Autor: Kathrin

  • Veranstaltungsankündigung

    Gerne machen wir auf folgende Veranstaltung aufmerksam:

    Liebe Studierenden,

    ich möchte Euch ganz herzlich zu einer Veranstaltung mit Dr. Arun Saldanha einladen, die am Freitag, den 25.11.2011 um 15h in Raum 108, Allende Platz 1, hier bei uns in Hamburg stattfinden wird.
    Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig!

    Arun Saldanha, Assistenz Professor für Geographie an der University of Minnesota, wird einen Vortrag halten mit dem Titel „Die deutsche Weis(se): German Whiteness and the Crisis of European Multiculturalism“.

    Saldanha ist ein stark von Gilles Deleuze beeinflusster Forscher und Theoretiker, der die Rolle von Materialität/Korporalität bei der Analyse und Bekämpfung der Reproduktion von Rassismus stärker gewichten und gleichzeitig die Weise, wie Materialität in diesem Bereich zumeist konzeptualisiert wird, neu fassen möchte. Während des Workshops werden wir Gelegenheit haben, über Saldanhas zum Teil provozierende theoretische Vorschläge zu diskutieren und eine der zentralen Personen des sogenannten „material turn“ in den Sozialwissenschaften kennenlernen.

    2007 erschien Saldanhas Buch Psychedelic White: Goa Trance and the Viscosity of Race (University of Minnesota Press), das Brian Massumi zufolge „a highly original theory of race as a dynamic event arising from a complex field of embodied encounter“ vorschlägt und einen neuen Blick auf die Entstehung und Reproduktion von Rassismus bietet. Das Buch basiert auf Saldanhas Feldforschung in dem indischen Bundesstaat Goa, der seit den 1990er Jahren als Anziehungspunkt für Anhänger des Musikstils des sogenannten „Goa-Trance“ aus aller Welt fungiert und für seine exzessiven Strand-Partys bekannt ist. Hier beobachtet Saldanha minutiös den von ihm als materiell – und weniger als repräsentional – konzeptualisierten Prozess der Fortschreibung von „race“. Für Arun Saldanha ist „race“ in seinen eigenen Worten „[…] a material process. This means that race is based on how different people (economically different, physically different) interact with each other and gradually become divided into racial groups.“ (Zitat seiner Website entnommen)

    Derzeit arbeitet Saldanha an einem Buch mit dem Titel „The Political Phenotype: Antiracist Science after Man“.

    Weiterer (lockerer) Bestandteil der Veranstaltung soll ein gemeinsames Ausgehen am Freitagabend sein!

    Über Euer Kommen und Mitdiskutieren bei Vortrag und Party würde ich mich sehr freuen! Falls Ihr Interesse an Artikeln von Arun Saldanha habt, schreibt mir gerne. Über eine Rückmeldung über Euer Kommen würde ich mich sehr freuen, spontanes Erscheinen ist jedoch auch kein Problem.

    Mit herzlichen Grüßen,

    Franziska Dahlmeier
    (Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl von Prof. Dr. Urs Stäheli)

  • Ein neues Frauen*Referat an der Uni Hamburg?

    Wie viele von euch wissen hat der AStA vor einigen Jahren das teilautonome FrauenLesbenTrans*-Referat abgeschafft. Diese Aktion zog viele Proteste nach sich. Das Fehlen eines institutionellen Ortes für selbstorganisierte feministische Arbeit an der Uni schmerzt bis heute. Uns erreichte heute folgender Mobilisierungsaufruf von Simon, der für Regenbogen/Alternative Linke im Studierendenparlament sitzt. Es scheint sich eine Möglichkeitsfenster für ein neues Frauen*Referat an der Uni zu ergeben und es gilt jetzt, dieses zu erkämpfen!

    Liebe Leute,

    am Donnerstag, den 10.11. findet ab 18h im Anna-Siemsen-Hörsaal die nächste Sitzung des Studierendenparlamentes (Stupa) statt. Unter anderem wird es um eine Satzungsänderung der Teilautonomen Referate gehen.
    Bis vor ca. 5 Jahren gab es noch ein teilautonomes Frauenreferat an der Uni. Dieses wurde von den Jusos abgeschafft. Wir haben vor dieses wieder mit der Satzungsänderung zu institutionalisieren. Leider sieht die Mehrheit der AStA-Koalition keinen Bedarf für eine solches Referat. Vor allem kommt oft der Vorwurf auf, das es keine gäbe, der das am Herzen läge oder die bereit wäre den Rerentinnen-Job zu übernehmen.
    Um diesem Eindruck zu widersprechen möchte ich herzlich dazu einladen, dass viele feministisch aktive Menschen am Donnerstag vorbei kommen. Entweder als Hörer*Innen oder sehr gerne auch als aktiv an der Diskussion Beteiligte.

