Kategorie: Vortragsreihe

  • Vortragsausfall 05.12.2010 (Möhring)

    Mit größtem Bedauern müssen wir der Euch leider mitteilen, daß Maren Möhring erkrankt ist und der Vortrag am Mittwoch leider ersatzlos gestrichen werden muß.

    Wer noch nach Alternativen sucht, kann Podcasts oder Texte auf dieser Seite finden oder beim Lesekreis Kritische Psychologie, am Mittwoch dann zum Thema Antirassismus, vorbeischauen.

  • Frohes Neues – Vortragseinladung für den 05.01.2011

    Fällt leider aus!

    Maren Möhring
    Zum ‚Italiener‘ gehen. Die italienische Gastronomie in der Bundesrepublik
    Mittwoch, 05.01.2011, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Vom „Freiburg Institute for Advanced Studies“ kommt die Körper- und Konsumhistorikerin PD.Dr. Maren Möhring, für aufmerksame Leser*Innen dieses Blogs keine Unbekannte, doch dieses mal zu einem vollkommen neuen Thema:

    Seit den 1960er Jahren ist die Zahl ausländischer Gastronomiebetriebe in der Bundesrepublik stark angewachsen. Diese Gaststätten (Restaurants, Imbisse und Eisdielen) lassen sich als transnationale und transkulturelle Orte der Essensproduktion und -konsumtion verstehen. So wie Unternehmensgründungen und damit die ökonomische Selbständigkeit von MigrantInnen in der deutschsprachigen Migrationsforschung noch nicht die ihnen gebührende Aufmerksamkeit erfahren haben, so ist in der Konsumforschung die Internationalisierung der Ernährungsgewohnheiten in der BRD bisher nicht hinreichend untersucht worden. Mein Vortrag verknüpft migrations- und konsumhistorische Ansätze, um die Rolle ausländischer Gastronomiebetriebe für die Sozial-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte der Bundesrepublik zu bestimmen. Dabei fungiert das ausländische Restaurant als Linse, um den alltäglichen und sich wandelnden Umgang mit kultureller Differenz in der bundesdeutschen Gesellschaft zu analysieren. Über Nationalität und Ethnizität lässt sich jedoch kaum sprechen, ohne die Kategorie Geschlecht einzubeziehen, so dass neben der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung in den Betrieben und differenten Ernährungsstilen auch auf das Geflecht aus ethnischen und Geschlechter-Stereotypen einzugehen sein wird.

  • Vortragseinladung 15.12.2010: Über die Erfindung des Gleichheits- und des Differenzfeminismus

    Cornelia Möser
    C’è ma non si vede. Über die Erfindung des Gleichheits- und des Differenzfeminismus : Eine Dekonstruktion
    Mittwoch, 15.12.2010, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Mittwoch widmen wir uns der Dekonstruktion einer beliebten Erzählung feministischer Bewegungsgeschichte. Dafür haben wir Cornelia Möser eingeladen, Promoventin an der Humboldt-Universität zu Berlin in Gender Studies (GK Geschlecht als Wissenskategorie) und an der Université Paris 8 in Politikwissenschaften. Sie ist aktiv im feminist
    saloon
    Berlin, ihre Kompetenz beschränkt sich also nicht auf Theorie.

    Differenz- und Gleichheitsfeminismus sind zentrale Kategorien für das Erzählen der Geschichte feministischen Denkens. Durch eine historisierende Dekonstruktion, welche einer Reihe ausgewählter theoretischer Wanderungsprozesse nachgeht, soll die Entstehung dieses Antagonismus zunächst nachgezeichnet und schließlich kritisiert werden. Dabei werden vor allem die produktiven Aspekte von theoretischen Wanderungen und kulturellen Übersetzungsprozessen eine Rolle spielen. Maßgeblich im Dreieck Frankreich, USA und Deutschland haben sich im Zuge mehrerer zum Teil überkreuzter Rezeptionsprozesse Narrative über feministische Theorie entwickelt, welche die tatsächlichen Antagonismen, Konflikt- und Spannungslinien nicht zu erzählen helfen, sondern statt dessen vielmehr verschleiern. Vor allem die Schriften von Simone de Beauvoir, Luce Irigaray, Monique Wittig, aber auch Judith Butler spielen für diese theoretischen Wanderungs- und Rezeptionsprozesse eine zentrale Rolle. Kontrastiert werden sollen diese Analysen mit der Frage nach der Bedeutung globalisierter Wissensproduktion für mindestens ehemals emanzipatorische Theorie- und Kritikgebäude. Welches sind die heute wirkmächtigen Kriterien, denen sich eine institutionalisierte queerfeministische Forschung unterwerfen muss? Welches könnten alternative Formen emanzipatorischer und kritischer Wissensproduktion sein? Welche Rolle spielt Übersetzung darin?

