Kategorie: Termine

  • Vortragseinladung 18.05.2011: Kritik der Psychopathologisierung von Homo-, Trans- und Intersexualität

    Lüder Tietz, M.A.
    Kritik der Psychopathologisierung von Homo-, Trans- und Intersexualität
    Mittwoch 18.05.2011, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Gleichwohl es in Geek & Nerdkreisen bekannt „Updating is like russian roulettewith 6 bulletts“ (siehe), kommen Verteilermails ab jetzt von einer neuen Adresse. Sollte diese Ankündigung also über eMail überraschend ausgeblieben sein, wendet Euch einfach an die alte.

    Zu unserem Vortrag von Lüder Tietz, Ethnologe mit Schwerpunkt Kulturwissenschaftliche Sexualitätenforschung, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kulturwissenschaftlichen Institut der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Dozent an der Akademie Waldschlösschen bei Göttingen

    Viele geschlechtliche und sexuelle Praxen, die nicht der Heteronormativität entsprechen, werden weiterhin in den gängigen Diagnoserastern der Psychiatrie und Klinischen Psychologie (Internationale Klassifikation von Krankheiten: ICD-10 und Diagnostisches und Statistisches Manual: DSM-IV) pathologisiert. Die beschriebenen „Krankheitsbilder“ werden kritisiert und auf ihre historische Entstehung hin befragt. Dabei setze ich drei Schwerpunkte:

    • Das Konzept ‘weibliche Seele im männlichen Körper’, die Debatte zwischen Vorläufern der Emanzipations-Bewegung und der Sexualpsychiatrie und die Genese der Konzepte Homo- und Transsexualität;
    • Der zähe Kampf mit der Psychoanalyse und den christlichen ‘Homo-Heilern’ um die Entpathologisierung der Homosexualität;
    • Der Einsatz der Diagnose „Störung der Geschlechtsidentität des Kindesalters“ als versuchte Prävention von Homo- und Bisexualität sowie Transgender. Dabei soll das komplexe Wechselspiel zwischen hegemonialen
      Subjektivierungsbestrebungen und subalternen Entsubjektivierungsversuchen genauer beleuchtet werden.
  • Vortragseinladung 11.05.2011 – Die Ordnung der Familie

    Jun.-Prof. Dr. Ulrike Lembke
    Die Ordnung der Familie. Elternschaft und Gender Trouble beim Bundesverfassungsgericht
    Mittwoch 11.05.2011, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Der Vortrag wird in DGS übersetzt, Teil des schweren Kampfes um Barrierefreiheit.

    Ulrike Lembke lehrt Öffentliches Recht und Legal Gender Studies

    Das Bundesverfassungsgericht hat letztes Jahr entschieden, dass die Lebenspartnerin einer schwangeren Frau bei der Geburt des Kindes nicht als „zweite“ Mutter in die Geburtsurkunde eingetragen werden kann. Um rechtlich anerkannte Elternschaft zu erlangen, muss sie den langen Weg der Stiefkindadoption auch dann gehen, wenn beide Lebenspartnerinnen das Kind wünschten und als gemeinsames Kind großziehen wollen. Bei verheirateten Paaren wird der Ehemann dagegen unabhängig davon in die Geburtsurkunde eingetragen, ob er der leibliche Vater des Kindes ist. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass die rechtliche Vorstellung von Elternschaft immer noch auf dem Grundmodell der Ehe (verheiratetes heterosexuelles Paar) mit Kind(ern) beruht. Zu diesem Grundmodell, das durch Status, sexuelle Orientierung und Geschlecht bestimmt wird, gibt es inzwischen diverse Alternativen wie uneheliche Eltern, homosexuelle Eltern, Alleinerziehende, Regenbogenfamilien, Eltern mit unklarem oder wechselndem Geschlecht etc. Diese Abweichungen von der „Normalfamilie“ sind aber rechtlich nicht als gleichwertig anerkannt. Die volle rechtliche Anerkennung der Elternschaft unverheirateter Mütter und Väter musste vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erstritten werden. Eingetragene Lebenspartnerschaften genießen noch immer nicht die gleichen Reproduktions- und Adoptionsrechte wie Ehepaare. Zur Frage transsexueller Elternschaft musste das Bundesverfassungsgericht noch nicht entscheiden, dies wird aber nach seiner jüngsten Entscheidung zum Transsexuellengesetz (Verfassungswidrigerklärung des Kastrationszwanges) nicht lange auf sich warten lassen. Zu erwarten wäre, dass das Bundesverfassungsgericht mit seiner progressiven Anerkennung alternativer sexueller Identitäten einerseits und verschiedener schutzwürdiger Formen von Elternschaft – biologisch, rechtlich und sozial – andererseits zwingend zu Gunsten der vom Grundmodell abweichenden Eltern entscheiden müsste. Dies wird durch seine bisherige Rechtsprechung aber gerade nicht bestätigt. Über die Gründe lässt sich fruchtbar spekulieren: Geschlecht als Ordnungskategorie hat eben doch noch nicht ausgedient und muss zumindest in der Familie als Keimzelle des Staates bewahrt werden. Und auch für eine moderne Bevölkerungspolitik scheint das heterosexuelle Paar unverzichtbar

