Kategorie: Vortragsreihe

  • Willkommen im Wintersemester!

    Die Programmhefte sind gedruckt, es kann also losgehen! Hier ein kleiner Einblick in das, was euch erwartet. Unsere Vorlesungsreihe bietet im Wintersemester 2012/13 wieder ein abwechslungsreiches Programm mit großer Themenvielfalt und verschiedenen Formaten. Wir freuen uns, dass wir für die einführende Veranstaltung Franziska Rauchut gewinnen konnten und die Einführung in Queere Theorien und Politiken in diesem Semester vertrauensvoll in ihre Hände legen können.

    Zur zweiten Sitzung wird es Ausschnitte aus dem Film „Augen blickN“ zu sehen geben. Die Regisseurin Prof. Gesa Ziemer ist anwesend und wird einen Input liefern. Bei dieser Kooperationsveranstaltung mit dem Zentrum für Disability Studies werden Schriftmittler_innen anwesend sein. In der Woche darauf präsentieren wir eine Lesung aus „The Little Book of Big Visions: How to Be an Artist and Revolutionize the World“, die abweichend vom üblichen Termin an einem Donnerstag (16 bis 18 Uhr) im Flügelbau des Hauptgebäudes (ESA West: 221) stattfindet. Zu Gast sind die Herausgeberinnen Sandrine Micossé-Aikins und Sharon Dodua Otoo.

    Im Januar freuen wir uns, ein weiteres Mal Noah Sow in unserer Reihe begrüßen zu dürfen, die die Fallen, welche mediale Begegnungen für Marginalisierte mit sich bringen, analysiert und zeigt, wie diese kontrolliert und selbstbestimmt gestaltet werden können. Ebenfalls im Januar spricht Prof. Maureen Maisha Eggers aus der Perspektive der Critical Race Theory über Diversität und intersektionelle Queer Theory. Ein feministisch sex-p(l)ositives Feuerwerk werden wir zünden, wenn am 14. November Dr. Laura Meritt nach Hamburg kommt. Sie ist Initiatorin des PorYes – Feminist Porn Awards Europe und Betreiberin von „Sexclusivitäten“ in Berlin.

    Ganz besonders freuen wir uns auch auf die Vorträge von Joke Janssen (Normalisierungs- und Anrufungsstrategien zum Cochlea-Implantat für Kinder gehörloser Eltern) und Bertold Scharf (Die „Trümmerfrauen“ als Gründungsmythos der Bundesrepublik), denn beide sind langjährige Wegbegleiter bzw. Mitglieder der AG Queer Studies. Besonders schön femme/inistisch wird es, wenn am 16. Januar Sabine Fuchs zu Gast ist und sie darüber spricht, was die Mimesis mit/aus widerspenstigen weiblichen Subjekten macht. Weitere Themen des Wintersemesters sind Geschlechterarrangements im Hardcore (Marion Schulze), inter-solidarische Positionierungen (Anja Gregor), Girlfags & Guydykes (Uli Meyer) und die „Suche nach Geschlechtlichkeit und Sexualität in klassischen psychologischen Theorien des 20. Jahrhunderts“, auf die sich Anna Sieben mit uns begeben wird.

    Last but not least steht zum Ende des Wintersemesters wieder der entzückende Besuch von Blessless Mahoney und Didine van der Platenvlotbrug auf dem Programm, die uns die neuesten Ergebnisse ihrer Forschung präsentieren werden. Ihr Vortrag über die „luminöse Topographie“ findet als Publikumsmagnet abweichend im Hauptgebäude Hörsaal C statt.

    Auch in diesem Semester stehen uns dank der finanziellen Unterstützung der Gemeinsamen Kommission Gender- und Queer Studies Mittel zur Verfügung, um einige Vorträge von DGS-Dolmetscher_innen übersetzen zu lassen. Aus organisatorischen Gründen bitten wir darum, dass uns Interessierte frühzeitig, mindestens jedoch vier Wochen vor dem jeweiligen Vortrag kontaktieren.