    Ich habe in den letzten Tagen viele Gespräche mit AStA-Vertreter*Innen geführt und gebe hier mal ein paar der „Gegenargumente“ wieder auf die sich mensch vorbereiten kann:

    • Frauen sind doch in der Statusgruppe der Studierenden eh überrepräsentiert.
    • Ich erfahre als Frau keine Nachteile im Studium und sehe daher kein Bedarf für ein Referat.
    • Wir haben doch schon das Queer-Ref, da können doch die Frauen auch hin gehen. (Allgemein wird oft versucht, das Queer-Ref gegen ein Frauenreferat auszuspielen.)
    • Wenn die Frauen einen Schutzraum wollen, können sie jederzeit zum AStA kommen, wir helfen da gern weiter.
    • Unsere Gleichstellungsbeauftragte macht doch schon einen guten Job. (macht sie auch, es geht hier natürlich eher um das Stellvertreter*Innen Problem)

    Falls ihr keine Zeit an dem Termin habt, trotzdem zu den genannten Argumenten gegen ein Frauenreferat etwas schreiben wollt, könnt ihr es auch gerne per Mail an mich schreiben. Ich lese es dann im Stupa vor oder bringe es auf eine andere gewünschte Art in die Debatte ein.

    solidarische Grüße
    Simon ( simonstuelcken [ät] gmx [punkt] net )

  • „Allein schon Deutschland II“

    Für alle Kurz-Entschlossenen und alle, die gestern schon die Überfüllung des tollen Vortrags von Noah Sow genossen haben ;) – gehts gleich weiter in der T-Stube.
    Um 18 Uhr im Pferdestall gibt es morgen Teil 2 der Veranstaltung „Allein schon Deutschland“ mit dem Cafe Morgenland, die wir wärmstens weiterempfehlen möchten.
    yay!
    Für mehr Infos: studentischesmillieu

  • Barrierefreie Vorträge im Wintersemester

    Wir bieten im kommenden Semester an der Universität Hamburg in der Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ zwei Vorträge mit Gebärdensprachdolmetscher_Innen an. Wir freuen uns außerdem sehr, dank unserer Kooperation mit dem Zentrum für Disability Studies Hamburg ZeDiS den Vortrag Rebecca Maskos mit Schriftmitttlung anbieten zu können. Alle Vorträge sind Teil des allgemeinen Vorlesungswesens und finden immer von 19:15 Uhr bis 20:45 Uhr an der Universität Hamburg statt. Der Eintritt ist frei und alle sind herzlich willkommen! Diese Ankündigung gerne breit streuen und weiterempfehlen.

    Los geht es schon am 26.10.2011 mit dem Vortrag von Noah Sow im Hörsaal F Von Melle Park 6: Diskurs mit Schieflage – Wie Kommunikation zum Dominanzerhalt genutzt wird – an Beispielen aus Medien und Bildungsinstitutionen

    kurzer Überblick des Inhalts:

    In meiner Arbeit betrachte ich die Konstruktion struktureller sogenannter Normalität, analysiere sie und stelle sie infrage: Welche Praktiken und -Gepflogenheiten halten wir für „normal“? Sind diese geeignet, ein Ungleichgewicht in der Gesellschaft herzustellen oder zu erhalten? Nennen wir sie dann noch „normal“?
    In meinem Vortrag lege ich dar, welche strukturellen Eigenschaften darauf hin deuten, dass ein Diskurs dominant (als Gegensatz zu gleichberechtigt) geführt wird. Ich erläutere dies anhand von sieben unterschiedlichen Merkmalen, die sich oft addieren, von denen aber auch jedes für sich genommen bereits Indikator für hegemoniales Diskursverhalten ist. Nach den „7 Kennzeichen des strukturell dominanten Diskurses“ anhand von Beispielen, gebe ich „7 Empfehlungen und Strategien für einen gleichberechtigten Diskurs“.
    Mit der Betrachtung und Erörterung dieser Anzeichen werden Machtverhältnisse mit-analysiert. Traditionelle, oft als „willkürlich“ empfundene Instrumente des dominanten Diskurses fügen sich bei dieser genaueren Betrachtung zu einem Gesamtbild zusammen, das nicht zielgerichtet intendiert sein mag, dennoch aber unmittelbar dazu geeignet ist, eine Gleichberechtigung zu verhindern.
    Es ergeben sich vielfältige Strukturen, Strategien und Praktiken, die der Gleichberechtigung nicht nur nicht zuträglich sind, sondern sie sogar verhindern. Das Verstehen der Strukturen, die diese kommunikativen Gepflogenheiten gemeinsam haben, löst ihre Maskierung als „einzel-Erscheinungen“ oder unhinterfragten „Usus“ auf: Wir erkennen, dass es sich um Platzzuweisungen handelt, um die Festigung von Hierarchiestrukturen, die einer jeweils dominanten Gruppe nützen. Sie sind damit immer auch Vehikel zum Erhalt dieser Dominanz.

    Der Vortrag „Bist Du behindert oder was?“ Behinderung, Ableism und souveräne Bürger_innen von Rebecca Maskos mit Schriftmittlung findet dann am 14.12.2012 im Raum 0079, Von Melle Park 5 statt.

    Der zweite Vortrag in DGS von Kathrin Schrader und Gudrun Greb schließlich am 11.01.2012 wieder im Raum 0079, Von Melle Park 5 trägt den Titel: „Die Würde ist unantastbar und das ist auch so“ Vom Überlebenskampf und alltäglichen Grenzverletzungen Drogengebrauchender SexarbeiterInnen

  • Lüder Tietz: Kritik der Psychopathologisierung von Homo-, Trans- und Intersexualität

    Logo des Podcasts von Jenseits der Geschlechtergrenzen Lüder Tietz ist wahrlich kein Unbekannter in der Reihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“. Er gründete in den 90er Jahren die AG LesBISchwule Studien (heute AG Queer Studies) und hat – auch als Mitherausgeber des ersten Sammelbandes – die Geschichte der Reihe und AG in besonderer Weise geprägt. Der Ethnologe ist heute wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Materielle und Visuelle Kultur der Universität Oldenburg und zudem als Berater und Trainer tätig. Lüder hat zu Homosexualität und Transidentität im indigenen Nordamerika und ethnographisch zu CSD Paraden gearbeitet. Das Thema seines Vortrages im Sommersemester 2011 war „Kritik der Psychopathologisierung von Homo-, Trans- und Intersexualität“. Die Folien zum Vortrag (PDF) hat er uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

    [podcast]http://www1.uni-hamburg.de/QUEERAG/podcast/tietz_2011_CC.mp3[/podcast]
    Download (mp3, 32,4 MB, 71 Minuten)
    Creative Commons License
    Dieser Werk bzw. Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.
    (mehr …)

  • „Allein schon Weiße“

    Gerne machen wir auf eine Veranstaltung außerhalb der Reihe aufmerksam

    Veranstaltet von der kritischen T-Stube: studentisches Milieu

    „Rassismus? Das ist doch nur ein Problem bei den Nazis! Heute gibt es in Deutschland vielleicht eine gewisse Fremdenfeindlichkeit, aber Rassismus ist doch eher Geschichte. Und hier auf dem Campus sind eh alle tolerant und an anderen Kulturen interessiert.“ – Diese verbreitete Ansicht, dass die Rassist_innen nur am „Rande der Gesellschaft“ zu finden sind und Rassismus durch „Multikulti“ überwunden wurde, blendet aus, dass die gesamte Gesellschaft von verschiedenen Rassismen durchzogen ist.

    Ob die allgegenwärtige Panik vor „Flüchtlingswellen“ aus Nordafrika, der Ruf nach einer Abschottung Europas, welche die Bewegungsfreiheit von „Nicht-EU-Ausländern“ massiv beschränkt oder die tagtäglich in den Medien wiederkehrenden Forderungen an alle als Nicht-Deutsche markierten, sich endlich „unserer Leitkultur“ anzupassen – Rassismus wirkt in verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen. Rassismus erscheint in gewalttätigen Angriffen, in staatlichen Gesetzen und Institutionen. Rassismus erscheint aber auch in der alltäglichen Kommunikation, etwa in gutgemeinten Komplimenten, mit denen eine Nicht-Zugehörigkeit aber gerade hervorgehoben wird: „Du sprichst aber gut deutsch!“

    Einer kürzlich erschienenen Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung („Die Abwertung der Anderen“) zufolge meint die Hälfte aller Deutschen, es gebe „zu viele Zuwanderer“ in Deutschland. Statistisch jede_r dritte Deutsche stimmt gar der Aussage zu, es gebe „eine natürliche Hierarchie zwischen schwarzen und weißen Völkern“. Rassismus ist aber nicht nur in der stumpfen Parole „Ausländer raus“ zu erkennen, sondern kann sich auch in der vermeintlich anteilnehmenden Frage zeigen, wann eine als nicht-deutsch wahrgenommene Person denn gedenke, wieder in „ihre Heimat“ zurückzukehren.

    Wie abwertende Klischees über die „exotischen Fremden“ in Texten und Bildern weiterhin wirken, werden auf unserer Veranstaltung zwei Referent_innen vom Anti(ra)²dio* kritisch beleuchten. Anhand der Bezeichnung „Menschen mit Migrationshintergrund“ werden sie darüberhinaus auf aktuelle Praktiken der Fremdbezeichnung eingehen. Als weitere Gruppe wird das kürzlich entstandene antirassistische Bündnis der Uni Hamburg einen Einstieg in die „Critical Whiteness Studies“ geben. Es ist der Einsatz dieser kritischen Weißseinsforschung, den Blick umzukehren, und nicht mehr nur Objekte des Rassismus und ihre Konstruktion in den Blick zu nehmen, sondern die „Weißen“, die von diesem profitieren.

    Wir hoffen ihr erscheint wieder zahlreich in der T-Stube und habt Lust auf eine lebendige Diskussion!

    Am 06.06.2011, ab 18 Uhr in der T-Stube

  • Öffentliche Anhörung und Dialog zur Situation von Menschen mit Intersexualität

    Deutscher Ethikrat
    Öffentlich Anhörung zum Thema Intersexualität
    Mittwoch 08.06.2011 (Anmeldung bis 2011-06-05), 10-17, Markgrafenstr. 38 (Berlin) Leibnitzsaal

    Von Intersexuelle Menschen e.V. erreichten uns der Hinweis auf eine Öffentliche Anhörung und Dialog zur Situation von Menschen mit Intersexualität in Deutschland, zu der der Deutsche Ethikrat am 8. Juni in Berlin einlädt. Aus der Einladung des Deutschen Ethikrates:

    der Deutsche Ethikrat erarbeitet derzeit im Auftrag der Bundesregierung eine Stellungnahme mit dem Ziel, die Situation und die Herausforderungen für Menschen mit Intersexualität differenziert aufzuarbeiten. Vor diesem Hintergrund legt der Ethikrat großen Wert darauf, die Sichtweisen von Ärzten, Therapeuten, Sozialwissenschaftlern und Juristen ebenso zu erfassen wie die Perspektiven der Betroffenen und ihrer Eltern, die nun angehört werden sollen.

    In diesem Zusammenhang führt der Deutsche Ethikrat eine öffentliche Anhörung mit Dialog zur Situation von Menschen mit Intersexualität

    Zeit
    Mittwoch, den 8. Juni 2011, 10:00 bis 17:00 Uhr

    Ort
    Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Leibnizsaal
    Markgrafenstr. 38
    10117 Berlin

    Anmeldung erforderlich bis Sonntag, den 5. Juni 2011, online unter www.ethikrat.org oder telefonisch unter 030/20370-242 bzw. per Fax unter 030/20370-252.

    Die Anhörung ist Teil eines mehrstufigen Diskurs-Verfahrens, das im Mai mit einer Befragung der genannten Zielgruppen begonnen hat und nach der Anhörung in einen Online-Diskurs münden wird, um allen, die ein Interesse am Austausch zu diesem Thema haben, die Möglichkeit zu geben, sich daran zu beteiligen. Auf diesem Wege soll ein wechselseitiger Austausch von Betroffenen und Experten in Gang gesetzt werden, um auf diese Weise wichtige Informationen zu gewinnen und eine solide empirische Basis für seine
    Stellungnahme zu schaffen.

    Intersexualität oder Zwischengeschlechtlichkeit beschreibt unterschiedliche Phänomene uneindeutiger Geschlechtszugehörigkeit mit jeweils verschiedenen Ursachen. Nach wie vor werden Betroffene im Kleinkindalter an den Genitalien operiert, weil Mediziner und Eltern die Zwischengeschlechtlichkeit als eine Entwicklungsstörung sehen, die zum Wohle der Betroffenen chirurgisch sowie hormonell behandelt werden sollte. Selbsthilfegruppen intersexueller Menschen wehren sich jedoch zunehmend gegen solche Eingriffe, mit dem
    Verweis auf das Recht auf körperliche Unversehrtheit, Selbstbestimmung und freie Persönlichkeitsentfaltung.

    Sie sind herzlich eingeladen, als Zuhörer an der Veranstaltung teilzunehmen. Das detaillierte Programm wird in Kürze unter www.ethikrat.org bekannt gegeben.

  • AG Queer Studies jetzt auf Twitter

    Ihr findet uns seit ein paar Tagen beim Kurznachrichtendienst Twitter als @agqueerstudies. Dort werden hauptsächlich Hinweise zu neuen Beiträgen hier im Blog auftauchen, aber vielleicht ein bisschen was darüber hinaus. Wir werden sehen, wie sich dich das entwickelt. Folgt uns! Im übrigen könnt ihr schon seit längerem auch unsere Fans bei Facebook werden, denn wir sind uns ja zu fast nichts zu schade.

  • Vortragseinladung 18.05.2011: Kritik der Psychopathologisierung von Homo-, Trans- und Intersexualität

    Lüder Tietz, M.A.
    Kritik der Psychopathologisierung von Homo-, Trans- und Intersexualität
    Mittwoch 18.05.2011, 19:15, Von Melle Park 5 („Wiwi Bunker“) 0079

    Gleichwohl es in Geek & Nerdkreisen bekannt „Updating is like russian roulettewith 6 bulletts“ (siehe), kommen Verteilermails ab jetzt von einer neuen Adresse. Sollte diese Ankündigung also über eMail überraschend ausgeblieben sein, wendet Euch einfach an die alte.

    Zu unserem Vortrag von Lüder Tietz, Ethnologe mit Schwerpunkt Kulturwissenschaftliche Sexualitätenforschung, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kulturwissenschaftlichen Institut der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Dozent an der Akademie Waldschlösschen bei Göttingen

    Viele geschlechtliche und sexuelle Praxen, die nicht der Heteronormativität entsprechen, werden weiterhin in den gängigen Diagnoserastern der Psychiatrie und Klinischen Psychologie (Internationale Klassifikation von Krankheiten: ICD-10 und Diagnostisches und Statistisches Manual: DSM-IV) pathologisiert. Die beschriebenen „Krankheitsbilder“ werden kritisiert und auf ihre historische Entstehung hin befragt. Dabei setze ich drei Schwerpunkte:

    • Das Konzept ‘weibliche Seele im männlichen Körper’, die Debatte zwischen Vorläufern der Emanzipations-Bewegung und der Sexualpsychiatrie und die Genese der Konzepte Homo- und Transsexualität;
    • Der zähe Kampf mit der Psychoanalyse und den christlichen ‘Homo-Heilern’ um die Entpathologisierung der Homosexualität;
    • Der Einsatz der Diagnose „Störung der Geschlechtsidentität des Kindesalters“ als versuchte Prävention von Homo- und Bisexualität sowie Transgender. Dabei soll das komplexe Wechselspiel zwischen hegemonialen
      Subjektivierungsbestrebungen und subalternen Entsubjektivierungsversuchen genauer beleuchtet werden.
  • Programmvorschau für das Sommersemester 2011

    In einigen Wochen startet das Sommersemester 2011 und die Vortragsreihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ steht wie immer im Vorlesungsverzeichnis der Universität Hamburg. Wir freuen uns schon sehr auf alle Besucher_innen und natürlich auch auf unsere Referent_innen und ihre Vorträge. Das Programm findet sich ab sofort hier auf der Seite, ab Mitte März erfahrt ihr in unserem Programmheft mehr über die einzelnen Themen.

    Im kommenden Semester kann die Vortragsreihe übrigens zum ersten Mal im Rahmen des freien Wahlbereiches (Zuordnung über B.A. Soziologie) besucht werden, um nicht nur mit vielen neuen Erkenntnissen, sondern auch 2 Leistungspunkten nach Hause zu gehen. Anmelden können sich Studierende über die allseits beliebte Stine-Plattform, wo sich auch alle Informationen zu den Anforderungen finden.

    Nachtrag: Die Vorlesung ist in STINE unter folgenden Zuordnungen zu finden

    • VV SoSe 11 > Allgemeine Veranstaltungen > Lehrveranstaltungen für Hörer/innen aller Fakultäten > Fachbereich Sozialwissenschaften > Soziologie/Kriminologie
    • VV SoSe 11 > Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften > Fachbereich Sozialwissenschaften > Soziologie > Freier Wahlbereich Soziologie (B.A./B.Sc.) > Vorlesungen
    • VV SoSe 11 > Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften > Fachbereich Sozialwissenschaften > Soziologie > Diplom- und Magisterstudiengänge Soziologie > Vorlesungen

    Wie gehabt lässt sich die Ringvorlesung auch für das Gender Kompetenz-Zertifikat anrechnen. Mehr Informationen dazu beim Zentrum Genderwissen.