  • Vortragseinladung 04.05.2011 – knowledge and activism

    Robert Kulpa, Ph.D. candidate
    Con-Temporal Peripheries: Disjunctions in space and time, knowledge and
    activism, between Central-Eastern European and Western sexualities
    Mittwoch 04.05.2011, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Robert Kulpa, (Co-)Autor von „De-centring Western sexualities“ ist Candidate am psychologischen Department des Birkbeck College (London) und hält seinen Vortrag von daher in englischer Sprache.

    Recently, we could observe the proliferation of works about non-Western manifestations of sexuality. However, queer studies by embracing margins, outskirts, de-centring politics of geo-location, continue to be focused on post-colonial “far far away” regions, and almost no work is done about the „neighbouring“ Central and Eastern Europe. In this presentation, I will try to problematize/pluralize the notion of Western sexuality and indicate „con-temporal periphery“ – i.e. mechanisms of „othering“ CEE (by, e.g. rendering it as „permanently transitional“/“post-communist“).

    After the collapse of the „Iron Curtain“, Western-style politics was adopted throughout CEE, without much questioning of its historical particularisms and suitability for the new context. When lesbian and gay activism begin to emerge in the CEE countries, West was already at the ‚queer‘ stage, with long history and plurality of models and forms of engagement. Conversely, the communist past of CEE built completely different social structures and modalities. This could be graphically represented as two separate geopolitical-temporal modalities running parallel, where in 1989 one of them finishes, and the other one becomes universal for both. Indeed, it should be even more complicated, and represented as „knotting“ and „looping“ of time(s).

    However, often when we try to „undo“/explain those knotted realities, we try to „linearise“ the „here and now“ reality of CEE, by categorising various activities and approaches as belonging to a certain historical narrative. Thus organising the „knotted temporality of CEE“ into „familiar“ stages and inscribing it into particular history (here: into Western history of LGBTQ movements), we already simplify it in order to make sense of it. But do we actually succeed? Does such „unknotting“ make sense? For whom? And what are the prerequisites to be able to understand it in either form? In other words, we feel it is important to ask, why certain models are familiar to „all“? And why „local“ narrations of lesbian and gay emancipation will be seen as, precisely, „local“ and not „universally“ recognised?

    With this presentation, I will undertake the task of questioning the power relations between „West“ and „CEE“, between western queer academic scholarship and CEE theoretical insights, calling for not only for „de-centralisation of queer theory“, but also for greater attentiveness to spatial and temporal choices in doing so.

  • FSK Morgen

    Kurzfristiger Hinweis: Morgen, Montag, der 02.05.2011 wird um 14 Uhr auf Radio-FSK der Vortrag von letzer Woche „Vulva, die große Unbekannte“ gesendet

  • Vortragseinladung 20.03.2011 – Genderkonstruktionen und Geschlechtertransformationen in antiken Texten

    PD Dr. Silke Petersen
    Genderkonstruktionen und Geschlechtertransformationen in antiken Texten
    Mittwoch, 20. April 2011, 19ct, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) B2

    Am Mittwoch widmen wir uns einem lange vernachlässigten Themenkomplex, der (queeren) Theologie. Denn Silke Petersen ist Dozentin für Evangelische Theologie (Institut für Neues Testament) an der Universität Hamburg. Sie referiert über folgendes:

    Die Rede über die Geschlechterdifferenz hat bekanntermaßen einen weithin konstruierenden Charakter und ist somit auch historischen Wandlungen unterworfen. Der Blick auf antike Texte zum Thema Geschlechterdifferenz kann auch deshalb den Blick auf unsere eigene (neuzeitliche) Wahrnehmung von Gender schärfen. Im Vortrag wird es um antike christliche und pagane Texte gehen, in denen bestimmte Personen (Maria Magdalena, Christus, Tiresias u.a.) ihr Geschlecht zeitweise oder dauerhaft wechseln. Solche Veränderungen sind in einem gesellschaftlichen Umfeld denkbar, in dem die Konstruktionen von „männlich“ und „weiblich“ nicht komplementär, sondern in erster Linie hierarchisch funktionieren – wobei „männlich“ immer die höher gewertete Seite repräsentiert. Gleichzeitig verweisen die Texte auf die Durchlässigkeit von Geschlechtergrenzen in bestimmten Kontexten.

  • Vortragseinladung 13.04.2011 – What men are made of

    Morten Hillgaard Bülow, Marie-Louise Holm
    What men are made of – The construction of concepts of masculinity in research projects about testosterone in Denmark from the 1910s to the 1980s
    Mittwoch 13.04.2011, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Aus unserem Dauer-Schwerpunkt der Naturwissenschaftskritik bzw. kritischen Naturwissenschaft präsentieren wir Morten Hillgaard Bülow, PhD Fellow am Medical Museion der Copenhagen University und Mitglied des board of Network for Research on Men and Masculinities (NeMM),
    Dänemarks und Marie-Louise Holm, Forschungsassistentin am Institut für Psychologie und Education Studies der Roskilde Universität, sowie im NeMM tätig. Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.

    Since the 1920s the chemical substance called testosterone has been characterized as ‘the male hormone’ despite its presence in both male and female gendered bodies. This characterization is common in both the natural sciences’ hormone research, in everyday speech, and in various media presentations. In these contexts, testosterone has been – and is – often used as a metaphor for, or even synonymous with, ‘manliness’ and ‘masculinity’.

    Scientific research about hormones has played a substantial role in linking testosterone to masculinity. From the 1910s onwards this research has influenced conceptions about what to designate as male or female, masculine or feminine, by connecting certain hormones to physical and psychological traits and arguing for a more or less direct causal relation between them. In the public the scientific results have been used in normative discussions about what is a good life for human beings with certain genders. It can be argued that the construction of a connection between testosterone and masculinity has played a significant role in the common perception of gender as consisting of two separate categories, ‘men’ and ‘women’, and in constructing the notion that they are naturally and fundamentally different, having different wishes, skills and abilities which in a heterosexual relationship complement each other. This perception of gender has influenced the view on and medical treatment of people categorised as homosexuals, transsexuals, and other groups of people who in various ways did not meet (the scientifically strengthened) gender expectations.

    In this talk we want to discuss how and why testosterone and masculinity have been connected in scientific research, and what consequences this has had for societal norms about gender and the view upon and medical treatment of different so-called gender/sexual minorities. The talk is based on historical examples from Danish research projects about testosterone from the 1910s to the 1980s.

  • Vortragseinladung 06.04.2011 – Einführung

    AG QueerStudies
    Selbst-, Semester- und Queervorstellung
    Mittwoch 06.04.2011, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Unsere Vorlesungsreihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ beginnt Mittwoch – das ist der 6.04.2011 – mit Vorstellung der AG und des Semesterprogramms; aber das ist nicht alles, in einer Dreiviertelstunde stellen wir Euch unser Verständnis von „Queer“ allgemeinverständlich vor. Größte Neuerung dieses Semester: Teilnahme läßt sich, wenn über Stine angemeldet als 2 Wahlbereichsleistungspunkte anrechnen, mehr dazu Mittwoch.