  • Vortragseinladung 08.12.2010: Polyamory

    Gesa Mayer, Robin Bauer
    MonoPoly : Monogamie-Norm und Polyamory auf dem Spielfeld der Besitzansprüche, Treue und des Bekanntgehens
    Mittwoch, 08.12.2010, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Gesa Mayer ist Lehrbeauftragte am Department Sozial-wissenschaften, Robin Bauer lehrt Gender & Queer Studies, beide an der Universität Hamburg. Sie präsentieren uns mittwoch folgenden Vortrag:

    „Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende …“ Das selbstverständlich zu zweit und in aller Regel auch heterosexuell. Das Lebenskonzept der monogamen Zweierbeziehung ist weit verbreitet und wird nur selten infrage gestellt, obwohl man angesichts der hohen Zahl von sogenannten Seitensprüngen in angeblich monogamen Beziehungen von einer Doppelmoral sprechen muss. Doch nicht nur Heterosexuelle sehen in dieser Art des Zusammenlebens oftmals den einzig „richtigen“ Weg, glücklich zu werden. Auch viele lesbischwule Menschen reproduzieren die scheinbar selbstverständliche Idee der romantischen Zweierbeziehung, wie beispielsweise die Verlagerung des Schwerpunkts schwul-lesbischer Politik auf die Forderung der „Homo-Ehe“ in den 1990er Jahren verdeutlicht. Zwar ist die sogenannte offene Beziehung in Teilen der schwulen Subkultur eher die Norm als sexuelle Exklusivität, diese stellt jedoch die Vorstellung, es gebe den einen richtigen Partner, kaum infrage. Auf der Grundlage ihrer empirischen Forschung stellen Gesa Mayer und Robin Bauer in ihren Vorträgen der Norm der Monogamie in unserer Gesellschaft die Vielfalt tatsächlich gelebter Beziehungsformen entgegen. Sie zeigen, wie sich die Monogamie-Norm historisch entwickelt hat und bis heute auch im Leben von Polyamoristen gleichzeitig wirkungsmächtig bleibt und hintergangen wird. So zeichnen sie ein realistischeres Bild der Möglichkeiten und Grenzen alternativer Beziehungskonzepte jenseits der Logik von egoistischem Verhalten und „heimlichen Affären“.

  • Vortragseinladung 01.12.2010: Doing Difference unter Linux

    Silke Meyer
    Doing Difference unter Linux
    Mittwoch, 01.12.2010, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Im Sinne „‚queerer‘ ‚Ökonomiekritik’“ stets auf der Suche nach Möglichkeiten, kapitalistische Verhältnisse zu dezentrieren, scheinen die Ideen s.g. Free/Libre/OpenSource-Software Verfahren eines anderen Wirtschaften zu eröffnen. Wird noch andernorts über die Chancen reflektiert, haben wir uns Silke Meyer, Verfechterin und Kritkerin „freier“ Software aus Berlin eingeladen, die Bereiche aufzudecken, in denen dieses Wirtschaften leider gar kein so anderes ist.

    Die Referentin zu ihrem Vortrag

    Dem „freien“ Betriebssystem Linux wird oft ein fast subversiver Charakter zugeschrieben: Die alternative Software soll emanzipativen Ansprüchen gerecht werden, Computernutzer_innen von ökonomischen und rechtlichen Zwängen befreien. Die Philosophie hinter Linux sieht Computerprogramme als öffentliche Güter an, die gemeinwohlorientiert und von allen Interessierten gemeinsam entwickelt werden sollen. Kritische Stimmen zeigen jedoch, wo der Anspruch im Widerspruch zur Praxis steht, in der Linux entwickelt und vermittelt wird. Mich interessiert die konkrete Praxis, in der Linux entwickelt und vermittelt wird und die Frage nach Distinktions- und Ausschlussprozessen in dieser Praxis. Im Vortrag stelle ich Ergebnisse meiner teilnehmenden Beobachtung in Linux User Groups vor, die innerhalb der Community zentrale Plattformen für den angestrebten offenen Wissenstransfer sind. Dabei wird deutlich: Weder die Technologien selbst noch der Umgang mit ihnen liegt jenseits von Geschlechtergrenzen – Geschlecht ist aber auch bei weitem nicht das einzige K.O.-Kriterium für Neulinge…