    Eure AG Queer Studies

    Programm-Übersicht Wintersemester 2012/2013 als PDF (129 KB)
    Programmheft mit Informationen zu allen Vorträgen Wintersemester 2012/2013 als PDF (1,1 MB)

  • Vortragseinladung 2012-07-11: Die Polyphonen Knabenchorschwuchteln

    Polyphonen Knabenchorschwuchteln, die
    „Johnny, are you queer?“1 Chor-Vortrag-Performance
    Mittwoch, 11.07.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Zum Semesterabschluß widmen wir uns mit gesanglicher Begleitung der Figur des Johnny:

    Schwul – verschollen – tot. Johnny ist die illusdystopische Figur queerer Ideengeschichte. An ihm_ihr normieren sich die Normen, brechen sich die Brüche und durchqueren sich die Durchquerungen. Höchste Zeit, Johnnys diversifizierten Repräsentationen von Minnesang bis Crustpunk nachzuspüren und wie Schmetterlinge auf dem Kork der Akademie aufzuspießen. Die Polyphonen Knabenchorschwuchteln – deren analytische Scharfsicht ihren gesanglichen Qualitäten in nichts nachsteht – widmen sich diesem facettierten Diskursknoten in einer eleganten Kakophonie der Wissensstände und fundamentlosen Privatmeinungen.


    1 Vgl.

  • Vortragseinladung 2012-06-27: Asexualität

    Judith Scheunemann
    (Un-)wirklichkeiten von (A-)Sexualität
    Mittwoch, 27.06.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Der Vortrag wird in deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt; weitersagen!

    Dipl.-Soz. Judith Scheunemann lehrt z.Zt. an der Helmut-Schmidt Univsersität-Hamburg und ist aktiv in der AG Queer Studies. Mit ihrer Hilfe versuchen wir uns ein – selbst in den Queer Studies – oftmals unsichtbares Thema zu erschließen:

    Seit ich mich im Jahr 2008/2009 im Rahmen meiner Diplomarbeit mit dem Phänomen der Asexualität beschäftigt habe, ist mir – genau wie ich es aus Berichterstattungen von Personen kenne, die sich als asexuell bezeichnen – eine Frage immer wieder begegnet: „Gibt es Asexualität wirklich?“ Dahinter steht die Annahme, Sexualität sei etwas natürliches, jeder Mensch sei von Geburt an sexuell. Abweichungen von dieser Norm, so die Annahme, könnten nur pathologisch oder nicht wirklich existent sein. Um ein Verständnis menschlicher Sexualität zu bekommen, sind Freuds Werke noch immer eine der prominentesten Quellen. Dieser Spur möchte auch ich nachgehen, mit der Frage: Wie lässt sich Freud auf den heutigen Begriff der Asexualität anwenden und wie stellt er diese dar? Nach dieser historisch-psychoanalytischen Perspektive wende ich mich stärker soziologisch-konstruktivistischen Theorien zur (A-)Sexualität zu. Dies geschieht mit der Fragestellung, ob und inwiefern ein Unterschied zur vorherigen Perspektive besteht und ob neuere Theorien helfen, das Phänomen Asexualität genauer zu erfassen. Da ich davon ausgehe, dass es für ein breiteres Verständnis eines Phänomens sinnvoll ist, nicht nur die Theorie einzubeziehen, möchte ich auch die Empirie betrachten. Daher werde ich Beispiele aus der Empirie mit folgender Frage untersuchen: Wie definieren sich asexuelle Personen selbst? Hierfür beziehe ich mich auf meine inhaltsanalytische Auswertung der Internetseite AVEN (Asexual Visibility and Education Network), einer Internetseite von asexuellen Personen, die im Jahr 2004 in Deutschland entstand. Der Bogen zur anfänglich angesprochenen Problematik der Fremdwahrnehmung von Asexualität schließt sich schlussendlich, indem ich mir zuletzt genauer anschaue, wie Medien (besonders Zeitungen) das öffentlich präsenter werdende Thema verhandeln.

  • Vortragsausfall 2012-06-20

    Bedauerlicherweise müssen wir Euch mitteilen, daß die Referentin verhindert ist und von daher der Vortrag am Mittwoch den 20.06.2012 entfällt.

