Autor: Kathrin

  • Aufruf zur praktischen Solidarität am kommenden Wochenende: „Menschenrechte auch für Zwitter!“

    Inhaltswarnung: medizinische Gewalt/explizite Benennung gewaltsamer medizinischer Praxen im Kontext Intersexualität in der unten zitierten Pressemitteilung.

    Die Gruppe Zwischengeschlecht.org ruft für das kommende Wochenende zum Protest gegen Genitalverstümmlung bei intersexuell geborenen Kindern auf. Anlass ist der Kongress der Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). Das Bündnis enter_the_gap und die AG Queer Studies schließen sich diesem Aufruf und der Forderung nach einem Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen und „Menschenrechte auch für Zwitter!“ an.

    Am Donnerstag um 19 Uhr wird es eine Infoveranstaltung im Kulturkursraum der Uni geben. Wer sich dem Protest anschließen will kommt am Samstag zwischen 10 und 18 Uhr zum Congresscentrum (CCH) und am Sonntag zwischen 11 und 15 Uhr zum Altonaer Krankenhaus (jeweils vor dem Haupteingang). Genauere Informationen findet ihr in der Presseerklärung von Zwischengeschlecht.org.

    Die Universität Hamburg war zentral für die Durchsetzung der systematischen Inters*x-Genitalverstümmelungen. Unbeirrbar verteidigten Professoren kosmetische Klitorisamputationen: „Die Orgasmusfähigkeit leidet durch die Klitorisentfernung nicht. Das Organ soll dabei exstirpiert werden.“ Heute noch werden in mindestes 5 Hamburger Kliniken medizinisch nicht notwendige „Genitalkorrekturen“ an Kindern durchgeführt. Diese Woche treffen sich im Congress Center Hamburg zur „DGKJ 2012“ mehrere verantwortliche Medizinerverbände.

    Betroffene und Unterstützende protestieren und fordern Aufarbeitung!

    • Do 13.09.2012 19:00h INFOABEND im Kulturkursraum der Universität
      Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker” Eingang AStA Trakt)
      „Inters*x-Genitalverstümmelungen in Hamburg – Geschichte und Gegenwart“
      Vortrag & Diskussion mit Markus Bauer (Zwischengeschlecht.org)
    • Sa 15.09. 10-18h FRIEDLICHER PROTEST „DGKJ 2012“ Congress Center Hamburg CCH
      Am Dammtor / Marseiller Str., 20355 Hamburg, vor dem Haupteingang
    • So 16.09. 11-15h FRIEDLICHER PROTEST Altonaer Kinderkrankenhaus AKK
      Bleickenallee 38, 22763 Hamdem Haupteingang

    „In der Regel wird die Klitorisreduktionsplastik in Deutschland im ersten Lebensjahr durchgeführt.“ (DGKJ-Leitlinie 027/047 „Adrenogenitales Syndrom“, Evidenzstufe: S1 = niedrigste)

    Etwa jedes 1000. Kind wird mit „atypischen“ körperlichen Geschlechtsmerkmalen geboren (sog. Zwitter, Hermaphroditen, Inters*xe). Bis heute werden diese Menschen zu 90% als Kleinkinder kosmetisch genitaloperiert. Allein in Deutschland wird JEDEN TAG in einer Kinderklinik mindestens ein wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt – auch in Hamburg.

    Historisch waren die Universität Hamburg und ihre Kinderkliniken das 2. wichtigste Zentrum in Europa zur Durchsetzung der systematischen Genitalverstümmelungen an Inters*x-Kindern, und in Sachen kosmetische Klitorisamputationen das wohl unbeirrbarste. Prof. Jürgen Bierich behauptete bis mindestens 1971, es sei wissenschaftlich erwiesen, dass die Orgasmusfähigkeit durch Klitorisentfernungen nicht beeinträchtigt werde. Bis mindestens 1976 wurde an der Uni Hamburg gelehrt: „In der Kinderheilkunde ist die Indikation zur Klitorektomie gegeben, wenn […] bei Mädchen ein übermäßiges Wachstum der Klitoris stattfindet.“

    „Indiziert ist die Korrektur auch aus ästhetisch-psychologischen Gründen. Ziel ist die Positionierung des Meatus urethrae an der Glansspitze.“ (DGKCH-Leitlinie 006/026 „Hypospadie“, Evidenzstufe: S1 = niedrigste)

    Heute noch sind in Hamburg medizinisch nicht notwendige „Genitalkorrekturen“ an wehrlosen Kindern an der Tagesordnung, etwa im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), dessen Ableger Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) und in den Privatkliniken Katholisches Kinderkrankenhaus Wilhelmsstift, Asklepios und Helios Mariahilf.

    In dieser Woche versammeln sich in Hamburg zur „DGKJ 2012“ zwei der hauptsächlich verantwortlichen Genitalabschneider-Standesorganisationen, nämlich die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH), um möglichst ungestört neue „Verbesserungen“ ihrer menschenrechtswidrigen „Behandlungen“ zu propagieren.

    „Ein uneindeutiges Genitale kann eine erhebliche psychosoziale Belastung der Eltern und der Familie bedeuten.“ (DGKJ-Leitlinie 027/022 „Störungen der Geschlechtsentwicklung“, Evidenzstufe: S1 = niedrigste)

    Wir wollen bei diesen täglichen Genitalverstümmelungen vor unserer Haustüre nicht mehr länger tatenlos zusehen!

    Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org, bestehend aus Betroffenen und solidarischen Nicht-Zwittern, kämpft seit 5 Jahren gegen kosmetische Genitaloperationen in Kinderkliniken – und wird mit Unterstützung von enter_the_gap! und der AG Queerstudies vor Ort in Hamburg über diese menschenrechtswidrigen Praktiken informieren.

    Und am Wochenende vor dem Kongress und dem Kinderkrankenhaus der Universitätsklinik friedlich protestieren – gegen die GenitalabschneiderInnen und gegen die Untätigkeit von Politik und Justiz bei diesem fortdauernden Verbrechen gegen die Menschlichkeit!

    „Zudem bietet die operative Korrektur von der männlichen in die weibliche Richtung weit weniger Schwierigkeiten als umgekehrt.“ (DGU-Leitlinie 043/029 „Störungen der s*xuellen Differenzierung“, Evidenzstufe: S1 = niedrigste)

    Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie „Menschenrechte auch für Zwitter!“.

    Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

  • Workshop: Mehrfachpositionierungen – im Kontext von rassistischen und sexistischen Strukturen

    Wir freuen uns, auch bei der Bekanntmachung dieses neuen workshops im Rahmen der Aktionswochen von enter_the_gap! unterstützen zu dürfen! Er wird schon am kommenden Samstag stattfinden!

     

    Mehrfachpositionierungen – im Kontext von rassistischen und sexistischen Strukturen

     

    Samstag, 15. September 2012, 11-16 Uhr, im Curio Haus, Rothenbaumchaussee 15

    Die Veranstaltung richtet sich nur an FLTI* of Color / Schwarze FLTI* / FLTI* mit Migrationsgeschichte.

     

    Rassismus, (Hetero-)Sexismus und Transphobie sind in Deutschland gesellschaftliche ‚Normalität‘ und gehören zur Lebenswelt und Alltagserfahrung von FLTI* of Color / Schwarze FLTI* / FLTI* mit Migrationsgeschichte. Als gesellschaftliche Machtverhältnisse bewirken Rassismus und Sexismus Benachteiligung, Ausgrenzung und Gewalt. Sie bestimmen das Wissen und die Bilder über markierte Menschen und legen damit auch fest auf welche Weise wir uns selbst und einander wahrnehmen.

    Sowohl in heteronormativ geprägten Gruppen als auch in von Mitgliedern der Mehrheitsgesellschaft dominierten feministischen Zusammenhängen werden häufig die Thematisierung diese Mehrfachpositionierungen und Erfahrungswelten ausgeblendet oder reflexartig abgelehnt.

     

    Vor diesem Hintergrund richtet sich dieser Workshop ausschließlich an Personen mit eigenen Rassismus- und Sexismuserfahrungen. D.h. an Menschen, die in Deutschland aufgrund ihrer vermeintlichen oder tatsächlichen Hautfarbe, ihrer Herkunft, ihrer ethnischen und/oder religiösen Zugehörigkeit oder ihrer Sprache mit Rassismus und aufgrund ihres Geschlechts und/oder sexuellen Orientierung mit (Hetero-)Sexismus und Transphobie konfrontiert sind.

     

    Ziel des Workshops ist es, kollektiv einem Raum zu gestalten, in dem es möglich wird, die verschieden erlebten und erfahrenen (Mehrfach-) Diskriminierungen zur Sprache zu bringen.

    Im Verständnis einer subjektorientierten politischen Bildungsarbeit werden wir, mit Lust und Bewegung, uns unser Wissen, unsere Potenziale und unsere Handlungsstrategien bewusst machen, im Gruppenprozess reflektieren und erweitern.

    In diesem Sinne können Handlungsspielräume und Alternativen für individuelle und kollektive Politisierung und Stärkung sichtbar gemacht werden.

     

     

    Leitung: Nissar Gardi (Karano, GEW)

    Maximal 18 Teilnehmende möglich. Um Anmeldung unter Workshop-RS@gmx.de wird gebeten.

    FLTI* steht für FrauenLesbenTransIntersex Personen

    Der Zugang zum Raum ist barrierefrei.

  • Forderungspapier zur Reform des Transsexuellenrechts

    In Sachen Transsexuellengesetz (TSG) kommt die Politik seit Jahren nicht voran, obwohl das Bundesverfassungsgericht mehr als deutlich gemacht hat, dass die derzeitigen Regelungen mit der Würde und Selbstbestimmung von Trans*Menschen nicht vereinbar und in der Praxis äußerst diskriminierungsanfällig sind. Der bundesweite Arbeitskreis TSG-Reform, an dem über 30 Trans*- und Inter*-Gruppen sowie Einzelpersonen beteiligt waren, hat darum jetzt ein Forderungspapier veröffentlicht. „Die selbstgestellte Aufgabe bestand darin, sich auf gemeinsame, zentrale Forderungen aus den trans* und inter* Communities zur Reform des Transsexuellenrechtes zu verständigen und diese auszuformulieren.“
    Gefordert werden die Verwirklichung
 des
 Selbstbestimmungsrechtes
 von
 Trans*‐Personen
 durch
 Abschaffung
 der
 Begutachtung
 und
 des
 gerichtlichen
 Verfahrens
, die Aufhebung
 des
 TSG
 als
 Sondergesetz
 und
 Integration
 notwendiger
 Regelungen
 in
 bestehendes
 Recht, die Möglichkeit der Vornamensänderung und der Änderung des Personenstandes ohne Gerichtsverfahren, ein Ausbau des Offenbarungsverbotes und die rechtliche Absicherung der Leistungspflicht der Krankenkasse. Diese wichtigen Forderungen kann mensch auf der Website der Initiative nachlasen und mit einer Unterschrift auch unterstützen.

  • Neuer Lehrschwerpunkt „Intersektionalität und Diversity“

    Aktuelles aus dem Zentrum GenderWissen Hamburg zum neuen Lehrschwerpunkt „Intersektionalität und Diversity“ und dem gleichnamigen Zertifikat. Die Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ kann übrigens auch für das Zertifikat angerechnet werden.

    Die Universität und weitere Hamburger Hochschulen kooperieren mit dem Ziel, Lehrveranstaltungen für interdisziplinäre Gender Studies fächerübergreifend zu öffnen. In diesem Semester beginnt der neue Lehrschwerpunkt „Intersektionalität und Diversity“.

    In Kooperation mit dem Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Hamburg startet die hochschulübergreifende Gemeinsame Kommission „Gender & Diversity“ diesen Lehrschwerpunkt mit der Lehrveranstaltung „Die bewegte Geschichte intersektionaler Theorien und ihre aktuelle Bedeutung für soziologische Analysen“ am Fachbereich Sozialwissenschaften. Im folgenden Wintersemester 2012/13 wird der Focus dann auf disziplin- und fachspezifische Perspektiven von Intersektionalität und Diversity gelegt. Beide Seminarangebote werden jeweils im Wechsel angeboten.

    Wozu dieser Lehrschwerpunkt?
    Die hohe Komplexität sozialer Vielfalt und sozialer Ungleichheit stellen eine besondere Herausforderung für akademische Forschung und politische Gestaltung dar. Besonders in den Gender Studies gibt es lebhafte Debatten um die Differenzen innerhalb der Kategorie Geschlecht. Intersektionalitätstheorien integrieren heute systematisch eine Vielzahl von Kategorien in wissenschaftliche Analysen. Und Diversity bezeichnet die umfassende Berücksichtigung verschiedener Differenzkategorien im Bereich der Anti-Diskriminierungs- und Gleichstellungspolitik.

    Weitere interessante Veranstaltungen zu diesem neuen Lehrschwerpunkt entnehmen Sie bitte dem Lehrtableau „Gender und Queer Studies Hamburg“ SoSe 2012 unter www.zentrum-genderwissen.de
    Das Zentrum GenderWissen erstellt jedes Semester ein Lehrtableau mit einschlägigen Lehrveranstaltungen aus hochschulischen Angeboten der BA/MA-Studiengänge. Diese sind laut der Studienordnungen teilweise im freien Wahlbereich der BA-Studiengänge belegbar. Eine Zertifizierung der erworbenen Kompetenzen ist möglich

    Studierende können ihre erworbenen Kompetenzen im Rahmen ihrer allgemeinen Fachausbildungen und im freien Wahlbereich „Gender und Queer Studies Hamburg“ erwerben. In modernen Organisationen, ob privatwirtschaftlich, öffentlich oder wohlfahrtstaatlich, gelten Gender- und Diversitykompetenzen zunehmend als Schlüsselqualifikationen. Eine hochschulübergreifende Gemeinsame Kommission „Gender & Diversity“ zertifiziert den Besuch von mindestens vier einschlägigen Lehrveranstaltungen und weist damit die erworbenen Fähigkeiten aus. Studierende können das Zertifikat „Intersektionalität und Diversity“ bei Bewerbungen für ihre wissenschaftliche Weiterqualifikation mit Themenbereichen zu Gender und Diversity, sowie für ihren Einstieg in einschlägige Berufs- und Tätigkeitsbereiche nutzen.

    Das Zentrum GenderWissen ist ein fächerübergreifendes Forum für Expert/innenwissen. Wir sind mit Forschenden, Lehrenden und Studierenden der Hamburger Hochschulen seit 1984 vernetzt und zentrale Anlaufstelle für Lehrkoordination, Förderprojekte sowie eine „Zentrale Bibliothek Frauenforschung & Gender Studies“ für umfassende Literatur zu den Themenbereichen Genderwissenschaften, aktuell auch Queer- und Disability Studies, Diversity und Intersektionalität.

  • Filmabend am 8. März: „Die Katze wäre eher ein Vogel“

    Am 8. März 2012 laden wir um 19 Uhr ins Café Munck (Gilbertstraße 60) zu einem Filmabend. Gezeigt wird „Die Katze wäre eher ein Vogel“ von Melanie Jilg mit anschliessendem Gespräch mit Vertreter_innen der Selbsthilfegruppe xy-Frauen und des Vereins Intersexuelle Menschen e.V.

    Intersexualität, Hermaphroditismus oder Zwischengeschlechtlichkeit gibt es so lange es Menschen gibt, doch ohne im gesellschaftlichen Bewusstsein zu existieren. Daraus resultieren Diskriminierungen gegenüber Inter*Menschen. Medizinisch unnötige genitalverstümmelnde Operationen ohne ausreichende Evidenz selbst im frühen Kindesalter erleiden Inter* Menschen trotz vehementer Kritik an dieser menschenrechtsverletzenden Praxis.

    In den vergangen Jahren hat sich, nicht zuletzt durch massive politische Interventionen von Inter*Aktivist_innen, einiges verändert. War Hermaphroditismus über Jahrzehnte mystifizierbare Grundlage für Kunst und Kultur und in der gesellschaftlichen Wahrnehmung weitestgehend tabuisiert, wird gegenwärtig über die ethische Beurteilung der momentanen Situation und gesetzliche Änderungen zum Schutze von Inter*Menschen verhandelt. Auch in Wissenschaft und in den Medien wird das Thema präsenter, doch häufig in einem Sprechen über und nicht einem Sprechen mit oder einem Sprechen als Inter*Person.

    Deshalb werden in den geplanten Veranstaltungen Inter*Personen sprechen, sowohl im angekündigten Film, als auch im anschließenden Austausch mit einigen Vertreter_innen der Selbsthilfegruppe der xy-frauen und des Vereins Intersexuelle Menschen e.V.

    Veranstaltet von der AG Queer Studies und Unterstützer_innen sowie dem AStA der Uni Hamburg.

  • Bitte um Feedback zu DGS-Vorträgen und Vorschau auf das Sommersemester

    Für unsere Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ an der Uni Hamburg stehen uns zwar Gelder für DGS-Dolmetscher_innen zur Verfügung, diese reichen aber leider nicht, um bei jedem Vortrag Dolmetscher_innen dabeizuhaben. Darum wüssten wir gerne, welche unserer Vorträge euch, falls ihr DGS gebärdet, besonders interessieren.

    Wir würden uns daher sehr freuen, wenn ihr uns bis zum 28.2.2012 eine Mail an queer.aghh (aett) gmx.de mit den Vorträgen schreibt, die ihr/Sie gerne besuchen würdet. Ihr könnt auch direkt hier auf der Seite ein Kommentar hinterlassen. Vielen Dank im Voraus für eure Mithilfe und auch für’s Streuen unserer Frage in die entsprechenden Kanäle!

    Folgende Vorträge sind für das Sommersemester geplant:

    Die Vorträge finden Mittwochs von 19 Uhr bis 21 Uhr (c.t.) im Raum 0079, Von-Melle-Park 5 („WiWi-Bunker“) auf dem Campus der Uni Hamburg statt.

    04.04.2012
    Einführung in das Semesterprogramm und Organisatorisches
    AG Queer Studies, Universität Hamburg

    11.04.2012
    Körper von Wert. Eine queer-feministische und politisch-ökonomische
    Perspektive auf Reproduktions- und Biotechnologien

    Dr. Ute Kalender, Kulturwissenschaftlerin, Berlin, DFG
    Graduiertenkolleg Geschlecht als Wissenskategorie, Forschungsprojekt
    zu Biological Citizenship

    18.04.2012
    Roma und Sinti in Europa – zwischen Romantisierung und Ausgrenzung
    Verena Spilker, M.A., freie Redakteurin und Amaro Drom e.V.
    Mitarbeiterin aus Berlin

    25.04.2012
    Täuschend echt?! Zum Gewicht der Illusion im Feld
    trans*inter*feindlicher Diskriminierung und Gewalt.

    Ines Pohlkamp, Bremen, Referentin für queer-feministische
    Mädchenarbeit, intersektionale Bildung, Forschung zu heteronormativer
    Diskriminierung und Gewalt gegen Trans*Inter*Personen

    02.05.2012
    Jenseits des autonomen (menschlichen) Subjekts?
    Dr. Hanna Meißner, TU Berlin,
    Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung

    09.05.2012
    Begehren, Gewalt und die Krisen des ‚unmarkierten Geschlechts‘.
    Zugänge einer kritischen Männlichkeitsforschung

    Paul Scheibelhofer, Promovent am Gender Studies Department der Central
    European University, Budapest

    16.05.2012
    Theorie und Praxis – doch weit voneinander entfernt? Feministische
    Bewegung aus intersek-tionaler Perspektive am Beispiel der Slutwalks

    Nadine Lantzsch, M.A. Gender & Diversity Kompetenz, feministische
    Aktivistin und freie Autorin, Berlin

    23.05.2012
    ‚Maskulismus‘ – Abwehrmechanismen komplizenhafter Männlichkeit
    Andreas Kemper, Soziologe (M.A.), Verein Zabiba, Münster

    06.06.2012
    Sowohl als auch. Überraschende und altbekannte Geschlechterentwürfe in
    der Epigenetik und Molekularbiologie

    Dipl. Biol. Bärbel Mauss, Leitung des Studienprogramms „Gender Studies
    in den Ingenieurwissen-schaften. Technik – Wissenschaft – Praxis“ am
    ZIFG, TU-Berlin.

    13.06.2012
    Zur Verflechtung von Heteronormativität und Rassismus – eine
    ethnographische Annäherung

    Dr. Urmila Goel, Berlin

    20.06.2012
    Sehnsucht nach Ontologie? Zur Kritik des ‚material feminism‘
    PD Dr. Susanne Lettow, Philosophin, Gastprofessorin am Institut für
    Philosophie der FU Berlin

    27.06.2012
    (Un-)wirklichkeiten von (A-)Sexualität
    Dipl.-Soz. Judith Scheunemann, AG Queer Studies,
    Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Uni-versität Kassel

    04.07.2012
    „100% Bio-Zwitter“. Intersex-Aktivismus zwischen Biologismus,
    Menschenrechtsdebatten und Dekonstruktion

    Dr. phil. Kathrin Zehnder, Soziologin, Universität Zürich,
    ethnologisches Seminar

    11.07.2012
    „Johnny, are you queer?“ Chor-Vortrag-Performance
    Die polyphonen Knabenchorschwuchteln, Hamburg

  • Pressemittelung zur Frauen* Vollversammlung

    Wir dokumentieren eine Pressemitteilung vom 18.01.2012:

    Unipräsidium der Uni Hamburg erschwert Frauenvollversammlung

    Vor drei Jahren wurde das teilautonome Referat, in dem sich Frauen organisiert haben, vom AStA abgeschafft. Nun haben sich Frauen an der Uni Hamburg erneut organisiert. Sie fordern die Wiedereinrichtung eines teilautonomen Referats für Frauen. Ein Raum für die Organisation von Frauen ist dringend notwendig.

    Einen weiteren Beweis liefert das Vorgehen des Unipräsidiums. Dieses wurde vom Präsidium des Studierendenparlaments (Stupa) aufgefordert, den Aufruf zu einer studentischen Frauenvollversammlung über das uniinterne, Onlinenetzwerk Stine zu verschicken. Mit Stine werden alle Studierenden der Uni erreicht. Vor vier Woche veröffentlichte das Stupa-Präsidium den Aufruf. Zwei Tage vor dem Zeitpunkt der Frauenvollversammlung schickte das Unipräsidium erst auf Nachfrage die Ablehnung. Die Einladung könne nicht über Stine verschickt werden, teilte das Unipräsidium mit. Der Grund sei, einzelnen Gruppe könne die Verschickung nicht ermöglicht werden, da es sonst zu viele Stine-Mitteilungen geben könnte.

    Frauen sind nicht irgendeine Gruppe. Frauen sind täglich Diskriminierung ausgesetzt, auch an der Uni Hamburg. „Die Ablehnung des Unipräsidiums ist Ausdruck der frauen*diskriminierenden Gesellschaftsstruktur.“, sagte eine Aktive. Räume für die Organisation von Frauen müssen ermöglicht und nicht bekämpft werden. „Wir fordern das Unipräsidium auf, den Aufruf umgehend zu verschicken.“, ergänzt eine andere Aktive. Die Mobilisierung zur Vollversammlung wird mit der Ablehnung ein weiteres Mal extrem erschwert. Das Unipräsidium verleugnet mit der Begründung, die herrschende Ungleichheit zwischen Männern und Frauen. Diese muss aber Infrage gestellt und bekämpft werden. Dafür brauch es dringend ein teilautonomes Referat für Frauen in der Verfassten Studierendenschaft. Durch diese Ablehnung lassen sich die Aktiven nicht aufhalten, am Donnerstag, 19.1.2012, wird im Anna-Siemsens-Hörsaal (VMP8) um 14.00Uhr eine uniweite, studentische Frauenvollversammlung stattfinden.

    Für Nachfragen stellen wir gerne einen Kontakt her.

    Für Nachfragen:

  • Uniweite, studentische Frauen*vollversammlung am 19. Januar 2012

    Die Aktivitäten für die Wiedereinrichtung eines Frauen*referates an der Uni Hamburg gehen auch im nächsten Jahr weiter. Am 19. Januar wird eine studentische Frauen*vollversammlung im Anna-Siemsen-Hörsaal (VMP 8) stattfinden. Bitte beachtet auch den Hinweis ganz zum Schluss, wenn ihr fürchtet, aufgrund von Anwesenheitsregeln nicht zur VV kommen zu können. Nachfolgend der Aufruf:

    Machst Du Dir häufiger Gedanken darüber, ob Deine Kleidung zu aufreizend ist?
    Hast Du auch schon auf einen Beitrag von Dir im Seminar den Kommentar „Typisch Frau!“ gehört?
    Hast Du mehr männliche Lehrende als weibliche Lehrende in Deinen Lehrveranstaltungen? Bist Du schon mal gefragt worden, ob du Tutorin werden willst?
    Sind in Deinem Seminar mehr Frauen als Männer, und trotzdem scheint die Diskussion männlich dominiert?
    Wirst du aufgrund deines „Genders“ bevorzugt, weil du ja „nur“ eine Frau* bist?
    Stimmst Du Dein Studium jetzt schon auf die Familienplanung ab?
    Bist Du mit alle dem alleine? Wir meinen, nein.

    Auch heute noch sind wir von einer Gleichbehandlung sehr weit entfernt. Mit der strukturellen Diskriminierung wollen wir uns auseinandersetzen und dagegen etwas unternehmen. Dafür gilt es, sich zusammenzuschließen.
    Dazu laden wir ein: uniweite, studentische Frauen*vollversammlung am 19.01.2012, 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr, Anna-Siemens-Hörsaal (VMP 8)
    Menschen, die aufgrund ihrer weiblichen Geschlechtszuschreibung diskriminiert werden, sind herzlich willkommen.

    Vorgeschlagene Tagesordnung:
    – Warum ist eingeladen worden?
    – Selbstorganisation von Frauen*? Vorstellung möglicher Organisationsformen von Frauen*
    – Diskussion
    – Weiteres Vorgehen

    Offene Projektgruppe Frauen*referat i.A.
    Frauen*AG i.A.
    Referat für Gleichstellung Antidiskriminierung und Internationales i.A.

    Hinweis: Dir sollten aus der Teilnahme an der Frauen*vollversammlung keine Nachtteile entstehen. Zur der Frauen*vollversammlung wird offiziell eingeladen. Sprich mit Deinen Lehrenden, sonst komm zu uns und wir suchen gemeinsam nach einer Lösung.

    

  • BUNDESWEITER SILENTMOB am 26.11.2011 um 13 Uhr

    Wichtig und dringend scheint diese Tage Vieles zu sein. Denn ja, es ist wieder Castor-Zeit – Respekt an all die Mutigen auf und an den Schienen! – aber an alle, die nicht dort sind,
    von Herzen dieser Aufruf:

    Pressemitteilung
    BUNDESWEITER SILENTMOB am 26.11.2011 um 13 Uhr in mehreren deutschen Städten

    Ein positives Zeichen für Respekt, Solidarität und Demokratie und gegen die schweigende Mehrheit in Deutschland, die verstehen muss, dass Rassismus keinen Platz in unserer Gesellschaft haben darf.

    Am Samstag, den 26.11.2011 findet um 13 Uhr in mehreren deutschen Städten ein „Silentmob“ für die Opfer von rechtsextremer Gewalt statt. Auslöser für diese Aktion ist das Gedenken an die Opfer der Zwickauer Terrorzelle, das auch an alle weiteren Opfer rechter Gewalt erinnert. Die Geschehnisse haben insbesondere unter Online-AktivistInnen eine Welle der Empörung ausgelöst.

    In einer entmenschlichenden Sprache wurde über die verstorbenen Deutschen mit Migrationsgeschichte (und mit Deutschen sind alle gemeint, die in Deutschland ihren Lebensmittelpunkt haben und nicht nur deutsche Staatsbürger sind) berichtet und eine Perspektive auf diese Menschen gezeigt, die die Opfer und deren Angehörige über Jahre hinweg kriminalisierte. So wurde den Opfern dadurch auch die letzte Ehre genommen. Auch daher fühlt sich „Schweigen gegen das Schweigen“ verpflichtet, den Angehörigen zur Seite zu stehen.
    Die sprachliche Misere, welche sich an dem unsäglichen Begriff der „Dönermorde“ zeigt – die Geschehnisse um den Mord an Marwa El Sherbini wurden in den Medien zum Teil als „Mord wegen Schaukel“ betitelt – verdeutlicht, wie sehr ein alltäglicher Rassismus in den Köpfen der gesamten Gesellschaft vorherrscht. Jeder Einzelne soll sich kritisch mit seinen Gedankenstrukturen auseinandersetzen.

