteil politischer Strategien im Kampf um Repräsentation, schwarzes Selbstbewusstsein und geschlechtliche Identität genutzt wurde.

  • Steve Estes: Another American Dilemma

    Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenDie große Jubiläumsparty liegt nun hinter uns. Wir hatten viel Spass! Danke an alle, die dabei waren und mitgeholfen haben, den Abend im Centro Sociale so wunderbar zu machen! Ich bin immer noch ganz hin und weg, habe dann aber auf meiner to do Listen den Punkt „Podcast online stellen“ entdeckt. Dem sei hiermit nachgegangen, mit einem in zweifacher Hinsicht aktuellen Thema.
    Associate Professor Steve Estes von der Sonoma State University in Kalifornien war vor ca. zwei Wochen bei uns zu Gast und stellte seine Forschungsergebnisse zu Gay Citizenship, Military Service, and Civil Rights an. Die „Don’t Ask Don’t Tell“ Policy, die Homosexuelle aus der US Armee ausschließen soll, wird jetzt unter Obama überprüft und könnte schon bald der Geschichte angehören. Estes hat homosexuelle, ehemalige US-amerikanische Soldat_innen zu ihrem Leben und ihrer Zeit im Militär interviewt. Im Sommersemester 2010 hat Dr. Estes eine Gastprofessur am Lehrstuhl für Nordamerikanische Geschichte an der Universität Erfurt inne.

    [podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/estes_2010_CC.mp3[/podcast]
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    The “don’t ask, don’t tell, don’t pursue” policy, implemented as a political compromise in 1993 and 1994, legislated the silence of gay and lesbian soldiers on active duty and in the reserves. I argue that this silence about gays in the military has led to a collective amnesia about the service and sacrifices of homosexual troops. In this case, the politics of military service are also the politics of memory. If we forget that gay and lesbian Americans have served their country, then we as a nation are much less likely to view them as full citizens, deserving of civil rights and equal protection of the law. Oral history provides one way to break this silence, to “ask and tell” about the military careers of gay and lesbian soldiers and to allow these veterans to speak for themselves about the current military policy.

    The activist must “Ask and Tell,” but the scholar has a responsibility to do more. My research and interviews with over 50 gay and lesbian veterans of the US military has four primary objectives. First, I chart the evolution of military policies on homosexuality since World War II, and I show that gay and lesbian responses to those policies were far from monolithic. I place the fight to lift the ban of open gay military service in other context of struggles for civil rights, particularly the African American struggle against discrimination and segregation in the US military. Finally, I explore the ways that silence about sexuality and military service has affected the dual – and sometimes dueling – identities of the gay veteran.

    Hier erfahrt ihr mehr über unseren Podcast und wie ihr in bequem abonnieren könnt.

  • PartyProgramm

    Wie Ihr mitbekommen haben werdet, feiern wir am 19.06.2010 ab 21 Uhr im Centro Sociale mit Euch ein rauschendes Fest:

    Hier Folgt das qualitätativ wie quantitativ überwältigende Programm: