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  • Verqueerte Verhältnisse heute bei Lorettas Leselampe

    Ganz kurzfristig möchten wir an dieser Stelle noch auf „Lorettas Leselampe“ hinweisen, die heute ab 17 bis 20 Uhr auf Radio FSK zu hören ist. Thema der Sendung ist u.a. unser Sammelband „Verqueerte Verhältnisse“, und zu diesem Anlass besuchen wir Lorettas Leselampe live im Studio. Weitere Themen sind das Buch „Ambivalenzen der Sichtbarkeit“ von Johanna Schaffer, die im vergangenen Wintersemester in unserer Ringvorlesung zu Gast war, „Die unheimliche Maschine. Rasse und Repräsentation im Weimarer Kino“ von Tobias Nagl, sowie der Sammelband „Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern“, Herausgegeben von Insa Eschebach und Regina Mühlhäuser. Ihr empfangt FSK in Hamburg über 93 MHz Antenne und 101.4 MHz Kabel oder weltweit per Livestream.

    Widerholungstermine: Donnerstag, 20. August von 9 bis 12 Uhr und Samstag, 22. August von 20 bis 23 Uhr.

  • Del LaGrace Vulcano zu pervers für Studierende? Aufruf zum Protest

    Auf dem ZtG Blog habe ich untenstehende Email von Del LaGrace Volcano entdeckt. Dem Lecturer im Bereich Photographie am britischen East Surrey College Simon Burgess drohen Disziplinarmaßnahmen und die Kündigung, weil er einer_m Student_in die Arbeit von Del LaGrace Volcano empfahl. Die Hochschulleitung bewertet die Arbeiten des bekannten amerikanischen Queer-Künstlers als pornographisch, wertlos und irrelevant. Gegen diesen homo- und transphoben Backlash muss interveniert werden, und in diesem Sinne fordert Del dazu auf, rechtzeitig zur Anhörung am 17. August Emails und Briefe zu schreiben:

    Lecturer being fired for showing my work to students!

    Dear Friends and Colleagues:

    I am asking for a favour. A young man who used to attend my lectures as a photography student is being threatened with redundancy because he recommended my work to a student doing a project on gender and sexuality. Please send letters of support for Simon Burgess to Dr Eugenie Shinkle as soon as possible! Time IS of the essence here as it seems the institutional powers that be at East Surrey College have scheduled the hearing for a time when it will be hard for Simon to rally support.

    If you value the work I and others like me have done over the past 25 years please stand up and say so! Simon needs your “expert” opinions if he is to keep his job! If you would be so kind as to Bcc: me that would be great!

    Thank you so much!

    Del LaGrace Volcano

    From: UoW UoW
    Date: Tue, 4 Aug 2009 21:37:40 +0100
    To: Shirley O’Loughlin
    Subject: support for Simon Burgess

    Simon Burgess, a lecturer at East Surrey College, is facing serious disciplinary action (and possible redundancy) for introducing students to the work of photographic artist Del LaGrace Volcano.

    Management are claiming it is pornography, salacious, grotesque, worthless and not relevant to, or appropriate for 2nd year level 3 photography students preparing for higher study.

    Apart from being censorious, backward, and homophobic, management’s stance displays a remarkable ignorance of contemporary debates and image-making strategies. This is a serious matter that has implications for all academics, teachers, and students, and we would be very grateful for an email expressing your support for Simon, and offering your expert opinion on the relevance of Del’s work to contemporary debates and practices, his status as an international transgender artist, etc.

    All emails should be sent to Eugenie Shinkle (shinkle@wmin.ac.uk), and she will forward them on to the appropriate person (we’re not sure just yet whether they should be sent to Simon, to his UCU rep, or directly to management). We’re under a bit of time pressure as his hearing has been scheduled for August 17th – which I’ve only just found out, so apologies if this reaches you at an awkward time.

    Dr. Eugenie Shinkle
    Senior Lecturer in Photographic Theory and Criticism
    School of Media, Arts and Design
    University of Westminster
    Watford Road, Northwick Park
    Harrow, Middlesex
    HA1 3TP

  • Podcast: Bini Adamczak – Kritik der polysexuellen Ökonomie

    Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenZur zweiten Ausgabe unseres Podcasts präsentieren wir euch einen Votrag vom 23. April 2008. Bini Adamczak ist Autorin von „Kommunismus. Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird“ und „Gestern Morgen. Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft“ und spricht im Vortrag über die „Kritik der polysexuellen Ökonomie“ (direkt Download).

    [podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/adamczak_2008.mp3[/podcast]
    Wer den Podcast direkt mit einem Podcatcher bzw. Podcastclient abonnieren will, nimmt dazu diesem Feed. Den Podcast gibt es auch im iTunes Store Podcast Verzeichnis, wo ihr gerne eine Bewertung abgeben oder Rezension schreiben könnt. Das Abstract zum Vortrag findet ihr nach dem Klick!
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  • Berlin: Vorlesungsreihe Geschlecht in Wissenskulturen

    Spannende Vorträge verspricht die Berliner Vorlesungsreihe Geschlecht in Wissenskulturen. Postkoloniale und queer-theoretische Perspektiven, die vom Graduiertenkolleg „Geschlecht als Wissenskategorie“ veranstaltet wird. Wer im Wintersemester regelmäßig in Berlin ist, sollte sich das Programm unbedingt ansehen.

  • Podcast: Do. Gerbig – Die Widerständigkeit des prozessual-strategischen Subjekts

    Es geht los! Ab sofort wollen wir euch an dieser Stelle in 14-tägigem Rhythmus Aufzeichnungen von Vorträgen der Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ als Podcast zur Verfügung stellen.

    Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenDen Beginn macht Do. Gerbig mit ihrem Vortrag „Die Widerständigkeit des prozessual-strategischen Subjekts – Ein queer-feministischer Ansatz zu agency“ vom 16. Januar 2008. Do. ist Diplomsoziologin und mittlerweile Mitglied der AG Queer Studies und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsstelle Arbeit Gender Technik an der TU Harburg. In ihrem Vortrag stellt sie ihre Diplomarbeit vor, in der sie sich auf Basis verschiedener poststrukturalistischer Theoretiker_innen wie Foucault, Derrida und Butler und einem queeren Politikbegriff mit dem Subjekt und seiner Handlungsfähigkeit auseinander gesetzt hat. Do.s Diplomarbeit ist auch die Grundlage ihres Artikels „Prozessual-strategische Subjekte in Bewegung!“, der in dem von der AG Queer Studies herausgegeben Sammelband „Verqueerte Verhältnisse“ (2009) erschienen ist und die Möglichkeiten der Intervention in hegemoniale Diskurse, die anti-rassitische und queer-feministische Repräsentationen leisten können, fokussiert.

    Do. Gerbig: Die Widerständigkeit des prozessual-strategischen Subjekts – Ein queer-feministischer Ansatz zu agency
    [podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/gerbig_2008_CC.mp3[/podcast]
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    Alle, die den Podcast direkt mit einem Podcatcher bzw. Podcastclient abonnieren wollen, können das mit diesem Feed. Den Podcast gibt es auch im iTunes Store Podcast Verzeichnis, wo ihr gerne eine Bewertung abgeben oder Rezension schreiben könnt.

    Wir freuen uns auf Feedback aller Art in den Kommentaren!

  • Jenseits der Geschlechtergrenzen im Wintersemester 2009/2010

    Zum Semesterabschluss präsentieren wir euch eine Vorschau auf unser Vortragsprogramm für den kommenden Winter. Es wird dieses mal ziemlich kulturell, aber seht selbst! Wer in den Sommermonaten nicht genug von uns bekommt, sollte die Augen und vor allem Ohren aufhalten, denn bald schon startet unser Podcast mit Aufzeichnungen aus den letzten Semestern „Jenseits der Geschlechtergrenzen“.

    21. Oktober
    Vorstellung der AG Queer Studies und des Semesterprogramms
    AG Queer Studies, Uni Hamburg

    28. Oktober
    Queer Future desires the Crip. Questioning the debate on the ‚right to die’ from the perspective of queer and disability theory.
    Katerina Kolarova, Prag/Konstanz, Ph.D., Junior Professorin für Cultural Studies am Department of Gender Studies der Charles Universität in Prag, Junior Fellow am Exzellenzcluster der Universität Konstanz

    04. November
    Bridge Markland – mein Leben und meine Verwandlungen. Ein Vortrag mit Performance Beispielen.
    Bridge Markland, Berlin, Tanz-Theater-Performance-Künstlerin

    11. November
    Andere Sichtbarkeiten? Queering Hip Hop zwischen Repräsentation und Aneignung *
    Katharina Morawek, Wien, Künstlerin, Lehrbeauftragte am Institut für das künstlerische Lehramt an der Akademie der bildenden Künste Wien

    18. November
    Die Diktatur des >>man<<. Von der Schwierigkeit, in linken deutschen Medien geschlechtsneutral zu sprechen. Bericht aus der weitgehend beschissenen Praxis Frank Apunkt Schneider, Hamburg, Dipl. Germ., lebt zurzeit als unfreier Autor, unfreier Künstler und Hausmann in Bamberg, Mitglied der KünstlerInnengruppe monochrom

    25. November
    Feministische Netzkultur – Spielwiese oder Kriegsgebiet? – Eine interdisziplinäre Betrachtung einer Netzlandschaft
    Svenja Schröder, M.Sc., Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Informatik und angewandte Kognitionswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen (Arbeitsschwerpunkte: Netzkultur und Web 2.0)

    02. Dezember
    Wie queer sind LGBT Filmfestivals? Identitätsbasierte Festivals zwischen Community-Geschichte und theoretischem Anspruch
    Skadi Loist, Hamburg, MA, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medien und Kommunikation der Universität Hamburg und Archivarin der Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg

    09. Dezember
    Geschlechterpolitik in Zoologischen Gärten
    Kirsten Smilla Ebeling, Oldenburg, Professorin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Fakultät III – Sprach- und Kulturwissenschaften, Forschungsgebiete: Gender Studies, Gender & Science Studies, Animal Studies, Studium der Biologie an der Universität Hamburg

    16. Dezember
    Possen des Performativen, Theater, Aktivismus und queere Politiken
    Gini Müller, Wien, Theaterwissenschaftlerin, Performancekünstlerin und Dramaturgin

    06. Januar
    Sexualität am Ende der Kindheit. Aufführung unterschiedlicher Begehrensformen
    Prof. Dr. Anja Tervooren, Hamburg, Juniorprofessorin am Fachbereich Erziehungswissenschaften, Universität Hamburg

    13. Januar
    Geschlechterstilisierungen inhaftierter ‚Ter-roristInnen‘: Diskursive Widerstandspraxen?
    Dominique Grisard, Basel, Dr. des., Wissenschaftliche Assistentin am Zentrum Gender Studies, Universität Basel. Arbeitsschwerpunkte u.a. Kriminalität & Strafvollzug, ‚Linksterrorismus’, Diskurstheorie, Geschlecht & Popkultur

    20. Januar
    Visual aspects of queer festivals in ex Yugoslavia
    Sanja Kajnic, Budapest, M.A., PhD Student des Gender Department der Central European University in Budapest

    27. Januar
    „Die Heide ruft: Sexualbegleitung für Menschen mit Beeinträchtigung“: Film und anschließende Diskussion
    Mirjam Mirwald, Berlin, Dipl. Rehabilitationspädagogin, arbeitet zur Zeit bei ambulante Dienste Berlin, und Danilo Vetter, Berlin, Student der Gender Studies und Bibliothekswissenschaften, Humboldt Universität Berlin

    03. Februar
    Neuronen, Mesonen und Matronen – Die Götter im Nacken des Unbewussten. Überschminkungen der Lebenswahrnehmungen: Willensfreiheit als Verwischung in der Bran-Spin-Zeit-Unendlichkeit. Kurz: Die Bedeutung des Paralellwelt-Seins
    Blessless Mahoney, Dekanin der Eberhardt-Anbau-Scheibenschwenkpflug-Universität, Brake an der Weser & Didine van der Platenvlotbrug, Pröpstin der Elsa-Sophia-von-Kamphoevener-Fernuniversität, Katzen-Ellenbogen

  • „Unikate Vorlesung“: Menschenbilder in der Psychologie

    Uwe Kirschmann
    Ein philosophisches Menschenbild als Grundlage psychologischer Arbeit
    Aus der Reihe „Menschenbilder in der Psychologie : Die Unikate Vorlesung“
    Freitag, 17.07.2009, 12:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 4098

    Wer am Mittwoch auf den Geschmack gekommen ist und sich mit nicht-mainstreamigen Möglichkeiten der Psychologie beschäftigen möcht: Unsere Partnerinitiative „Menschenbilder in der Psychologie“ präsentiert Freitag erstmals eine Gastvorlesung nach Vorbild von „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ unter dem Titel „Unikate Vorlesung“.

    Referent ist der Psychologe (Dipl.) und Philosoph (MA) Uwe Kirschmann vom Fraunhofer Institut für Informationstechnik in Bonn. Er referiert über

    Ein philosophisches Menschenbild als Grundlage psychologischer Arbeit“

    „Menschenbilder in der Psychologie“ ist ein studentisches Seminar am ‚Department‘ Psychologie, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, ‚Randbereiche‘ und Paradigmenbedingtheit psychologischen Wissens darzustellen. Dabei gewannen in den letzten Jahren kulturwissenschaftliche und poststrukturalistische Ansätze zunehmend Bedeutung, was vor einigen Semestern zur Vernetzung mit der AG-Queerstudies führte. Genaueres unter http://www1.uni-hamburg.de/menschenbilder/MeBi02.htm

  • Vortrag von Martina Tißberger: Dark Continents

    Martina Tißberger
    Dark Continents. Psychoanalyse, Gender, Whiteness.
    Mittwoch 15.07.2009, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Mittwoch präsentieren wir zum Ende der Vorlesungszeit Martina Tißberger, sie ist Dipl.Psychologin am Bereich „Geschichte der Psychologie“ der FU Berlin und arbeitet zu Psycholanalyse, Gender unter Critical Whiteness und nutzt dabei auch diskursanalytische Methodik.

    Die Referentin zum Vortrag:

    „Freuds Allegorisierung weiblicher Sexualität als „dark continent“ verweist unbeabsichtigt auf zwei konstitutive Figuren der Psychoanalyse: Geschlecht und Rasse. Sie sind beide Differenz-Figuren mit deren Hilfe Ausschlüsse vorgenommen werden, damit das Subjekt der Psychoanalyse hervortreten kann. Geschlecht, bzw. die sexuelle Differenz stellt die Anfangs-Figur dar. Der dunkle Kontinent als Allegorisierung Afrikas, das für ‚Rasse‘ steht, ist der verschobene – der verdrängte Anfang. Dieser ‚Kontinent weiblicher Sexualität‘ ist ein weißer Fleck in der Erkenntnislandschaft Freuds – etwas, das sich ihm beständig zu entziehen scheint und das zur ‚Leerstelle Frau‘, dem konstitutiven Mangel des Subjekts der Psychoanalyse, wird. Diese Leerstelle – das Unbewusste in der Psychoanalyse – ist also in interdependenter Weise rassisch und geschlechtlich codiert. Durch Freuds Ambivalenz als weißer Mann in einer sexistischen und kolonialistischen Gesellschaft und zugleich als Jude in einer antisemitischen Gesellschaft hat er uns eine Subjekttheorie hinterlassen, die ein ebenso revolutionäres wie reaktionäres Potenzial hat. Mit Daniel Boyarin argumentiere ich, dass ‚Rasseʼ in Form des Antisemitismus den verschobenen Anfang der Psychoanalyse darstellt – eine Differenz, die Freud in die sexuelle Differenz verschoben hat. Ich nehme deshalb die ‚Leerstelle in der Psychoanalyse‘ – ihr Unbewusstes – als Ausgangspunkt für eine Historisierung und zugleich eine Dekonstruktion ihres Subjekts um zu zeigen, dass ‚Rasse‘ und Gender gleichermaßen konstitutiv für dieses Subjekt sind.“

    Gerade angesichts der stark ’naturwissenschaftlich‘ ausgerichteten Hamburger Psychologie bedeutet dies eine Chance zur Horizonterweiterung. Wie unzureichend ‚Naturwissenschaft‘ für psychologische Fragestellung sein kann, zeigte uns dieses Semester bereits die Biologin und Kulturwissenschaftlerin Kerstin Palm. Wer jenen Vortrag verpaßt hat, kann ihn hier nachlesen.