    Das Semesterprogramm befindet sich hier

  • Veranstaltungshinweise SoSe2011

    Zentrum für Disablity Studies (ZeDiS)
    Ringvorlesung “Behinderung ohne Behinderte!?
    Perspektiven der Disability Studies”
    Montag 04.04.2011, 16:00, Edmund Siemers Allee 1 („ESA-Westflügel“) 221

    Assoziation Kritische Psychologie
    Auch Du hast (k)einen freien Willen! – Selbst-organisiertes Seminar zum Thema: Kritisch-psychologische und neurowissenschaftliche Perspektiven auf die Kontroverse um den „freien Willen“
    Donnerstag, 14.04.2011 18:00, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 4098

    AG Menschenbilder
    Philosophie & Praxis
    Freitag, 08.04.2011 12:30, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 4098

    Freies Senderkombinat Hamburg
    Jenseits der Geschlechtergrenzen : Vortragsdokumentation der AG QueerStudies
    Jeden 1. und 3. Montag im Monat 14:00-15:30; 93,0 MHz UKW

    Ins neue Semester startend haben wir eine Menge Veranstaltungshinweise.


    Das ZeDiS beginnt ihre Ringvorlesung am Montag – 04.04.2011 -, ebenfalls mit einer allgemeinen Vorstellung. Das Semesterprogramm findet Ihr hier


    Die Assoziation Kritische Psychologie Hamburg veranstaltet auch dieses Semester einen Lesekreis:

    Auch du hast (k)einen freien Willen!

    Selbst-organisiertes Seminar zum Thema:
    Kritisch-psychologische und neurowissenschaftliche Perspektiven auf die
    Kontroverse um den „freien Willen“

    Seit einigen Jahren deutet sich in der Psychologie ein Paradigmenwechsel
    an: Nich nur an der Uni Hamburg steigt die Bedeutung
    neurowissenschaftlicher Forschung. Deren Anspruch, menschliches Handeln
    durch experimentelle Methoden der Hirnforschung erklären zu können, ist
    derweil nich unumstritten. Angemahnt wird, dass sich in der Psychologie
    ein biologischer Determinismus Bahn bricht, der die Gesellschaftlichkeit
    menschlichen Lebens verkennt und diese stattdessen aus biologischen bzw.
    genetischen Dispositionen ableitet.

    Im Sommersemester möchten wir uns daher in einem selbst-organisierten
    Seminar mit kritisch-psychologischen neurowissenschaftlichen
    Perpsektiven auf menschliches Handeln auseinandersetzen. Ziel ist es,
    nich nur eine Einführung in zentrale Vorstellungen der Kritischen
    Psychologie zu geben, sondern uns auch mit Debatten, wie der Kontroverse
    um den „freien Willen“ zu beschäftigen.

    Auftaktveranstaltung am 14. April:

    Alle Interessierten sind daher herzlich zu einem einführenden Vortrag
    zum Thema am 14. April um 18:00 Uhr ein. Hier werden einige
    Referent_innen eine Einführung in die Kritische Psychologie und die
    Debatte um die Neurowissenschaften geben sowie organisatorische Fragen,
    wie etwa den Semesterplan klären. Wir treffen uns an der Uni Hamburg im
    Wiwi-Bunker (Von-Melle-Park 5), Raum 4098 (4. Etage).

    Wöchentlicher Lesekreis jeden Donnerstag um 18:00 Uhr:

    Darauffolgend werden wir das Seminar wöchentlich anbieten. Wir treffen
    uns jeweils Donnersags vom 18:00 bis etwa 20:00 Uhr, ebenfalls im Raum
    4098 im Wiwi-Bunker (Von-Melle-Park 5). Aktuelle organisatorische
    Informationen, Hinweise zu Literatur und Weiteres findet ihr auf der
    Homepage der „Assoziation Kritische Psychologie Hamburg“:
    www.kripsyhamburg.wordpress.com

    Kontakt:
    kritischepsychologie_hh@yahoo.com | www.kripsyhamburg.wordpress.com


    Zuguterletzt beschäftigt sich das studentische Menschenbilderseminar freitags 12:30, wiwi 4098 dieses Semester mit „Philosophie & Praxis“, welche philosphischen Hintergründe haben scheinbar pragmatische Ansätze der Psycholigie und was waren die äußerst praktischen Folgen scheinbar abstrakter Philosophie? Webpräsenz: www1.uni-hamburg.de/menschenbilder


    Vergeßt auch nicht, daß die AG QueerStudies Vorträge, Veranstaltungshinweise und manchmal mehr jeden 1. und 3. Montag im Monat auf FSK sendet.