  • Vortragseinladung 24.11.2010 „Behinderung, Normalität und Geschlecht als intersektionales Feld“

    Prof. Dr. Anne Waldschmidt, Soziologie und Politik der Rehabilitation,
    Disability Studies an der Universität zu Köln

    Behinderung, Normalität und Geschlecht als intersektionales
    Feld
    Mittwoch, 24.11.2010, 19 c.t., Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Wir freuen uns sehr, am mittwoch einen Vortrag von einer bekannten Vertreterin der Disability Studies präsentieren zu können:

    „Dass behinderte Menschen anders sind als „wir Normalen“ (Erving Goffman), wird üblicherweise nicht auf gesellschaftliche Einflüsse zurückgeführt, sondern auf die gesundheitlichen Störungen und Abweichungen, die als objektiv feststellbare „Naturtatsachen“ angesehen werden. Entsprechend wird von der kulturellen Universalität des Behinderungsphänomens ausgegangen und „Behinderung“ (disability) wird zumeist umstandslos mit „Beeinträchtigung“ (impairment) gleichgesetzt. Dagegen wird in der Genderdebatte davon ausgegangen, dass Geschlecht eine soziale Konstruktion ist und die beiden
    Dimensionen „sex“ und „gender“ sich wechselseitig durchdringen.
    In jüngster Zeit haben die Disability Studies darauf aufmerksam gemacht, dass es auch im Falle von Behinderung keine unhintergehbare „Natur“ gibt. Ihnen zufolge stellt erst die gemeinsame Assoziation mit Unvermögen und Anormalität die kollektive Identität von Menschen mit höchst vielfältigen körperlichen Erfahrungen und Fähigkeiten her. Behinderung ist keine fixe Kategorie, sondern ein eher unscharfer Oberbegriff, der sich auf eine bunte Mischung von unterschiedlichen körperlichen und kognitiven Merkmalen bezieht, die oft nichts anderes gemeinsam haben als das soziale Stigma der Begrenzung, Abweichung und Unfähigkeit. Im Anschluss an die Intersektionalitätsdebatte lässt sich zeigen, dass sich Geschlecht und Behinderung nicht als getrennte Kategorien gegenüber stehen, sondern vielmehr das Zusammenspiel von „sex“ und „impairment“, „gender“ und „disability“ im Ergebnis eine Matrix ergibt: Alle vier Ebenen verweisen aufeinander und überschneiden sich; alle vier Ebenen, d.h. auch „sex“ und
    „impairment“ als vermeintlich natürliche Phänomene sind gesellschaftlich hergestellt. Die Logik der Wechselwirkungen wird offensichtlich von der Macht der Normalität bestimmt und auch sie offenbart sich als ambivalent.“

  • Vortragseinladung 17.11.2010: Transsexualität aus der rechtlichen Perspektive

    Deborah Reinert
    Transsexualität aus der rechtlichen Perspektive
    Mittwoch, 17.11.2010, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Viele verbinden „Queer“ intuitiv mit Transsexualität; gleichwohl wir keine Deutungshoheit beanspruchen können oder wollen, handelt es sich um ein Thematik – und eine damit verbundene politische Auseinandersetzung -, die uns am Herzen liegt. Von daher freuen wir uns auf den Vortrag von Deborah Reinert, die uns als Rechtsanwältin und Gründungsmitglied des Instituts zur Förderung der geschlechtlichen Vielfalt in Köln uns etwas über die rechtliche Perspektive vortragen wird

    Die Referierende zu ihrem Vortrag

    Transsexualität ist zuallererst eine Selbstdiagnose. Wenn sich die Betroffenen sich mit ihrer Situation auseinandergesetzt und für einen entsprechenden Weg entschieden haben, werden sie in der Regel mit einer Fülle von psychologischen, sozialen, ökonomischen und vor allem medizinischen und juristischen Fragen konfrontiert, auf die sie eine ganz persönliche Antwort finden müssen. Mein Vortrag behandelt die in diesem Zusammenhang bedeutsamen juristischen Gesichtspunkte und beschränkt sich hierbei im Wesentlichen auf das Transsexuellengesetz (TSG), das alle grundlegenden juristischen Regelungen enthält. Eingegangen wird darauf, was im TSG geregelt wird, und wie die Betroffenen die derzeitigen Regelungsinhalte sehen. Kritisch betrachtet wird ferner die Verzahnung des medizinischen mit dem juristischen Verfahrens und es wird aufgezeigt, wo die Grenzen des TSG liegen. Unter Einbeziehung der jüngsten Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts wird die Frage diskutiert, ob das TSG noch den aktuellen verfassungsrechtlichen Anforderungen genügt und wie eine Reform aussehen könnte.