  • Die AG Queer Studies präsentiert „Verqueerte Verhältnisse“ in Berlin und Hamburg

    Am Wochenende wird es zwei Gelegenheiten geben, einen Einblick in die neue Veröffentlichung der AG Queer Studies zu erhaschen. Wir stellen unseren Sammelband „Verqueerte Verhältnisse“ auf Einladung der Linken Buchtage am Samstag in Berlin (12 Uhr, Mehringhof SFE1) vor. Unterstützt werden wir dabei von Antke Engel, die den Text „Ökonoqueer“ zu unserem Band beigetragen hat.

    Am Sonntag Abend sind wir dann wieder zurück in vertrauten Gefilden und präsentieren den Sammelband dem Hamburger Publikum. Ab 19.30 werden wir im Centro Sociale (Sternstr. 2, neben dem Schlachthof/Knust) erzählen, welche Überlegungen uns zur Herausgabe des Bandes bewogen haben, und wir bzw. die Autor_innen werden Einblicke in einige der Texte geben. Selbstverständlich gibt es auch Gelegenheit, Fragen zu stellen, sowie zum Erwerb des Buches. Aber auch wer einfach nur Lust darauf hat, mit uns anzustoßen, ist herzlich willkommen! Der Eintritt ist frei.

  • Vortrag von Kristina Reiss: Kommunikation und Körper

    Die AG Queer Studies bleibt jugendlichlich – zumindest bei den Themen. Längst gilt das Thema „Körper“ als zu wichtig, es der Biologie zu überlassen. Wir haben Prof. Dr. Kristina Reiss eingeladen, die in ihrem Vortrag „Kommunikation von Körper: Körper als Schnittstelle sozialer In- und Exklusion bei Jugendlichen“ dessen Kommunikation und Formung reflektieren wird. Kristina Reis ist Juniorprofessorin für Kommunikation in pädagogischen Handlungsfeldern in Oldenburg.

    Die Ausprägung von Körpergefühl, KörperSelbstbild & Handlungspotenzialen Jugendlicher sowie gesellschaftlich geltende Schönheitsnormen sind Resultat kultur- und genderspezifischer Sozialisationserfahrungen. Ein sehr hoher Anteil von – insbesondere weiblichen – Jugendlichen ist mit dem eigenen Körper unzufrieden. Körper(de)formierende Verhaltensweisen im Sinne von BodyModification sind sowohl bei weiblichen als auch männlichen Jugendlichen als Körperpraxen zunehmend verbreitet.
    Dabei sind soziale und genderspezifische Attributionen und Stigmatisierungen im Umgang mit Körper und Körperlichkeit von zentraler Bedeutung. Die Kategorien Schönheit und Attraktivität werden im Kontext sozialer Inszenierung und Modifizierung des Körpers – (un)abhängig von Geschlechtergrenzen – zu existentiellen Maßstäben und werden für Jugendliche zu einem zentralen Kriterium sozialer In- bzw. Exklusionserfahrungen. Dabei stellen sich Fragen der Variabilität bzw. Verschmelzung von Männlichkeit und Weiblichkeit, von Mensch und Technik und weiterer Kategorien, die auf der Folie theoretischer Körperdiskurse diskutiert und hinterfragt werden. Dabei wird erörtert, inwiefern die Konstruktion des Körpers der Konstituierung von (Gender)Identitäten dient, wenn mit dem Körper als variable formbare Größe gehandelt wird. Das Phänomen des Bodyismus, dem Streben und intentionalen Agieren um Perfektionierung und Makellosigkeit des genderisierten Körpers wird dem Wunsch nach Einzigartigkeit und Individualität gegenüber gestellt.
    In pädagogischer Hinsicht zielt die Reflexion der Instrumentalisierung des Körpers auf einen bewusst positiv-reflektierten Umgang mit Körperlich- und Befindlichkeiten und damit auf eine nachhaltige Stärkung sozialer Handlungskompetenzen sowie Förderung gesellschaftlicher Partizipationschancen Jugendlicher.

    Mittwoch 08.07.2009, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079