Programm Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ Sommersemester 2022

20.04.2022 (Präsenz) Felicia Ewert: Transfeindlichkeit – Geschlecht, Diskriminierung, Solidarität.

Der Vortrag umfasst eine Aufklärung über gängige diskriminierende Begriffe und zeigt wie sie im Alltag verankert sind. Die Referentin beschäftigt sich mit der Existenz von offen transfeindlichen Personen und Organisationen. Hierin wird auch dargestellt, dass Transfeindlichkeit ein verbindendes Element (Querfront) zwischen entgegengesetzten politischen Strömungen sein kann. Wie tief deutsches Recht in die Leben von trans Personen eingreift, zeigt sie mit einem Überblick über das sogenannte „Transsexuellengesetz“ und widmet sich der Frage, was *wir alle* tun müssen, um bestehende diskriminierende geschlechtliche Vorstellungen zu erkennen und abzubauen.

18.05.2022 (Online, Englisch) Shofie Bahalwan: Queer Affects and Transformative Justice.

What does queer theory have to offer for thinking about transformative justice? What is affect theory, and what does it have to do with queer theory? In this lecture, we will introduce the groundbreaking contributions of queer theorists in the development of affect theory. We will discuss the various possibilities opened up by queer affect in thinking about justice. This lecture will also serve as a Black queer intervention on how Black queer feminist authors and scholars contributed and prefigured the development of affect theory despite the under-citation of their contributions.

25.05.2022 (Online, Englisch) Selin Üreten: Exploring the field of intersectionality and diversity in technology.

This session is about intersectionality and diversity in technology. Especially, the product developers perspective will be focused upon. We will look at some challenges in socio-technical systems with our critical lens and explore best practices as well.

01.06.2022 (Online) Kalle Hümpfner: Trans*rechte sind Menschenrechte! – worum geht es bei der Forderung nach geschlechtlicher Selbstbestimmung?

Im Koalitionsvertrag hielt die Bundesregierung fest: „Wir werden das Transsexuellengesetz abschaffen und durch ein Selbstbestimmungsgesetz ersetzen.“ Vor der parlamentarischen Sommerpause sollen erste Eckpunkte für ein Selbstbestimmungsgesetz veröffentlicht werden. Diese Änderung ist längst überfällig und wird seit Jahren von queeren Aktivist*innen und Verbänden gefordert. Anknüpfend an aktuelle politische Diskussionen wird die Veranstaltung die Frage aufgreifen, welche gesetzlichen Änderungen es braucht, damit geschlechtliche Selbstbestimmung keine ferne Vision bleibt, sondern real umgesetzt wird.

15.06.2022 (Online) Djalila Boukhari: Rassismuskritik – ohne Intersektionalität funktioniert es nicht!

Zunehmend beschäftigen sich Institutionen und Mehrheitsangehörige mit den Themen Rassismuskritik und Intersektionalität und deren Umsetzung in der Praxis. Was aber bedeutet Rassismuskritik und Intersektionalität eigentlich und wofür ist es gut? Wie können diese Themen bearbeitet und behandelt werden, ohne dabei einerseits rassismuserfahrene Menschen zu belasten und andererseits nicht in Schuld und Scham zu verhaften? Dieser Input beschäftigt sich u.a. mit diesen Fragen und gibt eine Einführung in die Themen Rassismuskritik und Intersektionalität.

29.06.2022 (Online) Prof. Dr. Gundula Ludwig: Heteronormativität und Staat.

Der Staat greift routinemäßig in sexuelles Verhalten ein, und zwar auf einem Niveau, wie es in keinem anderen gesellschaftlichen Lebensbereich geduldet werden würde“ – so schrieb Gayle Rubin 1983. In dem Vortrag wird aufgefächert, in welch vielfältiger und oftmals auch subtiler Weise der moderne westliche Staat Sexualitäten, Geschlechter, Körper und Begehren reguliert, normalisiert und normiert. Zugleich wird dargelegt, wie heteronormative Strukturen und Logiken tief in die Architektur des Staates eingeschrieben sind: in das Rechtssystem, in Staatsbürger*innenschaftskonzepte oder in wohlfahrtsstaatliche Sicherungssysteme. Ebenso wird gezeigt, wie sexuelle Politiken Machttechniken sind, um rassistische Biopolitiken und postkoloniale Grenzziehungen zu legitimieren.

06.07.2022 (Präsenz) Dr. Carolin Wiedemann. Von der Berharrlichkeit des Patriarchats.

Carolin Wiedemann zeigt, wie grundlegend der Glauben an eine vermeintlich natürliche Geschlechterordnung für die bürgerliche, kapitalistische Gesellschaft ist und dass rechte, liberale und sogar manch linke Antifeminist*innen umso mehr auf dieser alten Ordnung beharren, je stärker sie herausgefordert wird. Und das wird sie: durch kollektive queerfeministische Praxis, auf der Straße und im Alltag.

13.07.2022 (Präsenz) Zarah Henschen vom Fuck Yeah Sexshopkollektiv: Mit Dildos gegen das Patriarchat?- Feminismus zwischen Ausverkauf und Selbstermächtigung.

Wie passen feministische Vorstellungen von Körper, Begehren, Gender und Sex mit einem Sexshop zusammen? Welche Chancen kann ein solcher Raum bieten? Lassen sich politische Ideale mit den Sachzwängen der kapitalistischen Logik zusammenbringen? In dem Vortrag wird ausgehend von dem ersten Sexshop der Welt in Flensburg, ein historischer Bogen zu den später aufkommenden ersten explizit feministischen Sexshops in den USA gespannt. Dabei sind die dahinter liegenden gesellschaftlichen und politischen Kämpfe und Veränderungen interessant. Abschließend können die Teilnehmenden Anhand von reellen Sachfragen aus dem Sexshop Alltag, diskutieren, wie Feminismus, Kapitalismus und sexpositive Inhalte zusammen kommen können.

Die Anmeldung finden pandemiebedingt zum Teil online via Zoom statt. Die Präsenztermine finden in Räumen der Universität Hamburg statt.

Anmeldung unter: anmeldungjdg@riseup.net

Uhrzeit: 19:15- 20:45 Uhr.