  • Vortragseinladung 10.11.2010: Nichtbehinderung? Was soll das bitte sein?

    Carola Pohlen
    Nichtbehinderung? Was soll das bitte sein? Ein Versuch, die Gender Studies für die Disability Studies produktiv zu machen
    Mittwoch, 10.11.2010, 19ct, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Um unseren Ableism-Schwerpunkt zu vertiefen, ist Mittwoch Carola Pohlen vom Institut Mensch, Ehtik und Wissenschaft in Berlin zu Gast

    Vortragsabstract

    Die Disability Studies erlauben es, die gesellschaftlichen Machtverhältnisse in den Blick zu nehmen, die Behinderung als essentialisierenden und an Individuen geknüpften Identitätsmarker hervorbringen. Indem sie die gesellschaftlich spezifischen Bedeutungen von Behinderung und Nichtbehinderung entziffern, können die Disability Studies Aussagen darüber treffen, was unter Behinderung oder Nichtbehinderung zu einem historisch spezifischen Zeitpunkt jeweils zu verstehen ist und wie sie zueinander ins Verhältnis gesetzt werden. Bisher gibt es nur relativ wenige Arbeiten, die sich explizit auch mit Nichtbehinderung beschäftigen. Mit Blick auf das „Human Enhancement“ – der biotechnologischen „Verbesserung“ jener Körper, die bereits als „normal“ wahrgenommen werden – untersucht der Vortrag mit Bezug auf Diskussionen in den Gender Studies, inwiefern Vorstellungen von Nichtbehinderung mit Normalität verknüpft sind und wie sie normativ werden.

  • Vortrag entfällt: Gender-Rollen und (Homo-)Sexualität japanischen Comics

    Der für den 3. November 2010 geplante Vortrag von Jan Worath muss leider kurzfristig entfallen!

    Aus Berlin kommt Jan Worath, um uns einen Einblick in Genderrollen japanischer Comics jenseits der dazu sonst üblichen Allgemeinplätze zu geben.

    Abstract

    Japanische Mangas (Comics) und Animes (Animationsfilme) haben den europäischen Comic-Markt erobert. Dass selbst Comics, die sich an Kinder richten, oft sexualisiert sind und sexistische Darstellungen von Frauen und Mädchen vorzuherrschen scheinen, konnte ihrem Siegeszug keinen Abbruch tun: Kaum ein Comic-Laden, der nicht einen Großteil seines Umsatzes mit Mangas bestreitet und diesen mittlerweile sein Überleben verdankt; keine Bahnhofsbuchhandlung, die nicht regalweise schwule Liebesgeschichten an junge Mädchen verkauft. Animes, die im Kinderfernsehen laufen, müssen nicht nur wegen der Gewaltdarstellungen oft stark geschnitten werden, um eine Jugendfreigabe in Deutschland zu erhalten. Den deutschen ZensorInnen fällt, wie bei dem Action-Anime Naruto, auch schon mal ein Kuss zwischen zwei Jungen zum Opfer. Diese widersprüchlichen Signale zeigen, dass eine genauere Betrachtung der japanischen Kulturindustrie notwendig ist, wenn wir uns nicht mit dem oft herangezogenen Allgemeinplatz von den eben etwas „verrückten Japanern“ zufriedengeben wollen, deren kulturelle Eigenartigkeit als Erklärung schon ausreichend sei.

  • Programmheft für das Wintersemester

    Pünktlich (aka gerade noch rechtzeitig) zum heutigen Start von „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ steht jetzt auch unser Programmheft (PDF zum Download) bereit. Wie gewohnt werden wir die Printversion zu Beginn der Vorträge verteilen und im AStA-Trakt (Von-Melle-Park 5 gegenüber der Mensa) vor dem Queer Referat auslegen.