  • Vortragseinladung 2012-06-13: Heteronormativität und Rassismus

    Urmila Goel
    Zur Verflechtung von Heteronormativität und Rassismus – eine
    ethnographische Annäherung
    Mittwoch, 13.06.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Aus Berlin kommt Dr.Urmila Goel, Wissenschaftlerin und Trainerin –
    Näheres unter http://www.urmila.de/ – mit folgendem Thema:

    „Nein, meine Eltern hatten keine arrangierte Ehe, sie haben …“, „Ich
    hoffe, wieder mit meiner Hetero-Beziehung klar zu kommen, denn mit
    meinen Eltern will ich nicht brechen.“, „Es ist noch zu früh für
    Emanzipation in Indien“ – solche oder ähnliche Aussagen finde ich in
    meinem ethnographischen Material (Interviews, Publikationen, etc.) von
    Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind und mindestens einen
    Elternteil haben, der/die aus Südasien nach Deutschland migriert ist.
    Wie lassen sich solche Aussagen – jenseits von kulturalisierenden
    Ansätzen – analysieren? Welche Interpretationen ermöglicht ein
    intersektionaler Blick, der insbesondere die Verflechtungen der
    Machtverhältnisse Rassismus und Heteronormativität berücksichtigt? Im
    Vortrag diskutiere ich mein ethnographisches Material aus dieser
    Perspektive.

  • Vortragseinladung 2012-06-06

    Bärbel Mauss
    Sowohl als auch : Überraschende und altbekannte
    Geschlechterentwürfe in der Epigenetik und Molekularbiologie
    Mittwoch, 06.06.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Dipl. Biol. Bärbel Mauss leitet das Studienprogramm „Gender
    Studies in den Ingenieurwissenschaften. Technik – Wissenschaft –
    Praxis“ am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der TU-Berlin.

    Aus dem Abstract:

    Auf der Ebene der nicht-geschlechtsgebundenen Vererbung kann die Kategorie Geschlecht eigentlich keine Rolle spielen, oder doch? Wie Geschlecht bzw. Geschlechterdifferenz an der DNA zum Ausdruck kommt, wird in einem ersten Schritt Thema dieses Vortrages sein. Im zweiten Schritt wird nach den konkreten Geschlechterentwürfen gefragt, die sich als Effekte der im ersten Schritt dargestellten Einschreibung von Geschlechterdifferenz auf molekularer Ebene zeigen.

  • Vortragseinladung 2012-05-23: ‘Maskulismus’

    Andreas Kemper
    ‘Maskulismus’ – Abwehrmechanismen komplizenhafter Männlichkeit
    Mittwoch, 23.05.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Am Mittwoch zu Gast ist Andreas Kemper (M.A.) vom Verein Zabiba zum Abbau von Bildungsbarrieren.

    Seit zehn Jahren entwickelt sich im deutschsprachigen Raum ein zunehmend aggressiver werdender organisierter Antifeminismus. Sogenannte „Männerrechtler“, die sich selber auch „Maskulisten“ nennen, traten bislang hauptsächlich in ihren eigenen Blogs und Foren im Internet auf, aber auch auf den Kommentarseiten von Online-Artikeln größerer Zeitschriften. Zunehmend werden die antifeministischen Inhalte mit rechtspopulistischen Ideen vermengt und Neo-Nazi-Seiten wie Thiazi.net oder Altermedia verlinkt. Nach der Ermordung von 77 Menschen in Oslo durch Breivik, dessen Antifeminismus einige Maskulisten teilen, kam es in dieser Szene zu einer Spaltung. Arne Hoffmann, der (ehemalige?) Star-Autor dieser Szene versucht nun einen „linken Maskulismus“ zu etablieren. Schon länger geht es ihm und der Initiative AGENS darum, wissenschaftliche Reputabilität zu erhalten. In der Düsseldorfer Universität findet bspw. 2012 zum zweiten Mal eine „Männerkonferenz“ statt. Reetabliert sich hier ein „akademischer Maskulinismus“?

  • Literaturliste Scheibelhofer

    Dankenswerterweise hat uns Paul Scheibelhofer die Literaturliste seines Vortrags „Begehren, Gewalt und die Krisen des ‘unmarkierten Geschlechts’. Zugänge einer kritischen Männlichkeitsforschung“ zur Verfügung gestellt.

    Bitte beachtet, daß wir neben interessanten Onlinetexten auch Folien, Literaturlisten und Scripte und Vortragsreihe->Texte verlinken.

  • Vortragseinladung 2012-05-16: Slutwalks

    Nadine Lantzsch
    Theorie und Praxis – doch weit voneinander entfernt? : Feministische Bewegung aus intersektionaler Perspektive am Beispiel der Slutwalks
    Mittwoch, 16.05.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Der Vortrag wird in deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt. weitersagen!

    Wir freuen uns auf einen Vortrag der Medienelite: Aus Berlin kommt Nadine Lantzsch, M.A. (Gender & Diversity Kompetenz) feministische Aktivistin und freie Autorin. Sie referiert zu folgendem:

    Die Kritik, die Frauen mit Behinderungen, Lesben, Schwarze Frauen, Migrant_innen, Trans* und einige andere Gruppen bereits vor Jahrzehnten an der feministischen Bewegung formulierten, ist nach wie vor aktuell. Auch die Slutwalks, die Demonstrationswelle gegen sexualisierte Gewalt und Vergewaltigungsverharmlosung, sahen sich mit nahezu identischen Anwürfen konfrontiert. Obwohl die Organisator_innen die intersektionalen Verschränkungen sozialer Positionen in ihrer Arbeit versuchten zu berücksichtigen – sei es im Selbstverständnis, in der Organisation der Demo selbst oder in der Nachbereitung.

    Nach wie vor kommt es innerhalb feministischer Gruppen und Bewegungen zu Ausschlüssen, Aneignungen und Übergriffen jeglicher Art, ungeachtet der Tatsache, dass Feminist_innen heute auf das Wissen ihrer Vorgänger_innen zurückgreifen (können).

    Der Vortrag will der Frage nachgehen, inwiefern feministische Theorie und Praxis im Widerspruch stehen, welche Grenzen, Schwierigkeiten und Paradoxien feministischen Handlungs- und Widerstandsweisen zu Grunde liegt und warum Intersektionalität oft nur Theorie ist.

  • Vortragseinladung 2012-05-09: Kritische Männlichkeitsforschung

    Paul Scheibelhofer
    Begehren, Gewalt und die Krisen des ‘unmarkierten Geschlechts’. Zugänge einer kritischen Männlichkeitsforschung
    Mittwoch, 09.05.2012, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Paul Scheibelhofer, Lektor an der Universität Wien und Promovend am Gender Studies Department der Central European University, Budapest. Er beschäftigt sich mit kritischer Männlichkeitsforschung. Interessierten an der Trope „Krise der Männlichkeit“ seien auch die Forschungen von Felix Krämer zu dem Thema ans Herz gelegt.

    Das Reden von der „Krise des Mannes“ ist so populär wie problematisch. In diesem Vortrag wird zunächst ein kritischer Blick auf den dominanten Männerkrisen-Diskurs und dessen Effekte geworfen. Dabei zeigt sich: der Diskurs zeichnet ein Bild beschädigter „normaler“ (heterosexueller, Weißer, Mittelschichts-)Männlichkeit, die es zu „heilen“ gilt und propagiert antifeministische backlash-Politiken. Vor diesem Hintergrund wird im Vortrag eine andere, kritische Perspektive auf den Komplex „Männlichkeit und Krise“ entwickelt. Homosoziale Räume werden dabei nicht nur als wichtige Instanzen männlicher Vergesellschaftung erkannt, sondern auch als Orte der ambivalenten Regulierung von Sexualität, Begehren und Gewalt. Aus so einer Perspektive wird normative Männlichkeit als intrinsisch krisenhaft erkennbar. Und es ist diese Krisenhaftigkeit, die Ausgangspunkt für emanzipatorische männlichkeitskritische Politiken darstellen kann.