    Die Organisatoren aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich auf Facebook unter dem Motto „Schweigen gegen das Schweigen“ zusammen gefunden. Der Silentmob ist eine Bewegung von Menschen für Menschen. Deshalb sind alle in Deutschland Lebenden zu dieser bundesweiten Traueraktion eingeladen. Sie sehen dies als ersten Schritt die Ehre der Toten und ihrer Angehörigen wiederherzustellen.

    Es soll einige bundesweite Schweigeminuten geben. Weiße und rote Rosen mit den Namen der zehn bisher bekannten Opfer sollen hochgehalten, um dann niedergelegt zu werden. Die weißen Rosen sollen an die Widerstandsbewegung während der Zeit des Nationalsozialismus erinnern, die roten an die Trauer in Norwegen nach den rechtsextremen Terroranschlägen vom 22. Juli.

    „Wir schweigen, weil wir der Opfer des rechten Terrors gedenken. Wir schweigen, denn wir sind Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Yunus Turgut, İsmail Yaşgar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michéle Kiesewetter. Und wenn wir nicht aufhören zu schweigen, dann könnten wir die nächsten sein.“
    Die Organisatoren und alle Teilnehmenden rufen dazu auf, Gruppen in weiteren Städten zu bilden, die sich dem gemeinsamen Gedenken anschließen wollen.

    Kontakt
    Email-Adresse: SilenceAgainstSilence(at)googlemail.com
    Link zur Website: SchweigenGegenDasSchweigen
    Facebook-Seite: SchweigenGegenDasSchweigen

    Orte
    Berlin (Brandenburger Tor), Bielefeld (Hauptbahnhof am Mahnmal), Essen (Kettwinger Straße) Frankfurt (Hauptwache), Görlitz (Altstadtbrücke Hotherstraße/Uferstraße), Hamburg (Europapassage, Richtung Ballindamm/Alster), Hannover (Kröpcke Uhr, Georgstraße), Kiel (Hörnbrücke), Köln (Bahnhofsvorplatz), München (Geschwister-Scholl-Platz), Nürnberg (Weißer Turm (an der U-Bahn-Haltestelle, vor dem Wöhrl))

  • Aufruf zur studentischen Vollversammlung von Frauen

    am 24.11.11 um 13.00 Uhr
    im ESA W Raum 221

    Vor ca. 6 Jahren wurde die Selbstorganisation von Frauen im AStA zerstört: Das teilautonome Frauenreferat wurde abgeschafft. Frauen haben sich an anderer Stelle organisiert. Es ist wenig besser geworden: Weibliche Professorinnen sind immer noch in einer Unterzahl gegenüber den männlichen Professoren, obwohl es immer mehr weibliche Studierende gibt. Eine Seminardiskussion ist meist männlich dominiert und auch im AStA sind die meisten der Referent*Innen männlich. Auch über den Uni-Kosmos hinaus sind wir noch sehr weit von einer Gleichbehandlung entfernt. Um gegen die herrschenden, patriarchal geprägten Herrschaftssysteme zu kämpfen, gilt es, sich zusammenzuschließen!

    In der Studierendenparlamentssitzung am 10.11.11 gab es eine intensive Diskussion um die Wiedereinrichtung eines teilautonomen Frauenreferats. Über das Studierendenparlament und viele anwesende Frauen hinaus wollen wir auf dem Campus über diese Situation informieren. Im Anschluss wollen wir uns darüber austauschen, in welcher gesellschaftlichen Lage sich Frauen heute befinden, um dann zum Abschluss darüber zu diskutieren, wie wir uns, weiter organisieren wollen.


    Dazu laden wir ein:
    Vollversammlung der Frauen
    am 24.11.11 um 13.00 Uhr im ESA W Rm 221


    Offene Projektgruppe Frauenreferat (gegründet aus dem Frauenplenum im StuPa am 10.11.11)