  • KUNDGEBUNG anlässlich aktueller Verschärfung von Verdrängungspolitik der Sexarbeiterinnen in St.Georg

    Nicht nur ein Genitalverstümmler_Innen-Kongress in Hamburg macht uns diese Woche Sorgen, sondern auch die Behandlung von Sexarbeiterinnen in St. Georg. Ab 1. April sind u.a. die Bußgeldbestimmungen verschärft worden, deshalb wurde sehr kurzfristig eine Kundgebung anberaumt:

    KUNDGEBUNG
    anlässlich aktueller Verschärfung von Verdrängungspolitik der Sexarbeiterinnen in St.Georg

    morgen, 31.03.2011, 15 Uhr
    Hansaplatz Hamburg

    Liebe Freund_innen,
    dem gestrigen Hamburger Abendblatt konnten wir entnehmen, dass der Straßenstrich von St. Georg nach Rothenburgsort verlagert werden soll.
    Gleichzeitig soll ab dem 01.04. (kein Aprilscherz) eine interne Handlungsanweisung des PK 11 umgesetzt werden, nachdem z.B. das „Zuwinken um auf sich aufmerksam zu machen“ im Sperrgebiet schon dazu führen kann, ein Bußgeld wegen Verstoß gegen die Sperrgebietsverordnung zu erhalten!
    Wir sehen darin eine erneute und eindeutige Verschärfung der Verdrängungspolitik gegen unerwünschte Bevölkerungsgruppen.
    Ragazza, eine Einrichtung für drogenabhängige Frauen die der Prostitution nachgehen, befürchtet mit diesen Ankündigungen das Schlimmste für die Frauen in St. Georg.
    Aus diesem Grund wollen wir, morgen 31.03. um 15 Uhr mit einer kurzen und bunten Protestaktion, in Form einer Kundgebung auf die Situation der Frauen aufmerksam machen.
    Versammlungsort soll am Hansaplatz Ecke Stralsunder Straße sein.
    Wir freuen uns wenn Ihr diesen Aufruf weiterleitet und uns zahlreich unterstützt.

    Für das ragazza e.V.

  • Proteste gegen Genitalverstümmler-Kongress „DGE 2011“

    Wenn wir auch etwas spät dran sind, so möchten wir doch nicht versäumen, auf Proteste gegen einen Kongress in Hamburg hinzuweisen, der unserer Meinung nach unterstützenswert ist.
    Die Infos zu diesem Protest findet Ihr unter Zwischengeschlecht.info und werden im Folgenden von uns dolumentiert:

    PRESSEMITTEILUNG von Zwischengeschlecht.org vom 24.3.2011:

    Jeden Tag wird in Deutschland in einer Kinderklinik mindestens ein wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt.

    Nächste Woche versammelt sich in Hamburg zur „DGE 2011“, dem „54. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)“, eine der hauptsächlich verantwortlichen Genitalabschneider-Standesorganisationen.

    Die organisierende „Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)“ ist u.a. beteiligt an den aktuell geltenden AWMF-Verstümmlerleitlinien 027/022 „Störungen der Geschlechtsentwicklung“ und 027/047 „Adrenogenitales Syndrom“, die beide menschenrechtswidrige kosmetische Genitaloperationen an wehrlosen Kleinkindern propagieren.

    Wir wollen diesen täglichen Genitalverstümmelungen vor unserer Haustüre nicht mehr länger tatenlos zusehen!

    Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org wird vor Ort in Hamburg über diese menschenrechtswidrigen Praktiken informieren.

    Und während des Kongresses friedlich protestieren – gegen die GenitalabschneiderInnen sowie gegen die Untätigkeit von Politik und Justiz bei diesem fortdauernden Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

    FRIEDLICHER PROTEST
    während der Pressekonferenz und Eröffnung der „DGE 2011“
    Mittwoch, 30.03.2011, 10:30-16:00 h
    vor dem Eingang zum Congress Center Hamburg CCH, Am Dammtor / Marseiller Str., 20355 Hamburg

    FRIEDLICHE MAHNWACHE + ÜBERREICHUNG OFFENER BRIEF
    während der Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie an der „DGE 2011“
    Freitag, 01.04.2011, 07:30-10:00 h
    vor dem Eingang zum Congress Center Hamburg CCH, Am Dammtor / Marseiller Str., 20355 Hamburg

    FRIEDLICHE MAHNWACHE
    während „Meet the Expert: Adrenogenitales Syndrom“ und Abschlussveranstaltung der „DGE 2011“
    Samstag, 02.04.2011, 09:30-13:30 h
    vor dem Eingang zum Congress Center Hamburg CCH, Am Dammtor / Marseiller Str., 20355 Hamburg

    + INFOVERANSTALTUNG & DISKUSSION
    mit Daniela Truffer und Seelenlos / Zwischengeschlecht.org
    Mittwoch, 30.03.2011, 20:00 h
    im Culturhaus SternChance, Schröderstiftstr. 7, 20146 Hamburg

    KOSMETISCHE GENITALOPERATIONEN AN KINDERN

    Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

    Seit Jahrzehnten werden in Deutschland Kinder mit „auffälligen“ Geschlechtsorganen (Zwitter / „Intersexuelle“ / Hermaphroditen) systematisch „kosmetisch“ zwangsoperiert, um aus ihnen „unauffällige“ Jungen und Mädchen zu machen – ohne ihre Einwilligung, ohne medizinische Notwendigkeit und ohne, dass die angebliche „Wirksamkeit“ der verstümmelnden Operationen je klinisch geprüft worden wäre (fehlende Evidenz). Dabei wird von den behandelnden Medizinern in Kauf genommen, dass das sexuelle Empfinden vermindert oder gänzlich zerstört wird. Viele dieser Kleinkinder werden obendrein kastriert und dadurch ihr Leben lang von gesundheitschädigenden „Hormonersatztherapien“ abhängig gemacht.

    Auch in Hamburg werden diese menschenrechtswidrigen Eingriffe weiterhin regelmäßig durchgeführt, u.a. am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Hamburger EndokrinologInnen und GeschlechterforscherInnen waren zudem maßgeblich mitbeteiligt an der Einführung und Durchsetzung der systematischen Verstümmelungen in den 1950er- und 1960er-Jahren.

    Seit den 1990ern klagen überlebende Betroffene diese Operationen öffentlich an als medizinische Verbrechen und „westliche Form der Genitalverstümmelung“.

    Das durch diese medizinisch nicht notwendigen Zwangsoperationen an Kleinkindern verursachte Leid ist längst auch durch wissenschaftliche Studien dutzendfach belegt, auch in der Bundesrepublik. Ebenso bestätigen ExpertInnen, dass die Zwangseingriffe ethische Grundsätze verletzen, gegen Grund- und Menschenrechte verstoßen und auch strafrechtlich nicht haltbar sind.

    Seit Jahren beklagen internationale Menschenrechtsorganisationen die kosmetischen Genitaloperationen an Kindern als „fundamentalen Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit“ (Amnesty Deutschland), und unterstreichen die Parallelen zur weiblichen Genitalverstümmelung in Afrika (Terre des Femmes).

    2009 wurde in Köln erstmals ein Chirurg letztinstanzlich zu einer Schmerzensgeldzahlung von 100’000 Euro verurteilt. Ebenfalls 2009 rügte das UN-Komitee CEDAW die Bundesregierung wegen Verletzung ihrer Schutzpflicht gegenüber zwischengeschlechtlichen Kindern.

    2010 bestätigte der Deutsche Ethikrat: „Der Umgang mit der Intersexualität berührt eine Reihe medizin-, rechts- und sozialethischer Fragen, insbesondere das Recht auf körperliche Unversehrtheit.“

    Trotzdem halten die Mediziner wider besseres Wissen unbeirrt an diesen menschenrechtswidrigen Praktiken fest – auch in Hamburg.

    Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie „Menschenrechte auch für Zwitter!“.

    Freundliche Grüße

    n e l l a
    Daniela Truffer
    Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org
    Gründungsmitglied Schweizerische Selbsthilfegruppe Intersex.ch
    Mitglied Intersexuelle Menschen e.V.
    Mitglied XY-Frauen
    Mobile +41 (0) 76 398 06 50
    presse_at_zwischengeschlecht.info